Eines Sozialstaats würdig wäre allerdings einzig und allein die Regelung: Schülerinnen und Schüler fahren kostenlos.
Ich denke nicht, dass das eines Sozialstaates würdig wäre. Im Gegenteil. Das wäre ein Signal dafür einen komplett anstrengungsfreien Weg durchs Leben vorzuzeichnen. Letztlich auch ein Dämpfer für diejenigen Schülerinnen und Schüler, die zu Fuß zur Schule gehen oder einen Tretroller oder ein Fahrrad benutzen.
Und es wäre ein Signal dafür, den ÖPNV noch einmal in seinem Ansehen zu schädigen. Quasi ihn zu einer Art "Resterampe im Personentransportwesen" machen, die für die gesellschaftlich und wirtschaftlich Abgehängten" gut ist, aber nicht für "Mamas Liebling", der im SUV zur Schule gefahren wird und komplett asozial im absoluten Halteverbot aussteigen darf.
Allerdings muss endlich eines geschehen: Die Schule muss die Möglichkeit haben als Institution und für ihre Schüler diese mit Fahrkarten zu versorgen, die die Schule an die Schüler ausgibt. Ebenso wie ein Mittagessen. Die Schulen müssen endlich ihrer Verantwortung gerecht werden, die Kinder die sie beschulen auch so zu versorgen, dass sie dort die Leistungen vollbringen können, die man von ihnen erwartet.
Das ist was anderes als "kostenlos" fahren. Es bedeutet: Wir wollen, dass du zur Schule kommst und dafür bekommst du eine Fahrkarte, mit der du auch zum Sportverein oder zur Bücherei usw. fahren kannst. Die ist nicht kostenlos oder umsonst, sondern verknüpft mit der Erwartung, dass du sie sinnvoll benutzt.