Beiträge von Th(oma)s

    Ich glaube, daß es zumindest jene beeinflußt, die parallel den Dudelfunk in ihrem Blecheimer laufen lassen, wo regelmäßig die Durchsagen über die Standorte der "Abzocker" durchgegeben werden, um an den entsprechenden Stellen dann doch mal die gewohnten 70 auf 52 zu drosseln.

    Ich glaube in aller Bescheidenheit, dass ich eine durchaus überdurchschnittliche Auffassungsgabe habe. Dennoch bin ich sogar beim konzentrierten Abhören der Stau-Ansagen auf einer Fernfahrt komplett damit überfordert, mir beim einmaligen Anhören der Durchsagen die mich betreffende Autobahn-Nummer, Fahrtrichtung und Abschnitte zwischen Anschlussstellen zuverlässig zu merken. Noch weniger Chancen auf eine konkrete Zuordnung Ansage:Fahrweg habe ich, wenn ich beim Fahren in der Stadt im Lokalradio die hastig heruntergerasselten Blitzerwarnungen anhöre.

    will die Diskussion ja gar nicht unterbrechen 😅 aber mal zwischendurch


    https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/43777/5704818


    https://www.waz.de/region/rhein-u…d241550502.html

    Gibt es hier jemanden, der ernsthaft glaubt, Persönlichkeiten die "Rasen" wollten, würden sich morgens mit der Schere über die Tageszeitung hermachen und den Ausschnitt mit den Blitzerstellen herausschneiden, um dessen Inhalt anschließen auswendig zu lernen bzw. sich den Schnippsel als Spickzettel ins Portmonnee zu stecken oder ans Armaturenbrett zu heften? Menschen mit einer derartigen exekutiven Begabung rasen nicht.

    Tja, und da stellt sich die Frage, wie man so jemanden rechtzeitig aus dem Verkehr zieht. Bevor S-Pedelc und Mofafahrer dran glauben müssen.

    Es gibt zu meiner Überzeugung keinen eng definierten "so jemanden". Wir alle sind leider -zu überraschend geringfügig unterschiedlichen Anteilen und aus jeweils unterschiedlichen Anlässen- von Zeit zu Zeit Dr. Jeckyll und von Zeit zu Zeit Mr. Hyde. Wer sich für einen fehlerfreien Supermann hält, dem noch nie ein Blackout passiert ist, und dem das deswegen auch künftig nie passieren kann, der sitzt dem Trugschluss auf, dass seine bisherige Unfallfreiheit beweisen würde, dass er noch nie grobe Fehler gemacht hätte. Schwere Verkehrsunfälle bedürfen regelmäßig der Verkettung vieler ungünstiger Umstände, weswegen es sich insgesamt denn doch um sehr seltene Ereignisse handelt. Daher ist ein vollendeter Verkehrsunfall ganz offensichtlich einem riesigen Zufallsfaktor unterlegen, womit eine persönliche Beteiligung daran weniger persönliches Verschulden ist als schlicht und ergreifend Pech (zur falschen Zeit am falschen Ort...).

    Das bedeutet nicht, dass der Zufallsfaktor eine Naturkonstante wäre, die man nicht doch günstig beeinflussen könnte. Aussieben von prädestinierten "Unfällern" ist halt nur kein Hebel dafür, weil es solche "Unfäller" einfach nicht gibt. Die effektivste Stellschraube heißt stattdessen "Geschwindigkeit senken".

    und schon wirste an der nächsten Kreuzung/Einmündung/Querung umgenietet, weil

    • [...]

    Tja...

    • das KFZ mit Hispeed durchrauscht, weil ja dank Radweg vermeintlich kein niedriges Limit mehr nötig ist.

    Außerorts eben nicht . Tödliche Vorfahrtsfehler kommen dort mit und ohne Radweg etwa gleich oft vor und RA sind (anders als innerorts!) extrem selten. Dem gegenüber steht aber eine astronomische Zahl von Überholunfällen.

    "Astronomisch" ist außerorts doch die Zahl der schweren Überholunfälle, an denen gar keine Fahrräder beteiligt sind.

    Verkehrssicherheit ist unseparierbar.

    Trotzdem, ich habe Zugriff auf 2 Autos, fahre irgendwas zwischen 6-10k km im Jahr mit dem Fahrrad und ersetze damit, auf jeden Fall schätze ich, zu 70% KFz-Fahrten. Wahrscheinlich eher mehr, mag den ÖPNV nicht besonders.

    Das ist schonmal ein dickes Brett, das >99% der angeblich nur wegen fehlender Infrastruktur auf den Umstieg wartenden "Interested but Concerned" da draußen im Leben nie bohren würden. Und trotzdem: du hast immer noch Zugriff auf 2 Autos mit all ihren weiter laufenden Fix- und Nebenkosten, obwohl du so viel radelst. Da kannst du noch so viel strampeln - reich wirst du davon nicht. Du sparst zwar bei 8000km für 640 € Sprit, hast aber demgegenüber bei dieser hohen Fahrleistung sicherlich neben all der Plackerei beim Strampeln auch noch ~200 € Verschleißkosten am Rad, plus anteilig die Rücklage für eine Neuanschaffung alle 10 (?) Jahre. Richtig Geld (i.e. vierstellig aufwärts/Jahr) machst du erst dann, wenn du mindestens eins der Autos abschaffen könntest.

    Das uralte Märchen vom Ersatz von Autowegen durchs Fahrrad und die ewige Legende vom Reichwerden durch Radfahren.

    1) Mehr Radverkehr resultiert erstens aus mehr Verlagerung von Fuß- und ÖPV-Wegen aufs Fahrrad.

    2) Das ist zweitens so, weil niemand ein Auto unterhält, nur um dann damit bloß die 500-2000km zu fahren, die er als "ich sollte mal wieder mehr Radfahren"-Typ mit dem Fahrrad jährlich günstigstenfalls packen würde. Die durchschnittliche Fahrleistung für PKW in D ist 15.000km/a. Die Grenzkosten für die letzten 500-2.000km entsprechen dann praktisch ausschließlich den Spritkosten. Sprit für 2.000km kostet derzeit ~160 €. Mit so wenig Geld kriegst du kein Fahrrad amortisiert, mit dem du täglich zur Arbeit fahren willst. Lohnend wird das Fahrrad gegenüber dem Auto also erst dann, wenn es (zB als sonst üblicher Zweitwagen) komplett entfällt. Diese Konsequenz ist zumindest in meinem Umfeld aber für niemanden sonst ein ernsthaft erwägenswerter Ansatz, und das, obwohl es hier in der Gegend garantiert nicht an flächendeckend ausgebauten Radwegenetzen mangeln würde. "Build it and they will come" ist offensichtlich schon ein Mythos, und erst recht ist "Build it and they will abolish their cars" eine fromme Illusion.

    Die Rüge des Rechnungshofes geht ins Leere, da sie das Kaufverhalten bis 2020 auswertet und es linear ab 2024 in die Zukunft extrapoliert.

    Hybridfahrzeuge zB werden längst nicht mehr gefördert und haben u.a. deswegen als Neuwagen längst keine Perspektive mehr. Gleichzeitig wird die noch bestehende Hybrid-Flotte der Firmen jetzt massiv abgestoßen, nachdem steuerliche Abschreibungsfrist und die darauf abgestimmten Leasingverträge abgelaufen sind. Sind die Hybriden über den Gebrauchtwagenmarkt aber erstmal in privater Hand angekommen, werden sie natürlich auch ganz anders und damit endlich auch im Sinne des Erfinders genutzt (weniger Autobahn-Langstrecke auf Dienstreise, dafür mehr Kurzstrecke im Stadtverkehr beim Pendeln) und "betankt" werden (keine Benzin-Flatrate dank Firmen-Tankkarte mehr, dafür kostengünstige Verwendung von selbstproduziertem Dachstrom)...

    In der Praxis ist egal, weil

    -> nur ein kleiner %-Satz der Verkehrsteilnehmer überhaupt einen [Zeichen 239][Zusatzzeichen 1022-10], [Zeichen 240][Zeichen 241-30][Zeichen 237], und Sch(m)utzstreifen voneinander unterscheiden können.

    Und die, die differenzieren können, brauchen die Information nicht, weil sie auch ohne explizite Regelung und ohne Fahrradfirlefanz niemanden bedrängen würden.

    Meine Erfahrung ist gerade, Sch(m)utzstreifen wurden eben genau da hingepinselt, wo man KFz-Verkehr unterstützen will beim überholen. Insofern ist das, wie ich das verstehe, vom Bundesrat vielleicht gut gemeint, aber das Gegenteil ist der Fall.

    Gibt es Radverkehrsanlagen, für die dieser Grundsatz nicht gilt? Nein. Die „Gefahrenlage“, von der immer die Rede ist, besteht ja nicht darin, dass die Leute sich nicht an die StVO halten könnten, und Radfahrer dann zu eng überholt werden würden. Das ist ganz offensichtlich volllkommen schnurz, sonst gäbe es zB keine Streifen. Die Gefahr, wegen der Radwege gebaut und regelmäßig benutzungspflichtig gemacht werden, besteht noch jedesmal gerade in der Sorge, dass sich die Leute doch an die StVO halten und Nichtüberholer dann den Verkehr aufhalten könnten.

    [Unfall in Freiburg]

    Radfahrer bog vom Radfahrstreifen (jemand mit Ortskenntnis zugegen?; Radweg könnte heute anders aussehen, da beim Umbau der Straße wegen Renovierung der davor liegenden Brücke 2022/2023 angeblich auch "mehr Platz für den Radverkehr" verbaut wurde) kommend links ab, der PKW befindet sich nach der Kollision vollständig in der Linksabbiegerspur.

    Also kein Engüberholen, obwohl beide in gleicher Richtung fuhren.

    Und das sogar ohne Scham wegen völliger Unkenntnis der StVO.

    Sag, dass du mit 'völliger Unkenntnis' "Man pöbelt nicht durchs offene Fenster" (vermeidbare Belästigung, § 1) meinst, und nicht etwa "Radwege ohne Zeichen 237, 240 oder 241 brauchen nicht zu benutzt werden.". Weil wenn Letzteres gemeint wäre, dann brächstest du damit zum Ausdruck, dass Pöbeln/Maßregeln beim Tatbestand 'Fahrbahnbenutzung trotz vorhandenem Blauschild' in Übereinstimmung mit den Verkehrsregeln erfolgte.

    Scheint wohl kein Zufall, dass Sachsen-Anhalt fast viermal so viele Überhol-"Unfälle" hat wie der Bundesdurchschnitt…

    Was auch immer Schuld daran ist, es ist aufgrund der Umstände und Schauplätze ganz sicher nicht Vorsatz/Punishment Pass innerorts. Auch in Sachsen-Anhalt passieren die Ü-Unfälle praktisch ausschließlich außerorts und noch dazu vorwiegend bei Dunkelheit/tiefstehender Sonne von vorne.

    Es gibt also doch Autofahrer, die eine geschlossene Schneedecke rechts von der Fahrbahn nicht für einen Radweg halten.

    Nicht hier in Magdeburg. Hier fühlt es sich so an, als ob bei Eis und Schnee nicht nur die paar unvermeidlichen Punishment-Passer Kampflinie fahren würden, sondern dass auch dazu noch die "was treibt der Narr da vorne? Weiß der nicht, dass ich Radfahrer übersehen darf, wenn sie auf der Straße fahren?"-Biedermänner (die sonst wohl zähneknirschend mitspielen) die Nerven verlieren.:evil:

    Und weil das Opfer das gemacht hat, was immer von den "Tote-Winkel"-Fetischisten gepredigt wird: dahinter bleiben. Anstatt links oder rechts vorbeizufahren.

    An der Unfallstelle endet der Schutzstreifen, weil der Tunnel nur eine (schmale) Fahrspur zulässt, weswegen auch Konflikte mit dem Gegenverkehr durch eine Ampel verhindert werden. Im Tunnel gibt es noch nichtmal einen ordentlichen Gehweg, auf dem notorische Fahrbahnmeider radeln wollen würden. Das wird dem mutmaßlich ortskundigen Opfer wohl bekannt gewesen sein, weswegen er aufs Rechtüberholen verzichtete. Dafür, dass der Radfahrer dann aber nicht gemeinsam mit den wohl ebenfalls von hinten aufgelaufenen PKW links am wartenden Bus vorbeizog, dürfte allerdings durchaus der leitende Effekt des Schutzstreifens verantwortlich gewesen sein.

    Jesus ist bei seinem Einzug nach Jerusalem jedenfalls auf einem Esel geritten, nicht auf einem Pferd. Das ist ein Symbolbild.

    Das Volk legte Palmzweige aus für ihn. Das ist natürlich ein Symbolbild, für rot eingefärbte Radwege. Am Ende erwies sich der Ritt als Himmelfahrts-Kommando. Symbolbilder, eben.😈

    [Diese Rechtslage kritisieren Mobilitäts-, Umwelt- und Fahrradverbände seit Jahren. Denn sie bewirkt, dass an vielen Straßen und Kreuzungen gar nichts passiert, weil die Behörden unsicher sind.]

    :rolleyes:

    Ist doch allemal besser, wenn die Behörden unsicher sind, und nicht Straße.:evil:

    Der Umstand, dass praktische jede Radwegebenutzungspflicht auf deutschem Boden außerhalb der in § 45 angeführten Grundsätze angeordnet ist und weggeklagt werden könnte, wenn sich nur eintsprechende Kläger fänden, zeigt allerdings, dass die Behörden nicht wirklich unsicher sind, sondern einfach nur bocken.