Wenn man Gehwegradeln unter Aufsicht mit selbständig Fahrbahnradeln ohne Aufsicht vergleicht.
Das will ich so pauschal nicht gelten lassen. Die von Epaminaidos angesprochene Überforderung von Kindern trifft auch auf viele ältere Menschen zu. Insbesondere dann, wenn sie nie einen Führerschein gemacht haben, keine Autofahrerpraxis haben und mit dem Fahrradfahren nicht kontinuierlich aufgewachsen sind. Das trifft aus verschiedenen Gründen auf viele Menschen zu, sodass sich die Frage stellt, ob ich eine Fahrrad-Kultur entwickeln will, die grundsätzlich für erwachsene Fahrradfahrer*innen möglichst immer die Fahrbahn als Fahrstrecke vorsieht oder ob ich eine Fahrrad-Kultur entwickeln will, die Fahrradfahrer*innen davon abhalten soll, im Mischverkehr mitzufahren.
Die vorhandene Radverkehrsinfrastruktur ist in Hannover, aber auch in vielen anderen Städten, faktisch so beschaffen, dass es zahlreiche Fahrradwege gibt, von denen allerdings viele nicht benutzungspflichtig ausgeschildert sind. Ich halte es für wichtig, dass an den stärker vom Autoverkehr belasteten Straßen diese Angebots-Radverkehrsinfrastruktur zur Verfügung steht.
Trotzdem sollte es stets möglich sein, ordnungsgemäß als Alternative mit dem Fahrrad anstatt auf dem Radweg auf der Fahrbahn zu fahren.
Es ist auch eine Frage, wie optimistisch man die Chance sieht, mehr Menschen für das Fahrradfahren zu begeistern. Insbesondere solche Menschen, die dem Fahrradfahren bisher eher zurückhaltend gegenüberstanden und als Kinder und Jugendliche nicht übergangslos in ein Erwachsenen-Fahrradfahrer*innen-Leben gestartet sind oder sogar nur ganz selten als Kinder oder Jugendliche das Fahrrad benutzten. Sage ich mir: Es lohnt sich nicht, diese Menschen für das Fahrradfahren zu begeistern oder ist es trotz der eher schlechten Ausgangslage lohnenswert, diese Menschen für das Fahrradfahren zu begeistern, die ihre "Fahrradfahrerkarriere" irgendwann schleifen ließen oder nie richtig "an den Start gegangen" sind.