Du meinst aus Massentierhaltung?Oder was genau ist Bio-Erdgas?
"Die momentan effizienteste Energiepflanze ist der Energiemais, weil er robust ist und den größten Methanertrag bringt. Der Anbau alternativer Energiepflanzen, die einen vergleichbaren Energiegehalt wie Energiemais aufweisen, wird derzeit ausgiebig getestet. Für die Produktion von BIO-ERDGAS werden auch Abfall- und Reststoffe aus der Landwirtschaft (z. B. Rinder- und Schweinegülle, Mist, Einstreu oder Ernterückstände) und Substrate aus der Lebensmittelindustrie wie Bioabfall oder Lebensmittelreste verwendet. Diese erbringen ebenfalls einen hohen Methanertrag."
Quelle:
Klar kann man die Produktion von Bio-Erdgas damit kritisieren, dass damit die Massentierhaltung und die "Vermaisung" der Felder vorangetrieben wird. Der Herausgeber der zitierten Broschüre ist:
ERDGAS Produkt- und Systemkampagne
wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft
Gas und Wasser mbH
Reinhardtstraße 32
10117 Berlin
Und die geben das klar und deutlich an, woraus das so genannte Bio-Erdgas produziert wird. "Alles bio oder was?" Ganz sicher nicht!
Aber: Der Knackepunkt ist die Menge: Wenn man am Mobilitätssystem Auto festhält und alle vorhandenen PKW auf Bio-Erdgas umstellen wollte, dann geht das entweder gar nicht oder es würde eine Total-Vermaisung der Felder stattfinden. Vermutlich würden die Lebensmittelpreise in ungeahnte Höhe steigen, wenn für die Bauern die Herstellung von Bio-Erdgas deutlich höhere Profite abwirft.
Würde jedoch das Mobilitätssystem "Auto" komplett ersetzt durch ÖPNV und Radverkehr, und außerdem die Zersiedelung der Landschaft zurückentwickelt, dann müsste man neu rechnen. Und Bio-Erdgas-Herstellung bedeutet ja nicht automatisch die "Vermaisung" der Felder, denn Bio-Erdgas kann auch aus Abfall und Reststoffen der Landwirtschaft und aus Lebensmittelresten hergestellt werden. Solange jedoch fossile Brennstoffe zu einem deutlich niedrigeren Preis verkauft werden, ist es nicht möglich Bio-Erdgas alleine aus Abfall und Reststoffen der Landwirtschaft lohnenswert herzustellen.
Es ist besteht überhaupt ein grundsätzliches Problem, wenn man versucht, fossile Brennstoffe durch andere Energieformen zu ersetzen: Der Preis für fossile Brennstoffe wird dadurch stark sinken. Übrigens auch in dem Falle dass E-Autos die sog. Verbrenner ersetzen, entsteht dieses Problem!
Deshalb reicht es nicht aus, darauf zu warten, dass die Benzinpreise mal steigen oder weniger umweltschädliche Autos hergestellt werden, und sich der massenhafte MIV damit von selbst erledigt. Es muss die Infrastruktur so verändert werden, dass der Autoverkehr ausgegrenzt wird, und wo das nicht oder noch nicht möglich ist, möglichst stark beschränkt wird!
Übrigens würde dann auch der Dieselomnibus ohne Umwelt-Probleme weiter laufen können, wenn der PKW-Verkehr deutlich zurückgefahren wird. Die Diesel-Omnibusse sind ja jetzt schon sauberer unterwegs als die Diesel-PKW.
Als Sprecher der Augsburger Verkehrsbetriebe würde ich so antworten: "Das Problem ist nicht das unsere Busse mit Bio-Erdgas fahren. Das Problem ist, dass immer noch viel zu viele Autos unterwegs sind."