Beiträge von Yeti

    Es geht gerade darum, ob wir mit Fahrradfahren irgendwas bewegen

    Das ist deine Interpretation, worum es geht. Ich habe nur geschrieben, dass die Verkehrswende ein Baustein beim Klimaschutz ist.

    Verkehrswende ist viel mehr als nur Radverkehr und ein Baustein ist auch nur ein Teil des Ganzen. Insofern ist Radverkehr nur ein Teil von einem Teil der Lösung, mehr nicht.

    Dass es für mich neben dem Klimaschutz andere Gründe für eine Verkehrswende gibt, habe ich ebenfalls geschrieben.

    Würde das funktionieren? Ich denke, nein.

    Muss es auch nicht, weil es nicht darum geht, eine klimaneutrale Insel zu bauen. Auch dein Narrativ von Deutschland als alleinigem Weltretter ist falsch. Deutschland muss nicht alleine die Welt retten und tut es auch nicht. Deutschland war mal Vorreiter, aber das ist lange her. Andere Länder haben uns längst überholt und wir sind vielmehr gerade dabei, unsere Wirtschaft vor die Wand zu fahren, weil wir den Anschluss verpassen.

    sondern wir müssten die gesamte Weltwirtschaft von heute auf morgen vor die Wand fahren

    Nein, müssten wir nicht, weil Wertschöpfung nicht zwingend mit der Verbrennung fossiler Energieträger verbunden ist. Energie wird benötigt, aber davon gibt es genug.

    Pausenlektüre: Energiedebatte: Wie gut kennen Sie sich mit der Energiewirtschaft aus? - Kolumne - DER SPIEGEL

    Außerdem müssen wir ohnehin nichts von heute auf morgen tun, sondern es ist ein Transformationsprozess. Je länger man wartet, desto disruptiver wird er aber sein müssen, wenn diese Transformation noch etwas bewirken soll. Die Chancen, dass das gelingt, sinken mit jedem Tag, an dem wir abwarten und uns einreden, dass wir sowieso nichts ändern können. Eine Veränderung kommt aber ohnehin. Die Frage ist nur, ob wir aktiv etwas verändern oder ob wir nur noch auf die Veränderungen reagieren und wie lange das gelingen kann. Oder wie es Maja Göpel ausdrückte: "Change by design" oder "Change by desaster"?

    Ich glaube aber nicht an ein unbegrenztes "grünes Wachstum". Das liegt aber vor allem daran, dass ich sowieso nicht an ein unbegrenztes Wachstum glaube. Auch das bestehende System wird also früher oder später kollabieren, weil unbegrenztes Wachstum bei begrenzten Ressourcen nicht geht. Das ist kein Problem, das mit dem Klimawandel zu tun hat.

    Ich schaue mir mal nach dem Urlaub an, was da so alles geschrieben wird. Bislang habe ich selbst noch keine Einträge gemacht.

    Die Straße Am Steinkamp fällt übrigens nicht in die Zuständigkeit des Landkreises, sondern hier wäre die Stadt Stade zuständig.

    Eine Fixierung auf das Thema Klimawandel ist in manchen Fälllen besser zu vermeiden und es ist eben auch nur ein Grund dafür, die Verkehrswende voranzutreiben.

    Die Verkehrswende mag ein Baustein zum Eindämmen der Klimakrise sein, aber mir fallen viele weitere Gründe ein, warum weniger Autoverkehr gut wäre. Wenn man den Leuten das schmackhaft machen will, sollte man auch dort ansetzen.

    Leider zielen Kampagnen hier oftmals einseitig auf den Klimaschutz (z.B. "Stadtradeln"). Wenn man die Leute wirklich dazu bringen möchte, mehr Alltagswege mit dem Fahrrad zu erledigen, muss man aber keine Sonntagsreden halten, dass das gut fürs Klima wäre, sondern man muss dafür sorgen, dass der Umstieg vom Auto auf das Fahrrad sich nicht wie ein Abstieg anfühlt.

    weil es eben nicht so ganz einfach ist, den Klimawandel und den Anteil menschlicher Verursachung kurz und bündig zu belegen

    Doch, es ist einfach, weil es keine andere plausible Erklärung gibt.

    Die Erklärung, dass der deutlich gestiegene CO2-Gehalt der Atmosphäre auf die Verbrennung fossiler Energieträger zurückzuführen ist, ist hingegen belegt.

    1. Die Menge des zusätzlichen CO2 in der Atmosphäre ist geringer als die Menge an CO2, die durch die Verbrennung der bisher geförderten Kohle, Öl und Erdgas entstanden ist. Den Rest haben die Ozeane aufgenommen, dort nachweisbar durch abnehmenden pH-Wert (CO2 in Wasser gelöst ist Kohlensäure).

    2. Der Anteil des zusätzlichen CO2 in der Atmosphäre kann mit der C-14 Methode auf einen fossilen Ursprung zurückgeführt werden.

    Es gibt einen breiten wissenschaftlichen Konsens, dass sich das Klima wandelt und dass an den aktuellen Entwicklungen hauptsächlich der Mensch beteiligt ist, und es gibt Leute, die den Anteil des Menschen daran LEUGNEN, andere leugnen sogar mehr als nur das.

    Ich glaube, dass es bei den meisten eher eine Art der Verdrängung ist, um sich mit dem Thema nicht auseinandersetzen zu müssen. Da ist es einfacher, das Ganze in Frage zu stellen oder Gründe zu finden, aus denen man keine Verantwortung trägt. Das ist menschlich, aber wird uns nichts nutzen.

    Daher hat es in der Vergangenheit ausgereicht, Zweifel zu streuen, zumal globale Veränderungen, die sich über Jahrzehnte erstrecken, nicht direkt spürbar sind. Natürlich wird jeder, der schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, feststellen, dass sich Dinge geändert haben und weiter ändern, aber da greifen dann die Abwehrmechanismen, um sich damit nicht tiefer auseinandersetzen zu müssen.

    Ich bin jetzt zu faul zum Nachschlagen der genauen Jahreszahl und wer's erfunden hat, aber die Grundzüge des Zusammenhangs zwischen der Zusammensetzung der Atmosphäre (wir erinnern uns: die war für mich beruflich relevant) und der Oberflächentemperatur unserer Erde wurden schon vor deutlich über 100 Jahren entdeckt.

    1824 hat Joseph Fourier den Effekt entdeckt.

    1862 hat John Tyndall einige Gase identifiziert, die daran beteiligt sind.