Beiträge von Yeti

    Andernfalls müssten Autos diesen Knoten ja großräumig umfahren

    Für den Autoverkehr ist die Kreuzung derzeit in und aus Richtung der Straße An der Wassermühle auch nicht passierbar. Mit dem Auto ist es aber weniger lästig, einen Umweg zu fahren.

    Mit dem Fahrrad wäre die großräumige Umfahrung auch mit zwei weiteren Kreisverkehren und einer der beiden Straßen mit der höchsten Unfalldichte im gesamten Stadtgebiet verbunden. Kleinräumigere Alternativstrecken führen über historisches Kopfsteinpflaster in engen Altstadtgassen oder enden in der Fußgängerzone.

    Bevor ich von Norden her die ausgeschilderte Umleitung nutzen würde, würde ich eher über die rote Route schieben.

    Ich bin mehr und mehr Verfechter des "macht da alles dicht und umfahrt weiträumig!"-Ansatzes.

    Denn sind wir mal ehrlich: Gehweg+Radfahrer frei vorschlagen ist attraktiv für die kurzen Wege. Aber sowas an anderer Stelle kritisieren, wo man auch hofft, dass ich alle an die Regeln halten, ist in meinen Augen auch nicht das Wahre.

    Das Problem ist, dass man diese Kreuzung auf bestimmten Wegen nur unter Inkaufnahme großer Umwege umfahren kann. Und so wie es ist, führt es leider zu noch mehr Geisterradlern, die sich dann auf 1,30m breiten Premium-"Radwegen" mit dem Gegenverkehr in die Haare kriegen. Und es geht in der Unterführung zu Lasten der Fußgänger. Immerhin ist das eine Hauptroute zu zwei Schulen mit insgesamt knapp 2000 Schülern. So wie es jetzt ist, erwarte ich während der Bauphase mehrere Unfälle.

    Da ist ein kurzes Stück [Zeichen 239][Zusatzzeichen 1022-10] während der Bauarbeiten für mich das kleinere Übel, auch wenn ich das sonst rigoros ablehne. Von den unabhängig geführten Wegen bekommt man den Radverkehr auch nicht sinnvoll auf die Fahrbahn, weil alle Wege auf der Westseite der Kreuzung ankommen. Vorher mit der Ampelkreuzung war das kein Problem.

    Das beste allerdings ist der Verkehrskreisel, der niemals gebaut wird. Übrigens eine Kritik, die man vortragen kann, ohne befürchten zu müssen, dass es "justiziabel" wird.

    Das habe ich bereits vor drei Jahren getan, als die ersten Ideen auf den Tisch kamen, dort einen Kreisverkehr zu bauen. An dieser Stelle halte ich einen Kreisverkehr in der Tat für das völlig falsche Mittel, weil sich der Radverkehr aus den unabhängig geführten Wegen, die dort auf die Kreuzung treffen, nicht sinnvoll in einen Kreisverkehr integrieren lässt.

    Das wollte man aber nicht hören und der Kreisverkehr durfte nicht in Frage gestellt werden. Hintergrund ist nämlich auch das vor einigen Jahren neu gebaute Parkhaus, bei dem die Zufahrt nur über die Wallstraße möglich ist. Beim Ausfahren aus dem Parkhaus darf man nur rechts (nach Norden) in die Wallstraße abbiegen. Der Kreisverkehr ermöglicht dann das Wenden für alle, die eigentlich in die andere Richtung wollen. Hier bei Google Maps ist das Parkhaus noch als Baustelle zu sehen: https://goo.gl/maps/LYCfHDy7rJKTuZis5

    Das Problem hätte man von Anfang an vermeiden können, wenn man die Zufahrt und Ausfahrt aus dem Parkhaus auf die andere Seite in die Stockhausstraße gelegt hätte. Das Parkhaus ist ohnehin völlig überdimensioniert und steht meistens mindestens zur Hälfte leer. Vermutlich ist man damals bei der gesamten Planung von viel zu hohen Verkehrszahlen ausgegangen.

    Noch kurz vor der finalen Abstimmung im Stadtrat hatte ich auf gravierende Planungsmängel des Kreisverkehres hingewiesen, aber auch das wollte natürlich niemand hören. Die Unterlagen hatte ich allerdings auch erst kurz zuvor bekommen als eigentlich schon alles entschieden war und als sich keiner mehr getraut hat, das ganze Projekt noch zu kippen.

    Die CDU ist eigentlich nur bei einem Argument hellhörig geworden: Als ich nämlich erzählt habe, dass Radfahrer auf den umlaufenden Radwegen Vorfahrt / Vorrang haben und morgens kurz vor Schulbeginn der Kreisel auch für den Autoverkehr nicht mehr funktioniert, wenn da viele Fußgänger und Radfahrer unterwegs sind. Ich überlege auch, wenn der Mist fertig ist, jeden Morgen einen Umweg zu machen und zweimal um den Kreisverkehr zu fahren. Aber vermutlich sperren sie dann die ganze Kreuzung dauerhaft für Fußgänger und Radfahrer.

    Ein anderer Vorschlag war, die bestehende Unterführung so um- oder auszubauen, dass sie zum Radfahren geeignet ist. Damit hätte man dann den Radverkehr von den unabhängig geführten Wegen komplett rausgehalten. Stattdessen soll aber auch die bestehende Unterführung komplett und ersatzlos abgerissen werden. Alle müssen dann oben durch den Kreisverkehr.

    Wenn Kreisverkehre für Fahrradfahrer*innen nur dann sicher zu befahren sind, wenn sie sich wie Autofahrer verhalten und im "Autoverkehrsstrom mitschwimmen" sollen, dann halte ich das für eine völlig unrealistische Forderung, so lange es kein deutliches und von allen Verkehrsteilnehmer*innen respektiertes niedriges Tempolimit von max. 20 bis 25 km/h gibt und Fahrradfahrer*innen nicht gedrängt werden schneller zu fahren als sie das für gewöhnlich tun. Und das sind oft Geschwindigkeiten unter 20 km/h.

    Wie schnell fahren Sie denn mit einem Auto durch einen Kreisverkehr? Der Sicherheitsgewinn eines korrekt ausgeführten Kreisverkehres beruht ja gerade in der geschwindigkeitssenkenden Wirkung. Dafür darf er nicht zu klein sein, weil er dann quasi geradeaus durchfahren werden kann und den Fahrbahnverkehr nicht stark genug aus der ursprünglichen Richtung ablenkt. Aber er darf auch nicht zu groß sein, um keine hohe Geschwindigkeiten zu ermöglichen. Wenn man sich mit dem Fahrrad nicht absurd dicht an den Fahrbahnrand quetscht, ist ein Überholen dort nicht möglich. Ich habe das ein einziges Mal erlebt, dass ein Autofahrer das versucht hat, aber das war ein Choleriker, der mir eine Woche vorher schonmal dumm gekommen ist.

    Das Problem der Stader Kreisverkehre sind einzig und allein die verkorksten Radwege. An den Kreiseln ohne Radweg gab es in den vergangenen Jahren keinen einzigen Unfall.

    Kennt von euch vielleicht jemand ein Urteil, wo erfolgreich gegen ein Fahrradverbot an einer Baustelle geklagt hat, weil überhaupt keine Führung des Radverkehrs und keine Umleitung vorgesehen war?

    Ich habe der Verkehrsbehörde gestern noch diesen Vorschlag geschickt.

    Die rote Route wäre im Zweirichtungsverkehr erforderlich, um in beiden Richtungen die Verbindung vom Helmut-Ernst-Miericke-Weg und der Straße An der Wassermühle im Norden zum Synold-Klein-Weg und Georg-C.-Lichtenberg-Weg im Südwesten der Kreuzung herzustellen. Derzeit ist da eine Umleitung ausgeschildert, die einerseits mit einem recht großen Umweg verbunden ist und andererseits an einer ungesicherten Stelle auf die Schiffertorsstraße gegenüber dem Autohaus Spreckelsen trifft. https://goo.gl/maps/AsK7AGcZdwJ9R3tC6

    Es gibt da eine Engstelle (Bild oben rechts), die auf einer Länge von 10m ca. 2m breit sein dürfte. Da könnte man aber meines Erachtens während der Bauzeit eine Durchfahrt mit [Zeichen 239][Zusatzzeichen 1022-10] in beiden Richtungen ermöglichen. Die Querung der Straße An der Wassermühle wäre unproblematisch neben der Absperrung möglich, wo die Fahrbahn in dem Bereich komplett gesperrt ist.

    Dann die Überfahrt über die Straße Am Schiffertor (Richtung Osten), wo es noch keine Markierungen gibt und wo Zweirichtungsverkehr verdeutlicht werden müsste. Derzeit darf man dort nur aus der Kreiselbaustelle nach rechts abbiegen, aber aus der Gegenrichtung ist die Straße noch gesperrt.

    Am problematischsten ist auf der Verbindung der temporäre gelbe Zebrastreifen über die Wallstraße. Zum Einen, weil FGÜ und Radverkehr ohnehin immer mit Missverständnissen verbunden sind und zum Anderen, weil das aus Richtung Schiffertorsstraße hinter der Kurve liegt und schlecht einsehbar ist.

    Ich verstehe aber auch nicht, warum auf der Seite die ganzen Absperrungen stehen. Die Baustelle befindet sich doch auf der anderen Seite und die Sichthindernisse könnte man sich sparen. Also warum hat man hier bereits alles abgeriegelt und nicht erst auf der anderen Seite der Fahrbahn? Vermutlich wollte man um jeden Preis verhindern, dass Radfahrer dort auf die Fahrbahn fahren oder Fußgänger in alter Gewohnheit rübergehen und dann erst merken, dass es auf der anderen Seite nicht weitergeht. Aber das könnte man ja ändern.

    Das wäre auch die Stelle, wo man einen Wechsel auf einen rechtsseitigen Behelfsradweg ermöglichen müsste. Platz dafür wäre ggf. zwischen Fahrbahnrand und Bauzaun vorhanden, aber das habe ich mir nur von dieser Seite aus angeschaut. Blick Schiffertorsstraße Richtung Westen.

    Die Unterführung sollte man deutlich aus beiden Richtungen mit [Zeichen 239] als reinen Gehweg kennzeichnen. Das Umleitungsschild für Fußgänger und das alleinstehende [Zusatzzeichen 1012-32] an der Ecke haben ja verkehrsrechtlich keine Wirkung.

    btw: wie hoch müssen eigentlich Bordsteine sein oder wie stabil die Poller an protected Bikelanes, damit so ein LKW nicht einfach so drüber rollt? :/

    Für die gefühlte Sicherheit von Radweg-Lemmingen Befürwortern ist das egal. Da könnte man auch eine Pappwand aufstellen, damit die sich sicher fühlen. Gerne wird ja auch der Radfahrstreifen bei PBL-Aktionen mit Kuscheltieren abgegrenzt.

    Hoppla, warum liegt denn da ein Poller am Straßenrand?

    Komisch, dabei sollen Kreisverkehre doch angeblich so "sicher" sein: "Wer bei Stade die Autobahn A 26 verlässt, um in die Altstadt zu gelangen, merkt schnell, dass die Verkehrsplaner der Hansestadt ein Faible für Kreisverkehre haben. Allein im vergangenen halben Jahr wurden im erweiterten Stadtgebiet drei neue Kreisel gebaut. Für den Ersten Stadtrat Dirk Kraska liegen die Vorteile auf der Hand: Kreisel seien sicherer und sorgten für einen besseren Verkehrsfluss, das sei an allen umgebauten Kreuzungen feststellbar."

    Für Kraska & Co ist Verkehr = Autoverkehr und da gilt diese Aussage. Für Fahrradunfälle interessiert sich ja niemand, das gilt als Kollateralschaden. Nicht einmal der Kreisverkehr Bremervörder Straße / Schiffertorsstraße war der Stader Polizei als Unfallschwerpunkt aufgefallen, obwohl es alleine dort in den vergangenen Jahren 5 Unfälle gab. Konsequenzen hat das aber auch nicht, weil es weiterhin niemanden interessiert.

    Unfälle mit Radfahrern gab es auch nur an den Kreisverkehren mit umlaufenden "Radwegen" und keinen an den Kreiseln ohne Radweg. Ich fahre wann immer es möglich ist auf der Kreisfahrbahn durch Kreisverkehre, aber manchmal ist es vorher schwer möglich, auf die Fahrbahn zu wechseln, weil das auch baulich nicht vorgesehen ist.

    Hier gibt es eine Publikation der UDV zur Sicherheit umlaufender Radwege an Kreisverkehren | Unfallforschung der Versicherer (udv.de)

    Darin kann man lesen, dass die Führung des Radverkehrs auf der Kreisfahrbahn sicher / am sichersten ist. In dem Bericht werden aber detailliert nur umlaufende Radwege betrachtet. Da steht dann leider auch im Bericht, dass von der erhöhten Sicherheit, die Kreisverkehre bieten, Radfahrer am wenigsten profitieren und bei unsachgemäßer Ausführung die Risiken für Radfahrer sogar zunehmen.

    Als Probleme an Kreisverkehren mit "Radwegen" werden die Nutzung in falscher Fahrtrichtung genannt, eine zu starke Verschwenkung der Radwege und die Lage des Verzweigungspunktes zu nah an der Radwegfurt. Alles das sind Merkmale der typischen Stader Kreisverkehre und beim aktuellen Neubau ist die Nutzung entgegen der Kreisrichtung ja sogar explizit vorgesehen, was Sie, Ullie ja auch ganz toll finden. Die Unfallforschung findest das eher uncool.

    Was ich über die Verantwortlichen denke, darf ich hier nicht öffentlich schreiben, denn das wäre vermutlich justiziabel.

    Wer schafft es, auf engstem Raum, so viele [Zeichen 259][Zeichen 254][Zeichen 250] wie möglich unterzubringen?

    "Radwegende" made in Stade. Ich überlege, dort einen Kasten mit Infoflyern über den §10 StVO aufzustellen.

    Geister-Scooter & Geisterradler. Wenn es keine Möglichkeit gibt, legal weiterzufahren, fahren sie natürlich einfach da, wo sie gerade sind.

    An den hat auch niemand gedacht. Die Unterführung dürfte für solche Rollstühle zu steil und zu eng sein. Pech gehabt, kauf dir halt ein Auto!

    Ich war gerade noch einmal im Hellen dort. Funktioniert alles super. Es wird gescootert, gemotorrollert und geistergeradelt, was das Zeug hält. Und zwischendrin ein paar verlorene Fußgänger, die aufpassen müssen, dass sie nicht über den Haufen gefahren werden. Der gelbe Fußgängerüberweg wird größtenteils ignoriert oder allenfalls im letzten Moment wahrgenommen.

    Wer vermutet hinter dieser Ecke schon einen neuen und provisorischen FGÜ?

    Ja, ist klar...

    Anstatt [Zusatzzeichen 1012-32] wäre wohl eine Klarstellung mittels [Zeichen 239] angebrachter. Wobei der Typ auf dem Roller vorher schon über einen [Zeichen 240] angekommen sein muss, was ihn auch nicht interessiert hat.

    Am Ende der Unterführung sieht es so aus. Da ist er dann wohl hochgerollert und ich mag mir nicht vorstellen, wie viel Rücksicht er dabei auf Fußgänger genommen hat.

    Leider habe ich auf dem verlinkten googlemaps-Ausschnitt aus Stade nicht alle angegebenen Wege wiedergefunden

    Die Wege sind bei Google unvollständig oder falsch bezeichnet. Wo bei Google Maps "Erleninsel" steht, ist es der Georg-Christoph-Lichtenberg- Weg. Der Weg, der nach Nordwesten hinter dem Zollamt zur Stadthalle ("Stadeum") verläuft, ist der Helmut-Ernst-Miericke-Weg. Bei Openstreetmap passt es: OpenStreetMap

    Dieser Kreisverkehr ist noch im Bau und das Bild zeigt nur, dass dort der selbe Fehler gemacht wird wie an allen anderen Stader Kreisverkehren auch. Die abrupten Verschwenkungen der "Radwege" direkt neben der Radwegfurt sind an fast allen Kreisverkehren zu finden, während man den Kreisverkehr tangential verlässt und natürlich niemand auf die Idee kommt, das gefühlte Geradeausfahren durch Handzeichen rechts anzuzeigen.

    Jeder sechste Unfall vom Typ "Einbiegen-/Kreuzen-Unfall" ereignete sich in den letzten Jahren an einem der 11 Kreisverkehre im Stadtgebiet mit umlaufenden "Radwegen".

    Hier noch andere Stellen

    An der Schiffertorskreuzung wird der nächste Kreisverkehr gebaut. Das Spannende an dieser Kreuzung ist, dass an ihrer Westseite drei Fahrrad-Hauptrouten zusammentreffen: https://www.google.de/maps/@53.60154…m/data=!3m1!1e3

    Von Nordwesten der Hellmut-Ernst-Mierecke-Weg (Schulweg zum Vincent-Lübeck-Gymnasium, zur BBS und Hauptweg für Fußgänger und Radfahrer zur Stadthalle), nach Südwesten der Synold-Klein-Weg und nach Süden/Südosten der Georg-Christoph-Lichtenberg-Weg, der die Verlängerung von Stades erster Fahrradstraße darstellt. Ein Kreisverkehr ist daher für Radfahrer an dieser Stelle keine geeignete Lösung, weil man dann nordwärts entweder dreiviertel des Kreises umfahren muss (was niemand machen wird), oder den direkten Weg verkehrt herum wählt (was in der Planung sogar so vorgesehen ist).

    Ich kannte die Planungen schon vorher und war daher auch über das Ergebnis nicht überrascht. Alle Einwände wurden vorher vom Tisch gewischt. Heute wurde nach Abschluss des ersten Bauabschnittes die Verkehrsführung geändert und man kann sich in Teilen schonmal anschauen, was die Stadt da wieder verbockt.

    Typisch für Stader Kreisverkehre sind die abrupten Verschwenkungen der Radwege direkt vor der Überfahrt. Während die StVO nur vorsieht, das Verlassen des Kreisverkehrs anzuzeigen, ist man hier gut beraten, Handzeichen zu geben, wenn man dem Kreisverkehr folgen will. Dabei aber bitte nicht mit dem ausgestreckten Arm am Laternenmast hängen bleiben und auch einhändiges Bremsen will geübt werden, während man gleichzeitig den Kopf nach hinten dreht, um den rückwärtigen Kraftverkehr einzusehen.

    Zebrastreifen und Radwegfurt fehlen hier noch, aber egal: Hier ist ja seit heute der Autoverkehr freigegeben und im Winter geht doch sowieso niemand zu Fuß (oder fährt gar Fahrrad). Das Wort "Radwegende" hat man hier auch wörtlich genommen und wer in die Falle getappt ist, diesen Mist zu benutzen, darf dann später zusehen, wie er sich beim Verlassen des Kreisverkehrs in den Fahrbahnverkehr einfädelt. Gut, dass es die ERA 2010 genau anders herum vorsieht: Vor dem Kreisverkehr auf die Fahrbahn und hinterher ggf. wieder runter auf den Radweg, wenn einer da ist, und ansonsten weiter auf der Fahrbahn.

    So geht es weiter: Das Wort "Kreisverkehr" trifft für Radfahrer an diesen Stader Sonder-Konstrukten nicht zu, sondern Radwege umlaufen einen Kreisverkehr immer im Zickzackkurs (ich hoffe, das ist durch die Absperrung hindurch zu sehen). Der Knick im Vordergrund ist der Übergang der Radwegfurt als Teil des "Kreises" und damit der Weg des gegenüber den von rechts in den Kreisverkehr einfahrenden Radlingen vorfahrtberechtigten Radverkehrs.

    Hatte ich schon geschrieben, dass Stader Kreisverkehre in der örtlichen Unfallstatistik auffällig sind?

    Der Hammer ist aber gerade die "Radverkehrsführung" in der Baustelle: Sie ist schlichtweg nicht vorhanden. Egal, aus welcher Richtung man kommt, endet die Reise mit dem Fahrrad an einem [Zeichen 254] .

    Für Fußgänger hat man immerhin eine Umleitung durch die Unterführung ausgeschildert. Die Treppe auf der anderen Seite ist aber auch gesperrt und die steile Rampe daneben ist bestimmt für Menschen mit Gehhilfe, Kinderwagen oder artig ein Fahrrad schiebend vor allem bei Eisglätte unlustig.

    Aus Richtung des Stadeums (Stadthalle) hat man unmotiviert eine Umleitung ausgeschildert, die auf einer Wiese endet und danach an der Schiffertorsstraße ohne Querungsmöglichkeit. Dafür hat man aber noch extra ein [Zeichen 254] spendiert, damit niemand durch die Absperrschranke in den Bauzaun geisterradelt (was hier nicht nur bei verkorksten Baustellenführungen sehr beliebt ist).

    Sie können es nicht nur nicht, sondern sie wollen es anscheinend nicht einmal können. Genausogut hätte man aus allen Richtungen für den Radverkehr einen 3m hohen Mittelfinger aufstellen können.

    25 Jahre später in Deutschland: "Da ist ein Raaaaaadweeeeeeeeg!!11einsdrölf!"

    Ja nun: Wir reden ja 32 Jahre nach dem Mauerfall auch immer noch von Ossis und Wessis, blühende Landschaften (im Sinne Helmut Kohls und nicht wortwörtlich genommen) sucht man in den 31 Jahre alten "neuen Bundesländern" oft vergeblich. Die Russen sind immer noch böse genug für eine rote-Socken Kampagne im Wahlkampf, während Putin uns gar nicht den Kommunismus aufzwingen will, sondern uns aus ganz kapitalistischem Eigeninteresse mit Gaslieferungen erpresst und seine Troll-Armee soziale Netzwerke mit Unwahrheiten flutet, die einem Ex-Präsidenten der USA helfen, die Demokratie zu destablisieren.

    Früher war es einfacher, gut und böse auseinanderzuhalten: Wir waren die Guten und alle, die nicht so waren wie wir, waren böse (oder egal).

    Warum sollte man diesen abgestellten Sperrmüll beachten?

    Wenn man die Verkehrsregeln kennt: gar nicht. Ich fürchte aber, dass für viele Gehwegradler das [Zusatzzeichen 1012-32] ein Indiz dafür ist, dass man dort vorher Fahrrad fahren durfte. Denn warum sollte man sonst dazu aufgefordert werden, vom Fahrrad abzusteigen?

    Radfahrende Kinder + Eltern?

    Dass man soweit gedacht hat, halte ich für ausgeschlossen. Aber auch dann: Warum sollte ein Kind dort nicht weiterfahren? Allenfalls deshalb, weil es hinter dem Banner am Bauzaun nicht zu sehen ist und es die Fahrer von Baustellenfahrzeugen immer zu eilig haben, um vorsichtig das Baugrundstück zu verlassen und man die Verantwortung dafür lieber einem 7-jährigen Kind auferlegen möchte als einem Berufskraftfahrer?

    Es ist ein Anfang :) Warum man an dieser Straße allerdings nur auf einem Abschnitt die blauen Schilder entfernt hat und nicht überall, muss man nicht verstehen. Auch vorher schon bestand die Benutzungspflicht in dieser Straße nicht durchgehend.

    Man weiß hier auch nie, ob das tatsächlich angeordnet wurde, oder ob da einfach ein Mitarbeiter des Bauhofes den Auftrag hatte, die Blauschilder gegen neue auszutauschen und dann nur die Hälfte des Auftrages erledigt hat, weil keine neuen Schilder bestellt waren, als die Alten schon abgebaut waren. Sollten dort in ein paar Tagen neue Schilder hängen, beginnt die 12-Monats Frist aber bestimmt neu zu laufen, oder? Denn im Augenblick ist ja die Benutzungspflicht eindeutig aufgehoben.