Beiträge von Ullie

    Ich denke eher, dass man diese Schnelltests dann trotzdem an Ort und Stelle machen muss.

    Geklärt werden muss aber noch, was dann bei positivem Ergebnis geschieht. Kein Einlass ins Restaurant/Geschäft/Heim ist wohl klar, aber wird man das dann auch dem Gesundheitsamt melden müssen? Wird man dann einen PCR-Test machen müssen?

    (...)

    Bei den Schnelltests in dem Altenwohnheim, von dem ich berichtete, musst du das unterschreiben, dass du damit einverstanden bist, dass ein positives Testergebnis von der Einrichtung dem Gesundheitsamt gemeldet wird und du verpflichtet bist, einen normalen Test machen zu lassen, der zuverlässiger ist. Und darüber hinaus wird mündlich darauf hingewiesen, dass du dich in Quarantäne begeben musst. Und den Personalausweis musst du auch vorlegen, wenn du noch nicht persönlich bekannt bist.

    radverkehrsforum.de/attachment/15011/

    Achtung jetzt Ironie-Modus:

    "Aber es gibt ja "Smudo" (Alle lieben Smudo!) und der sagt dir, dass das alles viel einfacher gehen könnte: Einfach dein Smartphone mit dem QR-Code vor die Kamera halten und du kommst rein. "  ;)

    Ja ich weiß, das ist jetzt nicht ganz richtig, weil es dem Band-Leader bei Anne Will ja um was anderes ging, ... usw., usw., aber ein bisschen Ironie musste jetzt trotzdem mal sein.

    Ich finde den Anhalteweg schon optimistisch, aber vielleicht bin ich nur alt. Schrecksekunde war früher mal bevor man mit dem Bremsen überhaupt beginnt. Weil so ein grünweißes Schild unvermittelt auf die Fahrbahn springt. Und bei 18 km/h sind wir ja schon bei 5 m/s.

    ADAC-Faustformel:

    Tachoanzeige ohne die 0 mit 3 multiplizieren (Reaktionsweg, die "Schrecksekunde" in der Formel ist ein bisschen kürzer als eine ganze Sekunde),

    dann Tachoanzeige ohne die 0 mit sich selbst multiplizieren Bremsweg)

    und beide Produkte addieren.

    2x3+2x2=10m

    Dafür hat die 123Fahrschule sogar einen Online-Rechner:

    https://www.123fahrschule.de/lernen/geschwi…it/faustformeln

    Bei Tempo 20 kommt auch bei diesem Online-Rechner 10 m raus.

    Wenn das Schild, das 5m vor der Schranke steht, eine so große Schrift hat, dass man es bereits rechtzeitig gelesen hat, bevor man sich auf 5 m an das Schild angenähert hat, dann haut das gerade eben noch so hin mit dem Bremsen.

    Wenn ichs richtig verstehe, meldet man bei der Luca-App sein Smartphone beim lokalen Gesundheitsamt an und trackt dann selbst seine Aktivitäten per Ein- und Auschecken in Restaurants, Geschäften, etc. Wenn jemand Covid-Positiv ist, werden seine Tracking-Daten vom Gesundheitsamt(?) "gemeshed", um alle Kontakte rauszufinden...

    Es gibt wohl auch die Möglichkeit, seinen QR-Code aufgedruckt auf einem Schlüsselanhänger mit sich zu führen.

    Foto auf der Internetseite der Stadt Rostock:

    https://rathaus.rostock.de/media/rostock_…a-Anhaenger.JPG

    Dort heißt es:

    "Und auch für Menschen, die kein Smartphone nutzen, gibt es eine Lösung. Sie können einen Schlüsselanhänger mit QR-Code nutzen, für den auf einem Smartphone ein entsprechender Datensatz angelegt wurde. Entsprechende Schlüsselanhänger liegen demnächst in den Ortsämtern zur kostenlosen Mitnahme bereit."

    Auf der selben Internetseite zitiert, von der auch das Foto ist.

    https://rathaus.rostock.de/de/rathaus/akt…luca_app/318822

    Vermutlich muss dann aber jemand, der einen solchen Anhänger benutzt, den erstmal unter Angabe von Kontaktdaten (reicht da eine Email-Adresse, wie Gerhart es weiter oben vorschlägt?) vor ein Lesegerät halten, sonst kann er ja über ein Infektionsgeschehens, an dem er passiv beteiligt war, nicht benachrichtigt werden.

    Ein Infektionsgeschehen an dem er aktiv beteiligt war, könnte nur dann nachträglich ermittelt und die anderen Beteiligten gewarnt werden, wenn der Anhänger-Träger im Falle einer Ansteckung seinen Anhänger mit QR-Code im Nachhinein zum Ablesen freigibt.

    Datentechnisch ist das fast so, als wenn man den Gesundheitsämtern gestattete, die Bankkarten-Daten auszulesen hinsichtlich der Orte an denen etwas bezahlt wurde, oder ist das jetzt ein zu abwegiger Vergleich?

    Bei den neuen Selbsttest muss die Probe nicht mehr so tief in Nase/Rachen genommen werden.

    Ich bin neugierig, ob sich das auf das Testverfahren in dem Altenwohnheim auswirkt, bei dem ich häufiger zu Besuch bin. Wird es dann ausreichen, eine Erklärung zu unterschreiben, dass man den Selbsttest an sich durchgeführt hat?

    Und wie wird das beim Besuch in den Einzelhandelsgeschäften gehandhabt werden, die jetzt noch nicht geöffnet haben? Oder beim Restaurant-Besuch?

    Da geht es ja sehr viel anonymer zu. Wird es dann dort Einlasskontrollen geben mit Personalausweis-Vorlage und Abgabe einer Erklärung, einen negativen Selbsttest durchgeführt zu haben?

    Das mit der Impfung gilt natürlich erst, wenn auch ein entsprechender Impfschutz besteht und auch nur unter der Voraussetzung, dass die Impfung auch vor Übertragungen schützt. Mir ging es aber primär darum, dass eine solche Erleichterung für Geimpfte kein Privileg darstellen würde, sondern die Aufhebung einer dann nicht mehr notwendigen Beschränkung. Es geht ja z.B. auch um Erleichterungen für Besuche in Alten- und Pflegeheimen durch nahe Angehörige.

    Also das mit den Altenwohnheimen läuft nach meiner Erfahrung derzeit so, dass du eine Probe entnommen bekommst aus dem Nasenloch (ziemlich weit oben, recht unangenehm aber auszuhalten) und tief im Rachen (dito).

    Die Auswertung dauert etwa 10 bis 15 Minuten.

    Was das kostet konnte man mir letztes mal nicht sagen, aber die Altenheime sind natürlich interessiert, dass ihre Bewohner soziale Kontakte pflegen können. Für die Besucher kostet es nichts.

    Ich kann mir eine direkte Übertragung des Prozedere auf einen Baumarktbesuch oder einen Konzertbesuch nicht so recht vorstellen.

    Ob die Vorlage einer Impfbescheinigung ausreicht, um den Test zu umgehen, weiß ich nicht. Ist wohl auch noch nicht wissenschaftlich geklärt.

    Ich sehe da auch keinen Grund zur Kritik, nur weil es ein Musiker ist. Aus anderen Branchen wird keine Initiative kommen wieder Veranstaltungen zu ermöglichen.

    Gerne kann jeder Musiker kritisieren, dass die Luca-App immer noch nicht eingeführt ist, obwohl sich vielleicht mit der Luca-App die Möglichkeiten dafür verbesserten, Konzerte mit Besuchern veranstalten zu können.

    Genauso kann auch jeder Fußballtrainer oder Fußballclubchef kritisieren, dass immer noch keine Stadionbesuche stattfinden.

    Aber die Komposition, die Anne Will lieferte, befeuerte in nicht verantwortlicher Weise die Hoffnungen auf Lockerungen und erklärte gleichzeitig die Politik zum Prügelknaben.

    Bei so viel Pessimismus wird mir schlecht. Smudo, Mitglied der Fanta4 nun seit Ü30 Jahren im Musikgeschäft nahm Geld in die Hand und hat ein Team unterstützt, das, so genutzt, eine App entwickelt hat, die durchaus die Kontaktverfolgung erheblich erleichtert. Ohne mir jetzt diesen Beitrag gesehen zu haben oder sehen zu wollen, verstehe ich das System so, dass ich mich mit meinem Handy beim Betreten einer Location identifiziere.

    Das geht deutlich schneller als wenn ich Leute Zettel ausfüllen lasse oder deren Daten mittels Mitarbeitern erhebe.

    Das System funktioniert so, dass jede Person in Deutschland mit einem sogenannten QR-Code ausgestattet wird, der entweder auf dem Handy angezeigt werden kann, oder auch auf einem kleinen Stück Kunststoff, einem Schlüsselanhänger zum Beispiel.

    https://rathaus.rostock.de/de/rathaus/akt…luca_app/318822

    Allerdings frage ich mich, ob dieses Vorgehen nicht genau so scheitern wird, wie auch vielfach das Eintragen in die Listen scheiterte.

    Droht hier nicht dasselbe Versagen?

    Wer im vergangenen Sommer ins Restaurant, gehen wollte, der musste sich in eine Liste eintragen. Stattdessen soll er jetzt seinen persönlichen QR-Code einem Lesegerät vor die Kamera halten.

    Ob das wirklich bessere Ergebnisse liefert als das Eintragen in eine Liste? Kann sein, weil es vielleicht weniger umständlich ist? Aber im Grund genommen ist es alter Wein in neuen Schläuchen und vermutlich nicht mehr als die soundsovielte "Corona-Sau", die durchs Dorf getrieben wird.

    Aber ist ja so schön cool, wenn man der Politik Versagen und Untätigkeit vorwerfen kann, weil sie nicht auch noch auf dieses oder jenes Pferd gesetzt hat.

    Appelle im Land zu bleiben, die Reisetätigkeit zu minimieren und einfach mal die Füße still zu halten, sind dagegen ganz und gar uncool. Die meisten Menschen in Deutschland haben ein lebenswertes Zuhause. Wozu also durch die Welt reisen? Das kann doch auch mal für mehrere Monate minimiert werden. Und diejenigen, die kein so lebenswertes Zuhause haben, die haben oft gar kein Geld zu reisen.

    Im Falle eines längeren Kontaktes, der von der App als stark ansteckungsverdächtig eingestuft worden wäre, hätte könnte man sich in Quarantäne begeben und umgehend einen Corona-Test machen können.

    Ist einerseits hilfreich, weil eine Infektion schnell erkannt worden wäre und möglicherweise schon frühzeitig behandelt worden wäre (mit dem wenigen was dafür in Frage kommt).

    Und man würde keine anderen Leute anstecken, wenn man auf Grund der Warnung der App sich selbst als Verdachtsfall isoliert und klärt, ob eine Infektion vorliegt.

    Die problematischen Kontakte, die angezeigt wurden, wurden jedoch als solche mit geringer Ansteckungsgefahr eingestuft. Was dann zur Verunsicherung führte, aber letztlich keine Reaktion auslöste. Außer der, noch stärker auf Kontaktvermeidung zu achten. So gesehen hatte es vielleicht tatsächlich eine positive Funktion, allerdings zu Lasten der ohnehin wenigen sozialen Kontakte.

    Aber vielleicht hast du ja von Leuten gehört, die andere Erfahrungen mit der Corona-Warn-App gemacht haben?

    Nur weil er kein Softwareentwickler ist, ist er gleich unglaubwürdig?

    Ein Musiker, der gerne wieder auf die Bühne möchte, ist nicht frei von Eigeninteresse. Anscheinend ist dieser "Smudo" bei seinen Fans sehr beliebt (vermutlich nicht wegen seiner IT-Kenntnisse). Da kommen zwei ungünstige Faktoren in Sachen "Glaubwürdigkeit" zusammen. Und wenn so einer dann mit kraftvollen Ausdrücken den Eindruck erweckt, hier haben sich Politik und Verwaltung grobe Versäumnisse vorzuwerfen, dann nehme ich das ähnlich wenig ernst, wie wenn der Bayern-Trainer Hansi Flick den SPD-Gesundheitsexperten Lauterbach anmault, weil der die Reise der Bayern-Mannschaft nach Katar kritisierte. Und es ärgert mich, dass so was an prominenter Stelle gezeigt wird, bzw. darüber berichtet wird.

    Sowohl im Fall Smudo, als auch im Fall Hansi Flick

    Dieser Weg ist eine wahre Wohltat. Ebenso wie der neue Weg am Westufer das Maschsees. Wenn den nur nicht so viele zu Fuß Gehende nutzen würden...

    Problematischer finde ich die Inliner. Dabei könnte man sehr gut am Rudolf-von-Bennigsen-Ufer die Straße für den Auto-Verkehr sperren. Dann wäre dort Platz für Fahrräder und Inliner, ohne dass es die Spaziergänger*innen stört. Und auch der 800er-Sprinter-Bus, der dort neuerdings lang fährt, hätte noch genug Platz.

    "Doch was verspricht die neue Hype-App? Die Idee ist, den Aufwand zur Nachverfolgung von Kontakten bei Freunden und im Büro, aber vor allem bei Restaurant- und Konzertbesuchen sowie beim Einkaufen in Geschäften für die Gesundheitsämter deutlich zu reduzieren."

    Vielen Dank für deinen nordbayern.de-Link Nbgradler, dort habe ich das zitiert.

    An und für sich ja ein ehrenwertes Anliegen, die Gesundheitsämter zu unterstützen. Allein mir fehlt das Vertrauen darin, dass so was wie die vorgestellte App Luca funktioniert. Vielmehr erinnert mich das Ganze an den "Hype", der bei der ersten Welle rund um die Corona-Warn-App gemacht wurde. Bekannte, die sich diese App installierten berichteten mir, dass es ihnen nicht geholfen habe.

    Und einen Musiker zu präsentieren, der eine angeblich "geniale" App vorstellt, mit deren Hilfe angeblich große Konzerte auch bei hohen Corona-Inzidenzwerten wieder möglich seien, das ist ungefähr so als würdest du einen AIDA-Vertreter präsentieren, der ein angeblich "geniales" Lüftungssystem vorstellt, mit deren Hilfe der Voll-Betrieb auf Kreuzfahrtschiffen umgehend wieder aufgenommen werden kann.

    Vielleicht kann "Luca" mehr, als ich das vermute, dann war es meines Erachtens ein Fehler, einen Band-Leader diese App vorstellen zu lassen.

    Dass Anne Will in ihrer Sendung einem Rapper die Möglichkeit zur Eigenwerbung und Selbstdarstellung bietet, weil er etwas über eine Corona-Warn-App zu berichten weiß, naja, vielleicht wegen des Unterhaltungswertes?

    Hat wer hier im Forum die Anne Will Sendung gestern Abend auf ARD gesehen?

    Was war euer Eindruck?

    Ich will es mal so zusammenfassen, wie ich es erlebt habe:

    Ein Rapper der von der Moderatorin einfach nur "Smudo" genannt wurde, hat eine App entwickelt, die angeblich verantwortbare weitere Öffnungsschritte ermöglicht, die darüber hinausgehen, die Friseurgeschäfte zu öffnen.

    Es wurde sehr viel von Schnelltests gesprochen, die angeblich viele weitere Öffnungen ermöglichen sollen. Wie das genau funktionieren soll, wurde mir nicht so recht deutlich.

    Bei Besuchen im Altenwohnheim nehme ich derzeit wöchentlich an einem Test teil, bei dem recht unangenehm im Rachenraum und in der Nase rumgestochert wird und dann ca. 10 - 15 Minuten gewartet werden muss, um das Ergebnis zu erfahren. Soll das künftig auch für Baumarktbesuche so gehandhabt werden? Wieviel kosten diese Tests? Wer bezahlt die? Drei wichtige Fragen, die unbeantwortet blieben. (Oder habe ich da nicht alles richtig mitbekommen?)

    Warum einer der Gäste einfach nur "Smudo" genannt wurde, bleibt mir ein Rätsel. Immerhin wurde in der Sendung so getan als verfüge dieser "Smudo" über die Fähigkeiten und Fertigkeiten eine solche App zu entwickeln, die es ermöglicht, dass das Veranstaltungsgewerbe bald wieder wie früher Veranstaltungen durchführen kann. Wie das dann genau geschehen soll, wurde nicht deutlich.

    Bin ich zu bieder veranlagt, wenn ich die Erwartung habe, dass eine solche App von jemandem entwickelt und vorgestellt wird, der nachweisbar ein Experte auf seinem Gebiet ist. Und dass sie von jemand vorgestellt wird, der seriöser wirkt als ein Band-Leader mit dem Künstlernamen "Smudo"?

    Beim Googeln nach Corona-Schnelltests - die Sendung legte diese Idee ja irgendwie nahe - tauchte sehr häufig das Banner auf:

    "Dieser Artikel ist zur Zeit nicht lieferbar".

    War das der "heimliche Lehrplan" der Anne Will - Sendung?

    Die totale Hoffnungslosigkeit vermitteln, um deutlich zu machen:

    Lasst alle Hoffnung fahren, ihr seid am "Ar..." und zwar so was von.

    Was noch hängen geblieben ist:
    Frau Leutheusser-Schnarrenberger (FDP-Politikerin und frühere Bundesjustizministerin) fordert Öffnungen aber nicht einfach so, sondern verbunden mit Maßnahmen:

    Mit diesen Maßnahmen zusammen, und da gehören die Schnelltests dazu. Schnelltests, selbst durchzuführende Tests, muss man sehen, was ist auf dem Markt, was ist zugelassen usw." (ab Minute 5:40)

    Und an einer anderen Stelle, die ich jetzt leider nicht wiederfinde, sagte Frau Leutheusser Schnarrenberger, dass es ihr wichtig sei, eine App (eine App, das betonte sie und nicht fünfzehn oder zwanzig oder dreißig verschiedene Apps) auf ihrem Handy zu haben, die ihr sagen könne, ob sie in dieses oder jene Restaurant, dieses oder jenes Kino, dieses oder jenes Konzert gehen könne oder nicht.

    Apps habe ich bisher immer nur im Plural wahrgenommen, frei nach dem Schema "je mehr desto gut". Was Frau Leutheusser-Schnarrenberger da fordert ist ein Kulturbruch.

    Zum Nachsehen und -hören:

    https://daserste.ndr.de/annewill/Die-g…newill6902.html

    Nach ca. einer halben Stunde bin ich zum Spätkauf und habe mir ein alkoholfreies Bierchen beim Nachtspaziergang gegönnt. Um den zugetexteten Kopf wieder klar zu kriegen.

    Zum Glück blieben die Alpträume aus, die ich befürchtete: Ich steige in die Stadtbahn und weil ich die falsche App (oder das falsche Handy) dabei hatte, traf mich der Eliminieren-Blitz, so dass ich tot rückwärts wieder rausfiel.

    Sehe ich dass alles zu negativ?

    Am Straßenrand von diesem Schrebergarten-Gebiet wird gerne geparkt. Was es manchmal schwer macht, den Garten zu betreten oder wieder zu verlassen.

    Alles kein Problem, hat man den "passenden blauen" ;) Teller zur Hand:

    Ich erlebe häufig bei Diskussionen über die Verkehrswende, bei der Frage, Verkehrswende auf dem Land, ein sehr starkes Festhalten am Status quo.

    Wenn ich an der Stelle nachhake, dann werden durchaus unterschiedliche Motivationen für dieses Beharren auf den Status quo deutlich:

    Die einen halten es ohnehin für Spinnerei sich über Umweltverschmutzung oder Klimawandel und Gegenmaßnahmen Gedanken zu machen. Das sind alles technische Detailfragen, "eine Sache für die Profis", die dafür schon beizeiten Lösungen finden werden.

    Andere sehen in der "Abrüstung" der Autos die Lösung, die sie oft schon selbst in verschiedenen Formen praktizieren. PKW mit Erdgasantrieb oder Flüssiggasantrieb oder E90-Benzinantrieb oder Kleinst-PKW mit Elektroantrieb oder pedalunterstützten Elektroantrieb. Eher selten. Oder noch seltener, halt einfach ohne Auto auf dem Land leben.

    An der Stelle drohen Diskussionen über eine Verkehrswende schnell zu versanden. Oder sie eskalieren unter Verschiebung des Diskussionsgegenstands. Aus der Frage Verkehrswende wird dann eine Frage von Leben in der Stadt contra Leben auf dem Land. Dann sind es die ahnungslosen Städter, die der Landbevölkerung diktatorisch irgendwelche absurden Vorschriften machen wollen, obwohl die aus der Stadt doch angeblich keine Ahnung vom Landleben hätten.

    Was dann "der Städter" gerne damit quittiert, dass er zumindest aus eigner leidvoller Erfahrung wisse, dass die Autoinvasion der Landbevölkerung in die Stadt nicht nur ein "Terrorakt" gegen die Stadtbevölkerung darstelle, sondern auch völlig überflüssig sei, in Anbetracht der guten ÖPNV-Möglichkeiten in der Stadt.

    Schade, wenn die Diskussion so endet, aber es kommt leider häufig vor.

    Dass eine Klimawende sich nicht darin erschöpfen darf, eine Verkehrswende einzuleiten, an deren Ende der private Autoverkehr ersetzt wird durch fast leer fahrende Omnibusse, ist natürlich richtig. Allerdings sehe ich diese Gefahr nicht.

    Derzeit wird das Leben auf dem Land im hohen Maße subventioniert. Es existiert ein komfortabel ausgebautes Straßennetz, das immer weiter und schneller ausgebaut wird, vielfach mit schnellen Landesstraßen und Bundesstraßen auf denen Tempo 100 und manchmal noch schneller gefahren werden darf, und auf denen ein noch schnelleres Fahren häufig nicht geahndet wird. Und es existieren kaum Sonderfahrrechte für den Linienbusverkehr. Im Gegenteil. In vielen Ortschaften ist immer noch die Haltebucht Standard, die so angelegt ist, dass der Omnibus die Fahrbahn verlässt und in eine Bucht fährt, die oft zu Ungunsten der Bürgersteigbreite angelegt wurde.

    https://kampagne.sozial-muss-drin-sein.de/wp-content/upl…_Layout.mp4?_=2

    (Dieser Werbefilm von der Partei Die Linke für ÖPNV auf dem Land zeigt eine solche Haltestelle)

    Ampelvorrangschaltungen, zumindest in manchen Städten Standard, sind in ländlichen Gegenden eine absolute Ausnahme-Erscheinung.

    Dafür wurden besonders im ländlichen Raum in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche sogenannte "Ortsumgehungen" angelegt, die für den Autoverkehr die Fahrt beschleunigt haben, von denen aber der Linienbusverkehr nicht profitiert. Einerseits deshalb, weil er aufgrund der geringen Dichte, in zahlreiche Ortschaften reinfährt und dort mehrere Haltestellen anfährt, andererseits, weil der Linienbusverkehr nur maximal 60 km/h schnell fahren darf. Und nicht zuletzt deshalb, weil der Linienbusverkehr, dann, wenn er auf die regionalen Zentren zufährt, dort wo der Verkehr dann dichter wird, im Autostau stecken bleibt, der von den zahlreichen Autos verursacht wird.

    Vieles davon ließe sich in einer extremen Ausnahmesituation technisch und logistisch innerhalb von zwei drei Jahren ändern (Provisorisch innerhalb von wenigen Tagen). Aber das wäre vermutlich eine rein fiktive Ausnahmesituation. Zum Beispiel alle Motoren privat benutzter KFZ würden von heute auf Morgen nicht mehr anspringen und es gäbe keine andere Möglichkeiten als zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem ÖPNV mobil zu sein.

    Längerfristige Veränderungsprozesse sind erst recht erfolgsversprechend. Aber es müssten viele Stellschrauben neu justiert werden. So lange der Straßenausbau für den Privat-KFZ-Verkehr als verkehrspolitischer Erfolg verkauft wird, geht die Entwicklung in eine falsche Richtung.

    Sollte der "Plakatwahlkampf" nicht denen vorbehalten werden, die nicht im Parlament sind? Die anderen hatten ja inzwischend genügend Zeit und Ressourcen, den Standpunkt derer, die sie offiziell vertreten, klar und deutlich darzustellen.

    Wozu Schlußverkaufs-Waschmittelwerbung ein paar Wochen vor der Wahl starten, wenn man 4 oder 5 Jahre Zeit hatte, seine Position klarzumachen?

    "Zwar sei auch die Wirkung von Plakaten in der Corona-Krise eingeschränkt, weil deutlich weniger Menschen auf den Straßen unterwegs seien, erklärt der Mainzer Publizistikwissenschaftler Marcus Maurer. Aber der direkte Kontakt mit den Wählern, etwa an Infoständen, bei Kundgebungen oder an der Haustür, entfalle am Ende vielleicht vollständig, „sodass den Parteien gar nicht mehr viel an Werbeformen übrig bleibt“. Die Reichweite sozialer Medien sei ebenfalls eingeschränkt."

    Die Rheinpfalz vom 25.1.2021

    https://www.rheinpfalz.de/politik_artike…id,5160429.html

    Es ist einerseits richtig, dass die in den Parlamenten vertretenen Parteien während einer Legislaturperiode Möglichkeiten haben, ihre Standpunkte darzustellen, aber auch Parteien, die nicht in den Parlamenten vertreten sind, haben zahlreiche Möglichkeiten, ihre Standpunkte darzustellen.

    Deshalb sollte der Plakatwahlkampf nicht den Parteien vorbehalten bleiben, die nicht im Parlament vertreten sind. Zumal das in manchen Fällen auch kaum umsetzbar wäre. Zum Beispiel ist in Niedersachsen zwei Wochen vor der Bundestagswahl im Herbst dieses Jahres Kommunalwahl. Jetzt sind aber in vielen Kommunalparlamenten zum Beispiel Vertreter*innen der Partei "Die Partei" vertreten.

    Dürfte die Partei "Die Partei" dann erst in den letzten 14 Tagen vor der Bundestagswahl ihre Plakate aufhängen? Zumal auf vielen Plakaten der Satire-Partei keine klaren Aussagen getroffen werden, die sich auf eine bestimmte politische Ebene beziehen.

    Die Partei "Die Partei" wirbt in der Regel sehr satirisch auf ihren Wahl-Plakaten:

    Beispiel aus 2019 (Wahl des Europa-Parlamentes)

    Mir ist aufgefallen, dass man mit Menschen, die sich normalerweise nicht sehr stark für Politik interessieren, leichter ist Gespräch kommt, wenn die Wahlplakate erst mal hängen. Und ich hoffe sehr darauf, dass dieses Jahr aufgrund der Pandemie-Situation der Startschuss für das Aufhängen der Plakate deutlich früher fällt als sonst.

    Üblicherweise wird ab 6 Wochen vor dem Wahltermin plakatiert. Ich halte eine Verdoppelung der Frist in Anbetracht der Pandemie-Situation für angemessen. denn ich befürchte, auch im Spätsommer dieses Jahres wird trotz der bis dahin vorgenommenen Impfungen noch kein normaler Straßenwahlkampf mit Wahlkampfständen wieder möglich sein. Entscheiden müssen vermutlich die Kommunen, ob sie einen früheren Zeitpunkt für den Start des Plakatwahlkampfes zulassen. Aber vielleicht gibt es da auch eine bundesweit einheitliche Regelungsmöglichkeit.

    Am 26.9.2021 ist Bundestagswahl. Warum nicht schon Mitte Juli mit dem Plakatwahlkampf beginnen?

    Meine Hoffnung, dass dem ganzen Gerede um eine Verkehrswende etwas Spürbares folgt, ist inzwischen bei Null angelangt. Außer dem irrationalen Verlangen, autofreundlichen Städten das Siegel "fahrradfreundlich" zukommen zu lassen, merk ich gar nix.

    Da gilt es ja auch ziemlich dicke Bretter zu bohren. Das Modell "autogerechte Stadt" ist jedoch nicht mehr in dem Maße unumstritten das leuchtende Vorbild, wie es einmal in den 50er und 60er Jahren der Fall war.

    Aber natürlich wird es schwierig, wenn es konkret darum geht, Forderungen umzusetzen und Maßnahmen zu ergreifen, die tatsächlich nachhaltig eine Abkehr vom Modell autogerechte Stadt beinhalten.

    Ich würde es auch nicht einfach als "Gerede um eine Verkehrswende" bezeichnen, wenn über Verkehrsinfrastruktur gesprochen wird.

    Dass eine Verkehrswende erstrebenswert ist, ist eine inzwischen recht weit verbreitete Einsicht. Wie die konkret ausgestaltet gehört, jedoch nach wie vor ein umstritten. In einer Demokratie kommt es in der Auseinandersetzung um solche Fragen idealerweise dazu, dass sich wirklich gute Ideen langfristig durchsetzen.

    Und zu dieser Auseinandersetzung gehört es natürlich auch, dass unterschiedliche Interessengruppen versuchen, den Begriff in ihrem Sinne zu besetzen.

    Die Autoproduzenten, leider auch die Gewerkschaften, der Mitarbeiter haben lange Zeit versucht, den Diesel-Motor als Kernstück einer erfolgreichen Verkehrswende anzupreisen. Dann hieß es, die Dieseltechnik sei eine wichtige "Brückentechnologie" zur E-Mobilität, jetzt versucht die Autoindustrie den E-Antrieb medial in den Vordergrund zu rücken, während weiter vor allem Autos mit Verbrenner-Motoren verkauft werden.

    Aus meiner Sicht alles keine Bemühungen eine echte Verkehrswende voranzutreiben. Aber selbst in diesem Radverkehrsforum musste ich vielfach feststellen, dass weitergehende Forderungen bei manchen Diskussionsteilnehmern energische Gegenreaktionen auslösen.