Oder überspitzt gesagt: wenn es in der Steinzeit genauso viel Rindvieh gab wie heute, wäre das nicht der erste Hebel, den ich ziehen würde.
Sorry für die schlechten Nachrichten, aber leider sind wir schon so weit fortgeschritten, dass wir uns den Luxus nicht mehr erlauben können, uns zu fragen, in welcher Reihenfolge und mit welcher Priorität wir gerne welche Maßnahmen ergreifen wollen. Dafür war vielleicht 1990 noch Zeit, aber jetzt nicht mehr. Wenn wir das drohende Unheil noch halbwegs abwenden wollen, müssen wir schnellstmöglich auf allen Ebenen die Emissionen reduzieren (CO2 und eben auch Methan).
Das 1,5°C-Ziel ist inzwischen nur noch theoretisch einzuhalten und auch das 2°C-Limit werden wir mit den aktuell beschlossenen Maßnahmen nicht einhalten. Geschweige denn damit, was tatsächlich von den Beschlüssen überhaupt umgesetzt wird.
Es ist reines Wunschdenken, dass sich die Menschheit an die rasant verändernden Umstände in einer 3°C wärmeren Welt anpassen kann. Vielmehr ist davon auszugehen, dass die fortschreitende Erderhitzung viele bereits bestehende Probleme und Konflikte verschärfen wird (Unwetter, Hunger, Krieg, Flucht, ...).
Und auch bei 3°C wäre ja auch nur dann Schluss, wenn wir bis dahin den Netto-Ausstoß von Klimagasen auf Null reduziert haben. Leider werden aber mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits vorher schon Prozesse angestoßen, durch die sich die globale Aufheizung auch ohne unser Zutun weiter verstärkt (Kipppunkte). Lesestoff: Exceeding 1.5°C global warming could trigger multiple climate tipping points | Science
Der Klimawandel ist keine Mauer und kein Abgrund, auf den wir in unbestimmter Zukunft zurasen, sondern eine immer rutschiger werdende Rampe, auf der es immer steiler abwärts geht und auf der die Chance, noch rechtzeitig anzuhalten, immer geringer wird.