Ich möchte mal so viel verraten, dass ich den Eindruck habe, dass wir gerade am Beginn stehen, dass sich langsam ein Bewusstsein dafür entwickelt, dass wir hier in Stade ein Problem haben und sich etwas ändern muss. War das vorsichtig genug ausgedrückt, um keine allzu großen Hoffnungen auf schnelle, revolutionäre Veränderungen zu wecken? ![]()
Natürlich ist es nach wie vor ernüchternd, mit welchem Dilettantismus neue Maßnahmen umgesetzt werden (Salztorscontrescarpe, Fred-Watzlawik-Weg, ...). Ich weiß zum Beispiel, dass heute über die Thuner Straße gesprochen werden soll. Was dabei herauskommt, wird sich zeigen, aber vor zwei Jahren war es noch undenkbar, dass der dort bestehende Unfug überhaupt in Frage gestellt wird. Und es wird dich sicherlich freuen, dass Gerd A. schon einmal die Worte Neubourgstraße und Fahrradstraße aus eigenem Antrieb in einen Zusammenhang gebracht hat.
Ich wundere mich ja oftmals selbst über meine Naivität, immer noch daran zu glauben, dass man durch konstruktive Gespräche etwas verändern kann. Aber hier liegt so viel im Argen, dass man das nicht alles einzeln wegklagen kann. Ich schreibe gerade an einem zugegebenermaßen sehr ausführlichen Bericht, was hier alles nicht passt, aber auch, wie man es konkret verbessern könnte. Wenn das fertig ist, gehe ich damit zum neuen Bürgermeister, der uns ja im Wahlkampf folgendes schriftlich gegeben hat:
ZitatWir brauchen Radwege, die hinsichtlich der Breite die gesetzlichen Vorgaben erfüllen. Schilder und Hindernisse an bzw. auf Radwegen, die nicht diesen Vorgaben entsprechen, müssen endlich abgebaut werden.
https://www.adfcstade.de/aktuelles/bürgermeisterworte/
Das bedeutet im Klartext, dass in der gesamten Stadt die Benutzungspflicht aufgehoben werden muss, weil mir kein einziger Radweg einfällt, der den gesetzlichen Vorgaben entspricht. Entweder gibt es keine außerordentliche Gefahrenlage, die eine Benutzungspflicht rechtfertigen könnte, oder der "Radweg" erfüllt nicht einmal annähernd die baulichen Voraussetzungen (oftmals weder das Eine noch das Andere). Weil Stade nicht gerade im Geld schwimmt, wird er vielleicht auch zuhören, wenn man erklärt, dass der Radweg, der die gesetzlichen Vorgaben erfüllt, in den meisten Fällen ohnehin schon da ist: die Fahrbahn.
Sollte ihm erst nach unserer Zusammenkunft die Tragweite seiner Aussage bewusst werden, und dann keine Taten folgen, kann man immer noch überlegen, ob man über die Fachaufsichtsbehörde und/oder das Verwaltungsgericht Nachhilfe geben lässt. Immerhin müsste ich mir dann nicht vorwerfen lassen, nur gemeckert zu haben, ohne konkrete Lösungsvorschläge zu bringen. Als Bonbon wird es auch einen Vorschlag für ein Veloroutennetz abseits der Hauptstraßen geben.