Oops, das täte ja reichen ...
Dann sollte er vorsichtshalber genug eigene Leute abstellen, die Nein sagen?
Oder dann einfach weiterregieren, bis er doch zum Wunschtermin seiner Vertrauensfrage kommt mit Wahltermin außerhalb des Karnevals?
In dem verlinkten Spiegel-Artikel wird darauf hingewiesen:
"Den Weg der Enthaltungen sind sozialdemokratische Abgeordnete bereits 2005 gegangen, als Gerhard Schröder eine Auflösung des Bundestags anstrebte."
"Abweichend von der Kanzlerwahl und der Abstimmung über das Misstrauensvotum, die beide nach der Geschäftsordnung des Deutschen Bundestags geheim sind, hat der Bundestag bei der Vertrauensfrage in der Praxis das Gewohnheitsrecht der namentlichen Abstimmung geschaffen, also der deutlichsten Form der offenen Abstimmung."
Wenn die AfD bei der namentlichen Abstimmung Scholz das Vertrauen ausspricht, dann könnte jeder genau sehen, dass Scholz Zustimmung von der AfD hätte, also von einer Partei, die ihn aufs Schärfste bekämpft. Damit würde die AfD überdeutlich zur Schau stellen, dass sie demokratische Spielregeln und Gepflogenheiten in den Dreck zieht. Leider muss man an der Stelle dazu sagen, dass Schröders Agieren 2005 auch nicht der eines "lupenreinen Demokraten" entsprach. Er hatte nämlich die Vertrauensfrage gestellt, um sie zu verlieren, obwohl es eine Mehrheit der Rot-Grünen Koalition, die ihn zum Kanzler gewählt hatte, im Bundestag gab.
"Die Frage, ob Schröder überhaupt zum Mittel der Vertrauensfrage greifen dürfe, um Neuwahlen zu erreichen, führte zu einer erregten Diskussion. Eine „unechte“ Vertrauensfrage, die gezielt verloren werde, sei nicht mit dem Grundgesetz vereinbar, argumentierten die Abgeordneten Werner Schulz (Bündnis 90/Die Grünen) und Jelena Hoffmann (SPD). Eine später von beiden angestrengte Klage wies das Bundesverfassungsgericht am 25. August 2005 jedoch als unbegründet zurück."
Auch wenn das BVG sich letztlich nicht damit befasste, Schröders Agieren war in jedem Fall fragwürdiger, als das zurzeit bei Scholz der Fall ist, der einen FDP-Minister entlassen hatte, weil keine vertrauensvolle Zusammenarbeit mehr mit ihm möglich war. Das zwei weitere von vier FDP-Minister*innen daraufhin zurückgetreten sind, zeigte, dass die FDP mehrheitlich an einer Fortsetzung der Koalition nicht interessiert war.