Beiträge von Th(oma)s

    "Schumacher war am Sonntagvormittag beim Skifahren in Méribel verunglückt. Er war mit dem Kopf auf einen Felsen geschlagen. Ohne seinen Helm hätte es Schumacher wohl gar nicht bis ins Krankenhaus geschafft, meinte einer der Ärzte am Montag."

    Was die Ärzte nicht alles so meinen, wenn man die richtigen Suggestivfrgen stellt. Die Geschichte von "Schumis Unfallzwilling": am gleichen Tag im gleichen Skigebiet passiert, selber Hergang (Alleinsturz bei langsamer Fahrt im Tiefschnee, Sturz mit dem Kopf auf Felsen), aber Morten Hauerbach hatte keinen Helm auf. Folge: offener Schädelbruch. Nicht-Folge: schwere Gehirnquetschung durch große Einblutung zwischen unversehrtem Schädel und Hirn wie bei Schumi. Die früher noch angezeigten Bilder der riesigen klaffenden Schädelwunde sind offenbar mittlerweile medialer Pietät und Selbstzensur zum Opfer gefallen. Herr Hauerbach konnte dem Vernehmen nach bereits kurz nach dem Unfall Interview geben, zwei Wochen später das Krankenhaus wieder verlassen und bald wieder seinem Beruf als Hubschrauberpilot nachgehen.

    Gibt es einen "Rebound-Effekt", führt das Helmtragen beim Skifahren dazu, dass riskanter gefahren wird?

    Vorgestern habe ich gelesen, dass die Kollisionsunfälle auf den Pisten stark zugenommen hätten, während früher Alleinstürze überwogen hätten. Das hat aber wahrscheinlich mit Risikokompensation niiiemals was zu tun.

    aber bei aller Aufregung glaube ich weiterhin, dass der Arzt seine Zahlen nicht einfach erfindet. Wo ist also der "Fehler"?

    K.A., aber angesichts von 14.000 „schwer“ Verletzten und 1.900 deutschen Kliniken aller Arten insgesamt entfallen nur 7,5 aufgenommene Radfahrer im Jahr auf jede davon, wovon wiederum die große Mehrheit kein oder nur ein SHT bis maximal AIS 2 hat. Entweder, der Arzt lü^h^ nutzt seinen Status zum Missionieren, oder seine Klinik hat ein außergewöhnlich riesiges Einzugsgebiet. Egal, in beiden Fällen wird dem Laien unter dem Strich ein irreführender Eindruck der Gefährlichkeit des Radfahrens für den Kopf vermittelt.

    Wer landet eigentlich in der Neurochirogie? Verdacht auf Gehirnerschütterung? :/

    Jedenfalls ist jeder, der dort landet, nach den Kriterien des Verkehrsunfallstatistikgesetzes "schwer" verletzt, weil mindestens 24h stationär.

    Die SHTs werden unabhängig davon seitens der Ärzte anhand verschiedener Schlüsselungen in Schweregrade eingestuft. Gebräuchlich ist neben der vor allem auf akute Zustände gemünzten Glasgow Coma Scale (GCS) die besser für die Prognoseeinschätzung geeignete Abbreviated Injury Scale (AIS), die Werte von Null (unverletzt) bis 6 (nicht überlebbar) einnehmen kann. Stationäre Patienten haben hauptsächlich AIS 2, Kinder auch gerne noch weniger, weil sie vorsichtshalber "zur Beobachtung" aufgenommen werden. Das ist im Hinblick auf die als Teufel an die Wand gemalte Gefahr für Langzeitschäden oder Ableben Pillepalle.

    Verlegung in eine spezielle Neurochirurgie bzw. Traumaklinik wird regelmäßig erst oberhalb AIS2 vorgenommen. Die DGU gibt keine Quoten für einzelne Verkehrsarten an, aber von den im Deutschen Traumaregister insgesamt eingetragenen gut 32.000 Fällen sind ca. 80% MAIS3+. Der Rest wurde "irrtümlich" verlegt/aufgenommen oder hat ein Polytrauma mit gleich mehreren AIS2-Verletzungen. Das M in "MAIS" bedeutet "maximal" betroffene Körperstelle, so dass nicht alle MAIS 3+ Patienten automatisch auch ein SHT vom Schweregrad AIS 3+ aufweisen müssen.

    Das Traumaregister weist neben über 4.500 PKW-Insassen, 3.200 Motorradfahrern und 2.000 Fußgängern jährlich auch rund 3.500 Radfahrer aus, von denen vermutlich irgendwas zwischen der Hälfte und 75% ein SHT AIS 3 hat. Aus verschiedenen anderen Quellen weiß man, dass die AIS 3+-Fälle wiederum im Wesentlichen aus AIS 3 bestehen. Im langjährig laufenden systematischen Verkehrsunfallforschungsprojekt GIDAS der Unis Hannover und Dresden wird z.B. für Radfahrer angegeben, dass nur ca. 30% der AIS3+ Fälle in die Unterkategorie 4+ fallen.

    Hier mal ein paar Beispiele, welche Verletzungen zu welcher AIS-Kategorie führen können:

    Das kraftfahrende Establishment in Norddeutschland schlägt mach der Unsicherheitskampagne der Mahnwachenszene zurück:

    Debatte um Helmpflicht für Radfahrer: Wer dafür und wer dagegen ist
    Vergangene Woche ist ein Fahrradfahrer in Kiel an seinen schweren Kopfverletzungen gestorben. Ein Auto hatte ihn beim Abbiegen erfasst. Unfallmediziner fordern…
    www.ndr.de

    Der besorgte Unfallchirurg darf natürlich nicht fehlen. Desinformation vom Feinsten, Lügen für den Guten Zweck. Er sieht in der Neurochirurgie in Lübeck angeblich jede Woche drei schwerverletzte Radfahrer. Das wären 150 im Jahr allein in einem einzigen Krankenhaus. Im Traumaregister der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie machen aber 600 Kliniken mit, die alle zusammen nur ca. 3.500 Radfahrer p.a. behandeln müssen. Das sind im Schnitt nicht drei, sondern nur 0,1 pro Woche und Klinik. Davon hat aber wiederum auch noch die Mehrheit nur ein SHT vom Grad 3 oder geringer, was ohne Spätfolgen für den Kopf überlebbar ist…

    Der befragte ADFC-Vertreter rennt sehenden Auges in die Falle und bestätigt im Eifer des Infrastruktur-Gefechts sowohl die Notwendigkeit als auch die Wirksamkeit des Helms. Wer solche Freunde hat.

    Der Unterschied ist: Autofahren ist gefährlich. Fahrradfahren ist es nicht.

    Fahrradfahren wird erst gefährlich durch die Anwesenheit von Autos im Straßenverkehr.

    Achwas. Mittlerweile ist der Autoverkehr doch so weit eingehegt, dass im letzten Jahr 36% der tödlich verunglückten Radfahrer ganz ohne Gegner starben. Bei Schwerverletzten beträgt der Soloanteil sogar rund die Hälfte. Hinzu kommen noch etliche Rad-Rad und Rad-Fuß- und Rad-Schiene-Unfälle. Ein guter Teil der Rad-PKW-Unfälle passiert außerdem in 30er-Zonen und/oder bei Manövern, wo langsam gefahren wird.

    Warum wird nicht darüber lamentiert, wie gefährlich das Autofahren ist?

    Kein normales „Autofahren“:

    POL-BS: Gemeinsame Pressemittelung von Feuerwehr und Polizei Braunschweig - Schwerer Verkehrsunfall
    Braunschweig (ots) - A391 / B4, 25.10.2025, 13:10h Fahrzeug versinkt nach Kollision in Mittellandkanal Gegen 13:00h am Samstagmittag wollten Polizeibeamte…
    www.presseportal.de

    Abgesehen davon ist natürlich das ständige Lamentieren über die angebliche Gefährlichkeit des Radfahrens auch nur ein Lamentieren über die Gefährlichkeit des Autofahrens.

    Komische Partei, die ein "F" im Namen hat...

    Apropos Parteipolitik: wenn Korrelation Kausalität ist, hat Berlin ganz offensichtlich nach dem Wechsel des Verkehrssenators von Grün nach Schwarz Vieles sehr richtig gemacht. Berlin kratzt gerade an der "Fahrrad-VisionZero". Die Mahnwachenszene musste sogar schon zweimal ins benachbarte Brandenburg ausrücken, damit sie überhaupt noch was zum "Feiern" haben.

    Frau Bonde demnächst als Verkehrswende-Botschafterin auf internationalen Verkehrsplanungs-Tagungen??:evil:

    Aber es gibt die Kamera von Radl, und es wäre schon interessant gewesen, zu hören welche Ausrede es gab.

    Die versuchte "Ent-Schuldigung" war "Sichtverhältnisse" (Dunkelheit, feuchte Fahrbahn, Gegenverkehr), in Kombination mit der Hoffnung darauf, dass das Gericht anerkennen möge, dass Zweiräder vom Schutz durch das Sichtfahrgebot irgendwie ausgenommen sind, sofern sie keinen richtigen Motorantrieb besitzen. Dass letztere Argumentation, so absurd wie sie klingt, eigentlich nicht ganz aussichtslos war, ergibt sich aus dem Umstand, dass genau dieser unlogische Gedankengang das unbestrittene offizielle Motiv hinter der Anordnung von Radwegebenutzungspflichten ist.

    Ich glaube Andreas wurde von hinten angefahren.

    Ist also wohl kein Problem mit der Technik.

    Angenommen, du hättest den Entschluss gefasst, den nervigen Fahrradhansel abzuschießen. Wie wüdest du es anstellen, dass du und dein Opfer zur passenden Zeit in einem Abstand am Ort seid, dass du mit ausreichend „Anlauf“ für den heftigen Rammstoß beschleunigen kannst. Bitte bedenken, dass es stockfinster und nass war und du trotzdem sicher sein willst, dass es sich bei dem Objekt vor dir tatsächlich um die bestimmte Person handelt. Wie gesagt, diese Vorstellung ist total absurd. Gerade der Umstand, dass der Autofahrer volle Lotte hinten drauf gerauscht ist, zeigt für mich eindeutig, dass da keine Absicht vorliegt. Ein spontaner Totschlag oder kühl geplanter Mord hätte zwingend den Versuch, hinterher unerkannt zu entkommen beinhaltet. Dann wäre der Anstoß aber nicht zentral und bei Gegenverkehr erfolgt, sondern seitlich und bei Verkehrsstille.

    wenn ich diesen Artikel lese, dann würde es mich nicht wundern, wenn in diesem Bergdorf am Stammtisch ausgehandelt worden wäre, wer den verhassten Radler mit dem geringsten Risiko an Konsequenzen aus dem Weg räumt ...

    Absurde Idee. Abgesehen davon, dass du dann einen ganzen Stammtisch Mitwisser zum dauerhaften Schweigen bringen müsstest; wie sollte so ein kaltblütiger Mord technisch ausgeführt werden?

    aber allein schon wieder "rast gegen Baum" X(

    Was auch immer da passiert ist - nach einem Alleinunfall irgendwo in der mecklenburgischen Pampa das ganz große Fass "mimimi, Verkehr immer schlümmer! Todesfälle steigen ins Unermessliche!!!" aufzumachen, zeigt doch, wie sehr der journalistische Mainstream sich sogar in der Provinz von der Verkehrswendeagitation hat vereinnahmen lassen.

    Sag ich ja: 20 km/h sind genug Tretunterstützung bei einem Pedelec. Was darüber liegt, ist nicht gleich rasen, aber viele Radwege geben das einfach nicht her schneller zu fahren als 20 km/h

    Da baue ich dir die goldene Brücke für deinen Einsteiger“Tempolimit außerorts“, und dann das. Nochmal: es liegt nicht an der erzielbaren Endgeschwindigkeit der Pedelecs. Pedelecfahrer sterben entweder, weil sie bei mäßiger Geschwindigkeit (Anfahren, Anhalten) einfach mit ihren schweren Böcken umkippen, oder weil sie bei mäßiger Geschwindigkeit (Anfahren an Vorrangstellen) gegen ein übersehenes schnelles Auto prallen.

    Mit Impact meinst du doch sicher die "Stoßheftigkeit" oder "Aufprallheftigkeit", die ja bei höherem Tempo größer ist als bei niedrigerem Tempo.

    Beim Unfallszenario Nummer eins, dem Alleinsturz, ergibt sich der Impact allein aus der Fallhöhe. Wer daran was ändern will, muss Liegeräder propagieren.

    Bei Kollisionen mit KFZ spielt wiederum die KFZ-Geschwindigkeit bei Todesfällen die dominierende Rolle. Auch dies trägt zum Mythos vom rasenden Pedelecfahrer bei, weil Pedelec nicht nur häufiger von Senioren gewählt werden, sondern die Senioren dann auch eher damit Ausflüge ins Freiland unternehmen, wo sie dann beim nachrangigen Kreuzen und Queren der Landstraßen mit mit Reisegeschwindigkeit durchfahrenden KFZ kollidieren.

    Und an anderer Stelle steht zum Thema Pedelecs geschrieben: "Vor allem ältere Menschen erreichen auf solchen Rädern eine Geschwindigkeit, die sie sonst nicht schafften. (...) Unfälle mit nicht motorisierten Fahrrädern enden in nur 3,6 von 1.000 Ereignissen tödlich – bei E-Bikes ist die Quote mehr als doppelt so hoch: 7,9 von 1.000 Unfällen."

    […]

    Wenn aber hohe Geschwindigkeit eine häufige Unfallursache ist, dann liegt es doch sehr viel näher, die Geschwindigkeit von Pedelecs, bei der die Tretunterstützung aufhört, zu reduzieren. Wieviele Pedelecunfälle hätte es weniger gegeben, wenn die Tretunterstützung schon bei 20 km/h enden würde? In diese Richtung wurde nicht recherchiert.:/

    Der offenbar unausrottbare Mythos vom rasenden Ebiker. Der wahre Grund für die höhere Mortalität der Pedelecnutzer bei Unfällen ist einzig und allein der Umstand, dass ältere Menschen besonders häufig Pedelecs nutzen, und dass ältere Menschen gleichzeitig bei nominell gleich heftigem Impact schwerer verletzt werden oder eher versterben.