Auch wenn beim Überholen selten etwas passiert, finde ich solche PR-Aktionen trotzdem nicht verkehrt, gerade mit Bezug zu Schutzstreifen.
Der Punkt ist, dass die angeblich angeborene Angst vor dem Auto von hinten ja gar nicht wirklich angeboren ist. Vielmehr wird die durchaus auch bei vielen anderen Konflikten vorhandene normale und nützliche Wachsamkeit der Menschen durch das Wechselspiel zwischen Verbände-Kampagning und genau solchen Aktionen überhaupt erst für dieses eine Szenario zur Angst gewandelt und bis zur manifesten Neurose bestärkt.
Ergänzung: apropos vermeintlich "angeborene" Angst:
https://www.udv.de/resource/blob/180772/57b7f67bb86eece6dbe4571e8e92576d/131-fahrradunfaelle-landstrasse-data.pdf
Wahrscheinlich wird diese UDV-Studie dank dpa in Kürze auf allen Newsportalen breitgetreten. Ebenso wahrscheinlich wird niemand bemerken, dass bereits im Ansatz der Analyse durch das Filtern auf "Muskelantrieb" und das Ignorieren der außerörtlichen Radfahrleistung infolge Pedelec-Boom und Corona-Lockdown 2010, als halb Deutschland frei hat^h^h im Homeoffice war und Fahrradausflüge ins Umland unternahm, ein absolut willkürlicher Bias in den Schlussfolgerungen generiert wird. Und wie üblich werden die bekannten Institutionen all dies ignorieren und mit der bekannten Gebetsmühle "Die Gefahr kommt von hinten. Darum tut Radweg Not!" das Augenmerk der Radfahrer einmal mehr in die gewünschte Richtung lenken. Irgendjemand hier, der gegen mich wettet, dass der Anteil schwerer Längsverkehrsunfälle bei KFZ untereinander kleiner ist als bei der Paarung KFZ-Fahrrad?
Just another Brick in the Wall.