Hallo MTL,
Du schreibst selbst, dass das jeweilige System (noch) nicht dafür taugt, um automatisch über die (Höchst-)Geschwindigkeit des Fahrzeugs gebieten zu dürfen.
Interessant an dem was du schreibst ist, dass du bei dem Wort Höchstgeschwindigkeit das Wort "Höchst-" in Klammern setzt.
Jetzt weiß ich natürlich nicht, welche Systeme du im einzelnen meinst, die du schon ausprobiert hast.
Zu einem geschlossenen ISA gehört, dass es nicht ohne weiteres möglich ist, dass System "einfach" abzustellen oder zu überstimmen.
Und ISA ist dafür gemacht, ein Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit auszuschließen. ISA ist nicht dafür gemacht in jeder Fahrtsituation ein bestimmtes Tempo vorzugeben. Unterhalb des durch ISA ermittelten Tempolimits und der entsprechenden Leistungsbegrenzung des Motors entscheidet die Fahrerin oder der Fahrer selbst, welches Tempo das Fahrzeug hat.
Entsprechend heftig war die Kritik der International Federation of Pedestrians, der European Cyclists Federation und mehrerer anderer Organisationen an der Entscheidung der EU-Kommission, die in ihrer Hörigkeit gegenüber den Automobilproduzenten und Verbänden wie den ADAC die Vorschriften für den Einbau von ISA so unverbindlich formulierten, dass der positive Effekt von ISA durch die lasche Formulierung für den verbindlichen Einbau eines ISA-Systems voraussichtlich nicht voll zur Geltung kommen wird.
https://etsc.eu/wp-content/upl…d-Transport.pdf
Brief vom 24.11.2020 dieser Oragnisation an die EU:
Antonio Avenoso, Executive Director, European Transport Safety Council (ETSC)
Anna-Lisa Boni, Secretary General, EUROCITIES
Professor Oliver Carsten, University of Leeds, UK
Jeannot Mersch, President, European Federation of Road Traffic Victims (FEVR)
Stephen Russell, Secretary General, ANEC – The European consumer voice in standardisation
William Todts, Executive Director, Transport & Environment
Karen Vancluysen, Secretary General, POLIS Network - Cities and Regions for Transport Innovation
Geert van Waeg, President, International Federation of Pedestrians
David Ward, President, Towards Zero Foundation
Jill Warren, CEO, European Cyclists Federation (ECF)
Kritisiert wurde in dem Brief unter anderem, dass es möglich ist, ein ISA zu verbauen, das lediglich akustisch warnt. Oder ein ISA zu verbauen das mit einem Schritt komplett dauerhaft abgeschaltet werden kann.
"According to the evidence, the best available options are either “haptic feedback”, which uses increased resistance
on the accelerator pedal, or a “speed control function” which limits engine power."
"No single-step total deactivation of the system"
Aufgrund der deutlichen Stellungnahme der genannten Organisationen bezweifle ich deine persönliche Einschätzung, das ISA (noch) nicht dafür taugt die Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeuges zu bestimmen entsprechend den Regelungen für den befahrenen Fahrbahnabschnitt. Vielleicht hast du Recht bezüglich eines ISA, dass du bis jetzt in den Fahrzeugen benutzt hast, die du gefahren bist, und bezogen darauf, dass es problematisch ist, wenn ISA grundsätzlich überhaupt gar nicht abgeschaltet bzw. überstimmt werden kann. Vielleicht ist das zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht praktikabel. Aber es ist sehr viel mehr Verbindlichkeit möglich, als es ab 2022 für alle neuen Modelle, bzw. 2024 für alle Modelle, die dann verkauft werden, vorgeschrieben ist.