Dass man auch hier in der Stadt auf 30km am Tag kommen kann, wenn man kreuz und quer hin und herfährt, glaube ich dir. Vielleicht ist es so, dass man versucht, seine Wege effizienter zu planen, wenn man das Fahrrad nutzt, während man mit dem Auto eher bereit ist weitere Wege zu fahren, weil die Franzbrötchen 6km weiter weg besser schmecken oder weil das Hackfleisch am anderen Ende der Stadt gerade im Sonderangebot ist. Notwendig ist es aber nicht.
Ich glaube nicht, dass Stade in dieser Hinsicht etwas Besonderes ist, sondern das ist in vielen Kleinstädten genauso: Es gibt hier in der Kernstadt und den angeschlossenen Ortschaften 2 Gymnasien mit unterschiedlichen Ausrichtungen, eine Gesamtschule, 9 Grundschulen, eine Hauptschule, eine Realschule und eine Sonderschule, sowie 28 Kitas. Die Kernstadt passt in einen Kreis mit Radius 3km, inklusive aller äußeren angeschlossenen Ortsteile 6km. Niemand hat hier zu einer Grundschule einen weiteren Weg als 2km und die Wahrscheinlichkeit, auf dem Weg dahin an einem Bäcker vorbeizukommen, beträgt nach meiner Einschätzung mindestens 50%. Spätestens, wenn man anschließend von der Kita zur Arbeit fährt, werden auf dem Weg dahin mit geringsten Umwegen mehrere Bäcker liegen, zwischen denen man wählen kann. Zum Gymnasium können die älteren selbst gehen oder fahren.
In meiner Kindheit/Jugend auf dem Dorf waren es 4km zum Kindergarten im Nachbardorf, 8km zum Gymnasium in der nächsten Stadt. Da gab es aber auch alles, was man brauchte: Ärzte, Apotheken, Supermärkte, Fachhandel, ...
Aber wir schweifen ab: Ein 9,- EUR Ticket hätte damals nichts genutzt, weil der Bus nur dreimal am Tag fuhr. Mit dem Fahrrad war aber alles erreichbar und das ist es heute, wo immer mehr mit E-Unterstützung fahren, erst recht.