Kurz: StVO und zugehörige VwV sind zu diesem Thema kompliziert, ich möchte sagen zu kompliziert und haben den Großteil der Verkehrsteilnehmer abgehängt.
Das ist die eine Seite der Medaille. Die andere ist aber, daß die Leute kaum noch Gelegenheit haben, es gescheit zu lernen. Die StVO ist offensichtlich kein Lehrstoff in der Schule und in den Fahrschulen lernen sie sie auch nicht bzw. nur den Teil, der halt für die Führung des jeweiligen Kraftfahrzeugs relevant ist, und auch das eher nur schlecht.
Die ÖR kommen ihrer Aufklärungs- und Informationspflicht nur noch rudimentär nach, den 7. Sinn gibt es nicht mehr.
Sich Informationen selbständig zu beschaffen, die Quellen abzuwägen und deren Qualität zu beurteilen, lernt auch niemand. Entweder man hat also ein entsprechendes soziales Umfeld, das das vermittelt - was grundsätzlich auch der Lehrkörper an Bildungseinrichtungen sein könnte, aber nur selten ist - , oder man hat gute Chancen, beispielsweise so ein Nazi-Drops zu werden.
Wie kommt man diesem Problem bei? Eigentlich doch nur durch eine umfassende StVO-Reform, die wohl in irgendeiner Art und Weise den Vz 24x die Benutzungspflicht nehmen müsste und ein weiteres (Zusatz-)Schild erfindet. Was zumindest temporär Kleinkrieg auf den Bundesstraßen auslösen dürfte.
Was tun?
Eine StVO-Reform wäre sicher eine Option. Angesichts des gegenwärtigen politischen Umfeldes und der gesellschaftlichen Stimmungslage setze ich aber nicht darauf. Da auch die gegenwärtig vorhandenen organisierten Gruppen und Vereine diesem Ziel aktiv entgegenarbeiten, insbesondere der ADFC, aber auch die wesentlichen anderen sowie die diversen "Radentscheide", bleibt nur der Widerstand des Einzelnen im Kleinen durch aktive Wahrnehmung eigener Rechte im Straßenverkehr bis hin zu Klageverfahren, wenn man sich das denn leisten kann und will.
Hoffnung für das Große und Ganze habe ich keine. Und wenn, erscheinen auch mir andere Baustellen in der Großwetterlage dann doch dringender.