(Unfall in KA)
Rechts vor links, Fahrrad von links, Tempo 30-Zone, übersichtlich, extra Warnschild „gefährliche Kreuzung, Vorfahrt von rechts“.
Kreuzung aus Perspektive Radfahrer:
(Unfall in KA)
Rechts vor links, Fahrrad von links, Tempo 30-Zone, übersichtlich, extra Warnschild „gefährliche Kreuzung, Vorfahrt von rechts“.
Kreuzung aus Perspektive Radfahrer:
Kennt ihr schon Oulu, das Mekka des Winterbikens? Dann habt ihr sicher auch schon die Erzählung mitbekommen, wonach die Stadt vor über 20 Jahren angefangen hätte, ein ganz tolles Radwegenetz zu bauen, und dass daraufhin und deswegen erst die Bürger angefangen hätten, ihre Mobilität mit Fahrrädern zu bestreiten. Und das eben nicht nur im Sommer, sondern auch und gerade im Winter, weil die Stadtverwaltung so weitsichtig ist, einen umfassenden 24/7-Winterdienst auf diesen Radwegen zu gewährleisten.
Zwölf Prozent Radverkehr im nordischen Winter - Mobilität mit Zukunft
Nicht nur, dass Oulu kaum als Vorbild taugt, weil es wegen des stabilen Kältehochs im Winter ganz andere Radfahrvoraussetzungen bietet als mitteleuropäische Städte, wo im Winterquartal oft nasskaltes Schmuddelwetter um den gefährlichen Gefrierpunkt das Radeln erschwert. Auch die Unterstellung, es handele sich beim aktuellen Modal Split um eine kausale Beziehung ("build it and they will come", bzw. "build it and they will abandon their cars.") ist komplett erstunken und erlogen:
Der Radfahrer ist aber wohl nicht „wegen“ Glatteis und auf „tragische“ Weise (also kannixdafürmäßig) umgekommen. Schranken schließen sich erst lange nach dem Rotlicht.
Abgefeimte Falle. Nicht nur wegen der verbockten Aufleitung aufs Hochbord. Man beachte auch, dass die Benutzung dieses Prachtstücks unter der Brücke offenbar aus Gründen der Verkehrssicherheit unbedingt erzwungen werden muss.
Tolle Wurst, brauch wir auch hier. Ist auch ein Zweck angegeben, vielleicht eine neue Art den Tontaubenschießens? Im Gegenzug führt Dänemark den deutschen Abstand ein.
DK ist in der EU momentan gleich nach Schweden der Musterknabe bei den Verkehrstoten.
Das gilt auch für Radfahrer (obwohl da allerdings der Vorteil gegenüber D von Jahr zu Jahr wechselt und insgesamt nicht mehr groß ist). Weder gibt es also Anzeichen, dass DK Nachhilfestunden bei Vorschriften zur Fahrradbeleuchtung nötig hätte, noch scheint es größeren Nachholbedarf beim Abstand zu geben.
Mich nervt dieser Blinkkram massiv an.
Du solltest nicht im Winterhalbjahr nach Dänemark fahren. Dort sind Blinkies vollkommen gleichberechtigte Leuchtmittel:
"Scheinwerfer, die weißes Licht aussenden, und Rückleuchten auf Fahrrädern, Anhängern oder Beiwagen können blinkende Lichter aussenden. Die Blinzelrate muss mindestens 120 Blitze pro Minute betragen."
Bin aber der Meinung, jemand, der aus welchen Gründen auch immer, Blinklichter braucht um andere Verkehrsteilnehmer als solche zu identifizieren, sollte einfach keine gefährlichen Fahrzeuge fahren dürfen und den ÖPNV, seine Füße oder einen Bubble-Ball nutzen
Gebetsmühle: Risiko ist keine binäre Größe. "Brauchen" in dem Sinne, dass er ohne sie völlig blind wäre, tut keiner die Lichter. Wir reden gerade eher darüber, wie und ob man ein "System versagt in einem von einer Millionen Fälle"-Problem zu einem "System versagt in einem von zehn Millionen Fällen"-Problem reduzieren kann.
Und die Fahrbahn ist so schmal, das jedenfalls ich nicht Vollgas annehme, sozusagen Gemütlich übergegurkt.
Apropos Auffahrunfälle:
These des Beitrags: Auffahrunfälle resultieren aus mangelnder Wahrnehmung, und diese wiederum lässt sich am ehesten dadurch verbessern, dass man die Netzhaut-Sehzentrum-Bewusstsein-Achse durch *variable* Reize herausfordert (also Reflektoren an den kurbelnden Beinen/Füßen, Rücklichter mit wechselnder Helligkeits-Intensität). Weniger effektiv seien Maßnahmen, die lediglich konstante Reize setzen (konstante Rücklichter, Rahmenreflektoren, HiViz/Warnwesten am Oberkörper).
Comments?
Schmal, 1,50 Meter?
So wie das Fahr(Klapp)rad liegt (fast Fahrbahnmitte), und vor allem so wie das Auto steht (ganz am rechten Fahrbahnrand), war das kein zu optimistischer Überholversuch sondern (wie eigentlich immer) "Nichtüberholen".
„Wirkt ungewöhnlich: Verkehrsführung erleichtert am Weyer Radfahrern das Linksabbiegen“ titelt das Solinger Tageblatt über diesem Bild.
Hauptsache, den irreführenden Framing-Pflock „beim Radfahren kommt die Gefahr von hinten!“ wieder ein Stück tiefer ins Herz der Verkehrsteilnehmer gerammt.
Was nicht da steht: Abbiegen und Schrittgeschwindigkeit
Die Unfallstelle, insbesondere die Straße, auf der beide Beteiligte vor der Kollision unterwegs waren, liegt 10m vor dem Ortsschild (siehe -korrektem- Streetview-Link im Vorbeitrag).
Die „Wucht“ ist aber eh wahrscheinlich bloß ein redaktioneller Trick, um den Voyeuren unter den Lesern ihr Gruselerlebnis zu vermitteln. Hinweis auf die große Asymmetrie der Fahrzeugmassen.
Zur Unfallzeit war es bereits vollständig dunkel. Am Unfallrad fällt auf, dass es keinen Dynamo hat, und dass vorne ein Korb vor dem Lenker angebracht war, so dass alle Positionen, wo normalerweise der Frontscheinwerfer montiert wird, blockiert gewesen sein müssen. Grundsätzlich natürlich nicht ganz unmöglich, dass am Korb irgendwie noch eine Batterie-/Akkuleuchte montiert war. Hinten leuchtet trotz unbeschädigtem Hinterbau jedenfalls nichts. Das rote Teil am Gepäckträger dürfte wohl nur ein Reflektor sein.
Dieser Unfall gibt mir Rätsel auf:
Der Radfahrer wurde von dem aus einer Nebenstraße kommenden Auto auf der Hauptstraße fahrend "mit voller Wucht" erfasst und meterweit durch die Luft geschleudert. Das Auto steht auf den Bildern vom Unfallort mit der Schnauze nur ca. 1/2 Meter auf der Fahrbahn der Hauptstraße. Das Pedelec liegt vier Meter davor mit dem Vorderrad nach links (aus der Perspektive des Autofahrers) gerichtet.
Gibt es andere Interpretationen der Spurenlage, als dass der Radfahrer dem Auto von rechts gekommen sein muss, und zwar auf dem linken Bürgersteig der Hauptstraße?
Sehr gut, Ermittelt wird der Sonnenstand, er war der einzige nicht offensichtliche Tatbestand.
Die Sonne stand exakt in der Sichtlinie direkt am Horizont. Das ist tatsächlich ein offensichtlicher Tatbestand.
Die Ermittlung und offizielle Feststellung im Unfallprotokoll ist aber keine Suche der Polizei nach Entlastung des Auffahrers. Sie dient weniger der Beantwortung der Frage „Wer war‘s?“, sondern der Aufklärung des „warum gerade dann gerade da?“. Eine Verletzung des Sichtfahrgebots muss man eben genausogut gerichtsfest nachweisen wie eine illegale Handynutzung.
Kennst du das Deutschbuch "Lesen, darstellen, begreifen"?
Nein, aber in der Krimiliteratur gibt es auch etliche Fahrrad-Morde (u..a. schon bei Agathe Christie).
Gestern Abend im "Tatort" wurde mal wieder ein Radfahrer um die Ecke gebracht. Die Dramaturgie des deutschen Fernsehkrimis reitet die "Radfahren = saugefährlich - sie sind wirklich hinter dir her!"-Welle und deklariert diesen populären Irrtum damit gleichzeitig als Tatsache.
Bisher habe ich 7 radelnde Mordopfer im Laufe der Zeit gezählt. Habe ich noch welche übersehen?
Die jungen Fietser verunglücken nicht mit „E-Bikes“ (AKA normalen Rentner-Pedelecs), sondern auf „Fatbikes“, was wiederum dem laufenden Verdrängungsprozess der Mofas aus dem Straßenbild durch die seit 2023 geltende Mofa-Helmpflicht geschuldet ist. Wer von den jugendlichen Nutzern daraufhin nicht nach dem Motto „wenn schon Helm, dann auch gleich richtiges Kraftrad“ nach oben abgewandert ist oder altersbedingt die Fahrerlaubnis dafür noch nicht erwerben kann, fährt heute Fatbike, da diese relativ günstigen aus China importierten Zweiräder nicht nur im coolen Motocross-Look daherkommen, sondern offenbar auch sehr leicht zu frisieren sind. Ein Beispiel mehr dafür, dass Helme und Helmpflicht weit mehr Veränderungen bewirken als einfach nur die selben Köpfe wie vorher bei den selben Unfällen wie vorher irgendwie zu schützen zu versuchen.
"Schumacher war am Sonntagvormittag beim Skifahren in Méribel verunglückt. Er war mit dem Kopf auf einen Felsen geschlagen. Ohne seinen Helm hätte es Schumacher wohl gar nicht bis ins Krankenhaus geschafft, meinte einer der Ärzte am Montag."
Was die Ärzte nicht alles so meinen, wenn man die richtigen Suggestivfrgen stellt. Die Geschichte von "Schumis Unfallzwilling": am gleichen Tag im gleichen Skigebiet passiert, selber Hergang (Alleinsturz bei langsamer Fahrt im Tiefschnee, Sturz mit dem Kopf auf Felsen), aber Morten Hauerbach hatte keinen Helm auf. Folge: offener Schädelbruch. Nicht-Folge: schwere Gehirnquetschung durch große Einblutung zwischen unversehrtem Schädel und Hirn wie bei Schumi. Die früher noch angezeigten Bilder der riesigen klaffenden Schädelwunde sind offenbar mittlerweile medialer Pietät und Selbstzensur zum Opfer gefallen. Herr Hauerbach konnte dem Vernehmen nach bereits kurz nach dem Unfall Interview geben, zwei Wochen später das Krankenhaus wieder verlassen und bald wieder seinem Beruf als Hubschrauberpilot nachgehen.
Gibt es einen "Rebound-Effekt", führt das Helmtragen beim Skifahren dazu, dass riskanter gefahren wird?
Vorgestern habe ich gelesen, dass die Kollisionsunfälle auf den Pisten stark zugenommen hätten, während früher Alleinstürze überwogen hätten. Das hat aber wahrscheinlich mit Risikokompensation niiiemals was zu tun.
aber bei aller Aufregung glaube ich weiterhin, dass der Arzt seine Zahlen nicht einfach erfindet. Wo ist also der "Fehler"?
K.A., aber angesichts von 14.000 „schwer“ Verletzten und 1.900 deutschen Kliniken aller Arten insgesamt entfallen nur 7,5 aufgenommene Radfahrer im Jahr auf jede davon, wovon wiederum die große Mehrheit kein oder nur ein SHT bis maximal AIS 2 hat. Entweder, der Arzt lü^h^ nutzt seinen Status zum Missionieren, oder seine Klinik hat ein außergewöhnlich riesiges Einzugsgebiet. Egal, in beiden Fällen wird dem Laien unter dem Strich ein irreführender Eindruck der Gefährlichkeit des Radfahrens für den Kopf vermittelt.
Wer landet eigentlich in der Neurochirogie? Verdacht auf Gehirnerschütterung?
Jedenfalls ist jeder, der dort landet, nach den Kriterien des Verkehrsunfallstatistikgesetzes "schwer" verletzt, weil mindestens 24h stationär.
Die SHTs werden unabhängig davon seitens der Ärzte anhand verschiedener Schlüsselungen in Schweregrade eingestuft. Gebräuchlich ist neben der vor allem auf akute Zustände gemünzten Glasgow Coma Scale (GCS) die besser für die Prognoseeinschätzung geeignete Abbreviated Injury Scale (AIS), die Werte von Null (unverletzt) bis 6 (nicht überlebbar) einnehmen kann. Stationäre Patienten haben hauptsächlich AIS 2, Kinder auch gerne noch weniger, weil sie vorsichtshalber "zur Beobachtung" aufgenommen werden. Das ist im Hinblick auf die als Teufel an die Wand gemalte Gefahr für Langzeitschäden oder Ableben Pillepalle.
Verlegung in eine spezielle Neurochirurgie bzw. Traumaklinik wird regelmäßig erst oberhalb AIS2 vorgenommen. Die DGU gibt keine Quoten für einzelne Verkehrsarten an, aber von den im Deutschen Traumaregister insgesamt eingetragenen gut 32.000 Fällen sind ca. 80% MAIS3+. Der Rest wurde "irrtümlich" verlegt/aufgenommen oder hat ein Polytrauma mit gleich mehreren AIS2-Verletzungen. Das M in "MAIS" bedeutet "maximal" betroffene Körperstelle, so dass nicht alle MAIS 3+ Patienten automatisch auch ein SHT vom Schweregrad AIS 3+ aufweisen müssen.
Das Traumaregister weist neben über 4.500 PKW-Insassen, 3.200 Motorradfahrern und 2.000 Fußgängern jährlich auch rund 3.500 Radfahrer aus, von denen vermutlich irgendwas zwischen der Hälfte und 75% ein SHT AIS 3 hat. Aus verschiedenen anderen Quellen weiß man, dass die AIS 3+-Fälle wiederum im Wesentlichen aus AIS 3 bestehen. Im langjährig laufenden systematischen Verkehrsunfallforschungsprojekt GIDAS der Unis Hannover und Dresden wird z.B. für Radfahrer angegeben, dass nur ca. 30% der AIS3+ Fälle in die Unterkategorie 4+ fallen.
Hier mal ein paar Beispiele, welche Verletzungen zu welcher AIS-Kategorie führen können: