Fahrbahnradler forderte: "Schülerinnen und Schüler fahren kostenlos."
Und dem halte ich entgegen:
Schülerinnen und Schüler fahren nicht einfach kostenlos, sondern sie lernen in der Schule, dass der ÖPNV nicht etwas ist was einfach kostenlos ist, sondern etwas wertvolles, das allen Menschen Mobilität ermöglicht, eine zivilisatorische Errungenschaft.
Und Schülerinnen und Schülern ist das Gefühl zu vermitteln, dass sie etwas leisten, nicht in der Form wie heute so oft üblich in Form von guten Noten. Oder gar wie in Bayern besonders unheilvoll verbreitet in der Form: Wer schon früh gute Noten schreibt, sichert damit seine Schullaufbahn auf dem Gymnasium.
Schülerinnen und Schüler leisten bereits eine ganze Menge, indem sie den ÖPNV benutzen oder zu Fuß gehen oder mit dem Rad zur Schule fahren, was aber von kaum jemandem gewürdigt wird in der Institution Schule. Ich bin da echt ziemlich sauer, weil ich es erleben musste, dass einige Lehrer einfach den Eltern sagten, sie haben ihren Kindern für Schulausflüge Einzelfahrkarten mitzugeben, obwohl es Gruppenkarten gibt, die viel billiger sind. Immerhin haben diese Lehrer mit den Kindern Schulausflüge mit Bus und Bahn gemacht, anderen war das ganz einfach zu unbequem, die sind erst gar nicht mit den Kindern raus.
Vielen in der Institution Schule und dafür Verantwortlichen ist es auch ziemlich schnuppe, dass viele Kinder mit dem Auto gebracht werden, anstatt dass die Kinder Sebstständigkeit lernen in einem Lernfeld, in dem sie autonom handeln können und eigentlich dafür ertüchtigt werden sollten, das sehr bewusst zu tun.
Es reicht eben nicht aus zu sagen: Sozialstaat heißt: "Kinder fahren kostenlos mit Bus und Bahn", sondern die Mobilitätsfrage muss ein Schwerpunkt pädagogischer Arbeit sein. Diese Welt ist zu klein und zu wertvoll, als dass darauf genug Platz wäre, damit jeder Mensch mit von Jahr zu Jahr größer und schwerer werdenden Autos mit immer mehr PS diese Erde und ihre Ressourcen auf's Äußerste strapaziert.
Und deshalb ist es wichtig den Schülerinnen und Schülern zu vermitteln: Es ist wichtig und gut, dass ihr zur Schule kommt und es ist nicht egal wie ihr hierherkommt, sondern es kommt darauf an, dass das so geschieht, das Alle gefahrlos kommen können. Wenn man sich das tägliche Verkehrschaos rund um so manches Schultor anschaut, dann ist doch ganz augenfällig, das da zur Zeit gründlich was schief läuft.