Beiträge von Yeti

    bin aber auch vergleichsweise flexibel und in der City lebt es sich wie die Made im Supermarktspeck, das Glück hat ja nicht jeder ...

    Wir wohnen auch in der Innenstadt und haben viele Einkaufsmöglichkeiten in unmittelbarer Umgebung. So können wir natürlich auch einfach dann einkaufen, wenn klar ist, dass nicht so viel los ist.

    Aber auf der anderen Seite verleitet das auch dazu, nicht auf Vorrat zu kaufen, sondern jedes Mal neu loszugehen, wenn man etwas braucht. In meiner Jugend auf dem Dorf war es ganz normal, nur einmal pro Woche oder einmal alle zwei Wochen einzukaufen und Vorräte zu halten. Das funktionierte auch über die Feiertage hinweg.

    Auch ganz ohne Auto- o.a. Industrie halte ich es für eine Schnapsidee, die Ostereinkäufe alle auf nur Ostersamstag zu bündeln, was passiert wäre, wäre Gründonnerstag zu geblieben wie geplant ...

    ...weil es leider mit der Eigenverantwortung nicht so gut bestellt ist.

    Ich werde jedenfalls am Ostersamstag nicht zum Einkaufen gehen.

    Soweit ich weiß, gibt es Studien aus dem europäischen Ausland dazu. Man könnte es also wissen, wenn man denn wollte.

    Aber die Politik will ja gar nicht.

    Wobei die Kenntnis darüber oder wenigstens eine begründete Vorstellung davon, in welchen Bereichen sich das Virus wie stark verbreitet, die einzige Grundlage wäre, um zu entscheiden, welche Bereiche man wie stark einschränkt und wo man unter welchen Voraussetzungen Lockerungen zulassen kann.

    Wobei natürlich das Problem besteht, dass man anfangs nicht weiß, welche Beschränkungen welche Wirkung zeigen. Inzwischen hatte man aber ein Jahr Zeit, dieser Frage auf den Grund zu gehen. Man kann sich aber ausrechnen, dass Maßnahmen, die vor 3 Wochen nicht ausreichend oder unwirksam waren, bei höheren Inzidenzwerten auch nicht ausreichend sein werden.

    Man wusste auch von Anfang an, dass irgendwann eine große Impfkampagne starten wird und hätte das planen und kommunizieren können. Stattdessen hat man den Schwurblern das Feld überlassen.

    Vor allem reicht es nicht, um die dritte Welle aufzuhalten.

    Stimmt leider. Da vor drei Wochen die Infektionszahlen gestiegen sind, werden sie unter den selben Randbedingungen auch jetzt weiter steigen. Dass die steigenden Inzidenzwerte nicht (nur) darauf zurückzuführen sind, dass mehr getestet wurde, sieht man inzwischen auch an den wieder steigenden Zahlen der Intensivpatienten und den etwas zeitverzögert aktuell jedenfalls nicht mehr weiter sinkenden Todesfällen. Auch diese Kurve wird im Laufe der nächsten Woche wieder nach oben gehen.

    Der Schlingerkurs der Regierung ist fatal, denn die Corona-Müdigkeit wird immer größer. Ich erlebe es auch in meinem Umfeld, dass die Bereitschaft zur Einhaltung grundlegender Regeln (Abstand, Maske) immer geringer wird. Die Frage ist, ob die dritte Welle erst in die Katastrophe führen muss, damit sich etwas ändert.

    Zum Beispiel, dass eine Verhältnismäßigkeit hergestellt wird zwischen unnötigen und erforderlichen Beschränkungen, die auch nachvollziehbar sind. Derzeit scheint es ja so zu sein, dass man nach Mallorca fliegen muss, um alles zu tun, was hier verboten ist. Anstatt über Ostern den totalen Lockdown zu verkünden, den man dann zwei Tage später wieder zurücknehmen muss, hätte man die Regeln für Zusammenkünfte von Familien präzisieren können. Meine Schwägerin wird zu Ostern mit ihren Kindern (beide <14 Jahre) zu Besuch kommen. Sie ist bereits zweimal geimpft, aber wir werden uns trotzdem nicht gemeinsam mit den Schwiegereltern treffen dürfen, weil wir dann fünf Erwachsene aus drei statt zwei Haushalten wären. Auch nicht, wenn wir alle vor Ostern einen Schnelltest machen, ist das erlaubt, aber wir dürften gemeinsam mit anderen Leuten in die Kirche gehen. Das ist alles nicht mehr vermittelbar, wenn gleichzeitig die Touristen dicht gedrängt in den Urlaub fliegen dürfen.

    Der Staat sollte statt dessen das Ziel vorgeben: Emission von maximal Menge X pro Jahr. Die Reduktion dieser Menge sollte langfristig vorgegeben werden und sich an den Klimaziele von Paris orientieren.

    Und was machen wir, wenn die zulässigen Emissionen im September ausgeschöpft sind? Heizen dann nur noch die Reichen, die sich irgendwoher CO2-Zertifikate gekauft haben? Oder diejenigen, die ein Eigenheim mit ausreichend großem Grundstück haben und sich eine Erdwärmepumpe instalieren konnten?

    Die CO2 Reduktion kann auch nicht alleine von den Haushalten oder von der Industrie gestemmt werden, sondern dafür müssen -wie schon gesagt- die Rahmenbedingungen verändert werden. Derzeit bremst die aktuelle Regierung den Ausbau erneuerbarer Energien aus, so dass das Einhalten der Klimaziele mit dem derzeitigen Kurs überhaupt nicht möglich ist.

    Der erforderliche Reduktionspfad ist doch klar: Wir müssen in den kommenden 20 Jahren auf Null kommen, also jedes Jahr 5% weniger CO2, bezogen auf das Niveau von 2019. 2020 haben wir diese Reduktion durch den Lockdown "erreicht", aber nicht, weil wir die Energie- und Verkehrswende vorangetrieben hätten.

    Bei der CDU scheint man darauf zu setzen, dass irgendjemand so lieb sein wird, uns künftig mit grünem Wasserstoff zu versorgen, damit wir möglichst alles so lassen können wie bisher.

    Wegen mir könnte man den Preis nochmal deutlich raufsetzen, so dass die Lenkungswirkung größer wird.

    Es wäre erforderlich, langfristig diese stufenweise Steigerung zu beschließen, damit schon jetzt jeder weiß, was ihn seine Entscheidung von heute in 10 Jahren kosten wird. Sowas ist nicht populär, wäre aber notwendig und gerecht.

    Das Selbe gilt für ein Ausstiegsdatum aus fossilen Antrieben und Heizungen. Wenn wir 2050 klimaneutral sein wollen (wir müssten es schon früher sein), darf man jetzt eigentlich keine neue Öl- oder Gasheizung mehr einbauen, weil diese Anlagen lange in Betrieb sind. Das bedeutet auch, dass sich jetzt schon die Rahmenbedingungen ändern müssten, z.B. für PV-Anlagen, Solarthermie und Wärmepumpen. Bei uns in der Altstadt scheitert jeder Versuch, unser Haus klimaneutral zu machen, an bestehenden Regeln und Vorschriften, z.B. dem Denkmalschutz.

    Öffentlicher Straßenverkehr basiert auf Kooperation, weswegen man als Fahrbahn-Radfahrer ständig versucht ist, sich maximal abzustrampeln, um die Kraftfahrer nicht noch mehr als so schon aufzuhalten.

    Das erklärt zumindest, warum ich auf der Fahrbahn weniger drangsaliert werde als andere. Ich versuche zwar nicht, mich maximal abzustrampeln, bin aber trotzdem ca. 10 km/h schneller als durchschnittliche Radfahrer unterwegs. Langsamere Radfahrer werden dafür vermutlich weniger Probleme auf "Radwegen" haben als ich.

    Ein wichtiger Schritt wäre, den Teufelskreis aus Gefühlen und offizieller Bestätigung der Gefühle zu durchbrechen.

    Aber wie erreicht man das? Mir wollen die Leute hier nicht einmal zuhören, wenn es um dieses Thema geht. Da heißt es dann "hier können wir die Benutzungspflicht nicht aufheben, weil das ein Schulweg ist" und meine Gegenfrage, warum man denn ausgerechnet die Schüler den besonderen Gefahren dieses "Radweges" aussetzen möchte, verstehen die Leute nicht einmal.

    Meine Lieblings-Stadtverwaltung behauptet regelmäßig, dass die Anordnung einer Benutzungspflicht ab einer gewissen Verkehrsstärke sogar vorgeschrieben sei und dass es dann auch keine Rolle spielt, wie der "Radweg" aussieht. Sie nennen das dann "Ermessensspielraum". Und wenn die Verwaltung das sagt, dann glauben es die Leute im Stadtrat der Verwaltung und nicht der Fahrrad-Nervensäge, die immer das Gegenteil behauptet.

    Ich habe Vorträge gehalten mit dem Titel "Vorsicht Radweg!" und darin gezeigt, welche Gefahren erst durch den Radweg entstanden sind, die es auf der Fahrbahn gar nicht gäbe, aber in den Köpfen steckt ganz tief drin "Radweg = sicher". Meine persönliche Bilanz der Gefahrensituationen innerhalb eines halben Jahres stand 39 : 4 gegen die Radwege und seitdem ich auf diesen Radwegen nicht mehr fahre, erlebe ich kaum noch gefährliche Situationen. Und darauf höre ich immer nur, dass das bei mir vielleicht so sei, aber ich sollte mich doch auch mal in die Lage des 9-jährigen Kindes versetzen oder in die Rolle der 85-jährigen Seniorin.

    Die Radentscheide schüren Angst vor "Todesweichen" mit gestellten Fotos mit Kindern und großen schwarzen LKW und es wird so getan, als wären die Niederlande ein Land ohne getötete Radfahrer. Desinformation auf allen Kanälen, sogar von den Radfahrern selbst. Wenn die Leute sich da erstmal reingesteigert haben, sind die mit Argumenten nicht mehr erreichbar.

    Da lernt man, wie effiziente Wirtschaftspolitik funktioniert. Also: ein politisch vorgegebenes Ziel zu geringstmöglichen volkswirtschaftlichen Kosten zu erreichen.

    Z.B. eine Corona-Impfung, die Beschaffung von Schutzmasken, eine Bahnreform, eine Autobahn-Maut, ....

    Offenbar haben wir ein unterschiedliches Verständnis vom Begriff "Kompetenz".

    Nur hält sich leider das hartnäckige Gerücht, dass es auf der Fahrbahn gefährlich ist. Wäre innerorts die Benutzungspflicht komplett abgeschafft, müssten wir uns mit dem Thema gar nicht herumärgern. Obwohl ich dann vermutlich mehr zu Fuß gehen und gegen freigegebene Gehwege vorgehen würde :)

    Bei einer Klage vor dem Verwaltungsgericht kannst du dich aber eigentlich nicht direkt auf die VwV-StVO berufen, weil die sich erst einmal nur an die Behörde wendet.

    Das ist mir klar, weil ich ja nur dagegen klagen kann, durch eine Verkehrsregel in unzulässiger Weise eingeschränkt zu werden. Bei der RWB besteht die Einschränkung darin, nicht auf der Fahrbahn fahren zu dürfen, obwohl ich da meistens schneller voran komme und sicherer fahre.

    Na ja, da liegen wir aber nicht ganz so weit auseinander, denn in der VwV-StVO steht, dass eine Benutzungspflicht nur angeordnet werden darf, wenn es aus Gründen der Verkehrssicherheit erforderlich ist und die Entscheidung, ob eine solche Gefahrensituation vorliegt, die eine Beschränkung des fließenden Radverkehrs rechtfertigt, kann nur auf Grundlage des §45 getroffen werden. Darüber hinaus sind bei Anordnung einer Benutzungspflicht gemäß VwV-StVO zusätzlich auch bestimmte bauliche Voraussetzungen vorausgesetzt.