Wer bezweifelt, dass ein generelles Fahrverbot für KfZs die Unfallzahlen dramatisch gegen Null drücken würde? Keiner, aber trotzdem wirds nicht gemacht, obwohl alle 15 Sekunden ein (polizeilich gemeldeter) Verkehrsunfall passiert. Ich vermute, weil andere Rechte dem entgegen stehen.
"Der erste Fall des neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) wurde in Deutschland am 28. Januar in Bayern registriert. Bundesweit stieg die Zahl der Corona-Infektionen bis zum 16. April 2021* auf über 3,1 Millionen Fälle. Die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit dem Virus beläuft sich auf 79.674."
https://de.statista.com/statistik/date…deutschland/Ich erwähne das, um zu zeigen, dass eine nicht unerhebliche Zahl Corona-Todesopfer zu verzeichnen sind. Deutlich mehr als Todesopfer im Straßenverkehr. Auch die Zahl der an Corona Erkrankten ist deutlich höher als die Zahl der im Straßenverkehr Verletzten.
Trotzdem ist es richtig, den Autoverkehr abzuschaffen, nicht durch ein generelles Fahrverbot, sondern durch einen Umbau der Verkehrsinfrastruktur, die bis auf wenige Ausnahmen (z. B. Rettungskräfte) keinen Autoverkehr mehr vorsieht. Das ist anders als die Pandemiebekämpfung ein langfristigeres Projekt. Allerdings auch keines das auf den Sankt-Nimmerleinstag verschoben werden darf.
Eine ablehnende Haltung gegenüber einer nächtlichen Ausgangssperre einfach nur deshalb, weil dadurch Grundrechte eingeschränkt werden, ist jedoch meines Erachtens nicht gerechtfertigt. Allerdings müssen die Initiatoren meines Erachtens noch stärker deutlich machen, dass es sich um eine klare Ausnahmesituation handelt, die dazu führt, eine Ausgangssperre anzuordnen.
Und es müssten deutliche Signale ausgesandt werden, die Vertrauen schaffen, dass eine solche nächtliche Ausgangssperre der Pandemiesituation geschuldet ist und eine nächtliche Ausgangssperre nicht einfach als billiges Hilfsmittel im Falle politischer Unruhen eingesetzt werden darf.
Wer damit auftrumpft, eine nächtliche Ausgangssperre sei abzulehnen, weil er dann nicht mehr nachts vor die Tür gehen könne, und dass dieses Nachts vor die Türe gehen schließlich nicht die Corona-Zahlen nach oben treibt, liegt einerseits richtig, andererseits aber auch völlig daneben, weil das Ziel der Ausgangssperre ist, Kontakte zu reduzieren, die daraus entstehen, dass abends Menschen einander besuchen. Und weil das auch sehr wichtig ist (diese persönlichen Kontakte nach Feierabend), muss durch die Ausformulierung Vertrauen dahingehend geschaffen werden, dass eine Ausgangssperre nicht einfach beliebig lange verlängert werden darf.