Gestern auf der B104 in MeckPomm:
(9-jähriger Junge wird wegen Seitenwechsel Einseiten-Zweirichtungsradweg beim Fahrbahnqueren überfahren.)
Im Artikel das Heraufbeschwören von wohligen Gruselgefühlen durch Aufsagen der Werte für verletzte und gestorbene Radfahrer im Vorjahr, natürlich tastsachenwidrig ausschließlich im Passivum formuliert "wurden getötet/verletzt" - der Radfahrer als wehrloses "Opfer". Kontext, so wichtig. Dadurch gesendete Botschaft an die Leser: "Auch du persönlich bist im Visier der Autofahrer! Fahrbahnradeln? Niemals! Bööse Autos!!". Passend dazu auf der Meldungs-Seite verlinkt: "Radweg fehlt an viel befahrener Straße. Wann wird die Lücke geschlossen?". Kein Wort dazu, dass die Tragödie von gestern durch genau einen solchen "Lückenschluss" provoziert wurde. Gleich daneben ist ironischerweise dann auch noch ein echter schwerer Überholunfall verlinkt - allerdings ohne Fahrradbeteiligung. Dementsprechend nur eine nüchterne Beschreibung dessen, was passiert ist, ohne jede unterschwellig transportierte Botschaft "das könntest du sein, also fürchte dich und mach dir Sorgen!". Wie dummdreist kann man sein als Redakteur? Der Nordkurier: Ja!
Das nur JFTR, falls mal wieder jemand behauptet, die Fahrbahnängste von Radfahrern wären angeboren.