Beiträge von Yeti

    Und weil die Radfahrer, die eigentlich geradeaus fahren wollen, dafür zweimal scharf um die Ecke und über abgesenkte Bordsteine fahren müssen, während der Fahrbahnverkehr, der abbiegen will, im sanften Bogen um die Kurve fährt, wird das regelmäßig zu gefährlichen Missverständnissen führen.

    Der Artikel bringt doch gut auf den Punkt, welchen Zweck die Separation tatsächlich verfolgt: Ungehinderten Kfz-Verkehr. Die angebliche Verkehrssicherheit ist nur ein Vorwand, damit sich Radfahrer weiterhin abseits der Fahrbahn selbst in Gefahr bringen und devot dem motorisierten Verkehr Platz machen.

    Adsche : Hast du auch Zahlen, wie hoch der Anteil der B117-Mutation bei deinen Beispielen in Florida, Schweden und Indien ist?

    Die aktuellen Maßnahmen sind ganz offensichtlich ausreichend, das bisherige Virus zurückzudrängen, denn aktuell gehen die Neuinfektionen (noch) zurück. Aber wenn das Virus ansteckender ist, dann wird es sich noch schneller ausbreiten, wenn man jetzt wieder Lockerungen einführt. Das ist keine Spekulation, sondern alles andere wäre naives Wunschdenken.

    Manche der Maßnahmen sind sicherlich unverhältnismäßig und unnötig und andere Maßnahmen wären sinnvoll gewesen, um dafür an anderer Stelle lockern zu können. Da sind wir uns ja einig. Bislang hat man ja den Eindruck, dass alles egal ist, wenn es darum geht, dass die Leute normal zur Arbeit gehen, aber dass die Einschränkungen vor allem den privaten Bereich betreffen. Ich sitze wie gesagt seit fast einem Jahr im Home-Office, treffe mich nur mit wenigen und wenn, dann immer den selben Leuten, gehe einmal pro Woche in den Supermarkt und trage brav meine Maske. Wenn jetzt jemand auf die Idee kommt, hier einen 15km Bewegungsradius festzulegen, und mir damit meine Radtouren verbietet, bei denen ich mutterseelenallein durch Nordkehdingen fahre und dabei 4-5 Stunden kaum einem Menschen begegne, dann drehe ich auch irgendwann durch.

    Ich könnte aber auch durchdrehen, wenn ich lese, dass in Anbetracht einer sich schnell ausbreitenden Virusmutation gerade fabuliert wird, die Maßnahmen, die seit Mitte januar für sinkende Neuinfektionen sorgen, jetzt wieder zu lockern (z.B. Öffnung von Schulen). Zumal es deutliche Hinweise gibt, dass die Variante B117 auch stärker durch Kinder und Jugendliche übertragen wird. Mir kommt das so vor, als würden wir vor einem brennenden Haus stehen und während die Feuerwehr gerade dabei ist, den Brand unter Kontrolle zu bringen, schlagen die ersten Leute vor, dass man doch jetzt wieder anfangen könnte, Benzin ins Feuer zu gießen, weil es doch gar nicht mehr so doll brennt.

    Andererseits muss man aber auch bei den derzeit bestehenden Einschränkungen die es gibt hinterfragen, ob diese sinnvoll und verhältnismäßig sind.

    Aber nicht, indem man verkennt, dass sich gerade eine deutlich ansteckendere Virusvariante ausbreitet und dass der aktuelle Trend dazu führen wird, dass die Neuinfektionen in 3-4 Wochen wieder steigen werden, wenn man keine Maßnahmen ergreift.

    Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Ich sehe einige der derzeit geltenden Maßnahmen auch als unverhältnismäßig an. Jedenfalls, wenn man sie mit anderen Bereichen vergleicht, in denen es quasi keine Einschränkungen gibt. Freunde haben zum Beispiel kürzlich erzählt, dass ihre Hundetrainerin ihren Betrieb einstellen musste und nicht einmal Einzelunterricht im Freien anbieten darf, während es natürlich weiterhin gestattet ist, privat mit zwei Personen aus zwei Haushalten mit einem Hund spazieren zu gehen. Wenn eine der beiden Personen dafür bezahlt wird, ist es aber verboten.

    Ich sehe es auch als unverhältnismäßig an, dass die Leute immer noch in Großraumbüros Tätigkeiten nachgehen, die sie auch von zuhause aus dem Homeoffice erledigen könnten, während andere Wirtschaftszweige vor inzwischen fast einem Jahr komplett abgeschaltet wurden. Allerdings sehe ich derzeit in Anbetracht der ansteckenderen Variante keinen Spielraum für großartige Lockerungen, sondern wir müssen eher zusehen, wie wir die bestehenden Lücken schließen, wo sich das Virus immer noch ungehindert ausbreiten kann. Besser jetzt als in 6 Wochen, wenn die Zahlen längst wieder angestiegen sind.

    Ich würde auch das Impfkonzept hinterfragen und im Anschluss an die Hoch-Risikogruppen zunächst dort impfen, wo viele Infektionen stattfinden, die nicht vermieden werden können (und damit meine ich keine Profi-Fußballer). Dann sitze ich halt noch ein weiteres Jahr im Homeoffice, weil ich nicht zu denen gehöre, die besonders gefährdet sind, oder bei denen es nicht möglich ist, Kontakte zu reduzieren.

    Worauf willst du eigentlich hinaus? Natürlich entwickeln sich die Infektionen nicht exakt nach einer mathematischen Gleichung, aber darum ging es doch gar nicht. Wir erleben gerade einen in den rückläufigen Zahlen der gesamten Neuinfektionen versteckten starken Anstieg der Neuinfektionen mit der britischen Virusvariante, was in absehbarer Zeit dazu führen wird, dass die gesamten Infektionszahlen wieder ansteigen.

    Wir sind weit davon entfernt, dass infolge durchgemachter Erkrankungen oder Impfungen eine nennenswerte Immunität in der Bevölkerung besteht. Zum Höhepunkt der zweiten Welle waren zahlreiche Krankenhäuser und vor allem deren Personal an oder jenseits der Belastungsgrenze. Wollen wir jetzt spitzfindige Diskussionen über mathematische Details führen und zusehen, wie sich das in 4-5 Wochen wiederholen wird?

    Es wäre genau jetzt der richtige Zeitpunkt, mal darüber nachzudenken, in welchen Bereichen man die Übertragungen mit vergleichsweise geringen Einschränkungen senken könnte, anstatt jetzt über Lockerungen zu fabulieren. Zum Beispiel, indem man Homeoffice überall verpflichtend macht, wo es auch nur ansatzweise möglich ist und es nicht nur bei freundlichen Empfehlungen belässt. Wir hätten jetzt die Chance, eine dritte Welle im Keim zu ersticken, wenn wir jetzt konsequent dagegen vorgehen. Ansonsten wird der Schaden immer größer.

    Genau, die Startwerte spielen für das grundsätzliche Problem keine Rolle, solange irgendein Virus zirkuliert, das bei gegebenen Maßnahmen immer noch einen R-Wert über 1 hat.

    Hier noch mal das Selbe für R = 0,8 und R = 1,05. Die Abnahme ist anfangs steiler als der spätere Anstieg, aber es bleibt ein exponentieller Anstieg.

    Da das mutierte Virus sich ausbreitet, ist also dessen R-Wert > 1 und der Wert wird noch zunehmen, wenn jetzt die Maßnahmen gelockert werden. Es läuft also zwangsläufig darauf hinaus, dass irgendwann wieder noch strengere Maßnahmen ergriffen werden müssen, um die Pandemie unter Kontrolle zu bringen. Je später man das tut, desto stärker und länger müssen diese Maßnahmen sein. Wenn man das verhindern möchte, dann wäre jetzt der richtige Zeitpunkt, den R-Wert der Mutante ebenfalls unter 1 zu drücken, bevor die Lage wieder eskaliert.

    Es sind einfach nur zwei exponentielle Verläufe. Einmal mit R=0,85 und einmal mit R=1,15. Ich habe einen Startwert von 1000 genommen und ihn in jedem Schritt mit 0,85 multipliziert und für die andere Kurve einen Startwert von 1, den ich in jedem Schritt mit 1,15 multipliziert habe.

    Ich möchte damit nicht das tatsächliche Infektionsgeschehen abbilden, sondern nur das Prinzip verdeutlichen. Die Startwerte habe ich beliebig gewählt und die Zeitschritte entsprechen keiner konkreten Zeiteinheit. Es geht nur ums Prinzip und dafür sind die gewählten Werte irrelevant: Früher oder später schneiden sich die beiden Kurven und die eine Kurve steigt schneller als die andere sinkt.

    Wenn der R-Wert bei der Mutante größer als 1 ist, werden die Infektionen mit der Mutante bald schneller steigen als die Neuinfektionen mit dem bisherigen Virus abnehmen. Und das wird nunmal zur Folge haben, dass die Infektionszahlen insgesamt wieder steigen. Wenn wir die Pandemie in den Griff bekommen wollen, muss der R-Wert insgesamt unter 1 liegen, also auch für die Mutante. Da sich die Infektionszahlen mit dem mutierten Virus in den vergangenen zwei Wochen in Deutschland etwa verdoppelt haben, ist das aber ganz offensichtlich nicht der Fall.

    Gilt dort etwa eine andere Mathematik?

    Nein, aber andere Maßnahmen. :rolleyes:

    Das sind die Verläufe bei einem angenommenen R-Wert von 0,85 (blaue Kurve) und R = 1,15 (orangene Kurve). Wir befinden uns etwa dort, wo der gelbe Pfeil ist und die Zahlen sinken noch, weil die Mutante das Infektionsgeschehen noch nicht dominiert (die x-Werte sind beliebige Zeiteinheiten). Das wird sich aber leider in Kürze ändern. Natürlich ist das alles vereinfacht, weil der R-Wert keine Konstante ist, sondern eben sehr von den Maßnahmen abhängt, die ergriffen werden, um ihn zu drücken.

    Adsche : Ich finde das auch Scheiße :(

    In GB ist die Zahl der Covid Fälle trotz großer Ausbreitung der Mutante zuletzt sogar wieder gesunken. Ich frage mich, wo vor diesem Hintergrund der Alarmismus über diese Mutante herkommt.

    Weil hier die Ausbreitung der Mutante zunimmt. Wenn sich nichts ändert, gehe ich davon aus, dass die Infektionszahlen jetzt noch etwa zwei Wochen sinken und dann beginnt direkt die dritte Welle, bei der die Virusmutation das Infektionsgeschehen dominiert. Das ist kein Alarmismus, sondern Mathematik.

    2021 wird gewählt: Landtagswahlen, Kommunalwahlen, Bundestagswahl. Da werden sich populäre Beschlüsse in nächster Zeit noch häufen, auch wenn sie unterm Strich noch viel größeren Schaden anrichten. (Zu) große Teile der Menschheit sind einfach zu blöd, um globale und/oder langfristige Probleme zu lösen. Daher schauen wir tatenlos dem Klimawandel zu, verhindern eine Verkehrswende und bekommen Diabetes. Müsste alles nicht sein, aber es ist so bequem, immer weiter zu machen, wie gewohnt.

    Derzeit sinken die Infektionszahlen, aber das Bild erscheint mir trügerisch. Vor zwei Wochen gab es durchschnittlich ca. 11.000 Neuinfektionen täglich, wovon 6% auf die britische Mutation entfielen, das wären ca. 660 Neuinfektionen. Inzwischen ist die Zahl der Neuinfektionen auf durchschnittlich 7200 am Tag gesunken, aber der Anteil der britischen Variante auf über 20% angestiegen sein. In absoluten Zahlen bedeutet das 1440 tägliche Neuinfektionen mit der ansteckenderen Variante, also mehr als doppelt so viel wie vor zwei Wochen.

    Nicht gut das ist, weil das heißt, dass sich die Variante unter den derzeit geltenden Maßnahmen weiter ausbreitet und nicht zurückgeht.

    Jens Spahn: Anteil britischer Mutante in Deutschland bei mehr als 20 Prozent - DER SPIEGEL

    Gleichzeitig wird es in Anbetracht insgesamt sinkender Neuinfektionen natürlich immer schwerer vermittelbar, jetzt die bestehenden Maßnahmen nicht zu lockern.

    Es wäre mal interessant, ob das daran liegt, dass sich ein gewisser Anteil der Leute einfach gar nicht an irgendwelche Regeln hält oder ob die Maßnahmen im Ganzen immer noch nicht ausreichen. Da zuletzt die Beschränkungen vor allem den privaten Bereich betroffen haben, während es zum Beispiel beim Thema Homeoffice bei Empfehlungen geblieben ist,

    Bei alten VZ 244 war aber das Fahrradsymbol oben und die Fußgänger unten. Wann genau wurde denn die Nummer von 244 auf 240 geändert? War das, seit Fußgänger über dem Fahrrad stehen oder als die Fahrräder die Lampen und Pedale verloren haben?

    *edit: https://de.wikipedia.org/wiki/Bildtafel…n_1971_bis_1992

    Bis 1992 gab es also zwei Varianten des Zeichens 244, Fußgänger oben oder unten.

    Nach 1992 dann nur noch Fahrräder ohne Licht und ohne Pedale.

    sowas etwa...?

    Oder so:

    Aufgenommen aus der Richtung eines unabhängigen gemeinsamen Geh- und Radweges. Auf der anderen Straßenseite setzt sich nach links für ca. 50m ein Angebotsradweg fort, der dann ohne Bordsteinabsenkung, an der man auf die Fahrbahn wechseln könnte, in einen Gehweg übergeht.

    Oder so:

    Der von gegenüber kommende Weg ist verkehrsrechtlich eine öffentliche Straße, bei der die Durchfahrt für mehrspurige Fahrzeuge lediglich durch eine Umlaufsperre verhindert wird (hier hätte tatsächlich mal ein [Zeichen 240] hingepasst).

    In beiden Fällen definitiv kein Vorrang für querende Radfahrer und auch keine Vorfahrt wegen rechts-vor-links, sondern es gilt §10 über einen abgesenkten Bordstein. Im unteren Fall ist die aus der Fotorichtung einmündende Straße auch mit [Zeichen 205] untergeordnet und die querende Straße eine Vorfahrtstraße mit [Zeichen 306] . Da geht es auch ohne Umlaufsperre.

    Ich war bislang immer der Meinung, dass Radverkehrsanlagen nur dann angelegt werden können, wenn Fußwege vorhanden sind.

    In der VwV-StVO ist von ausreichenden Flächen für den Fußgängerverkehr die Rede. Wenn es auf einer Seite einen ausreichend breiten Gehweg gibt und alle Ziele des Fußgängerverkehrs auf dieser einen Seite liegen, weil z.B. die andere Seite unbebaut ist, könnte auch ein Gehweg auf einer Seite ausreichend sein. Streng genommen geht es auch nur um benutzungspflichtige Radwege. ;)

    Zitat

    Benutzungspflichtige Radwege dürfen nur angeordnet werden, wenn ausreichende Flächen für den Fußgängerverkehr zur Verfügung stehen.