Alles anzeigenDer Vergleich Strom vs. Straßenverkehr hinkt gewaltig.
https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BCnf_Sicherheitsregeln
Ich versuche die Sicherheitsregeln für Strom mal auf den Straßenverkehr zu übersetzen.
Es geht immer nur um einen bestimmten Straßenabschnitt:
* Freischalten: Zufluss an neuen Verkehrsteilnehmern stoppen, indem die Ampel auf rot geschaltet wird.
* Gegen Wiedereinschalten sichern: Verbotsschild an der Ampelbedienung aufhängen, damit niemand die Ampel wieder auf grün schaltet.
* Spannungsfreiheit feststellen: Feststellen, dass der Straßenabschnitt frei von Verkehrsteilnehmern ist.
* Erden und Kurzschließen: Panzersperren o.ä. hochfahren. Wenn doch jemand über die Ampel fährt, knallt's gewaltig.
* Benachbarte, unter Spannung stehende Teile abdecken oder abschranken: Große Trennwände hochziehen, damit man selbst nicht versehentlich in einem benachbartem Straßenabschnitt landet, wenn man sich mit dem Auto überschlägt.
Dann fährt man selbst durch den Straßenabschnitt und macht die Maßnahmen rückgängig. Dann kommt der nächste Verkehrsteilnehmer an die Reihe.
Was bei Elektrik einigermaßen praktikabel (und notwendig!) ist, ist im Straßenverkehr schlicht nicht durchführbar.
Dass die Art der Maßnahmen vergleichbar sind, das habe ich nicht behauptet. Allgemein wird behauptet, die Einführung des Sicherheitsgurtes hätte die Ahnzahl der tödlichen Autounfälle drastisch reduziert.
Ebenso wird allgemein behauptet, die Vorschrift Elektroinstallationen grundsätzlich mit einem FI-Schalter zu sichern, hätte zur deutlichen Reduktion der Stromunfälle beigetragen.
Ob das jeweils statistisch einwandfrei belegt werden kann, weiß ich nicht. Schließlich könnte ja auch ein ganz allgemein gesteigertes Sicherheits-Empfindungsvermögen oder ein geändertes Risikoverhalten die Sicherheit erhöht haben. Um mal eine weitere Parallele zu nennen: Das Tabak-Rauchen ist zurückgegangen. "Etwa seit den 1980er Jahren sind die Anteile der Raucher in der erwachsenen Bevölkerung leicht rückläufig. In Deutschland rauchen insgesamt 23,8 Prozent Frauen und Männer ab 18 Jahren. Männer rauchen mit 27 Prozent häufiger als Frauen, die zu 20,8 Prozent rauchen. Bei den Jugendlichen ist ein deutlicher Rückgang in der Raucherquote zu beobachten." https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begrif…/r/rauchen.html