Der nächste Akt:
Erneut wird das furchtlose Verhalten der Radfahrerin thematisiert, die in der Fahrradstraße einem entgegenkommenden Fahrzeug, das ihr den Vorrang streitig machte, tapfer Widerstand leistete!
Wirklich ärgerlich ist, wie die Hannoversche Allgemeine versucht, die eindeutige Situation so darzustellen, als seien da einfach nur zwei Hitzköpfe aufeinenandergestoßen.
"Wie verhärtet die Fronten zwischen Radlern und Autofahrern sind, zeigt ein Ereignis auf der Kleefelder Straße, das bundesweit Schlagzeilen machte. Vor einem Jahr standen sich eine Radfahrerin und ein Lastwagen 40 Minuten gegenüber und blockierten sich gegenseitig. Keiner wollte dem anderen Platz machen. Am Ende rückte die Polizei an und forderte die Radlerin auf, auf den Gehweg auszuweichen." So stellt die HAZ den Vorfall heute in ihrer Printausgabe unter dem Titel "Erneut gibt es Klage gegen Fahrradstraße" falsch dar. Falsch deshalb, weil diese Art der Darstellung den Eindruck erweckt, die Radfahrerin hätte eigentlich Platz machen müssen und macht es erst, als die Polizei sie dazu auffordert. Fakt ist aber dass, der Autofahrer auf seiner Straßenseite hinter mehreren parkenden Autos hätte warten müssen, bis die Radfahrerin die Engstelle passiert gehabt hätte. Hat er aber nicht, sondern er ist auf die Fahrradfahrerin zugefahren in der Erwartung, dass diese über einen hohen Bordstein in den Grünstreifen ausweicht oder sich zwischen abgestellten PKW am Straßenrand quetscht oder ganz einfach in Luft auflöst.
Der HAZ-Artikel aus der HAZ von heute ist auchg als online-Artikel erschienen ( derzeit nur gegen Bezahlung, trotzdem hier der Link):
https://www.haz.de/Hannover/Aus-d…er-klagt-erneut
Völlig unabhängig von diesem konkreten Vorfall und schon lange bevor dieser stattfand, hatte ein Anlieger gegen die Ausweisung der Kleefelder Straße als Faurradstraße geklagt.
Das Gericht hatte daraufhin gefordert, dass die Fahrradstraße verbessert werden müsse, um weiter als Fahrradstraße ausgewiesen sein zu können. Gefordert wurde unter anderem eine Reduktion der Stellflächen für KFZ. Und ein Teil der Fahrradstraße sollte Einbahnstraße für den KFZ-Verkehr werden.
Diesen Forderunghen des Gerichtes ist die Verwaltung machgekommen. "Das Gericht wies der Stadtverwaltung zugleich einen Weg, wie die Kleefelder Straße doch noch zur Radroute werden kann: Einen Abschnitt als Einbahnstraße ausweisen und Parkverbote verhängen. Das setzt die Stadt jetzt um. Parken ist nur noch auf ausgewiesenen Flächen erlaubt – und nicht mehr am Straßenrand."
Derselbe Anwohner, dessen Klage bereits das hier beschriebene Urteil auslöste, und damit letztlich auch die Verbesserungen für den Radverkehr in der Fahrradstraße bewirkte, klagt jetzt erneut gegen die Ausweisung der Kleefelder Straße als Fahrradstraße. Das Drama geht also weiter und eilt neuen Höhepunkten entgegen. Bislang bin ich mit dem Verlauf einigermaßen zufrieden.
Die mieseste Szene war die, in der ein Polizist (angefordert von dem Autofahrer) der Radfahrerin gegenüber pampig wurde und von ihr verlangte, sie solle den Weg frei machen. "Ein Beamter belehrte mich, dass ich absteigen und mein Fahrrad auf dem Gehweg schieben solle, damit der LKW-Fahrer vorbeifahren könne. Meine Einwände zu Hindernis, Recht und Fahrradstraße akzeptierte er nicht bzw. wischte sie beiseite." Quelle: "Beim 1.001 Mal ist halt Schluss…" Dez 18 in: http://itstartedwithafight.de/2018/12/11/bei…t-halt-schluss/
Im Prinzip haben die Klage des Anwohners und die von der Fahrradfahrerin geleistete Demonstration von Zivilcourage nichts miteinander zu tun. Dass gegen die Ausweisung der Kleefelder Straße als Fahrradstraße eine Klage eingereicht wurde, das wusste die Radfahrerin nicht. Und auch das Urteil des Gericts, dass die Nachbesserungen einforderte steht nicht in direktem Zusammenhang mit der Aktion der Radfahrerin. Diese Aktion wurde ja auch nie zum Gegenstand einer Anzeige oder einer Klage oder eines Gerichtsverfahrens.
Trotzdem wurde die Aktion sogar bundesweit sehr bekannt und deshalb liegt es nahe, dass egal was in den nächsten Monaten und Jahren noch geschehen wird auf der Fahrradstraße Kleefelder Straße, es wird vermutlich noch häufig auf das Ereignis hingewiesen werden.
Und leider ist es nur allzu offensichtlich, dass sich die HAZ dabei einmal mehr auf die Seite der Autofahrer schlägt und versucht die Radfahrerin als "dickköpfig" zu diffamieren, obwohl doch eigentlich das Verhalten des Autofahrers den größten Tadel verdient hätte.
Eine Fahrradtour des ADFC Hannover im vergangenen Sommer führte unter anderem durch die Kleefeldestraße mit der umkämpften Fahrradstraße.
Habe gerade mal die Fotos von damals raus gesucht und werde versuchen in den nächsten Wochen dort mal aktuelle Aufnahmen zu machen.
Fahrradstraße Kleefelder Straße Richtung stadtauswärts kurz vor der Kreuzung Plathnerstraße:

Links parken immer wieder Autos, aber es gibt auch Lücken, die mit Zickzack gekennzeichnet sind.
Kreuzung Plathnerstraße:

Der entgegenkommende rote PKW zeigt, in der Plathnerstraße ist genug Platz, dort wo keine Autos parken können Radfahrer paarweise an einem entgegenkommenden PKW vorbeifahren.
Weiter stadtauswärts hinter der Kreuzung Plathnerstraße.

Hier ereignete sich der Vorfall bei dem ein KFZ-Fahrer einer Radfahrerin den Vorrang streitig machte und nicht zurückweichen wollte. Die Radfahrerin fuhr wie die Radlergruppe auf dem Bild stadtauswärts. Rechts von ihr ist ein hoher Bordstein, ein Grünstreifen und ein Fußweg, der am Bahndamm entlangführt.
Der entgegenkommende Autofahrer ist trotz der parkenden PKW auf seiner Straßenseite in die Engstelle eingefahren und hatte so die Radfahrerin an der Weiterfahrt gehindert.