Beiträge von Ullie

    Ein Gehweg ist der Rückzugsort für alle langsamen ( und "schwachen") Verkehrsteilnehmer. Das sollte ein Raum sien, wo man auch mal unvermittelt stehen bleiben kann, sich hinstellen, sich hinsetzen, auch mal auf einen Rollator,....

    Wenn man deine Aussage vom anderen Ende her betrachtet dann ergibt sich: "Wer mit dem Rad fährt, der sollte kein langsamer (und "schwacher") Verkehrsteilnehmer sein."

    Da bin ich absolut nicht mit einverstanden, aber ich befürchte, dass manche Fahrradfahrer, die sich sehr grundsätzlich und vehement gegen Radverkehrsanlagen egal welcher Beschaffenheit aussprechen, genau so ticken und einfach nicht sehen, oder es nicht wahrhaben wollen, dass viele Menschen, die das Rad benutzen nicht Tag für Tag darauf erpicht sind, sich auf zum Teil mehrspurigen Hauptverkehrsstraßen mit Tempo 50 (gefahren 60) mit dem Fahrrad zu behaupten.

    Solche Radfahrer kann man mit ihren Wünschen natürlich komplett ignorieren und sich drüber lustig machen, dass sie sich nicht "trauten" am "richtigen" Verkehr teilzunehmen. Nur darf man sich dann nicht darüber wundern, dass diese Radfahrer sich ganz einfach zurückziehen und das Rad nicht mehr benutzen.

    Wer glaubt, durch ein gebetsmühlenartiges Wiederholen die Fahrbahn ist für Fahrradfahrer immer sicherer als eine separate Radverkehrsführung, die Abkehr der "langsamen (und "schwachen")" Verkehrsteilnehmer vom Fahrrad aufhalten zu können, der fährt nicht auf der Fahrbahn oder dem Radweg, sondern auf dem Holzweg.

    Und das ist vermutlich auch in Stade nicht anders als anderswo. Klar gibt es in Stade wie andernorts jede Menge Beispiele dafür, das die Verkehrsverwaltung versucht Radfahrer von der Fahrbahn fernzuhalten, um dem Autoverkehr den viel gepriesenen, angeblichen "Verkehrsfluss" zu ermöglichen. Und leider greift auch die Stader Verkehrsbehörde dabei in die Trickkiste mit [Zeichen 240] und [Zeichen 239]+[Zusatzzeichen 1022-10]. Aber immerhin verpflichtet Gehweg + Radfahrer frei nicht dazu, den so ausgeschilderten Weg zu benutzen. Auch dann nicht, wenn einige Autofahrer das immer noch nicht kapiert haben.

    Genau das hat Yeti ja bereits ausgeschlossen. Die Gehwege sind nicht zum Radfahren geeignet, auch nicht mit Radfahrer frei.

    Kennst du alle Gehwege, die jetzt noch als Radwege benutzt werden, in Stade?

    Ich nicht. Aber bei den Beispielen die Yeti vorgestellt hat, gibt es welche, bei denen ein Radfahrer frei möglich ist. Da die Verkehrszeichen [Zeichen 239]+[Zusatzzeichen 1022-10] den Vorrang des Fußgängerverkehrs und den Ausschluss von Fußgängergefährdung vorschreiben, sind diese Gehwege nicht unbedingt im selben Maße zum Fahrradfahren geeignet wie manche Fahrbahnen oder richtige Radwege. Aber die Aussage, man könne dort nicht radfahren, weil man so langsam fahren müsste, dass man dann umfällt, halte ich nicht für seriös.

    Diese Diskussionen gibt es auch in Hannover. Und es ist ein leichtes, durch eine verkürzte Darstellung solcher Diskussionen den falschen Eindruck zu erwecken, der ADFC fordere ein starres Festhalten am Separieren des Radverkehrs.

    Aber trifft das zu?

    Du schreibst: "Die Stadtverwaltung beruft sich auf ein Positionspapier des ADFC, das sich verkürzt auf den Nenner bringen lässt: Radfahrer im Mischverkehr nur bei Tempo 30 km/h und sonst Separation auf dem Hochbord." Was steht denn genau in dem Positionspapier drin? Wird dort das Wort "Separation" tatsächlich benutzt? Oder hat das die Verwaltung benutzt? Oder wer?

    Ich hatte schon an anderer Stelle Wiesbaden als Beispiel für eine Stadt erwähnt, wo sich zum Beispiel Fahrbahnradler eigentlich nur wohlfühlen kann. Dort gibt es einfach keine oder fast keine Hochbordradwege. Mir ist es trotzdem kein angenehmes Radfahren dort. Umbraust vom Autoverkehr, auf den Hauptverkehrsstraßen dort fast überall Tempo 50.

    In der Nachbarstadt Mainz dagegen ist jetzt auf Hauptverkehrstraßen in der Innenstadt Tempo 30 angeordnet worden. Geht doch! An vielen Stellen ist es allerdings immer noch unangenehm auf mehrspurigen Hauptverkehrrsstraßen sich mit dem Fahrrad zu behaupten zum Beispiel hier an der Rheinstraße:

    Hallo Ulli,

    ich möchte dich noch einmal ganz freundlich bitten, hier im Stade-Thread nicht mehr über das Radfahren auf Gehwegen zu schreiben.

    Ich habe an keiner einzigen Stelle etwas vom Radfahren auf Gehwegen geschrieben. (Mehrere andere ebenso wenig zutreffende Vorwürfe von dir lasse ich jetzt mal weg.)

    Worüber ich verschiedentlich geschrieben habe, ist das Radfahren auf Gehwegen, die für den Radverkehr freigegeben sind. Und das ist nicht dasselbe wie Fahren auf Gehwegen! [Zeichen 239]+[Zusatzzeichen 1022-10] hat durchaus in manchen Fällen seine Berechtigung. Ganz sicher hat es nicht seine Berechtigung, wenn es dabei lediglich darum geht, Radfahrer von der Fahrbahn zu verdrängen. Dazu ist es letzten Endes aber auch gar nicht geeignet, weil ein Gehweg der für den Radverkehr freigegeben ist, nicht benutzungspflichtig ist.

    Bei vielen Beispielen, die du mit Fotos gezeigt hast, wäre es wirklich schlimm für den Fußverkehr, wenn diese Beispiele mit [Zeichen 239]+[Zusatzzeichen 1022-10] gekennzeichnet wären. Bei anderen wäre es vertretbar. In allen Fällen ist das [Zeichen 240] oder das [Zeichen 241-30], was jetzt da hängt, jedoch noch schlimmer.

    Vermutlich ist das Ganze auch so ein bisschen eine "Spatz in der Hand oder Taube auf dem Dach Frage"? Das musst du dann letztlich selbst vor Ort entscheiden. Vielleicht helfen dir ja Beispiele aus anderen Orten dabei? Deshalb habe ich die hier veröffentlicht.

    Vielen Dank für den Hinweis. Da musste ich doch auch gleich mal suchen. Es gab sogar Anleitungen zum Selberbauen:

    Externer Inhalt www.youtube.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne Ihre Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklären Sie sich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.

    Warum nicht? Und sei versichert, bei Allgemeinplätzen werde ich nachfragen und Belege fordern. Für mich macht das übrigens sehr viel Sinn, wenn man nicht nur das jetzt sondern sagen wir den nächsten Monat mit betrachtet.

    Das mag sein. Aber was soll an einer minderwertigen Alternative ein Privileg sein?

    Ein Parallelangebot ermöglicht den Vergleich.

    Wenn du an einer Straße einen Hochbordradweg abbaust und keine andere Möglichkeit mehr zulässt, an dieser Straße Hochbord Fahrrad zu fahren, dann stößt du damit vielen Menschen vor den Kopf, die diese Straße dann zukünftig meiden werden.

    Wenn du aber beide Möglichkeiten zulässt, entweder indem du den alten Radweg als Angebotsradweg belässt, oder ein [Zeichen 240] umwandelst in [Zeichen 239] + [Zusatzzeichen 1022-10], dann erzielst du den dreifachen Gewinn. 1. Du erhältst dir die alten Fans des Hochbordfahrens. 2. Du gewinnst neu dazu die Fans des Fahrbahnfahrens. 3. Und nach und nach werden die Hochbord-Fahrradfahrer*innen vielleicht entdecken, dass Fahrbahnfahren doch nicht so schlecht ist.

    Ein Nachteil könnte darin bestehen, dass der Bau eines richtig breiten Radfahrstreifens blockiert wird. (Blick über den nächsten Monat hinaus!) Wenn jedoch ein gutes Doppelangebot besteht, dann treibt das auch die Radfahrerzahlen nach oben und verstärkt den Druck nach einer besseren Lösung.

    Es macht jedenfalls keinen Sinn, eine minderwertige Alternative gegen eine andere minderwertige Alternative auszutauschen, indem in einer stark vom Autoverkehr belasteten Straße einfach nur der Radverkehr vom Hochbord vertrieben wird.

    Dieser Hochbord war mal als gemeinsamer Fuß- und Radweg ausgeschildert, also benutzungspflichtig. Tempolimit: 50km/h. Der größte Teil des Fußverkehrs findet auf der anderen Bürgersteigseite statt an der Häuser stehen. Würdest du hier wirklich das [Zusatzzeichen 1022-10]abschrauben wollen?

    Die googlestreetview-Aufnahme zeigt die alte Ausschilderung: https://www.google.com/maps/@52.41038…!7i13312!8i6656

    Warum ist es wichtig, dass der KFZ Verkehr möglichst langsam stattfindet?

    Um deutlich nachhaltigeren Verkehrsmitteln und volkswirtschaftlich kostengünstigeren Verkehrsmitteln nämlich die des ÖPNV die Verkehrsinfrastruktur zu ermöglichen, auf die sie angewiesen sind.

    Sieh dir zum Beispiel diese Bushaltestelle in der Region Hannover, in Marienwerder an:

    Wenn der Bus hält, dann kann kein Auto dran vorbeifahren. Wenn der Bus dann wieder anfährt, dann hat er eine freie Strecke vor sich, auf der Tempo 50 gilt.

    Das Foto wurde von der Haltestellenseite aufgenommen, die der auf dem Bild gegenüberliegt.

    Wenn Fahrradverkehr auf einer Landstraße bei Tempo 100 max. stattfinden soll, dann wirst du dafür nur wenige Radfahrer begeistern können. Wenn du einen Extra-Radweg baust, dann wird es sehr teuer und es gibt verschiedene Sicherheitsprobleme an Kreuzungen, über die hier schon vielfach berichtet wurde.

    Wenn du aber ein Tempobeschränkung auf 60 km/h hast, dann genügt ein breiter Radfahrstreifen je Fahrtrichtung, der deutlich kostengünstiger und sicherer ist.

    Es wurde schon sehr früh spekuliert, dass Mediziner zu spät die Politik alarmiert hätten, dass dringend frühzeitig große Mengen von Masken hätten beschafft werden müssen. So was kann man in eine Satiresendung einbauen und das war's dann aber auch.

    Umgekehrt würde es viel mehr Sinn machen: Mediziner alarmieren frühzeitig die Politik, damit diese im großen Stil die Maskenbeschaffung vorantreibt, so dass für die normalen Abläufe in Krankenhäusern und Pflegeheimen genug preiswerte Masken vorhanden sind.

    Interessanterweise waren die Schutzvisiere aus Kunststoffglas nach meiner Erinnerung zu keiner Zeit ein Mangelprodukt. Dabei wird ihnen auch von Skeptikern eine zumindest ähnlich hohe Schutzwirkung zugebilligt.

    Nach meiner Beobachtung ist ein anderes Phänomen zurückgegangen: Im April und Mai sah ich noch sehr viele Menschen, die meinten sich mit Handschuhen vor dem Corona-Virus schützen zu müssen. Die sehe ich jetzt kaum noch. Ob das an neuen medizinischen Erkenntnissen oder an den gestiegenen Temperaturen liegt?

    In München gibts eine Stelle, an der die Behörde einfach ein "Gehweg"+"Fußgänger frei"+ZZ "Gilt nicht an Markttagen" aufgestellt hat. Ich glaub, hier würde es dem VA schon an der Bestimmtheit mangeln.

    So ein Beispiel aus Hannover hatte ich schon mal an anderer Stelle veröffentlicht. Aber weil es hier direkt dazu passt hier noch mal:

    Yeti: Und wenn du jetzt noch weitere Fotos von viel zu schmalen Bürgersteigen postet, die mit [Zeichen 240] oder [Zeichen 241-30] ausgestattet sind, dann komme ich höchstpersönlich mit Schraubenschlüssel nach Stade geeilt. ;)

    Trotzdem Yeti, nicht immer und überall ist es ganz schlecht, wenn ein [Zeichen 239] + [Zusatzzeichen 1022-10] stehen bleibt, nachdem dort ein [Zeichen 240] oder [Zeichen 241-30]entfernt wurde. Allerdings ist das an Voraussetzungen geknüpft. Darüber hinaus ist natürlich darauf zu achten, dass die Anlage einer Radfahrspur oder eines Schutzstreifens nicht dazu führt, dass der Fußweg verschmälert wird. Bei deinen beiden letzten Beispielen muss man das freilich nicht befürchten, da ist der Fußweg vermutlich schon als reiner Fußweg zu schmal.

    Was habt Ihr überhaupt für ein Problem?

    Seit 100 Jahren wird im Straßenverkehr gehupt und gepöbelt. Wie kommt Ihr darauf, dass das aufhören muss, nur weil es jetzt um Radfahrer geht?

    Lasst sie hupen und pöbeln. Letzteres macht Ihr ja auch.

    Wer so argumentiert, der muss sich nicht wundern, dass viele Radfahrerinnen und Radfahrer nicht viel davon halten, wenn ihnen wer sagt dass sie die Fahrbahn benutzen sollen.

    Selbstverständlich macht es Sinn, in bestimmten Situationen Schilder aufzustellen, um die Verkehrsführung zu erläutern. Sonst könnte man zum Beispiel auch [Zeichen 350-10] abbauen, man sieht ja an den Streifen auf der Fahrbahn was gemeint ist.

    Bei den ersten Zebrastreifen in den 50er-Jahren war das tatsächlich so.

    Und mich freut es, dass in Hannover diese Schilder aufgestellt werden und auch das Konzept, dass sie wandern. Damit wird nämlich auch deutlich, dass sie keine Dauer-Institution sind mit dem Ziel überall diese Schilder aufzustellen.

    Und auch solche Bodenmarkierungen halte ich für hilfreich:

    Denn sie zeigen, dass es mitunter mehrere Wege für Radfahrer*innen gibt, die sie ordnungsgemäß benutzen dürfen.

    Ich halte nichts davon, dass viele Autofahrer unbedingt alle Radfahrer auf Radwege verbannen wollen. Es macht aber auch keinen Sinn, in jedem Fall Radfahrer zum Fahrbahnradeln zu zwingen.

    Ich halte auch nichts davon in jedweder Hinsicht Radfahrer mit Nutzern motorisierter Fahrzeuge gleichzusetzen. Radfahrer belasten weniger stark die Umwelt, stellen eine deutlich geringere Unfallgefahr da und sind Teil eines nachhaltigen Mobilitätssystems. Und deshalb haben sie es verdient deutlich priviligiert zu werden. Auch damit, dass ihnen eine doppelte Infrastruktur angeboten wird, wenn es nicht möglich ist, einen attraktiven und sicheren Radfahrstreifen (auch gefühlt sicheren Radfahrstreifen) auf der Fahrbahn anzubieten.

    Wenn in einer Straße 50 km/h max. gefahren werden darf, dann ist das kein attraktives und zufriedenstellendes Angebot an alle Radfahrer da einfach sich auf der Fahrbahn zu behaupten.

    Das eigentliche Problem das ich sehe: Wenn überall wo schneller Autoverkehr installiert wird, gleichzeitig auch eine separate Radverkehrsführung mit installiert wird, dann wird das leider nicht dazu beitragen, dass die Geschwindigkeiten herunterreguliert werden. Das macht sich unter anderem beim Landstraßenausbau bemerkbar. Die Zielmarke lautet dort Tempo 100 und das wiederum bedingt breite Autofahrspuren und separate Radwege. Mit Tempo 60 könnten es Radfahrstreifen auf der Fahrbahn sein. Und die Autofahrbahn könnte schmaler sein.

    Ja, aber eben nur an der betreffenden Stelle, um die Ecke und zwei Straßen weiter verstärkt es tendenziell die Pöbelei, weil es dort dann keine Asphaltmalereien/Hinweisschilder gibt.

    In Hannover versucht man dem dadurch entgegenzuwirken, dass diese besonders großen Schilder, wie das auf dem Foto, immer nur temporär für ein bis zwei Jahre an verschiedenen Straßen aufgestellt werden.

    Allerdings wird das noch nicht im notwendigen Umfang in den Medien wiedergegeben. Stattdessen liest man dort häufig kritische Statements, wenn es darum geht, dass der Fahrradverkehr auf der Fahrbahn stattfindet.

    Dennoch würde ich Sie bitten, noch einmal den vorherigen Satz in seiner Gänze zu lesen:

    Hab ich gemacht:

    Das ist Wissenschaft in Aktion. Nach dem neue Ergebnisse zur Verfügung standen hat das RKI seine Angaben geändert - um den neuen Beobachtungen über massenhafte Infektionen und das Verhalten der Menschen und den zur Verfügung stehenden Masken optimal zu begegnen. Zu sagen "die haben ihre Meinung geändert, die können ja nicht wissen was sie tun" ist eine FURCHTBARE Einstellung.

    Genau das führt dazu, dass sich Menschen eine eigene Meinung bilden und sich nicht mehr mit neuen Tatsachen verwirren lassen. Das ist anti-Intelligenz in Aktion.

    Und ja, das ist auf jeden Fall richtig was Sie da schreiben. Bloß weil eine anerkannte wissenschaftliche Institution, wie zum Beispiel das Robert-Koch-Institut in einer bestimmten Frage die veröffentlichten Empfehlungen verändert, wäre es unredlich, alles was vom Robert-Koch-Institut gesagt wird, pauschal in Zweifel zu ziehen oder als falsch zu bezeichnen.

    Trotzdem sehe ich in dieser bestimmten Frage betreff des Infektionsschutzes durch Tuchmaske versus Schutzschildmaske keinen Grund, es anders als die Hessen*) zu machen, die beides erlauben. Auch wenn nicht zweifelsfrei nachgewiesen ist, ob das Kunststoffglas-Visier oder das Tuch einen wirksameren Schutz vor Corona-Viren bietet.

    Ziemlich sicher dürfte dagegen sein, dass die Tuchmaske oder das Kunststoffglas-Visier einen gewissen Schutz bieten und eines von beiden sicherer ist als gar nichts von beiden zu benutzen. Vermutlich bieten beide Schutzmethoden gewisse Vorteile und bestimmte Nachteile.

    Und zum Glück scheint das Infektionsgeschehen derzeit nicht so bedrohlich zu sein, dass irgendein Bundesland die Vorschrift erlässt, dass nur Fahrgäste in Bus- und Bahn mitfahren dürfen, die beides tragen, also sowohl Tuchmaske als auch Kunststoffglas-Visier.

    Auf der Internetseite von Ökotest ist ein interessanter Artikel zum Thema:

    Gesichtsvisiere statt Stoffmaske: Bieten Face Shields ausreichend Schutz?

    https://www.oekotest.de/gesundheit-med…tz_11293_1.html

    Darin heißt es unter anderem:

    "Je wärmer es wird, umso schwerer fällt das Atmen unter den Stoffmasken. Face Shields könnten da Abhilfe schaffen." Und das ist schließlich auch ein Aspekt gerade an heißen Tagen, wie in den letzten drei Wochen. Allerdings muss ich aus Erfahrung sagen, dass in dieser Hinsicht auch eine Kunststoffglasscheibe vor dem Gesicht ähnliche Nachteile hat wie eine Maske. Wenn man zum Beispiel an einem heißen Tag an einer Haltestelle steht und endlich mal ein bisschen kühlender Wind aufkommt, dann wird der natürlich auch von der Kunststoffglas-Scheibe abgebremst.

    *) In dem bereits weiter oben zitierten Artikel vom 26.6.2020 werden neben dem Bundesland Hessen auch noch andere Bundesländer genannt, wo beides als Schutzmaßnahme gestattet ist. Tuchmaske oder Kunststoffglas-Visier:

    "In Hamburg, Hessen, Niedersachsen und Rheinland Pfalz ... sind die Visiere als Schutz erlaubt."

    Niedersachsen und Rheinland-Pfalz waren die anderen Länder in denen ich mit dem Quer durchs Land Ticket unterwegs war. Also zumindest formell alles richtig gemacht.

    Auch in Österreich heißt es in dem Artikel gilt das Visier als gleichwertig: "Auch in Österreich sind laut dem Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz Gesichtsvisiere erlaubt. "Von ihrer Schutzwirkung her sind die Visiere wirklich nicht schlecht. Im Vergleich zur Mund-Nasen-Maske schneiden sie ähnlich gut ab – sowohl beim passiven als auch beim aktiven Schutz", so Hans-Peter Hutter, Umweltmediziner an der Medizinischen Universität (MedUni) Wien gegenüber dem ORF."

    Ist es denn in anderen Bundesländern/Ländern so, dass man virenschutztechnisch unbedingt mit Tuch ausgestattet sein muss und das in Bus und Bahn auch entsprechend kontrolliert wird? Hat da wer Erfahrungen gemacht?

    Der österreichische Umweltmediziner Peter Hutter sagt: "Seiner Meinung nach seien "die Visiere in erster Linie für jene Berufsgruppen gedacht, die über mehrere Stunden Mund und Nase bedecken müssen, etwa Personal in der Gastronomie."" Im Zug ist man allerdings auch längere Zeit unterwegs, wenn auch in der Regel mit weniger Anstrengung verbunden als zum Beispiel bei der Arbeit als Kellner. Vielleicht ist auch das ein Grund, dass in Gastwirtschaften oft "nur" mit "Kinnvisier" gearbeitet wird. Und natürlich ist den Gaststättenbetreibern und den Gästen auch wichtig, das Gesicht des Kellners sehen zu können. Sonst könnt ich auch gleich hier essen gehen:

    https://upload.wikimedia.org/wikipedia/comm…taurant1896.jpg

    Das Bild zeigt das weltweit erste Schnellrestaurant, das 1896 von Ludwig Stollwerck in Berlin eröffnet wurde.

    Oder hier: Automatenrestaurant, Foto aus einem Spiegel-Artikel

    https://cdn.prod.www.spiegel.de/images/d791df5…50_fpy57.29.jpg

    Die Vorschrift kannte ich noch gar nicht :S Ich bin schlecht im Schätzen, aber 100 Fußgänger pro Stunde ist pro Richtung alle 72 Sekunden einer. Das dürften ein paar mehr sein:

    Externer Inhalt youtu.be
    Inhalte von externen Seiten werden ohne Ihre Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklären Sie sich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.

    Wenn viele Fußgänger einen Gehweg benutzen, dann kann man ihn nicht auch noch für viele Radfahrer benutzungspflichtig machen.

    Wenn allerdings viele Fußgänger einen Gehweg nutzen und es für Radfahrer annehmbare Alternativen gibt, wie zum Beispiel einen breiten Schutzstreifen, dann kann man davon ausgehen, dass nur sehr wenige Radfahrer sich nicht trauen werden, den Schutzstreifen zu benutzen. Und da spricht dann m. E. nichts dagegen auch einen stärker frequentierten Fußweg für Radfahrer frei zu geben.

    Dein Video-Beispiel allerdings ist schon ein Extremfall und vermutlich zu einer "Stoßzeit" aufgenommen.

    Tut mir leid, dass es immer wieder den Stade-Threat trifft, aber ich halte es für richtig, die Frage wann ein [Zeichen 239]+[Zusatzzeichen 1022-10]in Frage kommt und wann nicht, an konkreten Beispielen zu diskutieren und davon gibt es in Stade offensichtlich viele.

    Dein Foto zeigt einen Bürgersteig, wo [Zeichen 239]+[Zusatzzeichen 1022-10] ganz sicher nicht angezeigt ist, genau so wenig wie gemeisamer Fuß und Radweg. Allerdings halte ich auch nichts davon, das Schild [Zeichen 240], das jetzt dort steht, einfach ersatzlos zu entfernen. Das funktioniert dann am besten reibungslos, wenn Begleitmaßnahmen wie Fahrradpiktogramme auf die Fahrbahn, Einführung von Tempo 30 max. inklusive verbindliche Zusage das zu kontrollieren, kommen. Dazu kann das noch installiert werden: Ein Tempomesser mit Anzeige: https://www.konz.eu/vg_konz/VG%20K…(Gro%C3%9F).JPG

    Der tut keinem weh und trifft auf breite Akzeptanz auch bei den allermeisten Autofahrern!

    Und die Radfahrerinnen und Radfahrer können an solchen Begleit-Maßnahmen erkennen, dass da nicht einfach eine Vertreibung vom "sicheren" Fußweg stattgefunden hat, der in Wirklichkeit ja gar nicht so sicher ist, wie vielfach geglaubt.

    Genau das führt dazu, dass sich Menschen eine eigene Meinung bilden und sich nicht mehr mit neuen Tatsachen verwirren lassen. Das ist anti-Intelligenz in Aktion.

    Ich sehe nichts Schlechtes darin, wenn sich Menschen eine eigene Meinung bilden. Und in Bezug auf die Frage, ob ein Schutzvisier aus durchsichtigem Kunststoff ähnlich gut oder vielleicht sogar noch besser als Ansteckungsschutz dient, gibt es nicht nur die "eine heilige alles erklärende Tatsache" zu berücksichtigen. Vielmehr sind sehr viele Tatsachen zu berücksichtigen und mögliche positive und negative Auswirkungen gegeneinander abzuwägen.

    Für "eine heilige allgemeingültige Tatsache" hielt es wohl der Straßenbahnfahrgast, der meine Begleiterin anfauchte, sie solle gefälligst eine Schutzmaske tragen. Sie war schon dabei in ihre Tasche zu greifen, um das ärztliche Attest vorzuzeigen, dass sie vom Tragen einer Schutzmaske aus medizinischen Gründen entbunden ist, als ich dem "besorgten" Straßenbahnfahrgast sagte: "Es gibt auch Menschen, die aus medizinischen Gründen keine Maske tragen dürfen." Er grunzte nur so etwas wie, "ach so, na dann" und gab sich dann zufrieden, noch bevor meine Begleiterin ihr Attest auseinanderfaltete.

    Am liebsten hätte ich ja den Fahrgast darauf hingewiesen, dass er seine Maske, die er nur über der Nase fixiert hatte (die unteren Bänder hingen lose herunter), drauf hingewiesen, dass er seine Maske erst mal richtig benutzen sollte. Aber was soll's. Und es ist ja auch schön, mal mit Leuten ins Gespräch zu kommen, denen nicht alles egal ist, was um sie herum passiert. (Das ist nicht ironisch gemeint! ich unterhalte mich gerne mit anderen Menschen.) Es hat mich übrigens noch keiner negativ drauf angesprochen, weil ich ein Gesichts-Visier aus durchsichtigem Kunststoff benutze. Einige wollten wissen, wo es die gibt. Und in Hessen zum Beispiel ist das Schutzvisier aus Kunststoffglas ganz ausdrücklich erlaubt:

    "Was ist eine Maske bzw. eine Mund-Nasen-Bedeckung?

    Als Mund-Nasen-Schutz zählt jeder Schutz vor Mund und Nase, der auf Grund seiner Beschaffenheit unabhängig von einer Kennzeichnung oder zertifizierten Schutzkategorie geeignet ist, eine Ausbreitung von übertragungsfähigen Tröpfchenpartikeln oder Aerosolen durch Husten, Niesen oder Aussprache zu verringern. Neben den so genannten oft selbst genähten Alltagsmasken zählen auch Schals oder Tücher dazu. Es können auch Gesichtsvisiere verwendet werden." Quelle: Maskenpflicht FAQ, Hessisches Ministerium für Soziales und Integration, abgerufen am 27.8.2020

    https://soziales.hessen.de/gesundheit/inf…skenpflicht-faq

    Da war es also gut, dass ich bei meiner Fahrt mit dem Quer durchs Land-Ticket den größten Teil der Strecke durch Hessen fuhr.:)

    Die österreichische Zeitung Kurier hat übrigens diese Grafik auf ihrer Internetseite veröffentlicht, die eher für die Benutzung eines Visiers spricht:

    https://image.kurier.at/images/cfs_616…_0052_kopie.jpg

    Ob diese Konstruktion, ein "Kinnvisier" oder besser auf das Kinn gestützte Visier, das ich schon mehrere Male in Gaststätten gesehen habe, genau so gut ist? Ich vermute allerdings, das der Deutsche Hotel und Gaststättenverband (DEHOGA) das an höchster Stelle hat genehmigen lassen:

    https://m.media-amazon.com/images/I/41GuEhGxMCL.jpg

    Da alle ansässigen Geschäfte über eigene Parkplätze verfügen, könnte man im ersten Schritt den Parkstreifen auf der westlichen Straßenseite ersatzlos entfernen. Ob die Straßenbreite dann für Radstreifen und regelkonforme Gehwege ausreichen würde, kann ich nicht sagen. Wenn Radstreifen nicht passen, dann wären auch Schutzstreifen problematisch, weil die dann Engüberhol-Streifen wären.

    "Wenn alle Parkplätze weg wären..." Das ist ja bei der absoluten Autodominanz allenfalls ein "frommer Wunsch". Sei's drum, ich halte das auch für richtig und wenn es dann noch gewährleistet ist, dass tatsächlich kein Auto parkt, dann könnte der Schutzstreifen breiter gemacht werden, weil dann der Abstandstreifen zum Kantstein kleiner gemacht werden kann.

    Außerdem ermöglicht der Schutzstreifen das "Fahrrad frei" auf dem Gehweg.

    Warum mit dem "Kopf durch die Wand" gehen, anstatt "von hinten durch die Brust ins Auge"? Selbst wenn auf lange Zeit ein Fußweg mit Radfahrer frei auf einem breiten einheitlich gepflasterten Fußweg angeordnet würde, so dramatisch nachteilig wäre es nicht für den Radverkehr, es würde sehr viel gegnerische Polemik im Keim ersticken und es würde Radfahrer*innen bei der Stange halten, die sich andernfalls vergrault fühlen würden, wenn es das "Schlupfloch" [Zeichen 239] + [Zusatzzeichen 1022-10] nicht gäbe. Warum willst du die vergraulen?

    Gut das ist jetzt eine Vermutung und mir liegen keine entsprechenden Untersuchungen vor. Trotzdem halte ich die Befürchtung nicht für irrelevant. Menschen lassen sich nicht gerne zu ihrem Glück zwingen!

    Das ist *kein* Mund-Nasen-Schutz und hat auch *nicht* die gleiche Schutzwirkung. Ein MNS ist dafür da, die Austrittsgeschwindigkeit der Luft zu reduzieren, eine Plastikfolie lenkt die Luft nur um. Im Gegensatz zu MNS hält eine Plastikfolie auch keine Tropfen zurück. Du hast ja schon das RKI dazu zitiert, ...

    Das RKI hatte anfangs eher davon abgeraten ein sog. Alltagsmaske zu tragen. Da ist es für mich wenig glaubwürdig, wenn das RKI plötzlich das Gegenteil davon behauptet.

    Und wenn ich mir dann noch anschaue, dass viele ihr Stück Tuch vor dem Gesicht so weit herunterziehen, dass die Nase frei ist, weil sie so besser atmen können, dann ist es doch besser ein Schutzschild aus durchsichtigem Kunststoff zu tragen. Zumal nicht definiert ist, was für ein Tuch dafür geeignet ist.

    Das Schutzvisier aus Kunststoff macht das Atmen jedenfalls leichter.

    Auch ist häufiger darüber berichtet worden, dass auch die Augen mögliche Angriffspunkte einer Vireninvasion sein können. Und die sind mit dem Visier besser geschützt.

    Also Tempo 30, kein Mittelstreifen, aber trotzdem mit verpflichtendem Hochboard Radweg in der Ausführung "gemischt" statt getrennt? Wiso zum Geier soll dass denn in irgend einer Form eine Verbesserung sein?!

    Nebenbei: "Sparrows" sind Spatzen. Sharrow ist eine Mischung aus den Wörtern Share und Arrow und ergibt den "Mischverkehrspfeil".

    [Zeichen 240] Das wäre ein gemeinsamer Fuß- und Radweg

    Und das [Zeichen 239] + [Zusatzzeichen 1022-10] ist ein Fußweg, der für langsamen Radverkehr freigegeben ist, aber trotzdem darf jeder mit seinem Rad ganz legal die Fahrbahn benutzen.

    Warum auch nicht. Breit genug wäre der Weg doch, so dass dort konfliktfrei Fußverkehr mit Radfahrerfreigabe stattfinden könnte. Und bei Tempo 30 auf der Fahrbahn würden auch Radfahrer*innen sich nach und nach auf die Fahrbahn trauen, die sich bislang dort nicht sehr wohl fühlen.

    Und die Stader Verwaltung so: Hier habt ihr eure deutlich sichtbare Parallelstruktur! Da gibt es sogar die Trennung zwischen Rad- und Fußverkehr, das wolltet ihr doch.

    Das ist ein Beispiel bei dem ich eine breiten Bürgersteig empfehle, den man dadurch erhalten kann, dass man den vorhandenen Hochbordradweg und den Gehweg zusammenfügt und einheitlich pflastert.

    Parallel dazu würde ich auf der Fahrbahn die Mittelstreifen entfernen, Tempo 30 anordnen und Fahrradpiktogramme ("Sharrows") auf die Fahrbahn aufbringen.

    Und außerdem würde ich auf den neuen breiten Bürgersteig [Zeichen 239]+[Zusatzzeichen 1022-10]beschildern. Aber nur in die jeweils geltende Fahrtrichtung, nicht gegen die Fahrtrichtung.

    Das ist dann ein Gewinn für alle. Die Radfahrer*innen haben mehr Optionen, die Fußgänger einen breiteren Bürgersteig.

    Das ist dann tatsächlich eine Parallelstruktur. Vielleicht kann man sie eines Tages auflösen, wenn alle ganz selbstverständlich von selbst auf der Fahrbahn fahren.

    Ist das Bild eigentlich hier aufgenommen worden?

    Hansestraße / Ecke Auf der Koppel?

    https://www.google.com/maps/place/Sta…618!4d9.4709494