Beiträge von Ullie

    Was mir bei vielen Diskussionen zum Thema Mobilität und leider auch hier auffällt:

    Gerne werden Beispiele genannt, wie auf dieser oder jener Strecke bin ich mit dem Auto, dem Flugzeug, dem Fahrrad, zu Fuß oder der Bahn schneller oder weniger schnell.

    "Schneller und weiter" sind oft die einzigen Parameter, über die diskutiert wird.

    Andere wichtige Kriterien wie volkswirtschaftliche Kosten, Generationengerechtigkeit, Überwindung von sozialen Gegensätzen , eine Infrastruktur der kurzen Wege kommen dagegen regelmäßig zu kurz in der Diskussion. Allenfalls wird noch das Thema Abgas-Belastung angeschnitten und dann mit dem Hinweis auf das Elektroauto schnell wieder fallen gelassen.

    Du hast recht, hugo790, auch fehlt der Schriftzug ECONELO. Ich hatte mich einfach nur gewundert, dass die Fahrzeuge weitgehend baugleich sind und sich nur in Details unterscheiden. Deswegen hatte ich ja auch geschrieben: "Es scheint der selbe Fahrzeugtyp zu sein." Aber ist es nicht auch so, dass es derselbe Fahrzeugtyp ist, der einfach nur unter verschiedenen Namen vertrieben wird? Oder gibt es da tatsächlich verschiedene Hersteller und sind die Unterschiede deutlich größer als auf den ersten Blick erkennbar?

    Polititische Parteien haben unter anderem die Aufgabe, politische Fragestellungen zu vereinfachen. Deshalb halte ich es für richtig in der politischen Diskussionen bestimmte Zuschreibungen vorzunehmen. Und da fällt mir nun mal der extreme Populismus in Fragen der Verkehrspolitik immer wieder bei vielen CDU-Mitgliedern und Anhängern der CDU auf.

    Besonders augenfällig ist diese Haltung vieler CDU-Mitglieder, wenn darum geht politische Visionen zu zerreden. CDU-Mitglieder tun sich sehr schwer damit, den Ist-Zustand in Frage zu stellen und gesellschaftliche und wirtschaftliche Änderungen zu begrüßen, oder auch nur zuzulassen.

    Die Haltung der SPD, da stimme ich dir zu, ist oft noch weniger kritisch gegenüber der Massen-Motorisierung. Zumal viele SPD-Mitglieder es immer noch als einen wichtigen Schritt für die Entwicklung des Sozialismus halten, dass jede und jeder ein Auto fährt. Nicht nur die Damen und Herren aus der Chef-Etage, sondern alle sollen ein (möglichst dickes) Auto fahren. Das halten immer noch viele SPD-Politiker für gelungene Modernisierung.

    Die am weitesten gehenden Visionen in Richtung einer autofreien Gesellschaft findest du immer noch bei den Grünen.

    Wegen dieser klar erkennbaren Unterschiede in Mobilitätsfragen finde ich es nicht richtig, alle Parteien in einen Topf zu werfen. Obwohl auch mir es manchmal schwer fällt, das nicht zu tun. Zum Beispiel dann, wenn die Ministerpräsidenten der "Auto--Bundesländer" so einträchtig nebeneinander stehen wie auf diesem Foto: https://www.rnd.de/resizer/RC2Mkr…V5P3CTIEU4.jpeg

    Das Foto ist aus einem RND-Bericht vom 27.5.2020: "Mit dem Auto aus der Krise – wie nach dem Zweiten Weltkrieg?" https://www.rnd.de/politik/mit-de…NC5YONWHEM.html

    Trotzdem halte ich Hanes Kritik für falsch, "Politik, welcher Couleur auch immer, betreibt doch keine Aufklärung."

    Wir brauchen insgesamt viel weniger Autos, aber die sollten dann elektrisch fahren. Und gerne auch langsamer (Regeltempo 20/30/80/130) Grund: lokal sehr viel emissionsärmer. Der Strom dafür kann aus Erneuerbaren gewonnen werden.

    Das hatte ich auch lange so eingeschätzt. Aber spätestens bei der letzten Abwrackprämie, die unverschämterweise auch noch Umweltprämie genannt wurde, das war 2009, da ist mir klar geworden, dass es nicht im mindestens darum geht, mit einer Abwrackprämie die Anzahl der Fahrzeuge zu reduzieren. Und darum geht es auch der französischen Regierung aktuell nicht. ""Unser Land wäre nicht das gleiche ohne seine großen Marken - Renault, Peugeot, Citroën", sagte Macron am Dienstag." Das ist seine Begründung für die Abwrackprämie. SZ vom 26.5.2020 https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/fra…strie-1.4918446

    Es geht den Autofürsten und ihren politischen Vasallen doch nicht darum, solche kleinen Fahrzeuge herzustellen:

    Zum Beispiel dieser Econelo ( https://www.econelo.de/modelle/e-kabi…AiABEgKBe_D_BwE ), der hier gerade die Fahrradabstellanlage blockiert.

    Solche kleinen Kabinenfahrzeuge sind ein Zusatzgeschäft, zusätzlich zum Verkauf der "echten" Autos.

    Deiner Feststellung, Gerhart, "Wir brauchen insgesamt viel weniger Autos, aber die sollten dann elektrisch fahren.", stimme ich zu. Ergänzt um: "Wir brauchen insgesamt sehr viel weniger Autos mit sehr viel weniger PS, leichter und kleiner und deutlich langsamer, aber die sollten dann elektrisch fahren."

    Nur dahin kommen wir nicht mit einer Autokaufprämie von 12.000 Euro für Elektrofahrzeuge, wie sie jetzt in Frankeich beschlossen wurde. Und es ist absehbar, dass das Aufwind für die Autokaufprämien-Befürworter in Deutschland sein wird. Gibt's da eigentlich noch irgendwas Gutes dran?
    Vielleicht so: Man kann ja froh sein, dass es hier "nur" um einen deutsch-französischen Autokaufprämien-Aufrüstungswettlauf geht, und nicht um ein Flottenwettrüsten zwischen den Ländern Europas.

    Was werden die Grünen in Deutschland sagen zu der Autokaufprämie in Frankreich, mit der die französische Regierung ihre Autoindustrie vor Schaden durch die Pandemie-Auswirkungen bewahren will?

    "Die Regierung möchte Frankreich zum größten Produzenten von Elektroautos in Europa machen. Von der kommenden Woche an können Konsumenten vom Staat bis zu 12 000 Euro Zuschuss erhalten, wenn sie ein Elektroauto kaufen. "Unser Land wäre nicht das gleiche ohne seine großen Marken - Renault, Peugeot, Citroën", sagte Macron am Dienstag." Quelle: SZ vom 26.5.2020 https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/fra…strie-1.4918446

    Müssten da nicht die grünen Herzen höher schlagen? Und müssten jetzt nicht die grünen Parteistrategen die Bundesregierung mit der Forderung unter Druck setzen, sich dem französischen Vorbild anzupassen?

    Ich hoffe, dass das nicht passieren wird.

    Auch Elektroautos verstopfen die Straßen.

    Auch Elektroautos tragen direkt zur Umweltverschmutzung bei, etwa durch den Reifenabrieb.

    Die Batterie-Beschaffungs-Frage ist mit Umweltverschmutzung und schlechten Arbeitsbedingungen verbunden. Die Batterie-Entsorgungsfrage ist weitgehend ungeklärt.

    Elektroautos sind ebenso unfallträchtig wie Autos mit Verbrennermotoren.

    Und auch Batterieautos verstopfen die Straßen und enteignen den Verkehrsraum jenen Verkehrsteilnehmern, die umweltfreundlich mit dem ÖPNV, dem Rad und zu Fuß mobil sind.

    Foto: Warten auf die Kaufprämie?

    E-Auto-Ladestation in Hannover-Marienwerder

    Meinst Du mit falsch verlogen oder dumm? Einem nicht gänzlich unbekannter Herr T. aus Übersee werfe ich nicht vor, seine Wahlversprechen nicht halten zu wollen.

    Trump betreibt ja mit seiner Wahlkampfrhethorik, seinen politischen Absichtserklärungen von vornherein keine Aufklärung, sondern er redet vielen Menschen ein, dass sie Unterdrückte eines herrschenden politischen Establishments seien, und er (Trump) sie aus dieser angeblichen Unterdrückung befreien wird.

    Das ist meines Erachtens durchaus vergleichbar mit der Rhetorik der politischen rechten in den 20er-Jahren, die es erfolgreich verstanden hat, die Bemühungen der deutschen Regierung, in den Völkerbund aufgenommen zu werden und den Verpflichtungen aus dem Versailler Friedensvertrag nachzukommen immer wieder zu sabotieren.

    Und selbstverständlich gab es bei diesen Bemühungen Deutschlands weltweit als Staat Anerkennung zu finden und Vertrauen herzustellen Rückschläge.

    Solche Rückschläge wiederum waren Wasser auf der rechten Propaganda-Mühle.

    Jetzt der Vergleich mit der Trump-Propaganda in den USA: Die USA wissen sehr gut, dass sie mit ihrer grenzenlosen Ausbeutung der Natur, ihrem kapitalistischen Ausbeutungssystem, ihrer extrem liberalen Waffengesetzgebung und ihrer völlig verfehlten Verkehrspolitik international nicht das Vorbild darstellen, mit dem sie ihren eigenen Anspruch gerecht würden, eine Vorzeige-Demokratie zu sein. Als eines der reichsten Länder der Welt haben die USA eine solche Vorbildfunktion zu erfüllen.

    Und was macht Trump? Er sagt den Leuten wir brauchen gar nicht erst zu versuchen hier irgendwas vorbildhaft zu organisieren, sondern wir müssen uns vor allem darum bemühen, den größten Teil des Kuchens an uns zu reißen, anstatt ihn uns von anderen wegessen zu lassen.

    Viele aus den verschiedensten Gründen enttäuschten Amerikanern lieben Trump dafür. Trumps Wahlversprechen sind falsch, verlogen und dumm und er arbeitet emsig daran entsprechend seine Politik zu gestalten.

    das ist sogar mir aufgefallen

    Was genau ist dir aufgefallen?

    Dass ich im Zusammenhang mit Therings Attacken gegen Umweltschutz davon spreche, dass er sich da im Einklang mit vielen anderen CDU-Mitgliedern befindet, die populistisch auf die "Kacke hauen", wenn es darum geht, die Verkehrswende und den eingeschlagenen einseitigen Mobilitätsirrweg hin zum Auto für alle zu korrigieren. Dafür gibt es hinreichend Beispiele: Was zum Beispiel sagt der Sprecher der CDU-geführten Bundesregierung zum Abgasskandal-Urteil, bei dem VW nicht gut aussah. Hatte der BGH doch VW bescheinigt, "sitttenwidrig" gehandelt zu haben. "Das Unternehmen habe auf Basis einer "grundlegenden strategischen Entscheidung bei der Motorenentwicklung im eigenen Kosten- und damit auch Gewinninteresse durch bewusste und gewollte Täuschung (…) systematisch, langjährig und in Bezug auf den Dieselmotor der Baureihe EA189 in siebenstelligen Stückzahlen in Deutschland Fahrzeuge in Verkehr gebracht”" Quelle: br24 vom 25.5.2020 https://www.br.de/nachrichten/de…-werden,S00FXYB

    Und so spielt der Regierungssprecher die verbrecherischen Umtriebe von Deutschlands angeblicher Spitzenindustrie herunter:

    Die Bundesregierung äußerte sich nicht konkret zu dem Urteil. Regierungssprecher Steffen Seibert betonte in der Regierungspressekonferenz ganz allgemein zur Rolle der Auto-Industrie im Diesel-Skandal: "Die Tatsache, dass viel Vertrauen verspielt wurde, ist oft genug festgehalten worden. Genauso ist es eine Tatsache, dass die Autoindustrie für unsere wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von sehr großer Bedeutung ist."

    Das ist eine Haltung, die besonders bei vielen CDU-Mitgliedern, wie zum Beispiel auch bei Thering verbreitet ist.

    Nicht bei allen! Und das man den Regierungssprecher vorschiebt, um zu beschwichtigen, zeigt, dass andere damit ihre Schwierigkeiten haben.

    Genau so spielt Thering jetzt die Notwendigkeit herunter, Umweltpolitik zu betreiben. Denn in der Corona-Krise erkennt er die Chance, Stimmung zu machen gegen die "Wohlfühlpolitiker", die angeblich von Wirtschaftsthemen keine Ahnung haben.

    Also was genau ist dir aufgefallen? Autogenix? Dass ich hane dafür kritisiert habe, dass er die ganze Politik in einen Topf schmeißt und unterschiedslos unterstellt, Politik würde keine "Aufklärung" betreiben? Das sehe ich anders. Es ist durchaus möglich, beim Thema Mobilität Unterschiede zu erkennen zwischen den Parteien.

    Diese Aussage mit extrem steilen Forderungen Ihrerseits finde ich ein wundervolles Beispiel für Heuchelei. Und damit meine ich nicht die schwedische Death-Metal-Band.

    Worin sehen sie denn da konkret eine "Heuchelei"?

    Wo eine "steile Forderung"?

    Dass Thering so tut, als sei Umweltschutz ein vernachlässigbares Thema? Meinen Sie das mit Heuchelei, weil Thering ja im Grunde weiß, wie wichtig das Thema ist?

    Wo sehen Sie die steile Forderung bei dem was ich schreibe? Steile Forderungen werden nach meiner Beobachtung derzeit von denjenigen gestellt, die sich als die "Verlierer" der Corona-Krise bezeichnen, wie zum Beispiel die Autobauer und deshalb nach staatlicher Unterstützung rufen, während die echten VerliererInnen immer noch Corona-krisenbedingt Familienarbeit leisten und auch noch mit Hohn und Spott und wüsten Beschimpfungen überzogen werden, wenn sie einen gerechten Lohn dafür einfordern.

    "Ein regelrechter Shitstorm startet in den sozialen Medien gegen #coronaelternrechnen ab. Der Tenor ist so simpel wie verletzend: Wer seine Kinder nur als Kostenfaktor betrachte, hätte besser keine in die Welt gesetzt." aus: Twitter-Trend: Corona-Eltern rechnen ab, swr vom 15.5.2020 https://www.swrfernsehen.de/marktcheck/cor…reuung-100.html

    Welche Aufklärung?

    Politik, welcher Couleur auch immer, betreibt doch keine Aufklärung. Man stellt eine Forderung auf und liefert eine mehr oder wenig gute Begründung dafür. Das wird dann wiederholt, bis es geglaubt wird oder auch nicht. Ob etwas stimmt, spielt dabei keine Rolle. Wir neigen nur dazu, die Begründung zu glauben, der wir glauben wollen. Das macht die Begründung aber nicht richtiger.


    Wenn beispielsweise wegfallende Parkplatze angeführt werden, es um die Wünsche der Menschen geht, finde ich gerade die Rechten als erfrischend ehrlich. Nicht dass ich ihnen zustimme, aber es ist eben nicht verlogen.

    Ich halte nichts von solchen Verallgemeinerungen nach dem Schema alle Politiker in einen Sack gesteckt und dann ordentlich mit dem Knüppel drauf gedroschen, da triffst du immer den richtigen. Genau darauf läuft diese Aussage nämlich raus: "Politik, welcher Couleur auch immer, betreibt doch keine Aufklärung."

    Diese Art der Relativierung und Geringschätzung von politischer Arbeit ist einer der gründe, dass immer wieder Menschen sich in die Arme von Populisten werfen, die mit falschen Versprechungen auf Wählerfang gehen.

    Aber interessieren täte es mich schon, wer denn dann in deinen Augen "Aufklärung" in der Form betreibt, dass sie wirksam wird. Es sind nicht die studierten Köpfe in den Studierzimmern, die werden heute hochgelobt und morgen in den Abgrund verdammt. Siehe das Beispiel Christian Drosten, der nie für sich in Anspruch genommen hat, Entscheidungen zu treffen, aber sehr wohl beansprucht, dass wissenschaftliche Erkenntnisse nicht einfach von der Politik ignoriert werden dürfen.

    Die Entscheidungen treffen müssen in die zuständigen Gremien in freien Wahlen gewählte Politiker. Und wenn der Hamburger CDU-Frontmann Thering den Umweltschutz zum "Wohlfühlthema" erklärt, das derzeit zurückgestellt werden müsse, weil es angeblich echte, wichtigere Themen gäbe, dann halte ich das für bedenklich. Denn gerade eine konservative Partei tut gut daran, Umweltthemen bei denen es ja um den Erhalt von (Über-)Lebensräumen geht, nicht auf die leichte Schulter zu nehmen und aus purem Opportunismus scheinbar wichtigeren Themen unterzuordnen.

    Wenn Parteien Wähler für sich gewinnen wollen und das zum Beispiel mit dem Versprechen versuchen, wir machen uns stark für den Erhalt der Parkplätze im öffentlichen Straßenraum dann ist das nicht ehrlich sondern der Gipfel der Verlogenheit, weil klar ist, dass solche Aussagen die Autobesitz-Zahlen nach oben treiben, was das Verhältnis von Anzahl Stellplätze zu Parkplatzbedarf verschärft.

    Dass bedeutet jedoch noch lange nicht, dass es Sinn macht, mit dem Argument für seine Politik zu werben, dass man Autoparkplätze wegfallen lassen will. Das ist zwar elementar wichtig, um die Verkehrssituation nachhaltig zu verbessern, aber eben nur schwer vermittelbar.

    Unter Berücksichtigung des knappen Parkraums halte ich es zum Beispiel für wichtiger, dass man Lieferfahrzeugen und Handwerkerfahrzeugen Priorität einräumt bei der Verteilung von Parkflächen. Im Windschatten einer solchen Kampagne werden dann andere Parkplätze zurückgebaut.

    Thering hat, wie auch viele andere CDU-Mitglieder, keine andere Agenda als die, vor krassem Populismus nicht zurückzuscheuen, um möglichst viele Wählerstimmen und die "Lufthoheit über den Stammtischen" (heute virtuellen Stammtische in Form der assozialen Hetzwerke) zu gewinnen. Imponiert mir kein bisschen, wirft in mir aber immer wieder die Frage auf, ob es nicht zielführender ist, einem rechten, reaktionären Populismus einen linken Gegenentwurf entgegenzusetzen, anstatt immer nur den mühsamen Weg über die Aufklärung zu beschreiten.

    Wer am verlängerten Wochenende die verlängerten Autosperrzeiten auf der Waldchaussee genutzt hat, dem ist möglicherweise dieser Radfahrstein am Wegesrand aufgefallen:

    Mehr dazu steht auf der hannover.de-Seite. Dort erfährt man auch, dass es einen zweiten Radfahrstein am anderen Ende des Radweges in Kleefeld, in der Nähe der Pferdeturmkreuzung gibt. Das ist am anderen Ende des Radweges, der von den Radfahrpionieren Hannovers initiiert wurde.

    Der Eilenriede-Radweg war einmal kostenpflichtig und es gab Verärgerung bei den Radfahrern, weil Fußgänger die Bänke zum Ausruhen benutzten, die eigentlich für die zahlenden Radfahrer reserviert waren.

    https://www.hannover.de/Kultur-Freizei…e-Radfahrsteine

    Wer es noch nicht geschafft hat, dort vorbeizufahren, der kann das ja am Pfingstwochenende nachholen, wenn erneut zusätzliche Autosperrstunden auf der Waldchaussee gelten.

    Hier die Standorte eingetragen in ein openstreetmap-Kartenausschnitt:

    Das sehe ich jetzt nicht so schwarz, selbst im unkontrollierten und panischeren Modus Ende März gab es hier keine großartigen Isolierungen, es wurden keine Wohnblocks versiegelt, es patrouillierte weder Polizei noch Militär, um Spaziergänger einzusperren, selbst offiziell quarantänisierte Menschen wurden nur einmal täglich durch einen Besuch oder gar nur einen Anruf zu Hause kontrolliert und nicht durch Fußfesseln oder Einzelhaft. Es besteht wenig Anlass zur Sorge, dass das jetzt plötzlich anders werden sollte.

    Ein Verstoß gegen Quarantänevorschriften gemäß §§ 30 und 75 IfSG kann sanktioniert werden mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe bis zu 2 Jahren. https://www.bussgeldkatalog.org/news/corona-qu…rstoss-2170302/ Das hört sich jetzt erst mal nicht so harmlos an, wie das, was du schreibst. Allerdings dürfte auch klar sein, dass eine allzu schnelle Umsetzung solcher Sanktionen schon bei leichten Verstößen, unwahrscheinlich ist, weil es den unerwünschten Nebeneffekt haben kann, dass Menschen sich erst gar nicht melden bei Corona-Verdacht. Aber nur aufgrund einer Handy-App-Nachricht sich melden? Das werden vielleicht auch viele als übertrieben ansehen.

    Ist denn sicher gestellt, dass ggf. die Handydaten nicht ausgelesen werden dürfen. Zum Beispiel wenn jemand mit Symptomen auffällt, kann man dann von ihm verlangen, dass er die Nachrichten seiner Corona-Handy-App preisgeben muss?

    Die Telefonnummernsache wird gemacht, weil wir a) noch keine brauchbare App haben und b) die Gaststätten öffnen möchten, obwohl sie eigentlich noch zu bleiben sollten. Das ist lediglich ein Kompromiss, den sich die verantwortlichen Politiker ausgedacht haben, damit sie dann bei Ausbrüchen wenigstens ein bisschen was vorzuweisen haben. Dass niemand die Nummern auf Echtheit überprüft, das Zusammentragen der Listen und Anrufen von Personen im Ernstfall auch einen ziemlichen zeitlichen Aufwand bedeutet, man damit nicht zuverlässig die jeweilige Situation (Sitzordnung, Aufenthaltsdauer, Raumgröße, Belüftung, Sprechdauer/-art etc.) einschätzen kann, die datenschutztechnischen Fragen der kompletten Weitergabe solcher Listen, etc. sind alles Nachteile, die der Offlineerfassung geschuldet sind. Kompromisse, die man eingeht, um wenigstens irgendwie wieder aufmachen zu können.

    Ist nicht zu befürchten, dass eine Corona-Handyapp ebenso wie das Liste-Führen als Vorwand benutzt wird, um Öffnungen vorzunehmen, die besser noch unterbleiben sollten? Zumindest hatte ich in der Diskussion häufig den Eindruck, dass ähnlich wie bei den Masken der Zusammenhang hergestellt wurde, wenn wir jetzt die Masken alle tragen, dann können wir auch wieder mehr Geschäfte und andere Besuchermagneten öffnen.

    Im Gleichklang dazu: Wenn wir erstmal die Corona-App haben, dann können wir auch wieder zu einem normalen Alltag zurückkehren: Die Begründung ist allerdings eine andere, bei der Corona-App wird so argumentiert: Wenn wir die Corona-App haben, dann können wir ja die Virusherde schnell entdecken und die entsprechenden Gebiete isolieren.

    Vielleicht ist das auch ein Grund der Abneigung gegen die Corona-App erzeugt. Nämlich die Furcht davor, zu denen zu gehören, die dann isoliert werden? Dann doch lieber Beschränkungen für alle gleichermaßen.

    Wie schätzt du folgende Gegenüberstellung ein: Wenn jetzt einer käme und sagte: Das Maskentragen muss jetzt nicht mehr sein, wir haben jetzt die Corona-App, da brauchen wir keine Masken mehr. (Eine solche Gegenüberstellung ist natürlich eigentlich Quatsch, aber ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass genau so argumentiert würde.) Hältst du es dann für eher wahrscheinlich, dass sich die Menschen sich mehrheitlich für das Maskentragen entscheiden würden und gegen die App oder umgekehrt?

    Oder würde eine Mehrzahl sagen: Ist doch klar, wir brauchen beides.

    Es gibt ja auch Maßnahmen der Nachverfolgung von Ansteckungswegen, die auf ganz konventionelle Weise ablaufen. Zum Beispiel muss man sich bei einem Restaurantbesuch vom Wirt registrieren lassen. Da kann es einem schon mal durch den Kopf schießen: "Du hast jetzt da deine Adresse und Telefonnummer hinterlassen. Muss ich damit rechnen, dass in ein paar Tagen möglicherweise jemand vom Gesundheitsamt anruft und mir mitteilt, dass ich jetzt erst mal 14 Tage unter Quarantäne stehe?" Natürlich muss ich genau damit rechnen, sonst macht es ja keinen Sinn, seinen Namen und Anschrift zu hinterlassen.

    Und das ganze jetzt automatisiert mit einer Handy-App. Was ist zum Beispiel, wenn wer die automatisierte Nachricht nicht ernst nimmt? Vielleicht nach dem Schema, ist bestimmt blinder Alarm und ich hab' grad was Besseres vor. Gut, auch bei einem Restaurantbesuch könnte natürlich jemand den falschen Namen angeben usw. Aber gefühlt ist das für mich so ähnlich wie bei den Wahlen, da trau ich auch mehr der traditionellen Methode mit Stift und Wahlzettel und auszählen von Hand. Bin ich einfach zu altmodisch?

    Neues zur Sperrung der Waldchaussee:

    "Ab Donnerstag, Christi Himmelfahrt (21. Mai), 0 Uhr, wird die Waldchaussee (im Rahmen des üblichen Sperrbereiches) durchgängig bis Sonntag, 24. Mai, 24 Uhr, gesperrt. Die Waldchaussee wäre sonst regulär vom 22. Mai, 0 Uhr, bis 23. Mai, 15 Uhr, geöffnet gewesen.

    Über das Pfingstwochenende wird die Waldchaussee (im Rahmen des üblichen Sperrbereiches) durchgängig von Samstag, 30. Mai, 0 Uhr, bis Pfingstmontag (1. Juni), 24 Uhr, gesperrt. Die Waldchaussee wäre sonst regulär am 30. Mai, 0 bis 15 Uhr, geöffnet gewesen."

    Quelle: https://www.hannover.de/Service/Presse…r-an-Feiertagen

    Immerhin ein paar zusätzliche Sperrstunden für den Autoverkehr, das ist zwar mehr Kleckern als Klotzen aber immerhin ein Grund, dort mal wieder zu radeln und davon zu träumen, dass es so autofrei eigentlich immer sein könnte.

    Alles Gute zu Christi Himmelfahrt und Pfingsten!

    Und auch für LKW gilt, was für PKW gilt, wenn die Fahrzeuge im Straßenraum rumstehen, wo sie das nicht dürfen, dann geht ein ohrenbetäubendes Gehupe los, das jedermanns Aufmerksamkeit erregt. Technisch müsste das spätestens mit dem 5G-Netz sehr zielgenau umsetzbar sein, eine solche Automatik einzubauen.

    Zeitgleich werden die Türen automatisch verriegelt, so dass ein Aus- oder Einladen nicht möglich ist.

    Dann muss auch keiner mehr Angst um seinen Führerschein haben, weil er versehentlich ein Halteverbot übersehen hat.