Beiträge von Th(oma)s

    Besonders eindrucksvoll sind diese in den Film eingearbeiteten sw-Filmsequenzen von 1971, in dem der Kampf um die Hemonystraat in Amsterdam dokumentiert wird.

    Doppelter Hoax. Die Verbesserung der Verkehrssicherheit in NL seit den 70ern verlief identisch zu Deutschland. Entweder haben die Proteste in AMS also auch Deutschland sicherer gemacht, oder es gibt den suggerierten Kausalzusammenhang zwischen Protest und Erfolg nicht. Es stimmt auch nicht, dass sich seither die Verkehrssicherheit speziell in AMS zu irgendeinem Zeitpunkt besser entwickelt hätte als in D. das gilt auch und gerade für den Radverkehr.

    Not so fun fact: erst vor kurzem gab es einen tödlichen LKW-Fahrrad-Unfall im „de Pijp“-Viertel, also gemau da, wo damals die Proteste waren:

    https://www.parool.nl/amsterdam/vrouw-25-overleden-na-aanrijding-met-vrachtwagen-in-amsterdam-zuid~b0a061cf/?referrer=https%3A%2F%2Fnl.roaddanger.org%2F

    Der Bericht zeigt, wo der wahre Unterschied zwischen D und NL liegt: keine berufsbetroffenen NGO-Vertreter, keine „Mimimi, Radfahren immer gefährlicher“-Texte, keine Angaben zum Hergang, keine Schuldsuche/-diskussion, keine Kopfkino-auslösende Bildberichterstattung, kein Sturm der Empörung über böse Autofahrer und versagende Politiker auf Social Media. Bloß Nase putzen, aufwischen, weitermachen.

    problematisch ist wie immer: Stand der Technik ändert sich - der bauliche Kram (Wanne) bleibt aber bis zur nächsten Sanierung bestehen...

    Gutes Beispiel dafür gleich 20m die Straße zurück. Die" Wanne" im Bürgersteig ist so alt, da wurde nicht nur ein fester Zaun zum Grundstück inzwischen eingebaut, sondern auch die Hecke dahinter ist richtig gut zugewachsen.

    Sehr pragmatisch fand ich letztes Jahr die Lösung der Grundstückseinfahrten in Dänemark:. Da wird einfach ein kleiner Keil zwischen Fahrbahn und unveränderter Bordsteinkante asphaltiert. Sieht bisschen improvisiert aus, erfüllt aber sehr gut seinen Zweck: kein runter-rauf für den Radverkehr, KFZ müssen behutsamer Ein- und Ausfahren, kostet nicht die Welt und kann wenn nicht mehr nötig auch sehr schnell wieder weggemacht oder ergänzt werden.

    [Liste mit Filmen, in denen Radfahrer im Straßenverkehr getötet werden.]

    Polizeiruf 110, Folge „Your Body, my Choice“. Radfahrermord durch angesägtes Bremskabel…

    Polizeiruf 110: Your Body My Choice - hier anschauen
    Ein tödlicher Fahrradunfall erschüttert Magdeburg: ein gezielter Anschlag, bei dem die Bremskabel durchgeschnitten wurden. Die Magdeburger Hauptkommissarin…
    www.ardmediathek.de

    Als Zweirichtungs-Radweg wäre aber eigentlich eine rote Furt-Markierung Stand der Technik.

    Stell dir vor, jede Garage hätte rote Farbe auf dem Bürgersteig…

    An Grundstücks-Einfahrten ist Stand der Technik, dass man gar nichts markiert. Die Bordsteinkante wird abgesenkt, um den zügigen Schwenk von und zur Fahrbahn nicht zu behindern. In vielen Fällen wird rotes Pflaster an der Einfahrt noch ausdrücklich unterbrochen, die Einfahrt verläuft in einer zum abgesenkten Bordstein niveaugleichen „Wanne“, und die Legerichtung der grauen Betonriemchen wird extra um 90 Grad gedreht, so dass dadurch der Radweg optisch Nachrang kriegt.

    Hamburg: Tödlicher Unfall trotz Reflektorstreifen: Radfahrer stirbt nach schlimmem Unfall mit Lkw 

    Interessant die Auffassung, dass die Reflektoren in der Dunkelheit doch anscheinend den Unfall verhindern hätten müssen. Aha...

    Interessant die implizit* geäußerte Auffassung, dass aktive Beleuchtung entbehrlich ist, wenn man Reflektoren trägt.

    Interessant auch, wie eifrig die Presse den Unfall als "Abbiegen" framt, was es nicht war (sondern "Einfahren"). Es kommt bei der Zuordnung drauf an, wer wem von wo kommt, aber nicht wer eigentlich jenseits des Kollisionspunktes wohin wollte. Offenbar ist da bei den Redakteuren im Kopf nach dem permanenten Kesseltreiben wegen PBL und Schutzkreuzungen seitens der Verkehrswendeagitation mittlerweile irgendwas eingerastet, das bei "LKW gegen Radfahrer" sofort "alles klar, muss Abbiegen gewesen sein" einblendet.

    *) bisher hat noch keine Quelle ausdrücklich geschrieben, dass das Fahrrad nicht beleuchtet war

    Es ist also so, dass potentielle Nutzer von Fatbikes eher die Helmflicht befolgen würden als das Frisieren Ihrer Fahrzeuge zu unterlassen?

    Die jüngeren Nutzer werden zum weiter helmlosen "gewonde fiets" (herkömmliches Fahrrad) zurückkehren, die älteren werden aber weitgehend zum Kleinkraftrad wechseln. Dann hat man zwar weiter den blöden Helm an der Backe, ist aber dafür erstmal legal mit 45 unterwegs, und frisieren kann man die Dinger ja dann auch immer noch...

    ... und es ist ja auch nicht so, dass man die Mehreinnahmen hinsichtlich der Umsatzsteuer verschmähen würde.

    Aus Spekulation resultierende Unternehmensgewinne sind ja auch nicht unwillkommen: der Steuersatz dafür ist 30%, und auch die Lebensversicherung für den Kleinsparer muss irgendwovon ihre Zinsen generieren.

    Edit sagt: es gibt gerade anlassbdingt mal wieder allerorten Darstellungen mit der Zusammensetzung des Spritpreises. Da werden zwar immer die Steuern und Abgaben akribisch aufgeschlüsselt und angeprangert, nicht aber die Kalkulation der Mineralölindustrie offengelegt. Deren Preisanteil für den Liter ohne Steuern und Abgaben liegt aktuell so um die 60-70ct, beinhaltet aber neben dem Rohölpreis natürlich auch noch Raffineriekosten, Transport, Vertrieb und Verwaltung, Marge der Konzerne sowie Marge und Kosten der Tankstellen. Da je nach Prozessführung in der Raffinerie die Anteile an Super, Diesel, Bitumen, gasförmigen Kohlenwasserstoffen etc. stark schwanken können, gibt es auch keine fixe Proportionalität im Sinne von "1 Barrel sind 100 Liter Diesel", so dass sich von außen nicht exakt ausrechnen lässt, welche Wirkung eine konkrete Preissteigerung auf die Endprodukte haben wird. Eine Faustregel, die ich gefunden habe, besagt jedoch "ein Dollar Änderung je Barell gibt 0,5 Dollarcent Änderung im Liter Sprit". Demnach reden wir beim jüngsten Preissprung in der aktuellen Irankrise (70 auf 80 Dollar/Barrel) über 5 Eurocent im Bruttopreis.

    2,579 € für "Supreme"-Benzin ist auf dem Foto zu lesen. Dann sind wir ja über die von den Grünen einst prognostizierten 5 Mark für 1 Liter Sprit schon drüber.

    Die haben das nicht „prognostiziert“, sondern gefordert. Andererseits muss man die Inflation seither berücksichtigen. Da wären wir dann aktuell so bei 7,50€ für den damaligen „5 Mark“- Liter.

    Und hilft stattdessen eine Helmpflicht? Das bezweifle ich sehr.

    Helmpflicht tötet Zweiradnutzung, wie man am abrupten Rückgang der Mofanutzung nach Beschluss der Helmpflicht erkennt und was auch der Grund dafür ist, dass Speedpedelecs kaum genutzt werden. Also ja, die Helmpflicht würde die frisierten Fatbikes wieder aus dem Markt drängen. Ob das allerdings der Verkehrssicherheit dienen würde, ist fraglich. Da es sich um Mofaflüchtlinge handelt, wäre („wenn schon Helm, dann auch gleich richtiges Kraftrad“) eher der Aufstieg in die viel gefährlicheren Moped- und Motorradklassen wahrscheinlich.


    Ich drehe die Aussage mal ins Gegenteil, um rauszufinden, ob ich der Aussage dann eher zustimmen kann:

    Die Abwesenheit von Radverkehrsanlagen sind der zu Stein und Asphalt gewordene Glaube an das Gute und Gescheite im Menschen, denn es gibt kein einziges erlaubtes Verhalten im Rahmen der Verkehrsregeln, das Radverkehrsanlagen überhaupt erforderlich machen würde.

    Soso. :evil:

    Die Abwesenheit von Volvoverkehrsanlagen ist der zu Stein und Asphalt gewordene Glaube an das Gute und Gescheite im Menschen, denn es gibt kein einziges erlaubtes Verhalten im Rahmen der Verkehrsregeln, das Volvoverkehrsanlagen überhaupt erforderlich machen würde.

    Die Abwesenheit von Mopedverkehrsanlagen ist der zu Stein und Asphalt gewordene Glaube an das Gute und Gescheite im Menschen, denn es gibt kein einziges erlaubtes Verhalten im Rahmen der Verkehrsregeln, das Mopedverkehrsanlagen überhaupt erforderlich machen würde.

    Die Abwesenheit von Omnibusverkehrsanlagen ist der zu Stein und Asphalt gewordene Glaube an das Gute und Gescheite im Menschen, denn es gibt kein einziges erlaubtes Verhalten im Rahmen der Verkehrsregeln, das Omnibusverkehrsanlagen überhaupt erforderlich machen würde.

    man kann natürlich stets an das Schlechte und Dumme im Menschen glauben und das auf alle projizieren. :whistling:

    Radverkehrsanlagen sind der zu Stein und Asphalt gewordene Glaube an das Schlechte und Dumme im Menschen, denn es gibt kein einziges erlaubtes Verhalten im Rahmen der Verkehrsregeln, das Radverkehrsanlagen überhaupt erforderlich machen würde.

    Solange Radfahrer sich nicht selbst als vollwertige Verkehrsteilnehmer verstehen, werden sie auch vom Kraftverkehr nicht als solcher akzeptiert.

    Frag mal, wie viele Menschen (v.a. Frauen) zustimmen, dass sie mit dem Wagen nur deswegen so (zu) schnell fahren, weil sie Sorge davor haben, dass sonst dem Hintermann der Kamm schwillt. Frag mal Kleinkraftradfahrer, warum sie eine Anhebung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit für ihre Mopeds von 45 auf "mindestens 55" vehement befürworten. Auch die Diskrepanz zwischen hoher Umfrage-Zustimmung für ein Autobahntempolimit und real beobachteter Fahrgeschwindigkeit auf der Autobahn hat ihre Ursache in dieser "Verkehraufhalte-Scham". Wir haben es hier mit einem Grundproblem zu tun, das primär unabhängig von der Frage besteht, ob es überhaupt muskelbetriebene Zweiräder gibt.

    Die allgemein verbreitete Sorge, ein gehasstes Verkehrshindernis zu sein, bedingt aber natürlich auch und erst recht die rege Nachfrage nach Radwegebau. Der Vorwand mit der Verkehrssicherheit als Begründung für Radwege entzieht sich nur deshalb der Demaskierung als Solcher, weil buchstäblich alle -Politik, Verwaltung, Polizei, Rechtsprechung, vermeintliche Täter und vermeintliche Opfer- einhellig davon ausgehen, dass riskante Kurzschlusshandlungen wegen der vom Langsamverkehr verschuldeten Behinderungen selbstverständlich nachvollziehbar und deshalb irgendwie auch legitim sind. Der Radfahrer wird so zum eigentlichen "Störenfried" (= Störer des gesellschaftlichen Friedens), und nicht der durch diesen Störenfried bloß provozierte Kraftfahrer. Paradoxerweise trägt auch die kürzlich eingeführte Regel zum Mindestabstand keineswegs zur Lösung des Konflikts bei, denn der verbriefte Anspruch auf größere Seitenabstände vergrößert die vom Radfahrer verursachte Störung ja nur.

    Diese verzerrte Perspektive wird natürlich nicht schwächer, wenn man sie unermüdlich bestärkt, indem man da draußen immer mehr Radwege in die Landschaft rotzt und jedes Projekt als Meilenstein der Verkehrssicherheit feiert.