Die Drohung, Deutschland zum Radwegland machen zu wollen, kommuniziert laut und deutlich an alle autofahrenden Wähler, dass der Platz jetzt nicht da ist und infolgedessen Rücksicht bis auf Weiteres obsolet bleibt.
Das ist mir zu schwarz-weiß. Ich stimme dir zu, dass die #MehrRadwege Kampagnen nicht hilfreich sind, die den Eindruck erwecken, als wäre Radfahren ohne Radweg lebensgefährlich. Und ich wundere mich auch nicht über die Zustimmung, die für solche Forderungen von der Autolobby kommt.
Trotzdem glaube ich, dass Veränderungen notwendig sind, um mehr Menschen auf das Fahrrad zu bringen. Diese Veränderungen betreffen aber nicht alleine die Infrastruktur, sondern in erster Linie eine Abkehr von der Geringschätzung, die dem Radverkehr überall entgegengebracht wird und die auch im Verhalten gegenüber Radfahrern deutlich wird.
Man muss das Selbstverständnis der Autofahrer brechen, die einzig wirklich wichtigen Verkehrsteilnehmer zu sein. Verbesserungen der Infrastruktur können dazu beitragen, dem Radverkehr einen höheren Stellenwert zu geben, aber auch die Ahndung von Verkehrsverstößen und Straftaten, durch die Radfahrer durch Nachlässigkeit oder gar Vorsatz gefährdet werden.