bahn subventionieren hat dann wieder den Effekt, dass man fährt, obwohl das nicht "nötig" ist.
Klingt dann zwar gut für die Statistik: "123 mehr Fahrgäste bei der Bahn!", ist aber nur ein "hey, günstig, dann fahr ich nach Hamburg zum Wochenendtrip".
Also im Ende nichts anderes als der 20,- Flug nach Malle.
Und machen wir uns bitte nichts vor: die Bahn fährt auf dem Papier mit Ökostrom. Aber auch nur dort.
"Aus Sicht der Politikökonomin Maja Göpel reichen Anreize nicht aus, um die Trendwende im Klimaschutz zu schaffen. Sowohl beim CO2-Ausstoß als auch beim Fleischkonsum seien Verbote notwendig, sagte sie im Dlf. Es sei Aufgabe von Politik, Ökonomie und Naturwissenschaften, diese für die Praxis umzusetzen." Quelle: Dlf vom 17.9.2019 https://www.deutschlandfunk.de/debatte-um-kli…ticle_id=459034
Es hat den Anschein, dass das Wort "Verbote" ein Tabuwort ist, das im Wahlkampf nicht benutzt werden darf. Und wer weiß vielleicht ist das richtig so. Vielleicht ist ein Wahlkampf tatsächlich nicht der richtige Zeitpunkt, um "Verbote" zu erläutern.
Schließlich gibt es in der Regel ein ganz breites Instrumentarium an Maßnahmen, die dazu beitragen können, nachhaltige Technologie zu etablieren.
"Dann gibt es Label, dann gibt es Richtwerte oder Grenzwerte für bestimmte Flotten, zum Beispiel beim Autoverkehr. Und wenn wir peu à peu merken, es reicht aber nicht, dann fange ich irgendwann an, zu sagen, jetzt brauche ich eine klare Grenze. Auch da wieder: Wir suchen eigentlich in dem Moment erst Verbote oder klare Grenzen, wenn wir wissen, wenn wir darüber hinausziehen, sind die Kosten so unverhältnismäßig viel höher, oder die Schäden so viel größer, dass wir uns das nicht leisten können und wollen."
(ebenda)
Aber wie kommen wir dahin, diese "klare Grenzen" zu setzen, die auch Verbote beinhalten? Sind das Überlegungen, die in Wahlkampfzeiten nicht laut ausgesprochen dürfen, von keiner Partei? Am wenigsten von einer Partei, die am ehesten bereit ist, entsprechend tätig zu werden?
"Unsere Welt neu denken" heißt der Titel von dem Buch, das Maja Göpel geschrieben hat, und das ebenfalls auf der Deutschlandfunk-Internetseite vorgestellt wird: https://www.deutschlandfunk.de/maja-goepel-un…ticle_id=471897
"Imageneering" heißt der Vorschlag von Kulturwissenschaftler Jörg Metelmann. Er fordert eine Gestaltungsreise, eine Performance, die einen kritischen Rückblick wagt, um herauszufinden, was gut war und beibehalten werden kann. Aber auch wovon wir uns verabschieden müssen, um auch in Zukunft weiterleben zu können.
In einer neueren Sendung vom Schweizer Radio und Fernsehen vom 22.3. 2021 stellen beide, Maja Göpel und Jörg Metelmann ihre Überlegungen vor.
Die Welt jetzt neu denken – Wird die Zukunft mehr als Konsum? | Sternstunde Philosophie | SRF Kultur
vom 22.03.2021
Was mich an beiden stört: Wie ist es möglich, die gediegenen und klugen Worte in knallharten Politik-Wahlkampf umzusetzen? Dazu kann ich keine Hinweise finden bei den beiden.
"Nur zu subventionieren...", aber, da stimme ich DMHH zu, "... hat dann wieder den Effekt, dass man fährt, obwohl das nicht "nötig" ist.