Beiträge von Yeti

    Gerade auf Mastodon entdeckt Yeti , -> ist zwar nächste Woche, aber ich lass das trotzdem hier stehen:


    Katja Diehl in Stade

    Wir hatten heute Mittag ein nettes Gespräch mit Katja Diehl, um den Ablauf des Abends abzustimmen. Ich bin zwar nicht bei den Grünen, wurde aber dennoch eingeladen, den Abend mit zu planen und zu gestalten.

    Auf der Fahrspur anhalten war wegen der Gehirnwindungen unmöglich.

    Ich ergänze: Auf der rechten von drei (!) Fahrspuren und einer weiteren Bus-Spur. Hier: Google Maps

    Stattdessen erwartete der Fahrer in einem Mimimi-Post bei facebook Rücksichtnahme und Verständnis, dass er sein Wohnmobil in diese "Haltebucht" manövriert hat. Mapillary Na klar: Wer weicht da nicht gerne mal mit dem Fahrrad vom Radfahrstreifen auf die Fahrbahn aus?

    Der facebook-Accout des beleidigten Wohnmobilisten lautet übrigens "TuningSzeneAnwalt" und verweist auf diese Internetpräsenz: Willkommen beim TuningSzeneAnwalt

    Alles ein Marketing-Gag?

    Interessiert das jemand im 21. Jahrhundert?

    Offensichtlich schon.

    Zitat

    Merz auf Frontbesuch: Das erzeugt den Eindruck von Tatkraft, Entschlossenheit und Mut. Es ist ja nicht ungefährlich, in das Kriegsland zu reisen. Und Merz blamiert Bundeskanzler Scholz, der vielen eh als Zauderer gilt, weil er bei den Russlandsanktionen und bei der Waffenhilfe für die Ukraine eher als Bremser auftrat. Merz überholt Scholz, und das auch noch im Schlafwagen: Die Kampagnenabteilung im Konrad-Adenauer-Haus hätte es sich nicht schöner ausdenken können.

    News des Tages: Friedrich Merz, Olaf Scholz, Andreas Scheuer, Energiepauschale - DER SPIEGEL

    Bei den Ermittlungen zurückgelegter Wege geht es aber nicht um "können", sondern um "ist".

    Ja, da sind wir uns doch einig. 75% aller Wege, die mit dem Auto zurückgelegt werden SIND kürzer als 10km. Das heißt nicht, dass automatisch alle diese Autofahrten in jedem Fall vermeidbar wären. Aber das ist das Potenzial, an das man ran muss. Mindestens die Hälfte dieser kurzen Autofahrten halte ich kurz- bis mittelfristig durch Rad und ÖPNV für ersetzbar und das wäre doch schonmal ein großer Schritt. Jedenfalls wenn sich das auch auf den Autobesitz auswirken würde und die Städte nicht mehr komplett vollgeparkt sind und die Leute merken, dass eine belebte Straße lebenswerter ist als ein Parkplatz.

    Für den Klimaschutz hat die Verlagerung der längeren Fahrten auf die Bahn die größere Wirkung, weil da die hohen Kilometerleistungen drinstecken. Gilt für Personen- als auch Güterverkehr gleichermaßen. Aber wer in der Stadt kein eigenes Auto mehr braucht, wird aber auch für längere Fahrten eher die Bahn nehmen, als wenn das Auto sowieso zur Verfügung steht. Daher muss es dort beginnen und vorangetrieben werden, wo die Alternativen zum eigenen Auto bereits da sind. Und wo diese Alternativen fehlen, muss man etwas gegen die Selbstverständlichkeit tun, dass das nicht zu ändern ist.

    Das 9,- EUR Ticket wird für manche ein Anreiz sein, das einfach mal auszuprobieren. Viele werden zu der Erkenntnis kommen, dass das für sie keine Alternative zum Auto ist, aber die/der Eine oder Andere wird vielleicht auch feststellen, dass es besser funktioniert als am Stammtisch behauptet wird. Im schlechtesten Fall führen übervolle Züge wegen des 9,- EUR Tickets dazu, künftig weiter mit dem Auto zu fahren.

    Für mich lohnt sich das 9,- EUR Ticket bereits mit einer einzigen Fahrt mit der S-Bahn nach Hamburg und zurück.

    Dass man auch hier in der Stadt auf 30km am Tag kommen kann, wenn man kreuz und quer hin und herfährt, glaube ich dir. Vielleicht ist es so, dass man versucht, seine Wege effizienter zu planen, wenn man das Fahrrad nutzt, während man mit dem Auto eher bereit ist weitere Wege zu fahren, weil die Franzbrötchen 6km weiter weg besser schmecken oder weil das Hackfleisch am anderen Ende der Stadt gerade im Sonderangebot ist. Notwendig ist es aber nicht.

    Ich glaube nicht, dass Stade in dieser Hinsicht etwas Besonderes ist, sondern das ist in vielen Kleinstädten genauso: Es gibt hier in der Kernstadt und den angeschlossenen Ortschaften 2 Gymnasien mit unterschiedlichen Ausrichtungen, eine Gesamtschule, 9 Grundschulen, eine Hauptschule, eine Realschule und eine Sonderschule, sowie 28 Kitas. Die Kernstadt passt in einen Kreis mit Radius 3km, inklusive aller äußeren angeschlossenen Ortsteile 6km. Niemand hat hier zu einer Grundschule einen weiteren Weg als 2km und die Wahrscheinlichkeit, auf dem Weg dahin an einem Bäcker vorbeizukommen, beträgt nach meiner Einschätzung mindestens 50%. Spätestens, wenn man anschließend von der Kita zur Arbeit fährt, werden auf dem Weg dahin mit geringsten Umwegen mehrere Bäcker liegen, zwischen denen man wählen kann. Zum Gymnasium können die älteren selbst gehen oder fahren.

    In meiner Kindheit/Jugend auf dem Dorf waren es 4km zum Kindergarten im Nachbardorf, 8km zum Gymnasium in der nächsten Stadt. Da gab es aber auch alles, was man brauchte: Ärzte, Apotheken, Supermärkte, Fachhandel, ...

    Aber wir schweifen ab: Ein 9,- EUR Ticket hätte damals nichts genutzt, weil der Bus nur dreimal am Tag fuhr. Mit dem Fahrrad war aber alles erreichbar und das ist es heute, wo immer mehr mit E-Unterstützung fahren, erst recht.

    In welcher Einöde muss man denn leben, dass der nächste Bäcker 2km entfernt ist und es von dort noch einmal 3km zur Schule sind und von dort 4km zur Kita? Immerhin ein Büro neben der Dönerbude, das ist ein Anfang. Also entweder wohnt man völlig in der Prärie und es sind 10km in den nächsten Ort, wo Bäcker, Schule und Kita alle im Umkreis von 2km zu finden sind, oder man fährt die Orte in der sinnlosesten Reihenfolge ab, die möglich ist, um auf deine Kilometer zu kommen.

    Wollen sie ja gar nicht. Also ob tatsächlich irgendjemand täglich mit dem Auto Brötchen holt.

    Ich wundere mich nur, warum ausgerechnet die Fahrt zum Bäcker nun ständig als Beispiel für sinnlose Autofahrten herhalten muss und sehe es genauso: Würden Autos nur dazu genutzt, um zum Bäcker zu fahren, gäbe es gar kein Problem, außer dem Stau am Sonntagmorgen vor dem Bäcker. Es geht doch nicht um diesen einen Zweck, sondern um die 70% aller Autofahrten, die kürzer als 10km sind und die spätestens mit E-Unterstützung jeder gesunde Mensch auf einem Fahrrad zurücklegen kann. Bei den 30% der Autofahrten >10km kommt die Bahn (oder FItness) ins Spiel. Und auch da im ersten Schritt für alle, die ein solches Angebot bereits zur Verfügung haben und parallel dazu, wie man mehr Menschen ein solches Angebot machen kann.

    Wenn wir über sinnlose Autofahrten reden, müssen wir auch an den Güterverkehr denken: Online-Shopping sei Dank fahren Hunderttausende LKW durch die Gegend, weil jeder erwartet, dass die bestellte Ware spätestens am nächsten Tag geliefert wird (und die Hälfte gleich wieder zurückgeschickt wird). Und weil irgendein BWL-Schnösel bei Amazon ausgerechnet hat, dass es billiger ist, wird die Ware von Hamburg nach Harburg über Polen geliefert, weil die Sortier-Sklaven dort nur 4,50 EUR/Std*. kosten.

    *Zahl ausgedacht

    ...aber das ist in der Tat so unglaublich naiv und/oder plakativ.

    Ja, mag sein. Jedenfalls mit dem Anspruch, dass das Geld Hunger auf der ganzen Welt für immer beendet (dazu müsste man vermutlich auch noch GNTM verbieten, aber das nur am Rande).

    Ich habe seit 18 Jahren eine Patenschaft für ein Kind in Mali, inzwischen für das zweite Kind. Mit der monatlichen Unterstützung wird u.a. eine Schulbildung ermöglicht, eine medizinische Grundversorgung gewährleistet und die hygienischen Bedingungen im Dorf verbessert, z.B. durch Zugang zu sauberem Trinkwasser.

    Mit 44 Milliarden könnte man über 12 Millionen solcher Patenschaften über 10 Jahre lang finanzieren. Die ganze Welt hat man dadurch bei Weitem noch nicht gerettet, das ist richtig. Elon Musk hätte vermutlich sowieso keine Zeit, jedes Jahr zu Weihnachten 12 Millionen Briefe von Kindern zu lesen, die sich für die Unterstützung bedanken. Allerdings hat er auch keine Zeit, den ganzen Blödsinn zu lesen, der bei Twitter geschrieben wird. :)

    Wenn man bereits überwiegend klimafreundlich mobil ist, kann man sich nur verkackeiert fühlen. Die Senkung der Spritsteuer ist vor allem ein Signal, dass es sich nicht lohnt, vom Auto auf andere Verkehrsträger umzusteigen oder auch nur etwas weniger oder sparsamer zu fahren.

    Dabei sind die Mehrbelastungen für die meisten Leute unerheblich und problemlos zu stemmen. Das ist vor allem eine gefühlte Mehrbelastung, aber an den Gesamtkosten der Automobilität ist das für die Meisten nur ein geringer Teil. Wir reden auf 1000 km über 30-40 EUR Mehrkosten, Tendenz bereits wieder sinkend.

    Neulich habe ich von jemandem gelesen, der durch den sprunghaften Preisanstieg bei den Kraftstoffen nun bewusst sparsamer fährt. Sein Resümee war, dass er jetzt günstiger fährt als vor dem Krieg. Der FDP sei Dank muss man sich aber gar nicht mehr bemühen, weniger Kraftstoff zu verbrennen, denn der Lindner hat für alle Raser die Spendierhosen an. Das versteht die FDP unter "Freiheit".

    Na klar: Es gibt auch die Ausnahmen, die viel mit dem Auto fahren müssen und die keine Alternative haben und die sich bereits genau überlegen, wann und wie schnell sie fahren. Und es gibt die, die auch bereits geringe Mehrkosten an die Grenze bringen und die sich nicht einfach ein sparsameres Auto kaufen können. Die fahren aber auch in der Regel keinen SUV oder "Sport"-Wagen. Da hätte wohl niemand etwas dagegen gehabt, denen gezielt zu helfen. Stattdessen müssen die nun als Rechtfertigung herhalten, dass alle anderen weiterhin mit ihren unnötig schweren Autos unnötig viel und unnötig schnell fahren können.

    Das ist der verzweifelte Versuch, kurzfristig wirkende Maßnahmen umzusetzen. Aber ich sehe es genauso: Es bringt wenig bis gar nichts und das Geld fehlt für nachhaltige Investitionen. Ich überlege, an wen ich die 300,- EUR spenden kann, dass es die FDP maximal ärgert. Vielleicht direkt an die DUH für weitere Klimaklagen?

    Gerade jetzt kommen die Versäumnisse der Vergangenheit gnadenlos zum Vorschein: Unsere Abhängigkeit von Energieimporten durch den über lange Zeit verhinderten Ausbau erneuerbarer Energien.

    Oder das Festhalten an sinnlosen Autobahnprojekten, die niemand mehr haben will (A100, A20). Die dort verbrannten Milliarden wären besser in die Reaktivierung von Bahnstrecken und einen flächendeckenden ÖPNV investiert.

    Stattdessen subventioniert man Benzin auch für Leute, die nicht einmal bereit sind, vom Gas zu gehen. Es ist einfach nur zum Heulen.

    Beschilderung nur für Geisterradler und doofe Fußgänger:

    Bernd Slukas Klassiker:

    In Gegenrichtung wird auf einmal auch der Gehweg zum benutzungspflichtigen Radweg, auf dem man aber gar nicht Rad fahren soll. Dass man nicht das VZ 241-31 genommen hat, entschuldigt das ganze Ensemble insoweit, dass man sich offenbar nicht die geringsten Gedanken gemacht hat. "He du" Stell' da mal irgendwelche Schilder mit Fahrrädern drauf hin, damit keiner in unsere Baustelle fährt". Fertig.

    Warum auch? Rechts ist natürlich auch ein benutzungspflichtiger "Radweg". Hier hat es wohl schon jemand versucht, durch den Zaun zu fahren, um der plötzlich angeordneten linksseitigen Radweg-Schiebepflicht nachzukommen. Eine ordentliche Absicherung sieht sicherlich auch anders aus und überhaupt: Warum ist da überhaupt ein Zaun? Aber egal, dann fährt man halt über den Gehweg (kostet jetzt 55,- EUR, aber die Stader Polizei findet das auch alles normal und ahndet es nicht).

    Ich habe hier noch nie eine für den Radverkehr korrekt beschilderte Arbeitsstelle gesehen. :|