Beiträge von Ullie

    Wenn ich das richtig verstanden habe, dann fändest du es schön, wenn alle Fahrradfahrer*innen schneller fahren würden, weil dann keine "Langweiler" mehr überholt werden müssen?

    Oder weil dann auch alle anderen Fahradfahrer*innen, insbesondere auch diejenigen, die aufgrund mangelhafter körperlicher Voraussetzungen in der Lage wären, ein hohes Tempo zu fahren und dabei entdecken, dass das ein schönes Erlebnis ist?

    Oder weil dadurch das Verkehrsmittel Fahrrad an Bedeutung zunimmt für eine Klimafreudliche und Umweltfreundliche Mobilitäts-Wende?

    Ich befürchte, das wird nicht funktionieren. Bereits beim Speed-Pedelec ist die Unterstützung beim Treten bis zu viermal so groß wie die eigene aufgewendete Tretkraft. Knoflacher ist es wichtig, dass die eigene Körperkraft Antrieb und Grenze ist für die Fortbewegung mit einem Individual-Verkehrsmittel.

    Knoflacher will keinen Fahrradfahrer ausbremsen, er befürchtet jedoch, dass bereits ein Pedelec mit Tretunterstützung bis 25 km/h kein gelungener Beitrag für das von ihm entworfene Idealbild einer Mobilitätswende darstellt.

    Ich finde das sehr konsequent gedacht. Und es ist keines wegs so, dass ich hier mir was ausdenke was nicht mit den Aussagen von Knoflacher zu belegen wäre. Zu den Pedelecs sagt Knoflacher: "Das sind im Wesentlichen individuell motorisierte Verkehrsteilnehmer. Sie sind okay, wenn man das Auto ersetzen will, und auch für ältere oder weniger sportliche Menschen, die Höhenunterschiede überwinden wollen. Als allgemeines Verkehrsmittel sind diese Räder aber nicht besser als alle anderen Verkehrsmittel, die durch zusätzliche Energie angetrieben werden. Alles, was unserer Bequemlichkeit dient im Verkehr, belastet meistens die Umwelt oder andere Menschen. Ich weiß, das wird die Pedelec- und E-Bike-Freunde nicht gerade begeistern." (Zitat aus dem bereits mehrfach erwähnten Interview mit Knoflacher im Mangermagazin)

    Knoflacher sagt nicht, Pedelecs seien Teufelszeug und müssen alle in den großen Schmelzofen. Aber sein Idealbild von Mobilität sieht nicht vor, dass die Menschen vom Fahrrad auf das Pedelec umsteigen. Und schon gar nicht auf das Speed-Pedelec.

    Ziemlich sicher sieht Knoflacher dagegen kein Problem darin, dass jemand, der es gewohnt ist, sehr schnell Fahrrad zu fahren zum Zweck der Wiedergesundung nach einem Unfall oder einer Erkrankung sozusagen aus therapeutischen Gründen ein Pedelec benutzt.

    Eine niedrige Geschwindigkeit mit dem Fahrad zu fahren ist das, was allen oder fast allen Menschen möglich ist. Deshalb ist es wichtig eine Verkehrsinfrastruktur zu gestalten, die es allen ermöglicht zu Fuß und mit dem Fahrrad mobil zu sein. Für größere Distanzen sieht Knoflacher nicht vor, dass die mit dem Pedelec zurückgelegt werden, sondern mit dem ÖPNV.

    Manche betreiben Radfahren (nebenbei auch) als Sport und/oder legen tausende Kilometer im Jahr zurück. Da liegt es nahe, das sie auch im Alltag höhere Geschwindigkeiten erreichen, als jemand, der das Fahrrad nur zum Brötchenholen benutzt und dreimal im Sommer eine Radtour macht.

    Und Art und Zustand des Rades hat natürlich auch einen Einfluss darauf. Oftmals rolle ich quasi hunderte Meter hinter jemandem her, der die ganze Zeit konstant am Treten ist.

    Das kann ja auch sehr schön sein, schnell Fahrrad zu sein, wenn es einem gefällt. Es gibt ja auch Leute, die gerne schnell laufen. Und ich bin mir sicher, in einer Welt ohne Autos ist es keineswegs so, dass alle Fußgänger nur ganz langsam gehen und alle Fahrradfahrer nur ganz langsam fahren. Es sind ja sehr große Verkehrsflächen vorhanden, die nicht alle umgepflügt und begrünt werden. Wie würde sich denn der Fahrradverkehr entwickeln, z. B. auf einer Landstraße ohne KFZ? Sollte ein separater Fuß- und Radweg vorhanden sein, dann könnte der komplett dem Fußverkehr gewidmet werden. Auf der Fahrbahn ist genug Platz für viele Fahrräder. Die meisten würden eher im Bereich bis 20 km/h eher außen fahren, die schnelleren innen. Hin und wieder passiert ein Bus die Fahrradfahrenden mit Tempo 60 oder ein Lieferfahrzeug, aber sowohl für ÖPNV als auch für Lieferverkehr sind Gleisverbindungen zu schaffen. (Und viele Landstraßen sind so breit, dass da immer noch genug Platz für den Rad- und Fußverkehr bliebe, wenn man ein Teil der Breite für Gleise benutzt.) Auf vielen Autobahnen könnten Eisenbahnfernverkehrsstrecken eingerichtet werden. Kurzfristig könnte man in Reisebussen dort Fernverkehr abwickeln.

    Wahrscheinlich gäbe es auch in einer Idealwelt ohne Autoverkehr und stattdessen mit ganz viel Fußverkehr, Fahrradverkehr und ÖPNV in den Verkehrsspitzen ein erhöhtes Verkehrsaufkommen. Ich stelle mir als Extrem-Variante dann immer eine Fahrraddemo mit mehr als tausend Teilnehmern vor. Und überschlage, wie lange eine solche Demo wäre, wenn alle im Auto säßen. Dann sieht man, wie wenig Platz Fuß- oder Fahrradverkehr gerade in extremen Situationen benötigt, und trotzdem gut vorankommt. Und sicher könnte man auf vielen Autobahn-Streckenabschnitten Fahrradverkehrs-Spuren einrichten. (Warum den Postillion nicht beim Wort nehmen?)

    Verkehrswende: Standstreifen auf Autobahnen werden zu Radwegen umfunktioniert
    Berlin (dpo) - Die Verkehrswende erreicht das deutsche Autobahnnetz: Die bisher als Standstreifen genutzten Fahrbahnränder sämtlicher Bundesautobahnen
    www.der-postillon.com

    Der Fahrradverkehr würde allerdings weiter innen fahren. Auf dem Standstreifen wäre Platz für Fußverkehr. ;)

    Straßenbahn-Lieferverkehr gab es bereits vor mehr als 100 Jahren (und gibt es auch heute noch, heute allerdings eher selten), Eisenbahnlieferverkehr gab es sowieso schon immer. Die ersten Eisenbahnen dienten ja Lieferverkehrszwecken.

    Wenn ich mir eine solche autofreie Welt vorstelle, dann sollte die Idee jedoch besser nicht dadurch torpediert werden, dass Fahrräder daran teilnehmen, die mit Motorkraft aufgeputscht werden auf Geschwindigkeiten, die über denen liegen, die ein durchschnittlich konstituierter Mensch mit dem Fahrrad fährt. Das heißt aber doch nicht, dass alle Fahrradfahrer*innen, die aus eigener Kraft schneller fahren, eine Zwangsbremse eingebaut wird.

    Ich meine, das Thema ist doch echt durchgekaut. Solange man in Deutschland meint, alles was halbwegs breit aussieht mit einem VZ 240 verzieren zu müssen, solange haben S-Pedelecs auf diesen Wegen nix verloren.

    Das Thema ist keineswegs durchgekaut. S-Pedelecs haben weder auf Fahrradwegen noch auf Fahrbahnen noch sonst irgendwo etwas zu suchen, in einem Idealbild von Mobilität entsprechend der von Knoflacher zugrunde gelegten Vorstellung, dass individuelle Mobilität an die eigene Körperkraft gebunden sein soll.

    Es mag in manchen Fällen Sinn machen, auf dem Weg zu diesem Idealbild hin auch ein Speed-Pedelec zu benutzen. sozusagen als "Zwischenlösung". Dann aber bitte in der vorgesehenen Form (d. h. Radwege sind tabu).

    Wir könnten ja eine allgemeine zulässige Höchstgeschwindigkeit für alle muskelgetriebenen (und dabei ggf. motorunterstützten) Fahrzeuge von 15km/h einführen, die nie und nirgends überschritten werden darf. Ihrer Logik nach müsste das dann einen regelrechten Fahrrad-Boom auslösen. :S

    Ich habe allerdings etwas Anderes gehört. Nämlich, dass vor allem dort besonders viel Fahrrad gefahren wird, wo das Fahrrad gegenüber dem Auto einen Zeitvorteil bietet.

    Knoflachers Bedenken in Bezug auf Pedelecs betreffen die Motorisierung.

    In dem bereits weiter oben erwähnten Interview im Mangermagazin beschreibt Knoflacher wie sein Bild einer idealen Mobilität aussieht:

    "Alle Menschen würden sich darin frei bewegen. Wir sind Zweibeiner, also würden wir gehen. Für längere Fußwege bräuchten wir zusätzlich das Fahrrad, um mit eigener Körperkraft voranzukommen. Größere Entfernungen legten wir in dieser idealen Welt nicht mit dem Auto, sondern mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurück."

    Wenn alle Menschen ausschließlich in der von Knoflacher in dem Interview im Manager Magazin vom 26.2.2019 als Idealbild beschriebenen Form mobil sind, dann entfällt beispielsweise die Frage, ob ich mit einem Individualverkehrsmittel unterwegs bin, das motorisiert ist. Das gibt es nämlich in Knoflachers Idealbild nicht. Das bedeutet jedoch keineswegs, dass es verboten wäre, mit einem Fahrrad 30, 40 oder 50 km/h schnell zu fahren.

    Es wären allerdings nur wenige Menschen, die deutlich höhere Geschwindigkeiten als 15 bis 20 km/h mit dem Fahrrad fahren würden. So wenige, dass die vermutlch nicht zu einem Problem werden. Im Gegensatz zum jetzigen Zustand, in dem sehr sehr viele Menschen mit dem motorisierten Individualverkehrsmittel Auto deutlich höhere Geschwindigkeiten fahren können und dazu auch noch ständig aufgefordert werden.

    Merkwürdig finde ich es, wenn Fahrradfahrer*innen so tun, als sei es ganz normal mit dem Fahrrad schneller als 25 km/h zu fahren. Häufig sind diese Fahrradfahrer*innen sogar stolz drauf, dass sie sich mit ihrem hohem Tempo abheben von der breiten Masse der anderen Fahradfahrer*innen. Gleichzeitig sagen sie aber auch, dass es doch normal sei so schnell zu fahren.

    "Solange E-Bikes im Wesentlichen an Senioren in der Bauform "ultrakomfortabler Tiefeinsteiger" verkauft wurde, existierte das Problem nicht. Räder und Kunden waren meist gemütlich unterwegs und schöpften die erlaubte Höchstgeschwindigkeit gar nicht aus.
    Aber inzwischen hat die Verstromung alle Rad-Typen erreicht – es gibt sogar inzwischen Speedbikes und Rennräder mit Stromantrieb. Dank neuer Motoren fährt man bei 25 km/h nicht mehr gegen eine Gummiwand, man wird elegant aus dem Unterstützungsbereich verabschiedet. Eine Hilfe ist der Motor oberhalb der Grenze natürlich nicht mehr. Die Fahrer schneller Typen sinnen auf Abhilfe – schließlich wollen sie nicht von Muskelbikern überholt werden. Die Lösung für das Dilemma ist einfach, aber nicht legal: Die Stromräder werden heutzutage getunt, so wie man früher Mofas schneller gemacht hat. Nur beim Fahrrad geht das noch einfacher."

    Zitat aus einem Stern-Artikel über illegales Tunen von Pedelecs.

    Es hört sich so an, als sei es mehr ein Phänomen bei jugendlichen Pedelec-Fahrer*innen.

    Aber wer weiß? Wie heißt es so schön: "Je oller, desto doller."

    Fahrradfahren mit Tempo 50 - so werden E-Bikes illegal getunt
    Ein E-Bike fährt 25 km/h. Viele, denen die erlaubte Geschwindigkeit nicht ausreicht, tunen ihr E-Bike. Das geht kinderleicht, ist aber gefährlich.
    www.stern.de

    Ich bin mit meinem Rennrad auch schon mal 70km/h schnell gefahren. Darf ich das trotzdem noch als Fahrrad bezeichnen?

    Und dann erinnere ich mich noch an die Jugendzeit, wo wir mit einem selbstgebauten Tandem am abschüssigen Ortseingang von Göttingen mit 70km/h geblitzt wurden. Langsamer ging nicht, weil uns vorher bei einer Trittfrequenz jenseits von Gut und Böse die Kette abgesprungen ist und daher die Rücktrittbremse der Torpedo 3-Gang-Nabe nutzlos war. Zugegebenermaßen haben wir bei der Aktion wohl gegen §3 (1), Satz 1 StVO verstoßen und Glück gehabt, dass es gerade keinen triftigen Grund zum bremsen gab. 8)

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    "Als Ausdruck der jugendlichen Lebensfreude war das Lied Lasst doch der Jugend, der Jugend ihren Lauf damals, und bis in die heutige Zeit hinein, ein fester Bestandteil der Jugendbewegungen in den verschiedenen gesellschaftlichen Epochen Deutschlands. Es untermalt die Forderung der Jugend, ihre eigenen Erfahrungen machen zu wollen, wobei auch das Vergnügen nicht zu kurz kommen soll. Es ist schließlich seit Jahrhunderten das ungeschriebene Recht der Jugend, neue Erfahrungen zu sammeln und seine Möglichkeiten und Grenzen mit einer Portion Übermut auszuloten."

    Lied
    Noten, Liedtext und Midi/MP3 zum Anhören des Lieds 'Lasst doch der Jugend ihren Lauf'
    www.lieder-archiv.de

    Man sollte nie schneller fahren, als der eigene Schutzengel fliegen kann. Dass die Kette abgesprungen ist, hat vielleicht dazu beigetragen, dass die Rücktrittbremse der Dreigangschaltung und ihr die Aktion heile überstanden habt. Ich habe da auch einige "Jugendsünden" auf dem Kerbholz. Angeblich soll eine Rücktrittnabe bei Überbelastung zunächst Schmierfett verspritzen und dann brutal komplett blockieren. Die erste Stufe der Überlastungs-Folgen kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen.

    Wo du gerade das selbstgebaute Tandem erwähnst. Was hältst du von den Vorschriften, die für den Eigenbau von Pedelecs zumindest bürokratische Hürden vorsehen?

    Doch, die Webseite ...

    Ich hab auf deinen Hinweis hin noch mal auf der Webseite nachgesehen. Da steht:

    "Das absolute Upgrade eines Fahrrades. Ein einzigartiges, pedalgesteuertes Elektromotorrad. Deine Kraft um ein über 50-Faches multipliziert." Also eine Unterstützung der Tretkraft um 5000 %

    eROCKIT – Der Human Hybrid

    Bei einem S-Pedelec, das ja auch schon kein Fahrrad mehr ist, darf die Tretkraft um bis zu 400 % vervielfacht werden.

    "Motorleistung: maximale Nenndauerleistung bis zu 4.000 Watt, höchstens eine vierfache Unterstützung der Fahrerleistung (Tretkraftunterstützung von max. 400 %)" *)

    Rechnet man mit dem Gleichsatz, dann bedeutet das:

    Ein Speed-Pedelec braucht für die 4-fache Unterstützung 4 kW.

    Für die 1-fache Unterstützung bräuchte es dementsprechend 1 kW.

    Für die 50-fache Unterstützung bräuchte es 50 kW. Das eRockit hat aber nur 5 kW.

    Habe ich da irgendwo falsch gerechnet?

    *) https://emotion-technologies.de/e-bike-infos/h…en/rechtliches/

    Ullie Du kennst doch sicherlich den Begriff des Tuning aus der Autoszene. Dort werden auch illegale Veränderungen vorgenommen. Das Phänomen ist also nicht auf Pedelecs beschränkt. Ich persönlich habe noch nicht gehört, dass Menschen vom Autofahren abgehalten werden, wel es durch illegal getunte Autos zu rabiat zugehen würde.

    Mopeds und Roller "aufzubohren" ist unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen auch keine seltene Erscheinung.

    Der Händler Jörg Sprave verkauft Luftdruckwaffen mit sogenannten Exportkits. Dadurch lassen sich die Waffen mit einfachen Mitteln deutlich leistungsfähiger machen, als es für Menschen ohne WBK legal ist. Ist natürlich nur für die Verwendung im Ausland gedacht :saint:.

    Du wirst darin vmtl. ein Symtom des Auto Virus sehen, weil diesem Personenkreis nichts schnell genug fährt.

    Ich weiß ja nicht, ob du das alle für ganz normal hältst, was du da an Beispielen aufzählst. Ich halte das nicht für normal und schon gar nicht für wünschenswert. Sicher ist einiges davon ein Symptom, also ein Anzeichen für die Erkrankung am Virus Auto.

    Und mehrere Menschen in meinem persönlichen Bekanntenkreis vermeiden es nach Möglichkeit Autobahnfahrten zu unternehmen oder fahren grundsätzlich nicht auf der Autobahn. Auch bei Zugfahrten habe ich schon Bekanntschaften mit solchen Menschen gemacht, die zwar selbst Auto fahren, aber ausschließlich in der Stadt und auf Landstraßen. Manche fahren auch nur auf Landstraßen, weil ihnen nicht nur die Autobahn wegen der hohen Geschwindigkeiten und dem häufigen zu dichtem Auffahren zuwider ist, sondern auch die Stadt, weil sie sich dort zu wenig auskennen und die Verkehrsdichte und Hektik im MIV zu groß ist. Und viele fahren gar kein Auto, und zwar nicht deshalb, weil sie damit klimapolitisch oder umweltpolitisch ein Zeichen setzen wollen, oder weil sie dafür nicht genug Geld haben, sondern einfach deshalb, weil ihnen das zu hektisch ist.

    Wenn die dann Berichte über den Car-Freitag sehen, hören und lesen und die Auswüchse der Auto-Tuning-Szene, dann fühlen sich diese Menschen natürlich voll bestätigt in ihrer skeptischen Haltung gegenüber dem MIV. Ich übrigens auch!

    Ich meine, das Thema ist doch echt durchgekaut. Solange man in Deutschland meint, alles was halbwegs breit aussieht mit einem VZ 240 verzieren zu müssen, solange haben S-Pedelecs auf diesen Wegen nix verloren.

    Sie haben auch dann da nichts verloren, wenn die Fahrradwege breit gebaut sind. Denn die mit dem Speed-Pedelec ohne Mühe erreichbaren Geschwindigkeiten sind einfach zu hoch, sodass viele Menschen, davon abgeschreckt werden, das Fahrrad zu benutzen, wenn auf Fahrradwegen immer mehr Menschen mit S-Pedelecs unterwegs wären, sodass die Radverkehrsgeschwindigkeit auf den Fahrradwegen sehr stark zunehmen würde.

    Eigentlich ist diese Gefahr einer unerwünschten Steigerung der Radverkehrsgeschwindigkeit schon beim normalen Pedelec mit Tretunterstützung bis 25 km/h gegeben. Deshalb hatte ich ja an anderer Stelle bereits gesagt, dass ich mir auch eine niedrigere Geschwindigkeitsgrenze bei Pedelecs vorstellen kann, bei der die Tretunterstützung abschaltet.

    Das Problem ist halt, dass es im Autoland fast immer nur um schneller, mehr PS, stärkere Beschleunigung usw. geht. Und das färbt dann auch ab auf die Fahrrad-Mobilität-Diskussion in der Form, dass viele der Gedanke überrascht, dass eine niedrige Radverkehrsgeschwindigkeit etwas Wünschenswertes sein kann. Ist es aber, und zwar insbesondere deshalb, um mehr Menschen für das Fahrrad fahren zu gewinnen, die bisher noch gar nicht oder nur sehr wenig Fahrrad fahren!

    Ich frage mich, ob sich der S-Pedelec-Fahrer erst nach dem Kauf seines Fahrzeugs über die einschlägigen Regeln für seine Fahrzeugart informiert hat und deswegen so überrascht tut. Und ob er denn auch genauso argumentieren würde, wenn er sich z. B. ein Verbrenner-Kleinkraftrad gekauft hätte, welches in etwa die selbe Endgeschwindigkeit hat.

    Bei Minute 16:55 berichtet der Protagonist, dass er das Speed-Pedelec nur ausgeliehen hatte, um es zu testen. Also den Vorwurf, dass er sich ein Speed-Pedelec gekauft hat und er sich erst nachträglich über die dafür geltenden Verkehrsregeln informiert habe, kann man ihm nicht machen.

    Noch weiter vorne im Video bei Minute 2:45 warnt er die Zuschauer sogar ausdrücklich davor, leichtfertig ein teures S-Pedelec zu kaufen, ohne sich vorher genau über die dafür geltenden Regeln informiert zu haben.

    Auch wird in dem Film deutlich, dass sich die Hauptperson bereits vor dem Ausleihen darüber informiert hat, wo er mit dem Speed-Pedelec fahren darf und wo nicht. Es kann sein, dass er den Film einfach nur so gedreht hat. Ich glaube eher nicht, dass Hersteller von Speed Pedelecs den Film finanziert haben und darüber hinaus etwas springen lassen für den Produzenten. Oder dass er selbst in der Branche arbeitet und sich höhere Profite erhofft, wenn Speed Pedelecs für Radwege zugelassen werden. Aber ganz auszuschließen ist das auch nicht.

    Jedenfalls hält der Protagonist am Ende des Films, wenn er wieder mit seinem Bio-Bike auf den schönen Fahrradwegen unterwegs ist, wo er mit dem Speed-Pedelec nicht fahren durfte, eine flammende Rede an den Gesetzgeber, dass der doch bitteschön die Speed-Pedelecs auch für Radwege zulassen möge.

    Jetzt im Nachgang fällt mir noch eine Bemerkung auf, die der YouTube-Filmer ziemlich am Anfang, bei Minute 3:22, macht: Da lobt er die Schweiz dafür, dass dort eine andere Gesetzgebung als in Deutschland gilt und dass dort doppelt so viele S-Pedelecs verkauft würden als in Deutschland.

    Bitte beteiligt Euch doch mal an einer Umfrage, ob Ihr 20km/h (wäre eine neue Regelung) oder 25km/h (heutige Regelung) oder 30km/h (Wunsch aus der Runde hier) als die maximal erlaubte Geschwindigkeit anseht, bis zu der die elektrische Unterstützung erlaubt sein sollte bei einem normalen Pedelec?

    Noch mal zurück zur ursprünglichen Umfrage:

    Xantrix, könntest du bitte als zusätzliche Ankreuz-Möglichkeit 15 km/h in die Umfrage aufnehmen?

    Ich hatte 20 km/h angekreuzt. Aber nachdem ich mich mit der Thematik ein bisschen beschäftigt habe, bin ich mir recht sicher, dass eine Tretunterstützung bis 15 km/h bei einem Pedelec vollauf genügt. Wem das nicht ausreicht, der soll sich ein Speed-Pedelec besorgen und damit auf der Fahrbahn fahren.

    Bei einem ähnlichen Youtube-Film in dem es ebenfalls um das illegale Tuning von Pedelecs geht,

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    , schreibt ein Kommentator: "Hätte man die Begrenzung erst bei 35 km/h von der Gesetzgeberseite eingeführt, bräuchte man das nicht (tuning). Da sind angefangen von den Hersteller, Fahrradfahrvereine, Händler alle Schuld. Jemand, der Fahrrad fährt weiß, dass eine Geschw. von 25 viel zu niedrig ist. Klar, für Opa u. Oma reicht das aber für einen Pendler der Kilometer in wenig Zeit reißen will nicht."

    Ich halte dem entgegen: Solche blödsinnigen Kommentare sind der beste Beleg dafür, dass die Grenz-Geschwindigkeit für die Tretunterstützung bei Pedelecs unbedingt auf 20 km/h oder besser noch auf 15 km/h abzusenken ist und die Pedelecs so zu bauen sind, dass sie besser vor Manipulation geschützt sind.

    Das mit dem "Spoiler anzeigen" hat mich jetzt neugierig gemacht. Offensichtlich ging es dabei darum, dass S-Pedelecs so manipuliert werden können, dass sie zwar äußerlich wie ein Fahrrad oder ein Pedelec 25 aussehen, aber tatsächlich eine Motorkraft zugeschaltet werden kann, die auch noch bei deutlich höheren Geschwindigkeiten als die in Deutschland erlaubten 45 km/h Tretunterstützung leistet. Das ist ja technisch beim eRockit der Fall, aber eben nicht unbedingt vom Design her. Da sieht das eRockit irgendwie mehr Motorrad-mäßig aus. Wenn so was auf dem Radweg rumkurvte, dann wäre den meisten klar, dass das eRockit da nichts verloren hat.

    Manchmal habe ich den Eindruck, manchen kann es gar nicht schnell genug gehen beim Fahrrad fahren. Da würde es mich schon interessieren, was die von dem hier verlinkten Video halten:

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    Bei Minute 4:32 kommt die Einblendung

    "Das fahren auf öffentlichen Strassen

    ist so selbstverständlich nicht mehr erlaubt"

    Rechtschreibfehler mit zitiert!

    Dass wer so ein Video veröffentlicht, ist nicht weiter verwunderlich, You tube ist schließlich nicht Öffentlich Rechtliches Fernsehen.

    Ob sich ein Pedelec mit einer Tretkraft bis 25 km/h tatsächlich so leicht manipulieren lässt, kann ich nicht beurteilen. Ebensowenig, ob das möglicherweise technische Probleme verursacht, die in dem Video nicht erwähnt werden.

    Auf jeden Fall aber werden so Menschen davon abgeschreckt, das Fahrrad als Verkehrsmittel zu benutzen. Sie müssen ja damit rechnen, dass es auf Radwegen äußerst rabiat zugeht und sie mit solchen Schurken konfrontiert werden, wie die im Video, die wenig Zweifel daran aufkommen lassen, dass sie den eingeblendeten Satz,

    "Das fahren auf öffentlichen Strassen ist so selbstverständlich nicht mehr erlaubt",

    nicht so ganz ernst gemeint haben.

    Da stelle ich mir die Frage, ob die beim Pedelec erlaubte Tretunterstützung bis 25 km/h möglicherweise ein Kompromiss in der Form war, dass sich der Gesetzgeber sagte, wenn wir stattdessen eine Tretunterstützung nur bis 20 km/h festlegen würden für Pedelecs, dann müssten wir uns noch häufiger mit dem unerlaubten Tuning von Pedelecs beschäftigen.

    Leider kann ich nicht wirklich beurteilen oder überprüfen, ob die beiden Protagonisten in dem Film, die sich "Survival Masters" nennen, tatsächlich das Pedelec so manipulieren können, wie sie es in dem Film behaupten, oder ob es sich einfach nur um zwei Spaßvögel handelt.

    Es hat über das eRockit auch niemand behauptet, dass es ein Fahrrad sei.

    Das trifft auf alle Menschen zu, weil jeder älter oder weniger sportlich ist als irgendjemand anderes. Würde Herr Knoflacher nicht aus Wien sondern aus Norddeutschland kommen, hätte er seine Aussage sicherlich noch um Gegenwind ergänzt.

    Ich hatte das eRockit erwähnt, weil Autogenix da was gespoilert hatte, das ich mir anschauen sollte. Das mit dem Link funktionierte leider nicht, aber es handelte sich dem Linktext zufolge möglicherweise um ein Speed-Pedelec, das bis zu 70 km/h schnell fahren kann. Das ist gewiss kein Fahrrad mehr indem Sinne, wie vielleicht ein Pedelec mit maximal bis 25 km/h gerade eben noch als ein Fahrrad bezeichnet werden kann.
    Das mit dem Gegenwind wird Knoflacher ziemlich sicher so sehen, wie Sie's sagen. Ich übrigens auch. :)

    Bei einem Pedelec mit einer Tretunterstützung bis 20 km/h würde ich noch sicherer von einem Fahrrad sprechen.

    Was die Sportlichkeit angeht: Knoflacher sieht die Fahrrad-Reisegeschwindigkeit bei 12 - 13 km/h. Selbst bei guten Fahrtbedingungen wie glatte Fahrbahn, kein Gegenwind, wenig Kurven wenig Ampeln und Kreuzungen, vermute ich, sind mehr als 15 bis 20 km/h Reisegeschwindigkeit bei den meisten Menschen nicht drin. Ob die sich dann alle älter und weniger sportlich fühlen, weil sie nicht so schnell fahren wie Yeti? Glaub ich nicht.

    Interessant: Bei der Suche nach Aussagen zur Fahrradgeschwindigkeit bin ich auf dieses Zitat eines großen Auto-Kritikers gestoßen:

    "Ivan Illich hat zu behaupten gewagt, dass es eine Art «Grenzgeschwindigkeit» gebe, oberhalb welcher die Geschwindigkeitsgewinne die Nachteile nicht mehr wettmachen. Diese Grenze setzte er bei 25 km/h: «Unsere beschränkten Informationen zeigen, dass überall auf der Welt, nachdem ein Fahrzeug die Geschwindigkeitsbarriere von 25 km/h überschritt, der verkehrsbedingte Zeitmangel zunahm.» Vielleicht steckt in dieser Behauptung mehr Wahrheit, als wir heute glauben mögen."

    Die Grenzen der Geschwindigkeit oder: das Velo gibt das Tempo vor
    Ivan Illich rief 1973 dazu auf, der Geschwindigkeit zu misstrauen. Er nannte sie ein Trugbild, das uns heimatlos macht. Können Illichs Gedanken uns heute noch…
    www.velofahrer.ch

    Beim Pedelec endet die Tretunterstützung bei 25 km/h. Eine Hommage an Illich?

    Wie ich irgendwo schon sagte, da sehe ich auch eine der größten Stärken von Pedelecs. Dass die Unterstützung dann aber auch nur bergauf verwendet wird, ist etwas weltfremd.

    Ich hatte davon gelesen, dass swap-fiets in Hannover Pedelecs mit nur einem Gang verleiht:

    "Swapfiets bringt ein günstiges Einstieger-Pedelec auf den Markt: Im Abonnement kostet es aktuell 49,90 Euro im Monat, als Einführungspreis. Zunächst ist es in Berlin erhältlich, bald auch an anderen Standorten."

    Swapfiets erweitert Sortiment mit günstigem Eingang-Pedelec
    Swapfiets bringt ein günstiges Einstieger-Pedelec auf den Markt: Im Abonnement kostet es aktuell 49,90 Euro im Monat, als Einführungspreis. Zunächst ist es in…
    www.sazbike.de

    Neulich hatte ich mit dem Fahrer eines solchen Eingang-Pedelecs gesprochen: Er sagte mir, dass er sehr schnell treten müsse, um höhere Geschwindigkeiten zu erzielen. Liegt ja nahe, dass das so ist, wenn eine für Eingang-Fahrräder übliche Übersetzung eingebaut ist.

    Jedenfalls ist es bei einem solchen Eingangfahrrad so, dass die Unterstützung durch den Motor hauptsächlich am Berg stattfindet und beim Anfahren. Höhere Geschwindigkeiten (über 15 bis 20 km/h) werden jedoch damit trotz Motorunterstützung nicht gefahren, weil viele Alltagsfahrradfahrer dafür ungewohnt schnell pedalieren müssten.

    Das sieht nach einer guten Lösung aus, um einerseits zu vermeiden, dass das Fahrradfahren immer schneller wird und es dadurch immer hektischer zugeht auf den häufig leider ohnehin zu schmalen Fahrradwegen. Andererseits sind Menschen, die ohnehin nicht so sehr daran interessiert sind, schnell zu fahren, und von nachlassenden Körperkräften oder anderen Einschränkungen geplagt sind, möglicherweise gut bedient mit einem solchen Fahrrad. Und wer ein schnelleres Pedelec hat, bei dem mit Hilfe einer Gangschaltung die 25 km/h, oder knapp 25 km/h ohne schnelles Pedalieren gefahren werden kann und der das auch gerne tut, der wird sich in den Fällen, in denen es die Wahl gibt, vielleicht eher für die Fahrbahn entscheiden als für den Radweg.

    Außerdem ist das Eingang-Pedelec preiswerter. Bei Swap-Fiets kostet es rund 50 € statt 75 € monatlich. Und preiswert ist wichtig, weil möglichst viele Menschen das Fahrrad benutzen können sollen, auch solche mit eher wenig Geld.

    75 € (also ein 50 % höherer Preis) ist bei Swap-Fiets die Monatsmiete für ein Pedelec mit Gangschaltung.

    Dein Fahrrad oder E-Bike für eine feste Monatsgebühr | Swapfiets

    Bin grad drübergestolpert


    Achtung Ullie, nicht klicken:


    Spoiler anzeigen

    Natürlich habe ich trotzdem geklickt. Aber der Link führt ins Leere: "Seite nicht gefunden - Es tut uns leid, die Seite, die Sie suchen, wurde nicht gefunden. Sie existiert vielleicht nicht mehr oder wurde verschoben." Gehe ich recht in der Annahme, dass 70-km-h bedeutet, dass es möglich ist, mit dem S-Pedelec bis zu 70 km/h schnell zu fahren? (Das 70-km-h taucht auf, wenn ich auf Spoiler drücke.)

    Aber so ungewöhnlich ist das dann doch auch wieder nicht. An anderer Stelle hatten wir doch schon mal diese eRockit-Fahrzeuge.

    Also allerspätestens an der Stelle dürfte doch wirklich jedem klar sein, dass man nicht einfach alles, mit Kurbel und Pedale dran noch als Fahrrad durchgehen lassen kann.

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    Der Sprecher indem Youtube-Film: "Man tritt wie auf dem Fahrrad. Aber es ist natürlich kein Fahrrad. Es ist ein Elektromotorrad. Und das spürste spätestens nach 5 Metern, wenn das Ding brachial nach vorne geht..."

    Das Gefühl, dass es beim Anfahren vielleicht nicht gerade "brachial" aber zumindest ungewohnt stark nach vorne geht, hatte ich allerdings bereits bei der Fahrt mit einem Pedelec 25, als ich die höchste Unterstützerstufe eingeschaltet hatte.

    Bitte, ich gönne jedem das Gefühl das Gefühl, das aufkommt, wenn es brachial nach vorne geht. Aber solche Fahrzeuge muss ich deshalb nicht gutheißen. Und wer so was regelmäßig braucht, der kann es ja auf einer privaten Rennstrecke ausleben.

    In Minute 3:10 ff beschreibt der Sprecher das eRockit, nach dem er damit "ein paar Meter am Deich langgedüst" ist, so: "Das eRockit ist wirklich mal was völlig anderes, ... auf dem ich mich wirklich wohlfühle, auch als Autofahrer, ..."

    Ich lass das jetzt mal so stehen.

    Ja.

    Mir fallen noch mehr Anwendungsfälle ein. Aber du kennst ja sowieso nur schwarz und weiß. Ganz oder gar nicht.

    Bitte lese noch mal genau nach, was ich geschrieben habe über die Ausnahmen, die Knoflacher nennt:

    Knoflacher zieht die Grenze bei Null kW-Motorunterstützung und nennt einige Ausnahmen, in denen eine geringfügige Motorunterstützung okay ist. Zum Beispiel "...auch für ältere oder weniger sportliche Menschen, die Höhenunterschiede überwinden wollen." Zitat aus dem bereits oben verlinkten Interview.

    Ist dir das zu wenig?

    Es sind aus meiner Sicht und sicher auch aus der Sicht Knoflachers noch andere Ausnahmen vorstellbar.

    Interessant wäre es in diesem Zusammenhang zu schauen, wie Knoflacher diesen (seinen eigenen) Vorschlag gerne konkret umgesetzt sehen würde. Zu der Frage wie er das Fahrrad als Verkehrsmittel fördern würde, antwortet Knoflacher in dem Interview im Manager Magazin:

    "In Österreich gibt es Kilometergeld für Radfahrten und nicht nur für das Auto. Genau genommen ist es relativ einfach: Man fördert den Fahrradverkehr, indem man Autofahrern das Kilometergeld streicht und sie es nicht mehr von der Steuer absetzen dürfen. Außerdem sollten die Dienstfahrzeuge gestrichen werden, die als indirekte Lohnabgabe über den Betrieb verrechnet werden."

    Und wie würde Knoflacher das beurteilen, wenn jemand ein Pedelec mit Tretunterstützung bis 25 km/h benutzt? Würde er dem Pedelec-Nutzer auch das Kilometergeld streichen wollen? Ich vermute, dass er das nicht verlangt.

    Ja, und indem Du dies tust, setzt Du 250W mit 250KW gleich, 20kg Pedelec mit 2 Tonnen Kraftfahrzeug. Man könnte das, auch die Art und Weise in der Du diese Argumentation verteidigst, für zelotisch halten. Und an der Stelle macht ein weiteres Gespräch keinen Sinn mehr.

    Diesen Vorwurf kann man Knoflacher gegenüber gewiss erheben. Ich bin mir sicher, dass er das mit bedacht hat. Und eigentlich wundere ich mich, dass deine Kritik hier nicht schon früher erhoben wurde.

    Knoflacher sieht anscheinend die Notwendigkeit, für seine Ideen zum Thema Mobilität grundsätzliche Überlegungen anzustellen. Du nicht?

    Du sagst: 250 W Nenndauerleistung sind okay als Motorunterstützung, 250 kW sind nicht okay.

    Ein Microlino-Fahrer könnte sagen, er habe ja "nur" 12,5 kW Nenndauerleistung, während zum Beispiel ein Mercedes E-SUV mehr als 10 mal so viel habe, nämlich 140 kW.

    Wo ziehst du denn die Grenze? Wieviel Watt Nenndauerleistung sind für dich okay als Motorunterstützung?

    Knoflacher zieht die Grenze bei Null kW-Motorunterstützung und nennt einige Ausnahmen, in denen eine geringfügige Motorunterstützung okay ist. Zum Beispiel "...auch für ältere oder weniger sportliche Menschen, die Höhenunterschiede überwinden wollen." Zitat aus dem bereits oben verlinkten Interview.

    Ist dir das zu wenig?

    S-Pedelecs ermöglichen es, mit einem äußerlich Fahrrad-ähnlichen Fahrzeug ganz legal die Fahrbahn zu benutzen. Viele Fahrradfahrer*innen möchten gern auf der Fahrbahn fahren, dürfen es aber wegen der Fahrradweg-Benutzungspflicht nicht, wenn ein benutzungspflichtiger Fahrradweg vorhanden ist. Der Speed-Pedelec-Fahrer in diesem Video will aber gar nicht so gerne auf der Fahrbahn fahren, sondern würde lieber den Fahrradweg benutzen. Er wünscht sich die Freigabe der Fahrradwege für Speed-Pedelecs:

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    In dem Film wird auf die Schweiz verwiesen, wo Speed-Pededelec-Fahrer*innen auch Fahrradwege benutzen dürfen. Allerdings habe ich hier gelesen:

    https://www.veloplus.ch/kompetenz/e-bi…-verkehrsregeln (abgerufen am 23.4.24)

    "In unseren Nachbarsländern Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich dürfen schnelle E-Bikes nicht auf Velowegen fahren. In der Schweiz hingegen ist dies Pflicht und alle E-Bikes müssen den Veloweg benutzen.

    Das wird in dem oben verlinkten Film nicht erwähnt. Vielmehr wird so getan, als sei die Schweiz ein Hort der Freiheit, in der Speed-Pedelec-Fahrer mehr Rechte haben als in Deutschland.

    Merkwürdig finde ich in dem Film auch, dass der Speed-Pedelec-Fahrer an sehr vielen Stellen beklagt, dass er als Speed-Pedelec-Fahrer für den Autoverkehr ein Verkehrshindernis darstellt, z. B. in Minute 3:40 oder in Minute 7:15. Vielleicht erwähnt er deshalb nicht die Radwegbenutzungspflicht in der Schweiz? In Minute 9:30 sagt er nur, dass die Schweizer andere Verkehrsregeln haben, geht aber nicht genauer darauf ein. Es wird nur so viel deutlich, dass er es begrüßt, dass es in der Schweiz kein Fahrradweg-Verbot für Speed-Pedelecs gibt. Aber er sagt nichts dazu, dass in der Schweiz die Fahrradweg-Benutzungspflicht auch für Speed-Pedelecs gilt.