Alles anzeigenAuf Twitter bin ich gerade darauf gestoßen, dass der Bundesrat beim Bußgeld für Gehwegradeln eventuell Blödsinn entschieden hat.
Wir gehen ja vermutlich alle aktuell von 55 € pro Verstoß aus.
Aber diese 55 € (Anlage 1, Lfd. Nr. 2) sind der allgemeine Regelsatz ohne speziellen Bezug zu Radfahrern. Und damit gilt es als Regelsatz für Führer von Kraftfahrzeugen.
Und da es keinen speziellen Regelsatz für Radfahrer gibt, muss wohl §2 Abs. 4 BKatV zur "Umrechnung" heran gezogen werden: Radfahrer zahlen nur 15 €.
Das steht natürlich im Widerspruch zur Beschlussvorlage des Bundesrats:
Kann es sein, dass die ihre eigenen Gesetze nicht mehr verstehen?
Habe natürlich gleich mal drüben im VP nachgefragt, ob das Verständnis so korrekt ist.
Das hört sich jetzt so an, als sei es dir ein großes Anliegen, das Befahren von Gehwegen mit dem Fahrrad sehr teuer zu machen. Oder das regelwidrige Benutzen eines Radweges in die Gegenrichtung.
Das finde ich nicht angemessen, da mit aller Härte vorgehen zu wollen. Und ich hoffe, dass die Polizei bei der Ahndung solcher Verstöße mit Augenmaß vorgeht.
Wenn ich mir alleine nur vorstelle, wie oft es vorkommt, dass bei Baustellenumleitungen Radfahrer und Fußgänger auf engsten Raum zusammengequetscht werden, bloß dass keine Autofahrspur dafür geopfert werden muss, um eine vernünftige Radverkehrsumleitung anzulegen.
Da muss doch jedem Radfahrer der Gedanke gekommen, wenn's mal ein bisschen eng wird, dann ist das nicht so schlimm, sonst würde man ja keine solchen Baustellenumleitungen anordnen.
Dazu kommt eine häufig völlig auf das Auto bezogene Infrastruktur mit 3 Fahrspuren je Fahrtrichtung und im Kreuzungsbereich noch zusätzlichen Abbiegespuren. Auch wenn das von manchen kritisiert wird, dass in Hannover einige Zwei-Richtung-Radwege existieren. Ich finde die sind richtig, weil es die in der Regel nur an sehr breiten Straßen mit wenig Querungsmöglichkeiten gibt. Aber natürlich, wenn dann mal der Radweg einigermaßen breit ist und einer nicht so genau drauf achtet, dann wähnt er sich schnell mal auf einem Zwei-Richtungen-Radweg, auch wenn er's gar nicht ist.
Am Friedrichswall ist beidseitig ein zwei-Richtungen Radweg.
https://www.google.com/maps/@52.36858…!7i13312!8i6656
Der Radweg auf der streetview-Aufnahme wurde übrigens inzwischen verbreitert. Ich finde es richtig, dass am Friedrichswall auf beiden Seiten in beide Richtungen gefahren werden darf. Und an vielen anderen Stellen finde ich es auch richtig.
Am Allerweg wurde ein Angebotsradweg in beide Richtungen ausgeschildert. Da ist die Straße längst nicht so breit, aber da stark befahren nicht so leicht zu überqueren. Auch das finde ich richtig.