Beiträge von Ullie

    Wenn man annimmt, dass es einen konstant fließenden Verkehr gibt, alle mit demselben Tempo fahren, denselben (regelkonformen) Abstand einhalten usw., ja, dann passieren weniger Autos pro Zeit die Strecke. Kann man mathematisch einfach berechnen.

    Nein das ist ja gerade nicht so, wenn man so wie du annimmt, dass der Verkehr konstant fließt alle denselben Sicherheitsabstand einhalten (das ist der Reaktionsweg, der wächst linear, nicht im Quadrat) dann spielt die Geschwindigkeit keine Rolle. Es sind bei jeder Geschwindigkeit gleich viele Fahrzeuge, die eine bestimmte Strecke passieren. (Wenn man dabei die Länge der Fahrzeuge selbst nicht berücksichtigt!)

    Rein theoretisch hast Du Recht. Wenn jeder (Autopilot) sich an die Vorschriften hält, dann sieht ein ruhender Beobachter alle 2 Sekunden (oder alle 1,5 Sekunden, je nachdem was man da ansetzt) ein Auto an sich vorbeifahren, also hat man in 1 Stunde = 3.600 Sekunden 1.800 oder 2.400 Fahrzeuge bei diesen beiden Beispielen. Egal ob mit Tempo 30 oder Tempo 50.

    Aber um durch eine, sagen wir, 3 km lange Strecke durchzufahren, braucht der einzelne Autofahrer mit Tempo 30 oder Tempo 50 unterschiedlich lang. Nun definiere die Rechenmethode neu: Die Stoppuhr beginnt zu laufen, sobald das erste Auto einer Kolonne den Anfang dieses Streckenabschnittes erreicht. Sie wird angehalten, sobald das letzte Auto das Ende des Streckenabschnittes erreicht hat. Und schon hast Du die Zeitdauer, die das erste (oder letzte) Fahrzeug für die Gesamtstrecke braucht, in Deiner Rechnung drin.

    Erst mal Danke, dass du meine theoretischen Überlegungen bestätigst, mir wird selbst immer ganz schummrig, weil das einfach schwer vorstellbar ist.
    Jetzt den Sonderfall den du erwähnst. Es geht nicht einfach drum, dass unendlich viele Objekte von A nach B wollen, sondern eine begrenzte Anzahl. Je kleiner diese Anzahl ist, um so schneller geht das, wenn diejenigen in einer kleinen Gruppe sehr schnell unterwegs sind. Ein einzelner Radfahrer zum Beispiel ist natürlich schneller von A nach B gelangt, wenn er dabei eine hohe Geschwindigkeit fährt. Im Gegenteil dazu spielt zum Beispiel bei einer unendlich (angenommen) großen Armee von radfahrenden Soldaten die Geschwindigkeit letztlich keine große Rolle. Es würden sozusagen ständig neue Soldaten an die "Front" gelangen und dort niedergemetzelt werden. (Entschuldige bitte den etwas drastischen Vergleich.) Es würden nicht mehr Soldaten dort niedergemetzelt werden, wenn die einzelnen jeweils mit einer größeren Geschwindigkeit an die Front gelangten. Denn dann würden sie einen größeren Abstand zueinander einhalten müssen.
    In der morgendlichen (und abendlichen) Rushhour ist der Verkehr so dicht und es sind so viele Fahrzeuge unterwegs, dass ich eher den Vergleich mit der unendlichen Armee von radfahrenden Soldaten ziehe als den mit dem einzelnen Radfahrer. Und da es hier ja nicht um Schrittgeschwindigkeit (3,6 km/h) versus Schallgeschwindigkeit (=1236 km/h) geht, sondern um Tempo 30 versus Tempo 50 ist es meines Erachtens auch berechtigt in den jeweils etwa zweistündigen Verkehrsspitzen von einer nahezu unendlichen Anzahl Fahrzeugen auszugehen.

    Über diese Berechnungen habe ich mir auch schon verschiedene Male den Kopf zerbrochen.
    Was die optimale Geschwindigkeit angeht, so dass möglichst viele einen bestimmten Straßenabschnitt passieren können, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass die Geschwindigkeit keine Rolle spielt (sic!), wenn man die Länge der Fahrzeuge bzw. die Schrittlänge eines Fußgängers bei der Betrachtung gleich Null setzt. Denn dann ist nur der Abstand zwischen den Objekten entscheidend. Wenn man für diesen Abstand der Objekte zueinander annimmt, dass sich immer nur eines hinter dem anderen (niemals nebeneinander) bewegt. Und wenn man als Abstand den reinen Reaktionsweg rechnet, dann ist klar, dass dieser Abstand der Objekte zueinander ebenso wie der Reaktionsweg linear ansteigt. (Den Bremsweg kann man in einer idealtypischen Betrachtung außer Acht lassen, weil wenn einer bremst, dann sieht das der dahinterfahrende und bremst ebenfalls, da er den Reaktionsweg als Abstand eingehalten hat kommt es zu keinem Unfall.)
    Gelten diese Voraussetzungen:
    1. Die Objekte bewegen sich hintereinander.
    2. Die Objekte der Länge ist gleich Null.
    3. Der Abstand entspricht dem Reaktionsweg der für die jeweils gefahrenen Geschwindigkeiten gilt.
    Dann ist es "wurscht" wie schnell sich die Objekte bewegen, es werden immer genau gleich viel sich an dir vorbeibewegen, wenn du einen bestimmten Zeitraum am Straßenrand stehst. Auch der Reaktionsweg spielt keine Rolle, sofern er nur immer genau gleichmäßig linear anwächst.
    Das ist freilich eine sehr theoretische Betrachtung, bei der ich mir selbst nicht an allen Stellen ganz sicher bin, ob sie zutrifft. Aber wer mag kann sich ja mal mit den Schwachstellen beschäftigen. Eine andere Frage ist, welche Faktoren in der Praxis noch hinzukommen.

    Tief im Nordosten Hamburgs gibt es ungefähr 12 Quadratkilometer »Wildnis«, in der sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen (trotz »Revierförsterei«) - und dann biegt man um eine Ecke, fährt noch 200 Meter und steht an der U-Bahn-Station Ohlstedt. Voilà, man hat an die Pendler gedacht, die aus dem Häuschen mit dem Fahrrad anreisen.

    Eine Dreiklassengesellschaft: Kostenpflichtige Mietstellplätze hinter einer Stahltür; überdachte Doppeldeckerkonstruktion und Anlehnbügel im Freien.

    Seltsamerweise müssen in der 1. und 2. Klasse die Speichen herhalten, um das Kippen des Rades abzufangen.


    Auf dem Bahnhofsvorplatz in Schwerte stehen ebenfalls diese Zwei-Etagen-Fahrradständer in einer abschließbaren Radstation.

    Die Stadt Hannover will 130 neue Tempo-30-Zonen vor Kindergärten, Pflegeheimen und Schulen einrichten. Was halten Sie davon?
    So haben unsere Leser abgestimmt (2501 Stimmen):
    Tempo 30 - Das ist vernünftig. An den Stellen ist Tempo 50 einfach zu gefährlich. (1505) 60%
    Tempo 30 - Der Plan ist überzogen. Das unterstellte Risiko gibt es doch so gar nicht. (934) 37%
    Tempo 30 - Das interessiert mich nicht. (62) 2%
    Quelle: HAZ vom 4.10.2017, 19:20 Uhr

    Hintergrund ist der Beschluss der Landeshauptstadt Hannover, die neue Gesetzgebung des Bundes umzusetzen, nach der Tempo 30 vor Kitas, Schulen, Krankenhäusern, Altenheimen usw. auch prophylaktisch angeordnet werden kann noch bevor ernsthaft jemand zu Schaden kommt. CDU und FDP im Rat toben, damit solle versucht werden Tempo 30 flächendeckend in der Stadt einzuführen.

    Die HAZ berichtete unter anderem am 27.9.2017: "„Die Bauverwaltung ist nach dem Gießkannenprinzip vorgegangen“, sagt CDU-Baupolitiker Felix Blaschzyk. Er befürchtet, dass unter dem Deckmantel einer neuen Bundesvorschrift der Verkehr in Hannover flächendeckend auf Tempo 30 umgestellt wird."

    Wer den Artikel liest, kann dabei schnell feststellen wie parteiisch die HAZ zu Gunsten der Autofahrer-Raser-Lobby Bericht erstattet. Allerdings stimmen die Leser dieser einseitigen Pro-Autofahrer-Berichterstattrung überwiegend nicht zu. Und das ist doch erfreulich!

    Das sind Superliner-Wagen, wie sie von Amtrak im Westen der USA auf längeren Strecken eingesetzt werden. Die Farbgebung ist schlecht zu erkennen, könnte aber der Pacific Surfliner sein.
    Die meisten Verbindungen dort gehen nicht allzu häufig, sind eher teuer, langsam und anfällig für Verspätungen. Ein gute Wahl also für eine Illustration wie Bahnverbindungen nicht aussehen sollten :D .

    Hallo orvio,

    vielen Dank für den Hinweis, durch den ich jetzt weiß, wo man suchen muss. Hier ein Link zu einem Bild aus dem entsprechenden wikipedia-Artikel "Superliner":

    Was sich allerdings die Macher des Wahlplakates vom Jugendverband solid der Partei Die Linke dabei dachten, diesen Zug als Motiv zu wählen???

    "Ein gute Wahl also für eine Illustration wie Bahnverbindungen nicht aussehen sollten.", da ist deine Vermutung ja fast noch geschmeichelt.

    Mehr statt teurer fordert die Partei Die Linke im niedersächsischen Landtagswahlkampf. Damit wird zwar nicht auf ein Fahrradthema angespielt, sondern auf den ÖPNV, aber immerhin. Schließlich sind viele Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer auch begeisterte Benutzer des ÖPNV. Ich frage mich allerdings, was für einen Zugtyp Die Linke da als Plakatmotiv ausgewählt hat? Sehr vertraut sieht der jedefalls für mich nicht aus. Und insgesamt wirkt das Plakat ein wenig apokalyptisch, wie eine Szene aus einem düsteren Scince-fiction-Film. Schade, denn die Botschaft finde ich eigentlich gut.

    Dass sich ausgerechnet die CDU in der Wahlwerbung für Radfahrerinnen und Radfahrer stark macht, kommt für mich unerwartet.
    Vielleicht sind bei der CDU die Berührungsängste etwas schwächer, wenn es um die Nachwuchsförderung geht wie bei ihrem Plakat mit der Aussage: "Sie kümmern sich um die wichtigen Dinge."
    Heißt das nicht, dass die CDU erkannt hat, dass es sich beim Radfahren um ein "wichtiges Ding" handelt?

    Egal wie man die Sache sieht. Fakt ist: Auf dem CDU-Wahlplakat sind zwei Fahrräder abgebildet! Während bei dem weiter oben gezeigten Wahlplakat der Grünen letztlich unklar bleibt, was für eine Art Mobilität gemeint ist. Ein Fahrrad hat jedenfalls in der Regel weniger als vier Reifen!

    Ein besonders krasses Beispiel dafür, dass die schönen Sonntagsreden, in denen die Politik die Förderung des Radverkehrs herausstellt, eben nur Sonntagsreden sind, ist in Hannover zu besichtigen. In der neu gestalteten Kurt-Schumacher-Straße wurden Fahhradbügel aufgestellt, die binnen weniger Wochen zu hauf von Autos zu Klump gefahren wurden. Ich berichtete bereits weiter oben davon, aber jetzt kommt die Fortsetzung:

    Vielleicht lag's ja auch mit am Design der Fahrradständer. Die Flacheisen sind wirklich schwer zu sehen wenn man drauf zufährt. Ob die in vielen Autos mittlerweile verbauten "Piepser" die erkennen, kann ich nicht beurteilen.

    Man hätte jedenfalls erwarten können, dass man die Fahrradbügel aus Flacheisen durch besser erkennbare ersetzt oder zusätzlich zum Beipiel Werbetafeln dran anbringt, um die Erkennbarkeit zu erleichtern.

    Was fand jedoch stattdessen statt? Es wurden die Fahrradbügel durch Stangen ersetzt. Das wirft auch noch mal ein Schlaglicht drauf, um was es möglicherweise eigentlich ging bei den Fahrradbügeln. Sie dienten dazu, die Bäume zu schützen. Denn ein Autofahrer, der das im Bild sichtbare Baumgitter samt Baum umfährt sucht womöglich ebenso schnell das Weite wie einer, der "nur" einen Fahrradständer umfährt. Bloß dass der umgefahrene Baum samt Gitter einen deutlich höheren Schaden darstellt.

    Jetzt werden die Bäume und ihre Gitter geschützt durch Stangen. Die sind wahrscheinlich preiswerter zu ersetzen wenn sie umgefahren werden als die Design-Fahrradständer.

    Vielleicht bin ich hier zu hart und die Stangen, die nicht geeignet sind, ein Fahrrad abzustellen, stellen nur eine Zwischenlösung dar. Man wird sehen. Sollte jedoch mein oben geäußerter Verdacht zutreffen, dann wäre das nur noch zum Kopfschütteln. Vermutlich wird es nicht lange dauern bis auch die Stangen ein Opfer des MIV werden, mal schauen wie es dann weiter gehen wird. Mein oben schon genannter Vorschlag kommt ja dann vielleicht doch noch zu Ehren: Panzerkanonenrohre zu Fahrradständern! (In Anlehnung an Schwerter zu Pflugscharen, dem Symbol der Friedensbewegung in der ehemaligen DDR.)

    Müssen solche Poller gar keinen Mindestabstand zum Radweg einhalten, so wie bei der Fahrbahn auch?

    Würden Autofahrer Radwege (und Fußwege) respektieren, dann bräuchte es keine Poller. Würde die Stadtverwaltung effektiv gegen Falschparker vorgehen dann könnten sicher deutlich weniger Poller verbaut werden. Leider berufen sich Autofahrer gerne auf den angeblichen "Parkdruck", wenn sie Rad- und Fußwege blockieren und die Stadtverwaltung fürchtet eine schlechte Presse, wenn sie diese "Ausrede" nicht hinnimmt.

    Um dennoch auch den Radfahrern (und Fußgängern) entgegenzukommen setzt die Stadtverwaltung halt Poller. Und wenn ich mir anschaue, dass ein Hochbord-Radweg mindestens 2,00 m breit sein sollte, dann kann man sich eigentlich nur darüber "freuen" ;), wenn der Radweg lediglich die Mindestbreite von 1,50 m hat. Denn bei einem 2 m breiten Radweg müsste der Poller mittig auf dem Radweg stehen, um ihn vor Falschparkern durch Poller zu sichern.

    Würden die Poller auch noch einen Mindestabstand vom Radweg einhalten, dann könnte man sie sich auch gleich ganz sparen, weil wirkungslos.

    Aber mal abgesehen davon, und ohne dass ich jetzt wüsste, wo darüber was geschrieben steht, stimme ich dir voll und ganz zu: Poller sollten nicht so dicht am Radweg stehen!

    Ist das jetzt ein Fall für die Polizei? Ich habe den Notruf gewählt. Die Polizei hat sich bedankt und will sich die Sache vor Ort anschauen, um ggf. weitere Maßnahmen einzuleiten. Als ich dort mit meinem Rad vorbeifuhr war es Samstagnachmittag und bei der Stadtverwaltung keiner zu erreichen.

    Ein Witz ist ja vor allem, dass da dreimal horizontale Doppelpfeile gezeigt werden, die in dem Kontext wirklich gar keine Bedeutung haben.

    Eigentlich müssten es doch Doppelpfeile sein, die nach oben, bzw. unten zeigen. Siehe hier: Oder ist das so gedacht, dass man im rechten Winkel auf einen Radweg zufährt, der dann so gekennzeichnet ist, wie in der Broschüre auf Seite 9 gezeigt?
    Auf der selben Seite ist ein Radfahrstreifen abgebildet mit durchgezogenem Schutzstreifen und roter Bodenmarkierung.
    Daneben ist ein Schutzstreifen abgebildet, der keine rote Bodenmarkierung hat.
    In Hannover gibt es allerdings Schutzstreifen, die eine rote Bodenmarkierung haben und ich meine das auch in anderen Städten schon gesehen zu haben. Ebenso gibt es Fahrradstreifen, die keine rote Bodenmarkierung haben.

    Das ist nicht ganz ohne, denn ob der Leser der Broschüre wirklich auf den kaum erkennbaren durchgezogenen Streifen versus Strichlinie achtet, oder aber einfach nur auf die rote Bodenmarkierung macht einen Unterschied. Und so kann es kommen, dass das Kind oder auch Erwachsene alles was rot markiert ist für einen Radweg halten und alles was nicht rot markiert ist für einen Schutzstreifen.

    Das die Geschwindigkeit nicht die große Rolle mit der vierten Potenz spielen kann, wird an dem angeführten Gullibeispiel deutlich. Geht man von einem offenen Gulli aus, so resultiert aus dem Rad eines langsam fahrenden Fahrzeuges sogar eine höhere Querkraft. Dies liegt an der Trägheit des Feder/Dämpfersystems. Fährt man schnell über das Loch, so hat das Rad keine Zeit nach unten auszufedern, woraufhin nur ein kleiner Schlag auf den Gullirand trifft. Wohingegen ein langsameres Fahrzeug das Rad weiter in den Gulli eintauchen lässt und damit einen größeren Impuls ausüben kann (trotz geringerer Geschwindigkeit). Dies lässt sich analog auch auf kleiner Schlaglöcher oder Kanten übertragen.

    Also ich kann mir nicht vorstellen, dass du mit dem Auto über einen offenen Gulli fahren kannst, ohne dass das Auto erheblichen Schaden dabei nimmt. (Im Falle, dass der Gulli genau in eine der beiden Radspuren liegt, so hast du das doch gemeint?) Bei welcher Geschwindigkeit soll das denn sein, dass das Auto quasi einfach über den offenen Gulli drüber "hinwegfliegt"? Vermutlich nimmt auch das Gulliloch Schaden, obwohl der Rand ja aus Metall ist. Im Gegensatz zu einem Schlagloch. Das wird um so schneller größer, je schneller der Autoverkehr fährt. Deshalb werden bei Schlaglochpisten ja mitunter auch sehr niedrige Tempolimits angeordnet. Und um das noch mal klar zu stellen, ich will hier keinesfalls behaupten, dass alleine die Geschwindigkeit und nicht das Gewicht zur Straßenabnutzung führt. Aber es ist eben nicht alleine das Gewicht der schweren LKW, das die Straßen abnutzt, sondern auch die hohen Geschwindigkeiten der PKW. Dazu kommt, dass PKW immer schwerer werden!

    Siehe dazu beispielsweise dieses Bild aus der Zeitschrift auto bild (nicht dass ich die Zeitschrift so toll fände, aber da kann keiner behaupten, es sei irgendwie manipuliert zu Ungunsten des Autos) Gezeigt wird ein VW-Golf der frühen 80er-Jahre und ein aktuelles Modell im Gewichtsvergleich

    Da das Thema jetzt doch ein wenig über die reine Betrachtung der radverkehrspolitisch-relevanten Wahlplakate hinausgeht bringe ich mal dieses Zitat in den Diskussionsstrang ein:
    "Das deutsche Straßenverkehrsgesetz stammt in seiner ersten Fassung aus dem Jahr 1909. Die daraus abgeleitete Straßenverkehrsordnung wurde 1934 als Reichsstraßenverkehrsordnung verfasst und sollte den Autoverkehr aus seinem Nischendasein befreien. Seine „Leichtigkeit und Flüssigkeit“, so steht es heute noch im Gesetz, sollte durch andere Verkehrsarten nicht behindert werden. Störende Fußgänger und trödelige Radfahrer mussten aus dem Weg geräumt werden. Dieses verbriefte Recht auf Automobilität hält sich bis heute hartnäckig – auch in den Köpfen – und wird weiter umgesetzt."
    Quelle: fairkehr 4/2017
    Mit Absichtserklärungen, Gutes für den Radverkehr zu tun, das zeigen auch die Zitate, sind die Parteien schnell. Aber eine grundsätzliche Verkehrswende vermag ich nirgends so recht zu entdecken. Leider auch bei den Grünen nicht, obwohl Bündnis90/Die Grünen vermutlich noch am ehesten die Partei ist, bei denen nicht alle die Augen verdrehen, wenn man ihre Vertreter mit dem o. g. Zitat konfrontiert.
    In dem genannten Artikel wird vom vcd vorgeschlagen, zumindest den Paragraf 45 (9) StVO so zu verändern, dass weitere Einschränkungen des Autoverkehrs von den Kommunen angeordnet werden können. Denn der Knackepunkt besteht darin, dass eine Kommune nur sehr begrenzte Möglichkeiten hat, den Autoverkehr einzuschränken, so dass selbst ein williger Stadtrat, der was Gutes tun will für ÖPNV und Radverkehr und dafür den Autoverkehr einschränken will, schnell ausgebremst werden kann durch gerichtliche Klagen betroffener Autofahrer. Und beim Mitgliederstärksten Lobbyverband Deutschlands sitzen genug Juristen, die da ganz schnell dran sind.

    Hier noch mal ein Link zu einem Wahlplakat aus Hamburg von der Kommunalwahl 2015:

    *seufz*

    Ich versuche es. Würdest du bitten den gesamten Argumentationsvorgang oben vergessen und gänzlich aus dem Gedächtnis werfen? So wird eine Straße nämlich nicht geschädigt.

    Es ist schon reichlich unpädagogisch, jemand anderen zu bitten, erst mal alles zu vergessen, was er sich zu dem Thema angeeignet hat! Geschenkt - bin ja nicht zickig.
    Bei deiner Theorie bekommt man jedenfalls den Eindruck, dass es völlig schnuppe sei, mit welcher Geschwindigkeit eine Straße befahren wird, und dass ist ganz sicher nicht der Fall, dass die gefahrene Geschwindigkeit für die Abnutzung der Straße keine Rolle spielen soll. Spätestens an der Stelle, an der Risse auftauchen, auch wenn es nur feine Risse sind, spielt die Geschwindigkeit halt doch eine entscheidende Rolle. Denn wo Risse sind, da sind Risskanten und dann kann man sich nicht mehr damit begnügen, nur die senkrechte Belastung in den Blick zu nehmen.
    Bei Kanaldeckeln ist mir übrigens aufgefallen, dass sie neuerdings mit großformatigen Pflastersteinen umgeben sind. Ich kann jetzt jedoch nicht sagen, ob das einen verbesserten Widerstand gegenüber senkrechten oder waagrechten Belastungen bringt. Vielleicht hast du ja eine Erklärung dazu? Ich vermute, dass auch hier beides eine Rolle spielt.

    Bild aus:

    In dem Text zu dem Bild steht unter anderem:

    "Schachtabdeckungen in Straßen leisten Schwerstarbeit. Tagtäglich werden sie viele Hundert mal von PKW und Lastwagen überfahren, was auf Dauer zu Schäden führt. Mit elastischen Einbindungen will man die schlagartigen, horizontalen und vertikalen Lasten dämpfen und die Lebensdauer der Schächte erhöhen. Das IKT untersucht derzeit die Vor- und Nachteile dieses Verfahrens.
    (...)
    In den kommenden 12 Monaten werden die sanierten Schachtabdeckungen bezüglich einer Veränderung der horizontalen oder vertikalen Lage kontrolliert.
    Durch die Verwendung eines derartigen Sanierungssystems soll die Nutzungsdauer von Schachtabdeckungen erhöht und somit die Kosten für die Instandhaltung gesenkt werden." (Unterstreichungen von mir)

    Und bei den Untersuchungen des "Institut für Unterirdische Infrastruktur (IKT)" geht es ganz bestimmt nicht um Autos, die vom Laster fallen und auf die Kanaldeckelumfassung purzeln! Auch wenn der Name des Instituts ein bisschen "unterirdisch" klingt und zugegebenermaßen eher auf deine "Stöße in die Tiefe"-Straßenabnutzung hinweist.

    Eine Gegenüberstellung der Broschüre in Bezug auf Formulierungen, die der ADFC vorgeschlagen hat und dem was draus geworden ist, wäre mal interessant!
    Besonders die Darstellung zum Rechtsfahrgebot ist überarbeitungsbedürftig und ich kann mir nicht vorstellen, dass der ADFC das so in der Broschüre drin stehen haben wollte.

    Beim Durchlesen gewinne ich den Eindruck, den Kindern (und deren Eltern) soll vermittelt werden, die Verkehrswelt ist voller toter Winkel, deshalb lass' das Fahrrad besser gleich im Keller stehen und bitte Mama oder Papa dich im 1,5 bis 2,5 t- SUV mit Rammbügeln ans Ziel zu bringen.

    Eine bundeseinheitliche Lösung halte ich schon fast für übertrieben — der S-Bahn-Betrieb in einer Großstadt benötigt sicherlich andere Bestimmungen für die Fahrradmitnahme als ein Regionalexpress, der wiederum andere Bestimmungen als eine Regionalbummelbahn und mit Bussen ist das dann wieder eine ganz andere Hausnummer. Die einzelnen Verkehrsträger unterscheiden sich nicht nur bezüglich der Kapazitäten im Berufsverkehr, sondern auch beim eingesetzten Wagenmaterial und den Betriebszeiten. Da kann ich schon verstehen, dass es da keine einheitlichen Lösungen gibt.
    Was aber wirklich ärgerlich ist, sind dann solche Sachen wie in Hamburg die Fahrradmitnahme im Bus: Generell können außerhalb der Sperrzeiten Fahrräder bei ausreichender Kapazität mitgenommen werden, aber nicht in von der HOCHBAHN betriebenen Linien. Da geht’s dann gar nicht um das Wagenmaterial oder irgendwelche linienabhängigen Eigenheiten, sondern einfach nur um den Betreiber der Linie.

    Oh da können wir in Hannover auch ein Lied von singen:
    "Fahrradmitnahme bei regiobus
    In den Fahrzeugen der regiobus können werktags ab 19.00 Uhr sowie samstags, sonn- und feiertags ganztägig maximal zwei Fahrräder mitgenommen werden. Während der Sommerferien können Sie Ihr Fahrrad auch zwischen 8.30 und 15.00 Uhr mitnehmen. Der Fahrradtransport ist grundsätzlich kostenlos."
    Bei der Üstra dagegen können die Fahrräder zusätzlich an jedem Tag auch an den Schultagen von 8:30 bis 15:00 im Bus mitgenommen werden. (Siehe oben)
    Regiobus und Üstra fahren beide in Hannover, die Regiobus vor allem im Umland, die Üstra vor allem in der Stadt. Aber es gibt eben auch Regiobusse, die Teilstrecken in der Stadt fahren.
    Für so übertrieben halte ich eine einheitliche Regelung übrigens nicht. M. E, dürften die Zeiten nicht so stark variieren. Oder sind die Hamburger alle Frühaufsteher und die Hannoveraner Leute, die nicht vor halb elf am Arbeitsplatz erscheinen?

    Hast Du auch Quellen, die das in irgendeiner Form quantifizieren?

    Leider nicht, allerdings kann ich mich erinnern darüber gelesen zu haben, dass die Abnutzung der Straße steigt mit ansteigender Geschwindigkeit. Und zwar nicht linear sondern im Quadrat.
    Ich erkläre mir das so: Eine toppebene Straße, ein toppglatter Reifen, alles kein Problem.
    Aber die Straße ist nicht toppeben und die Reifen sind nicht toppglatt.
    Daraus entstehen Bremswirkungen und die Bremsung ist bekanntlich ein negativer Beschleunugungsvorgang, bei dem die erforderliche Kraft im Quadrat wächst, während die Geschwindigkeit nur linear wächst.
    Ein Beispiel, dass das sehr gut verdeutlicht: Fährt ein Auto durch ein Schlagloch, dann bremst der Rand des Schlagloches die Fahrt des Wagens, dabei wird der Rand des Schlagloches weiter abbröckeln.
    Dieser Effekt ist jedoch bei doppelter Geschwindigkeit nicht doppelt so hoch, sondern viermal so hoch!
    Ein 2,5 t SUV mit Tempo 160 wirkt dann wie ein 10 Tonnen schwerer LKW bei Tempo 80.
    Wie schon gesagt, das sind eigene Überlegungen, die mir jedoch sehr plausibel erscheinen. Und zumindest auf das Schlaglochbeispiel ziemlich genau zutreffen dürften.
    Und da auch eine noch schlaglochfreie Straße Unebenheiten aufweist, ist das vermutlich weiter übertragbar. Was meinst du? Vermutlich spielt auch das Reifenprofil und die Elastizität des Gummis eine Rolle, ebenso wie der Luftdruck.

    Eine interessante Variante der weißen Strichlinie mit der oft eine Fahrradfurt gekennzeichnet ist, hat die Stadt Hannover auf die Straße gebracht. Vermutlich gibt es für die Breite und Länge und Abstände der "weißen" Strichlinie genaue Vorgaben.
    Aber mit dem hier gezeigten Drumherum wirkt die Linie noch besser, die rechteckigen weißen Flächen werden optisch zur Plattform einer kleinen Pyramide:
    Und so sieht es aus, wenn Fahrradfahrer passieren:
    Wer sich das mal vor Ort ansehen möchte: Die Fotos wurden aufgenommen Arndtstraße/Ecke Klagesmarkt.
    Es gibt die Markierungen aber auch noch an anderen Stellen, zum Beispiel an der Lavesallee/Ecke Adolfstraße.