Beiträge von Ullie

    Das Risiko des "Schutzstreifens" besteht darin, dass Radfahrer sich genötigt sehen dürften, rechts der unterbrochenen Strichmarkierung zu fahren und damit im Dooring-Bereich der parkenden KFZ. Und dass sich Kraftfahrer moralisch im Recht sehen könnten, dem Radfahrer ausschließlich den Streifen rechts der Markierung zum Fahren zu lassen und entsprechend eng zu überholen. Mit dem Resultat einer erheblichen Unfallgefahr für die Radfahrer.Dieses Risiko lässt sich minimieren, wenn man auf die Markierung des Pseudo-Schutzstreifens verzichtet. Wer dann noch im Dooring-Bereich radelt ist mindestens selber schuld. Engüberholer gibt es dann auch noch, einige Erfahrungen sprechen aber dafür, dass das Problem eher entschärft wird im Vergleich zu Schutzstreifen oder Radfahrstreifen.
    Das Parken in solchen Straßen über lange Strecken vollständig zu verbieten, halte ich für einen nicht zielführenden Vorschlag. Noch weniger gäbe es bei entsprechend verbreitertem Querschnitt der Fahrbahnfläche dann noch irgendeinen Grund für Markierungen wie "Schutzstreifen".

    Ich sehe keinen Vorteil darin, auf den Schutzstreifen zu verzichten und bleibe dabei, stattdessen muss der Autoparkstreifen weg! Ohne parkende Autos keine gefährliche Dooring-Zone! Und der Schutzstreifen ist dann auch nicht mehr gefährlich sondern verengt optisch die Fahrbahn. Was hast du denn dagegen, dass dort keine Autos mehr parken? Wie schon an anderer Stelle ausgeführt, Kurzzeithalteplätze für Lieferverkehr mit deutlichem Abstand zum Schutzstreifen ist in Ordnung.
    Wer für Radfahrer den Abstand zu parkenden Autos am Straßenrand möglichst groß halten will, der muss sich entscheiden, ob er die Radfahrer komplett in den sonstigen Verkehr einfädelt. Oder ob er die parkenden Autos dichter an die Hauswand drängt. Oder ob er fordert, dass die Parkplätze wegkommen. Da die Parkplätze und die damit verbundene Gefahr der sich öffnenenden Autotüren das Problem sind, kann es, das ist meine Position, dort halt keine Parkplätze geben.

    Ähhh... Nein, das ist nicht hinnehmbar. Oder ist es auch hinnehmbar, wenn ein Autofahrer "nur mal kurz" den Radweg blockiert? Und der "kurze" Be- oder Entladevorgang eines Lieferwagens/LKW kann mal locke 'ne halbe Stunde dauern. Und dann kommt der Nächste. Ich glaube kaum, dass man das Rollstuhlfahrern oder Eltern mit Kinderwagen vermitteln kann, so lange warten zu müssen, weil der Gehweg zu schmal zum Durchkommen ist.

    Schau dir doch bitte mal dieses Bild von der Königstraße an. Der Bürgersteig dort ist breit genug, so dass dort Halteplätze für Lieferverkehr eingerichtet werden können, die auf einen kurzen Abschnitt einen deutlich größeren Teil des Bürgersteigs einnehmen als der vorhandene Parkplatzstreifen es auf ganzer Länge tut. Und trotzdem kämen da noch ohne Probleme Eltern mit Kinderwägen oder Rollifahrer zwischen Hauswand und haltendem Lieferfahrzeug durch. Natürlich will ich nicht, dass Rollstuhlfahrer oder Eltern mit Kinderwagen blockiert werden. Das würde aber auch dann nicht passieren, wenn Lieferfahrzeuge auf Halteplätzen halten, die dichter an der Hauswand sind. Zufällig hält auf dem Foto gerade ein kleiner LKW genau auf dem Parkstreifen. Dabei steht er mit den rechten Rädern dicht an der Bordsteinkante. Und trotzdem blockiert er den Schutzstreifen. Das muss doch nicht sein. Wenn die Lieferverkehr-Halteplätze dichter an der Hauswand sind, dann würde das nicht passieren. Und wenn der Bürgersteig zu den Lieferverkehrzeiten temporär etwas enger ist als sonst ist das hinnehmbar.
    Das Problem ist der ruhende Verkehr. Es wurde dort versucht eine maximale Anzahl Auto-Stellplätze in der Straße unterzubringen. Obwohl es in gerade mal 300 m Entfernung ein riesiges Parkhaus gibt. Und in der Königstraße fährt außerdem eine Buslinie. Wozu braucht es hier also Parkplätze???
    Lieferverkehr, das ist Wirtschaftsverkehr, das ist okay. Aber Einkaufsstätten-Zubringerverkehr mit dem PKW bis direkt vor die Geschäftstüre? Das muss nicht sein.

    Oder schau mal hier:
    Vor der begrünten Baumscheibe könnten Fahrradstellbügel stehen. Bei parkenden Fahrrädern tun sich keine gefährlichen Autotüren auf. Die hellgraue Granitpflaster-Fläche, dort wo das Werbebanner steht, da könnte ein Liefefahrzeug-Halteplatz sein. Der Liefernant würde keine Fußgänger, Rollifahrer usw. blockieren. Und er stünde weit genug weg vom Schutzstreifen, so dass der Fahrer beim Aussteigen keine Radfahrer gefährdet.

    Ja, die kenne ich und dort stand früher auch immer der Startpunkt.
    Bin ja mittlerweile fündig geworden, aber danke!

    Critical Mass gibt's auch in Hannover. Auch jetzt in der kalten Jahrezeit! Im Dezember und letzte Woche im Januar kam zwar jeweils nicht die ganz große Masse zusammen, aber für eine kritische Masse reichte es aus.
    Falls du also mal an einem der letzten Freitage eines Monats zufällig in Hannover sein solltest... Herzliche Einladung!
    Treffpunkt in Hannover ist stets 18:30 Uhr am Klagesmarkt an jedem letzten Freitag eines Monats!
    Kartengrundlage: openstreetmap.de
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    Und wenn DJ-Martini dabei ist, dann gibt's satte Musikbegleitung aus dem Disco-Fahrrad-Anhänger. Er nimmt auch Musikwünsche entgegen!
    Das Bild links entstand am Steintor, das rechte Bild mit dem Disco-Anhänger in der Calenberger Neustadt vor der Calenberger Esplanade:
    20161230criticalmassfauly.jpg

    Sie können auch der Lärmminderung für Anwohner dienen oder dem unattraktiv machen von Durchgsangsverkehr zum Schutz schwächerer VT.

    Im vorliegenden Fall (Aufpflasterung in der Posthornstraße vor dem Portal zum Von Alten Garten) kommt noch hinzu, dass es historisch betrachtet in Städten häufiger große gepflasterte Plätze gab vor allem vor historisch wichtigen Gebäuden. An dieser Stelle verbinden sich halt mehrere Funktionen. Die Aufpflasterung und vor allem die Rampen die auf die aufgepflasterte Fläche führen, bremsen den Verkehr. Und die Fläche selbst steigert die repräsentative Wirkung des Eingang-Portals (bzw, der Reste des Eingangs-Portals). Das sind die vier Pfeiler, die mal zu einer Toranlage gehörten.

    Schlimm ist, dass manche Autofahrer gedankenlos und respektlos dort ihr Auto parken. Und das müsste nicht sein, wenn es nicht diesen quasi heimlichen Lehrplan der Autolobby gäbe, macht euch überall breit - den Autos gehört die Welt.

    Warum bist du gegen Kontrollen? Was sind für dich andere Möglichkeiten, die nicht bauliche Maßnahmen sind? Und vor allem: Welche Möglichkeiten (auch bauliche Maßnahmen) siehst du, um zu enges Überholen zu unterbinden, wenn es keine getrennte Verkehrsführung gibt?

    Ein Schutzstreifen, deren Funktion nicht dadurch beeinträchtigt wird, dass er zu dicht an Autotüren vorbeigeführt wird, trägt dazu bei, dass Radler nicht zu dicht überholt werden. Im Beispiel Königstraße ist doch das Problem, dass der Schutzstreifen zu einer Gefährdung der Radfahrer führt, weil diese durch den Schutzstreifen dazu bewegt werden, zu dicht an den parkenden Autos lang zu fahren. Deshalb: Parken dort keine Autos, dann ist der Schutzstreifen sinnvoll.
    Ich bin übrigens nicht gegen Kontrollen. Aber es macht keinen Sinn Verkehrsprobleme durch Kontrollen lösen zu wollen, die auch anders zu lösen sind. Und da gibt's bauliche Maßnahmen, aber auch eine grundlegend geänderte gesellschaftliche Haltung zum Autofahren. Das sind freilich dicke Bretter zu bohren.
    Auch juristisch gibt's da noch einiges zu verbessern, ohne dass ich Kontrollen damit meine. Passiert ein Unfall, dann kommen Autofahrer in der Regel sehr glimpflich davon, auch wenn er bei dem Unfall jemanden totgefahren hat. Das Auto ist gesellschaftlich so stark positiv aufgeladen, dass man gegenüber jemanden, der mit einem Auto jemanden tot fährt, in der Regel Milde walten lässt. Gefährliches und vor allem gefährdendes Fahrverhalten wird damit Vorschub geleistet. Dabei würde m. E. bereits der verpflichtende Einbau von Fahrtenschreibern, wie sie zum Beispiel bei Omnibusbetrieben üblich sind, eine Menge Gutes bewirken. So ein Fahrtenschreiber dokumentiert z. B. die gefahrenen Geschwindigkeiten, Betätigung des Fahrtrichtungsanzeigers und viele andere technische Vorgänge, die mit dem Fahren in Verbindung stehen. Bei Bedarf können sie von der Polizei ausgelesen werden. Und die vorhandenen Strafen würden vermutlich häufiger verhängt bzw. die Abschreckungswirkung vergrößert werden.
    Speziell aufs zu dichte Überholen bezogen, könnte die Funktion solcher Fahrtenschreiber auch noch ausgeweitet werden auf Abstände beim Überholvorgang. Sollte doch heutzutage technisch möglich sein! Kommt es dann zu einem Unfall, dann kann sich keiner drauf raus reden, "ich schätzte den Abstand für ausreichend ein".

    Gut da könnte man jetzt einwenden, dass sei auch eine Art Kontrolle. Aber eben nicht in der Form, dass es zum Volkssport gemacht wird, z. B. Tempoblitzer zu überlisten, in dem man rechtzeitig davor abbremst, um dann wieder Gas zu geben. Oder es zum Unterhaltungselement von Radiosendern mit Autofahrerpublikum macht. ("Flitzer-Blitzer, hier erfährst du, wo heute geblitzt wird.")

    Dem möchte ich energisch widersprechen. Der logisch naheliegendste Ansatz und die unter Aufwand-Ertrags-Betrachtung günstigste Lösung ist es, die bestehenden Regeln und Gesetze durchzusetzen bzw. deren Einhaltung zu überwachen.
    Neue Maßnahmen, neue Regeln, neue Gesetze... dieser Weg wird in der Politik immer wieder verfolgt. Nicht, weil es wirksamer oder günstiger ist, sondern IMHO weil man vermeidet, die Menschen damit zu konfrontieren, dass das, was sie bislang immer so gemacht haben, noch nie erlaubt und richtig war. Also gibt man vor, es müsse irgendetwas anders als bisher geregelt werden, um eine Verhaltensanpassung zu erzwingen. Oder auch nur, um im Zustand der öffentlichen Aufmerksamkeit hektische Betriebsamkeit vorzutäuschen und später, wenn Gras über die Sache gewachsen ist, das Vorhaben rechtzeitig vor der nächsten Legislaturperiode zu versenken.

    BTW was für bauliche Maßnahmen schweben Dir denn vor auf einer einfachen glatten Fahrbahn mit zu schmalen "Schutzstreifen"? (um mal bei dem Beispiel zu bleiben)

    Das Sicherheitsproblem im vorliegenden Fall (Radfahrer werden durch Schutzstreifen gefährdet, die zu dicht an parkenden Autos verbeiführen) besteht doch darin, dass ein Autofahrer unaufmerksam die Tür öffnet und damit Radfahrer zum Stürzen bringt. Wird der stürzende Radfahrer dann noch von einem hinter ihm fahrenden Fahrzeug überrollt, kann so ein Unfall schnell tödlich enden.

    Deshalb müssen die Parkplätze aufgehoben werden. Der Straßenrand ist so zu gestalten, dass dort kein Parken möglich ist. Es gibt ja auch keine tatsächliche Notwendigkeit, ausgerechnet dort zu parken, wo die Straße eng ist und Radfahrer gefährdet sind. Für den Lieferverkehr können Halteflächen so angelegt werden, dass die Fahrzeuge in gebührendem Abstand zum Straßenrand halten können. Dann wird zwar in den kurzen Zeitabschnitten in denen Lieferfahrzeuge halten, der Bürgersteig sehr schmal, aber das ist hinnehmbar, weil die Lieferfahrzeuge ja nur kurz halten.

    Gut ganz ohne Kontrolle wird das auch nicht gehen. Aber diejenigen Geschäftsinhaber, deren Lieferparkplätze blockiert werden, die werden dann aktiv werden. Und außerhalb der Lieferzeiten fahren Hydropoller hoch und blockieren die Haltefläche für Lieferfahrzeuge.

    Man sollte nicht vergessen, das Tempo nur dann wirklich gut für Radfahrer ist, wenn dies auch mit Kontrollen einher geht. Wenn man als Radfahrer mit 30 km/h in der 30 Zone immer noch von fast jedem PKW Fahrer "überholt werden muss" und dass so dringend ist, dass dabei auch nötige Seitenabstände ignoriert werden, dann bringt es erst mal wenig.

    Meine Erfahrungen sind, dass ich auf dem Rad von vielen PKW überholt werde, auch zu eng:

    • bei Tempo 30 in der 30 Zone oder wenn Tempo 30 so angeordnet ist
    • in verkehrsberuhigten Bereichen
    • in einer freigegebenen Fußgängerzone vom Lieferverkehr

    Sicher nahezu gleich wichtig wie Tempo 30 wäre es dieses "ich habe das schnelle Fahrzeug ich MUSS schneller sein" denken raus zu bekommen. Das geht aber nur mit Kontrollen.

    Nein, Kontrollen sind stets das ungünstigste Mittel oder sagen wir mal die ultima ratio, der letzte Lösungsweg. Es gibt zahlreiche andere Möglichkeiten, vor allem bauliche Maßnahmen, die dem vorzuziehen sind.

    Kein Wunder. Der Streifen schützt am besten, wenn man ihn rechts liegen lässt, denn er markiert ziemlich genau den notwendigen Seitenabstand zu den parkenden Kraftfahrzeugen.

    Im vorliegenden Fall (Könisgtraße) wurde Parkstreifen-seitig keine Markierung angelegt. Der gepflasterte Gossenbereich gibt jedoch einen Anhaltspunkt dafür, bis wohin das Parken stattfinden soll. Leider interpretieren viele Autofahrer den Gossenstreifen so, dass sie ihn zum Parkplatz dazu zählen.
    Trotz des viel zu schmalen "Schutzstreifens" ist jedoch längst nicht jeder Hochbord-Radweg eine bessere Lösung, denn viele Radwege werden ebenfalls viel zu dicht an parkenden Autos entlanggeführt. Öffnet der Beifahrer unvorsichtig die Tür, dann wird's schnell eng. Und Beifahrer achten beim Aussteigen möglicherweise noch weniger auf den rückwärtigen Verkehr als die Fahrer eines Autos.
    Außerdem stellt sich die Frage, wie es denn nun in der Königstraße konkret weitergehen soll.

    Sollten breitere Schutzstreifen wegen fehlender Gesamtstraßenbreite nicht angelegt werden können, ist es dann besser, die vorhandenen Schutzstreifen wieder komplett zu entfernen?
    Oder anders herum gefragt: Hätte das Straßenprofil beim Umbau breiter angelegt werden müssen? Breite Straßen aber laden ein zum Rasen.
    Solche Straßen mit Schutzstreifen sollten am besten so gestaltet werden, dass die Parkplätze gegenüber den Abschnitten an denen Bäume stehen, deutlich tiefer Richtung Hauswand angelegt werden. Dann fehlt zwar in dem Bereich, in dem Autos parken, den Fußgängern ein breiter Bürgersteig. Aber in dem Bereich, in dem Bäume stehen, kann der Bürgersteig dafür wieder breiter sein.

    Erdgasautos werden seit Jahrzehnten auch von den großen Herstellern ab Werk wie sauer Bier angeboten bzw. wurden. Zum Beispiel von Fiat, Opel, VW, Volvo, BMW, Mercedes usw.
    Diese Fahrzeuge kranken jedoch an den gleichen Dingen wie E-Autos: Dünne Infrastruktur und magere Reichweiten wegen geringer Energiedichte des Gases.

    Für Erdgasauto-Kunden, die auf eine große Reichweite Wert legen und nicht riskieren möchten, wegen einer fehlenden Tankstelle an der Weiterfahrt gehindert zu werden gibt es jedoch Alternativen: "Manche Hersteller kompensieren den geringeren Aktionsradius, indem sie ihre Erdgasautos bivalent auslegen. Sie bekommen zusätzlich einen großen Benzintank. So verlangt der VW Golf TGI erst nach maximal 1360 Kilometern nach einem Boxenstopp, bei über 940 Kilometern davon schluckt er Ottokraftstoff." (420 km reine Erdgas-Reichweite, dass mal nebenbei sind auch schon eine ganz ordentliche Reichweite, an die die meisten reinen E-Autos nicht heranreichen.)
    Ich vermute einen anderen Grund, der die Autofirmen daran hindert, Erdgasfahrzeuge offensiv anzupreisen: Die "PS-Ausbeute" ist enger begrenzt als bei Diesel. Ich hege den Verdacht, dass die Fahrzeugindustrie den Diesel-Hype aus einem ganz bestimmten Grund verfolgt. Es sollen PKW mit Motoren konstruiert werden, die bei möglichst geringem CO2-Ausstoß eine maximal hohe PS-Zahl aufweisen, weil so der "PS-Wahn" im Autogeschäft noch ein bisschen weiter nach oben geschraubt werden kann.
    Und ich vermute ferner, dass die E-Autos zwar bislang für die Fahrzeugindustrie noch nicht so interessant sind wegen der von dir angesprochenen Reichweiten-Problematik, aber sie werden von den Autoproduzenten vor allem anderen deshalb geschätzt und weiter entwickelt, weil diese Fahrzeuge eines Tages mit PS-Zahlen angeboten werden können, an die Brennstoffmotoren nicht heranreichen können, solange der CO2-Ausstoß gedeckelt bleibt.

    Deshalb ist es wichtig nicht nur wegen der Stickstoffdioxid-Belastung eine Entschleunigung des Autoverkehrs und einen Rückbau der MIV-Infrastruktur durchzuführen. Das ist der konkrete Anlass für die Petition "Stickstoffdioxidbelastung in Hannover senken! Jetzt!" ( ) Langfristig geht es dabei aber auch darum, die Unfallgefahr zu senken. Denn die vom MIV ausgehende Unfallgefahr ändert sich nicht durch die Art des Antriebs der Autos.

    In dieser verkehrsberuhigten Zone in Hannover dagegen wird gegen Falschparker nicht mit der nötigen Konsequenz vorgegangen:

    Die aufgepflasterte Verkehrsfläche soll ein repräsentatives Entré für den angrenzenden Von Alten-Park-darstellen. Vielen Autofahrern bereitet es jedoch wenig Kopfschmerzen, sich über die Regelung hinwegzusetzen, dass in verkehrsberuhigten Bereichen das Parken nur dann erlaubt ist, wenn dort Parkplätze markiert sind.
    Hier noch mal ein Blick auf dieselbe Fläche, jetzt jedoch mit dem Parkeingang im Hintergund:

    Du meinst aus Massentierhaltung?Oder was genau ist Bio-Erdgas?


    "Die momentan effizienteste Energiepflanze ist der Energiemais, weil er robust ist und den größten Methanertrag bringt. Der Anbau alternativer Energiepflanzen, die einen vergleichbaren Energiegehalt wie Energiemais aufweisen, wird derzeit ausgiebig getestet. Für die Produktion von BIO-ERDGAS werden auch Abfall- und Reststoffe aus der Landwirtschaft (z. B. Rinder- und Schweinegülle, Mist, Einstreu oder Ernterückstände) und Substrate aus der Lebensmittelindustrie wie Bioabfall oder Lebensmittelreste verwendet. Diese erbringen ebenfalls einen hohen Methanertrag."
    Quelle:
    Klar kann man die Produktion von Bio-Erdgas damit kritisieren, dass damit die Massentierhaltung und die "Vermaisung" der Felder vorangetrieben wird. Der Herausgeber der zitierten Broschüre ist:
    ERDGAS Produkt- und Systemkampagne
    wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft
    Gas und Wasser mbH
    Reinhardtstraße 32
    10117 Berlin

    Und die geben das klar und deutlich an, woraus das so genannte Bio-Erdgas produziert wird. "Alles bio oder was?" Ganz sicher nicht!
    Aber: Der Knackepunkt ist die Menge: Wenn man am Mobilitätssystem Auto festhält und alle vorhandenen PKW auf Bio-Erdgas umstellen wollte, dann geht das entweder gar nicht oder es würde eine Total-Vermaisung der Felder stattfinden. Vermutlich würden die Lebensmittelpreise in ungeahnte Höhe steigen, wenn für die Bauern die Herstellung von Bio-Erdgas deutlich höhere Profite abwirft.
    Würde jedoch das Mobilitätssystem "Auto" komplett ersetzt durch ÖPNV und Radverkehr, und außerdem die Zersiedelung der Landschaft zurückentwickelt, dann müsste man neu rechnen. Und Bio-Erdgas-Herstellung bedeutet ja nicht automatisch die "Vermaisung" der Felder, denn Bio-Erdgas kann auch aus Abfall und Reststoffen der Landwirtschaft und aus Lebensmittelresten hergestellt werden. Solange jedoch fossile Brennstoffe zu einem deutlich niedrigeren Preis verkauft werden, ist es nicht möglich Bio-Erdgas alleine aus Abfall und Reststoffen der Landwirtschaft lohnenswert herzustellen.
    Es ist besteht überhaupt ein grundsätzliches Problem, wenn man versucht, fossile Brennstoffe durch andere Energieformen zu ersetzen: Der Preis für fossile Brennstoffe wird dadurch stark sinken. Übrigens auch in dem Falle dass E-Autos die sog. Verbrenner ersetzen, entsteht dieses Problem!
    Deshalb reicht es nicht aus, darauf zu warten, dass die Benzinpreise mal steigen oder weniger umweltschädliche Autos hergestellt werden, und sich der massenhafte MIV damit von selbst erledigt. Es muss die Infrastruktur so verändert werden, dass der Autoverkehr ausgegrenzt wird, und wo das nicht oder noch nicht möglich ist, möglichst stark beschränkt wird!
    Übrigens würde dann auch der Dieselomnibus ohne Umwelt-Probleme weiter laufen können, wenn der PKW-Verkehr deutlich zurückgefahren wird. Die Diesel-Omnibusse sind ja jetzt schon sauberer unterwegs als die Diesel-PKW.

    Als Sprecher der Augsburger Verkehrsbetriebe würde ich so antworten: "Das Problem ist nicht das unsere Busse mit Bio-Erdgas fahren. Das Problem ist, dass immer noch viel zu viele Autos unterwegs sind."

    Was spräche eigentlich dagegen, dass die Verbrennungsmotor-Hersteller auf Gas umrüsten? habe mal gelesen, dass die Gasvorräte noch ca. 200 Jahre reichen. Nicht, dass ich das befürworten würde, aber warum sind die noch nicht auf die Idee gekommen? Immerhin wäre damit das Diesel-Abgas-Problem vom Tisch...

    In der Tat, das wundert mich ebenfalls sehr. Und bei jeder Gelegenheit binde ich es Autofahrern auf die Nase, wenn sie darüber jammern, dass das Benzin so hoch versteuert sei.
    Allerdings ist es nicht so, dass noch keiner auf die Idee gekommen wäre, den Fahrzeugbetrieb auf Erdgas umzustellen:
    "Die Augsburger Stadtwerke haben ein ambitioniertes Ziel: Bis 2017 soll der gesamte Betrieb des öffentlichen Nahverkehrs CO2-neutral bewerkstelligt werden. Für die Omnibusflotte haben die Augsburger das Ziel schon erreicht, denn die Busflotte fährt in der Fuggerstadt bereits seit Jahren mit umweltfreundlichem Erdgas und seit einem Jahr sogar mit 100 Prozent Bio-Erdgas. Mit der Order von 13 Mercedes-Benz Citaro NGT (Natural Gas Technology) Omnibussen bleiben die Stadtwerke diesem umweltfreundlichen Antriebskonzept treu, möchten mit dem Einsatz des Stadtbusklassikers Citaro den Fahrgastkomfort aber nochmals deutlich steigern. Am 11. Dezember 2015 hat Tammo Voigt, Leiter Verkauf ÖPNV Großflotte Mercedes-Benz Omnibusse, den symbolischen Schlüssel für den ersten ausgelieferten Citaro Erdgasbus mit neuer Motortechnologie an Ernst Schäfer, Leiter der Omnibuswerkstätten Stadtwerke Augsburg, überreicht."

    Bio-Erdgas heißt erneuerbare Energien, das gibt's auch noch wenn die Erdgasvorräte erschöpft sind.
    Und auch in Oldenburg verkehren sehr viele Erdgasbusse! Die Verkehr und Wasser GmbH Oldenburg (VWG) machen auf ihre Erdgasbusse auf ihren Erdgasbussen aufmerksam. Sozusagen Werbung in eigener Sache!
    erdgasbusinoldenburgssksh.jpg

    Gerade wegen der großen Abhängigkeit sollte man sich jetzt davon lösen. Jetzt könnte man es evt. noch schaffen andere Industriezweige zu erstellen. Dieses Land hat keine bedeutenden Rohstoffe wie Erdöl oder Gas. Erfolg kann man nur mit Produkten haben, die auf dem alten System der "Dichter und Denker" (heute: Ingenieure und Erfinder) basieren. Statt Geld zu verbrennen um die Autoindustrie zu subventionieren, sollte man lieber alles in die Schulen pumpen.

    Es müssen ja nicht gleich ganz andere Industriezweige erschlossen werden. Die Fahrzeugindustrie bringt auch durchaus sinnvolle Produkte hervor: Omnibusse.
    Die VW-Tochter MAN beispielsweise beliefert die Üstra mit Hybridbussen, die von einem Elektromotor angetrieben werden.
    Auch im Sinne von globaler Nachhaltigkeit sind ÖPNV-Fahrzeuge klar im Vorteil. Mit einer "fetten PS-Schleuder" ermöglicht man nur wenigen Menschen Mobilität. Mit einem Omnibus dagegen Hunderten Menschen Tag für Tag!

    Und es sollte VW nachdenklich stimmen, dass mittlerweile sogar der ADAC den Verzicht auf's Auto fordert, wie die HAZ von Mittwoch, 25.1.2017, unter dem Titel, "CDU fordert Offensive gegen Parkplatznot ", berichtet: "Der ADAC glaubt, dass die Parkplatznot langfristig nur dadurch gemildert werden könne, dass weniger Autos auf den Straßen kurven. „Innenstadtbewohner werden sich künftig Fahrzeuge teilen oder gar kein Auto mehr besitzen“, sagt ADAC-Sprecherin Christine Rettig."

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    Foto: Für sie ist die Straße da: Fußgänger, Radfahrer, ÖPNV, Rettungswagen! MAN-Hybridomnibus mit Elektromotor-Antrieb. Der Strom wird mithilfe eines Generators erzeugt, der von einem Dieselmotor angetrieben wird. Kondensatoren und/oder Batterien auf dem Dach speichern die Bremsenergie (Rekuperation).

    "bislang nicht hinreichend gelungen" würde ja heißen, dass es zumindest versucht wurde. Das dürfte kaum der Fall sein.Es gab und gibt praktisch kein einziges Gesetz, keine Vorschrift, die die Autohersteller zu einer wirklich bedeutenden Änderung ihrer Modelle zugunsten einer besseren Umwelt und Gesundheit der Bürger verpflichtet hat hat (Kleinigkeiten, wie Sicherheitsgurt oder Katalysator mal ausgenommen). Auch gibt es bis heute keine Strafen für Raser, Drängler und andere Aggressoren, die andere Verkehrsteilnehmer gefährden, sondern lediglich lachhafte Bearbeitungsgebühren.

    Nicht genug damit, verweigert sich die Bundesregierung einer echte Aufklärung des "Abgasskandals" von VW (und ganz sicher auch weiteren Herstellern), von wirksamen Maßnahmen, die weiteren Gesundheitsschaden vom Volk fernhalten (Emissionsprüfung unter realistischen Fahrbedingungen), ganz zu schweigen.

    Mit anderen Worten: Der korrupte Staat hat nicht das geringste Interesse daran, das Wohl der Bürger (seiner Wähler!) höher zu gewichten, als die Gewinne der Autoindustrie.

    Ich befürchte man macht es sich zu einfach, wenn man mit Blick auf das tägliche "Tollhaus" auf den Straßen die Verantwortung dafür beim Staat verortet. Der Staat das sind auch die vielen Bürger, die gerne, viel und schnell Auto fahren. Vielleicht hat Klaus Gietinger Recht. Er fordert in seinem Buch "Totalschaden" mit dem Untertitel "Das Autohasserbuch": "Verteufelt das Auto, es ist eine Massenvernichtungswaffe!"  (Den Moderator möchte ich bitten, in Rechnung zu stellen, dass ich hier aus dem Buch eines sehr renommierten und bundesweit anerkannten Filmregiesseurs (u. a. mehrere Tatort-Folgen) und Autors zitiere. Deshalb möge der Moderator an dieser Stelle nicht als Zensor tätig werden.)

    Da schüttelt sich der "aufgeklärte Mensch", bzw. der, der sich dafür hält. "Verteufeln" ist das nicht so'n mittelalterliches religiöses Ding, mit der der (scheinbar) aufgeklärte Mensch von heute nichts am Hut hat?
    Aber aufgemerkt: Gietinger fordert nicht "verteufelt die Autofahrer". Die Autofahrerei ist zu sehr "Sucht und Seuche zugleich" (Zitat ebenda von Gietingers Website), als dass man vorschnell denjenigen verteufeln sollte, der dieser "Sucht und Seuche" erliegt.

    Eine so "teufliche" Sache, wie das Auto, hältst du nicht mit Gesetzen und Vorschriften auf Kampfradler!
    autoverteufelttojfr.jpg


    petition-plakatcverklv9xg9.jpg


    Das Problem bei dem Zitat ist, dass es eben hauptsächlich zur Begründung von Sozialismus und Kommunismus eingesetzt wird. Zwei Strömungen, die meiner Meinung nach aufgrund ihrer einfachen Feindbilder sehr gefährlich sind. Und genau darum möchte ich es nicht so im Raum stehen lassen. Einfache Erklärungen für unsere heutigen Probleme sind leider einfach immer falsch. Ich finde das auch sehr schade, kann es aber nicht ändern.

    Epamianidos, du schreibst: "Einfache Erklärungen für unsere heutigen Probleme sind leider einfach immer falsch." Aber ist das nicht auch eine "einfache Erklärung", zu sagen, das es keine einfachen Erklärungen gäbe? Sogar eine gefährlich einfache Erklärung, weil sie die Gefahr beinhaltet, einfach alles so weiter laufen zu lassen, auch dann, wenn es dringend Zeit ist eine Kurskorrektur vorzunehmen.
    Bezogen auf das Abgasproblem, das hat VW selbst zugegeben, gab es ein Betriebsklima, dass keinen Misserfolg zulässt. Es sollten Lösunge her und es sollte niemand in Frage stellen, dass es möglich sei immer PS-stärkere Autos zu bauen, ohne dass der Kunde mit so unangenehmen Aufgaben belastet wird, wie hin und wieder mal Harnstoff nachzutanken. Selbst der Begriff "Harnstoff" wurde eliminiert und durch "Adblue" ersetzt.
    Es trifft sicher zu, dass es nicht immer die eine einfache Lösung gibt. Aber in einem Diskussionsprozess müssen mögliche Ursachen für Fehlentwicklungen benannt werden! Und es macht keinen Sinn, jeden Erklärungsansatz im Keim zu erstricken, indem man ihn als "einfache Erklärung" brandmarkt!
    Ein Autoproduzent will ein Maximum an Autos verkaufen, zu einem maximal hohen Preis und den versucht er durch eine völlig überdimensionierte Motorisierung seiner Produkte in die Höhe zu treiben. Das ist kapitalistische Wirtschaftsweise und muss durch staatliches Gegenlenken so kanalisiert werden, dass dadurch kein Schaden für die ganze Gesellschaft daraus erwächst. Nach meiner Einschätzung ist das bislang nicht hinreichend gelungen. Besonders in den Städten leiden viele Menschen in hohem Maß unter dem extrem hohen Motorisierunggrad des Indidvidualverkehrs. Und der umweltverträgliche Individualverkehr mit dem Fahrrad wird nach wie vor "stiefmütterlich" behandelt.

    Du hast vollkommen recht: Es ging hier um ein paar Idioten, die bei den Abgaswerten betrügen.Das nutzt Du, um "Das Kapital" allgemein zu diskreditieren. Dir ist schon bewusst, dass dieses Zitat aus "Das Kapital" von Karl Marx stammt und eine Grundlage des Klassenkampfes ist, oder?

    Also in dem Tagesschau-Beitrag mit Werner Eckert ( ) ging es nicht um ein paar Idioten, sondern um namhafte große Autoproduzenten, die beiderseits des Atlantiks die Menschen verschaukeln, indem sie ihnen vormachen, es sei kein Problem immer leistungsstärkere größere und schwerere Autos zu bauen und damit alle Menschen zu "beglücken".
    In Europa, so stellt es Werner Eckert da, habe man versucht, durch die Begrenzung des CO2-Ausstoßes diesen Wettlauf um mehr PS einzudämmen. Folge: Der Dieselmotor rückte in den Mittelpunkt, weil sich da ein paar PS mehr rausholen lassen bei gleicher CO2-Emmission als beim Benziner. Die giftigen Stickoxid-Emissionen ignorierte man lange Zeit.
    In Amerika fokusierte man sich auf die Stickoxid-Abgabe und erklärte das CO2-Problem kurzerhand für nichtig. In beiden Fällen geht es darum, dass die Automobil-Produzenten es nicht akzeptieren wollen, dass gewählte und damit demokratisch legitimierte Regierungen erkannt haben, dass immer mehr Autos mit immer stärkeren Motoren und immer mehr Gewicht deutlich mehr Probleme verursachen als sie vorgeben zu lösen.
    Besonders dramatisch in Niedersachsen: Der Staat selbst ist Anteilseigner bei denjenigen, die letztlich staatsgefährdend handeln.
    Und in der Bevölkerung gibt es eine erschreckend hohe Bereitschaft, diese Lügenmärchen vom Segen des Automobilismus zu glauben. Immerhin ist dieser Aberglaube in jüngster Zeit etwas erschüttert.
    Leider ist das nächste Lügengebilde absehbar: So lange Verbennungsmotoren die Autos antreiben kann man zumindest ansatzweise ein kleines Riegelchen der wuchernden PS-Inflation entgegensetzen durch Grenzwerte für Emmissionen.
    Doch die Batterie-getriebenen PKW stehen bereits in den Startlöchern und wir werden eine Fahrzeug-Generation erleben, bei der sich in kürzester Zeit die PS-Zahl verdoppeln wird! Bis es der Politik gelingt, auch hier Grenzelinien zu ziehen.
    Warum? "Das Kapital hat einen Horror vor Abwesenheit von Profit, oder sehr kleinen Profit, ..." Das es ein "Klassenkämpferisches Zitat" ist bedeutet ja nicht, dass man es deshalb einfach beiseite wischen dürfte als Erklärungsansatz für das, was da gerade läuft und noch auf uns zukommen wird
    Es gibt da übrigens ein sehr interessantes Buch in der Bibliothek der verbrannten Bücher:
    Ilja Ehrenburg: "Das Leben der Autos", 1930.
    Ilja Ehrenburg war übrigens Kommunist! Das sollte dich aber nicht davon abhalten, das Buch zu lesen! Auch heute, fast 90 Jahre später ist das Buch noch absolut lesenswert!
    Ein kurzes Zitat daraus: "Citroen verteilt an fünftausend Agenten im Land die Aufgabe, das Automobil unter die Leute zu bringen. Er sieht seine Mission darin, jedem Menschen eines zu beschaffen. Werbung, Ausbreitung und Vermarktung der Automobile."

    Ein hörenswerter Link zu einer Radio-Diskussionsveranstaltung, bei der Zuhörer anrufen und Fragen an den Verkehrsexperten Heiner Monheim stellen:
    https://deref-web-02.de/mail/client/GK…tezeit_wdr5.mp3
    Das ist quasi ein kleiner Vorgeschmack auf die Diskussionsveranstaltung.
    Die Sendung zeigt: Es reicht nicht aus, den ÖPNV und die Radverkehrsinfrastruktur auszubauen, es muss vielmehr gleichzeitig ein Rückbau der Autoverkehrsinfrastruktur stattfinden.

    Wie kommst du auf 1,85 m für Schutzstreifen ? Das Regelmaß laut ERA für Schutzstreifen ist 1,5 m, das Mindestmaß ist nur 1,25 m und wird auch regelmäßig bei Anlagen von Schutzstreifen ausgenutzt. Dazu kommt noch, das das Regelmaß für den Sicherheitraum zu rechts parkenden Auto nur 0,5, das Mindestmaß sogar nur 0,25 beträgt ( bei Radfahrstreifen 0,75m/0,5m ). D.h bei einem regelkonform nach ERA Mindestmaßen ausgeführtem Schutzstreifen ist die linke Begrenzung nur 1,5 m von der Begrenzung des Parkplatzes rechts davon entfernt und ein Radfahrer muß so einen "Schutzstreifen" verlassen um nicht im Aufklappbereich von Autotüren fahren zu müssen. Und Schutzstreifen mit Mindestmaß sind keine Ausnahme.Dazu kommt noch, daß laut Theorie zwar Autofahrer beim Überholen eines Radfahrers auf dem Schutzstreifen die gleichen Sicherheitsabstände einhalten müssen wie ohne Schutzstreifen. In der Praxis wird aber oft beim Überholen des Radfahrers hart rechts an der Begrenzung des Schutzstreifens gefahren. Inbesondere dann, wenn Gegenverkehr vorhanden ist.
    Beim ADFC NRW gibt es die Maße der ERA übersichtlich dargestellt. Dazu vielleicht noch eine Übungsaufgabe ;) : Ergänze die dort dargestellten Strassenquerschnitte um ein Bild, wo ein die Fahrbahn benutzender Radfahrer von einem Autofahrer unter Einhaltung der geforderten Sicherheitsabstände überholt wird. Fällt dir was auf ?

    Diese Bilder auf der angegebenen ADFC-NRW Seite vernachlässigen die Gesamtstraßenbreite.
    Man könnte ja die Sache so betrachten: Erstrebenswert sind ein möglichst breiter Radweg, eine möglichst breite Fahrspur für den KFZ-Verkehr und für die Gegenrichtung noch mal das selbe.
    Genau das ist meines Erachtens nicht in allen Fällen erstrebenswert.
    Und da können Schutzstreifen eine gute Option sein.
    Allerdings sollte die Option eines lediglich 0,25 m breiten Abstandes zum Parkstreifen nicht möglich sein. Das ist dann ein schlechter Schutzstreifen, der das Radfahren zusätzlich gefährlich macht. Aber das hatte ich ja auch weiter oben schon geschrieben. Es besteht die Gefahr, dass Schutzstreifen schlecht angelegt werden. Ich finde sie sollten nur dann zum Einsatz kommen, wenn damit die Möglichkeit verbunden ist, die KFZ Fahrspuren schmaler zu machen als es bei Radfahrstreifen möglich ist. Aber auch dann ist es eine Frage von Verkehrsaufkommen, gewünschtem Verkehrsaufkommen, der Art des Verkehrsaufkommens usw.
    Ich finde es auch nicht dramatisch, dass auf Schutzstreifen gehalten (max. 3 Min.) werden darf. Zumindest dann nicht wenn als einzige Alternative der Verzicht auf das Anlegen eines Schutzstreifens im Raume steht, weil z. B. ein Radfahrstreifen nicht möglich ist.
    Der 1,85 m breite Schutzstreifen sollte doch auch dann möglich sein, wenn das Regelmaß für Schutzstreifen 1,5 m beträgt?
    Die Frage Hochbordradweg, Radfahrstreifen oder Schutzstreifen wird nach meiner Beobachtung auf Druck von bestimmten Radlern und Politikern oft so beantwortet, dass lieber ein sehr schmaler Hochbordradweg angelegt wird, als ein breiter Radfahrstreifen oder ein breiter Schutzstreifen. Im Einzelfalle mag das auch eine gute Lösung sein. Aber oft habe ich das Gefühl, dass damit Chancen vergeben werden, den Radverkehr ein gutes Strück voranzubringen indem man den Radverkehr auf die Straße bringt.

    Das spielt keine Rolle, weil ein Flugzeug auf kurzen Strecken, die für Bus/PKW/Radfahrer üblich sind gar nicht praktikabel sind. Und wenn man diese Strecken tatsächlich berechnen würde, dann sähe es sofort anders aus, weil beim Start sehr viel verbraucht wird.

    Wobei Flugzeuge so ein Thema für sich sind, mir wäre neu, dass Flugzeuge eine hochwertige Abgasreinigung hätten.
    In der Tabelle lese ich 0,3g bis 0,5g Stickoxid pro km und Fluggast (je nachdem wie Fett der Fluggast ist und wie viel Gepäck so mit genommen wird). Der Bus hat nur 0,2g.

    Das Flugzeug ist nicht nur deshalb 'ne andere Baustelle. weil viele Abgase weit weg von der Stadt produziert werden. Obwohl, da wie du sagst beim Start viel verbraucht wird, könnte es durchaus interessant sein, da mal genauer hinzugucken. Wie ist es denn bestellt um die Luftreinhaltung in Flughafen-Nähe? Man hört ja auch immer wieder von den Problemen mit dem abgelassenen Kerosin.

    Schiffsdiesel sind auch so ein Thema, auf das man immer wieder mal kommt, wenn man über Autoabgas-Belastung ins Gespräch kommt. Und tatsächlich gibt es in Hafenstädten ja das Bestreben, Schiffe ans städtische Stromnetz antzuschließen, damit die Schiffsmotoren nichtso viel schmutzige Abgase produzieren. Und dann gibt es da noch die unterschiedlichen Schiff-Diesel-Mischungen, die je nachdem mehr oder weniger stark giftige Abgase erzeugen.

    Meines Erachtens sind das jedoch "Ausweichmannöver". Da hat ganz offensichtlich jemand keine Möge das Thema Autoabgase und Verkehrsbelastung durch Autoverkehr zu vertiefen, also sucht er sich einen anderen Skandal aus, der tatsächlich oder auch nur scheinbar viel schlimmer ist.

    Neulich kam mir mal einer damit, dass er die Behauptung aufstellte, ein einziges Schiff würde auf hoher See mehr giftige Abgase in die Luft blasen als alle Autos auf der Welt zusammen. Ich meinte dann nur: "Und wenn dieses Schiff dann noch vollgestopft ist mit 'ner Ladung Autos ..." Dann haben wir uns lieber über was anderes unterhalten.