Beiträge von Ullie

    Und bei 8:59 begeht der Moderator einen qualifizierten Rotlichtverstoß, denn der Richtungspfeil des Signalgebers für den Fahrverkehr war eindeutig rot. Dafür beschwert er sich, dass ihm die Fußgänger in die Quere kommen.

    Das ist kein Rotlichtverstoß, den Eric da begeht, denn das Rotlicht mit dem Richtungspfeil nach Rechts gilt für den Autoverkehr.

    Für den Radverkehr auf dem Radweg, den Eric benutzt, gilt das Rotlicht nicht, denn die Ampel steht links vom Radweg und auf dem Radweg ist an der Stelle keine Haltelinie markiert.

    Das ist die Stelle bei google-Satellitenbild:

    https://www.google.com/maps/place/Neu…904!4d6.9474874

    Und hier bei google-street-view:https://www.google.com/maps/@50.93628…!7i13312!8i6656

    Sehr spannend ist der Rollkoffertransport rechts im Bild der googlestreetview-Aufnahme!

    Allerdings hat Eric nun wirklich keinen Grund sich über die Fußgänger zu beschweren, denn auf die muss er natürlich Rücksicht nehmen. Es ist meines Erachtens eine unklare Verkehrssituation, in der gilt, dass der Stärkere, bzw. derjenige von dem die größere Gefahr ausgeht auf die Schwächeren Rücksicht nehmen muss. Und diese Rolle des Stärkeren hat der Radverkehr.

    In Hannover gibt es auch an mehreren Stellen an solchen Hochbordradwegen wie im Film Ampeln, die links von dem Radweg stehen. Wenn dort eine Haltelinie auf dem Radweg markiert ist, dann muss bei Rot auch der Radverkehr halten. Wenn dort keine Haltelinie markiert ist und die Ampel links vom Radweg steht, dann muss der Radverkehr nicht anhalten. Das ist sehr praktisch, denn so kann der Radverkehr auf dem Hochbordradweg an vielen Stellen weiterfahren, an denen der Autoverkehr auf der Fahrbahn anhalten muss. Kompliziert wird es immer dann, wenn Fußgänger mit Fußgänger-Grün nach dem Queren der Fahrbahn auch den Radweg queren. So wie in dem Film bei der von dir ausgewählten Stelle. Ich sehe an der Stelle den Radverkehr in der Pflicht im Falle von Fußverkehr auch dann zu halten, wenn keine Haltelinie auf dem Radweg markiert ist.

    Manche Fußgänger warten aber trotzdem. Andererseits ist diese Regelung meines Wissens nicht sonderlich unfallträchtig. Und ich hoffe, dass sich alle Radfahrer hinreichend defensiv verhalten, so dass an der Regelung nichts geändert werden muss.

    Auf jeden Fall ist es ein gutes Beispiel für eine Verkehrssituation, bei der nicht sofort jedem 100%ig klar ist, was gilt. Und auch darauf will der Film ja aufmerksam machen.

    Hier ein Beispiel aus Hannover für einen Hochbordradweg mit einer roten Ampel, die links von dem Radweg steht. Der Radfahrer mit dem blau-weiß karierten Hemd ist trotz der roten Ampel nicht wartepflichtig. Wenn allerdings Fußgänger*innen den Radweg kreuzen um die Fahrbahn zu queren, oder nachdem sie gerade die Fahrbahn gequert haben, dann hat der Radverkehr darauf Rücksicht zu nehmen.

    Wir brauchen mehr Kontrollen und härtere Strafen ...

    Warum bestrafen, was sich in vielen Fällen von vornherein verhindern lässt?

    Ab 2022 müssen Neuwagen mit etlichen Assistenzsystemen ausgestattet sein. Darunter auch ein Intelligenter Geschwindigkeitsassistent. Der könnte so programmiert werden, dass er in den meiste Fällen ein Zuschnell-Fahren technisch unterbindet. Auch eine Blackbox soll kommen, die von der Polizei nach einem Unfall ausgelesen werden kann. Leider ist zu befürchten, dass solche technischen Neuerungen, nicht im vollen Rahmen der Möglichkeiten genutzt werden, um schwere Unfälle von vornherein zu unterbinden.

    Die Autolobby versucht hier Freiheitsrechte geltend zu machen, und verharmlost die Gefährlichkeit des Autoverkehrs.

    doch, der ist schlecht.

    allein der Melonentest disqualifiziert den gesamten Beitrag.

    Man muss sich ja nun schon fragen, warum dann in Holland, keine 10sek nach dem Melonentesteinspieler, nicht massenweise leute mit zerplatzten Köpfen auf den Radwegen herumliegen. Denn zum hinfallen brauch ich dann doch nicht zwingend einen Unfallgegner "auto", da reicht ein Bordstein...

    Immerhin kommt in dem Film die 12-jährige Dunja aus den Niederlanden sehr ausführlich zu Wort (ab 16:20) und begründet, warum man zum Fahrradfahren keinen Helm tragen muss. Das ist dann eingebettet in die "Legende" vom vorbildlichen Fahrrad-Paradies Niederlande, wo nach den Erfahrungen von meinen wenigen Reisen in die Niederlande allerdings längst nicht überall diese oft gepriesenen paradiesischen Verhältnisse für den Radverkehr vorherrschen.

    Was vermutlich zum Thema Helmtragen bei vielen hängen bleiben wird:

    Radfahren in Deutschland ist so gefährlich, dass man besser einen Fahrradhelm trägt. Es könnte allerdings mit der notwendigen Kraftanstrengung der Verkehrsplaner der Radverkehr sicherer gemacht werden, so dass man auch hierzulande wie in den Niederlanden ganz selbstverständlich ohne Helm Fahrrad fährt.

    Auch wenn ich nicht mit allem zufrieden war, was ich in den Niederlanden diesbezüglich vorgefunden habe, das Radfahren hat dort einen erkennbar höheren Stellenwert.

    Und in dem PUR+ Film wird nicht nur das Helm tragen vorgestellt, sondern auch das Fahrradfahren ohne Helm.

    Da sag ich mal das Glas ist halbvoll und nicht halbleer.

    So schlecht ist der Film von PUR+ nun auch wieder nicht. Warum allerdings nicht darauf hingewiesen wird, dass es oft sicherer ist, innerhalb von dem Straßenbahn-Gleispaar zu fahren als rechts daneben, kann ich nicht verstehen. Andererseits ist für sehr viele RadfahrerInnen zumindest in Westdeutschland und im ländlichen Raum das Verkehrsmittel Straßenbahn ohnehin ein "unbekanntes Wesen".

    https://www.zdf.de/kinder/purplus…fahren-100.html

    Die vielen gezeigten "Radinfrastruktur-Bausünden" sind ja nun mal leider vorhanden. Es ist doch gut, dass darauf aufmerksam gemacht wird.

    80 km/h auf Landstraßen fände ich in Ordnung. KFZ-Verkehr soll möglichst nicht von der Autobahn auf Landstraßen oder Ortschaften verlagert werden.

    Diese Gefahr sehe ich ganz und gar nicht. Landstraßen mit Tempo 60 müssen keinen hohen Ausbaustandards genügen. Der Ausbaustandard für Autobahnen mit Tempo 80 wären weiterhin deutlich höher. Allenfalls könnte man die Autobahnen mit etwas kleineren Kurvenradien bauen, wenn dort grundsätzlich Tempo 80 max. gilt.

    Autobahnen wären weiterhin kreuzungsfrei. Und sie würden weiter bevorzugt benutzt werden vom Autoverkehr.

    Tempo 80 auf Autobahnen würde den Verkehrsfluss deutlich verstetigen. Autonomes Fahren könnte dort vermutlich deutlich schneller verwirklicht werden. Und das alles ohne zusätzlichen Investitionen.

    Und gleichzeitig verbessern sich die Voraussetzungen für den Ausbau des Eisenbahnverkehrs. Und zwar nicht für extrem kostspielige Hochgeschwindigkeitsstrecken, sondern für Eisenbahnverkehr mit moderaten Geschwindigkeiten, mit dem viele (oft nur scheinbar schnelle) Autofahrten ersetzt werden können.

    "Man kann ziemlich sicher sein, daß die Vielzahl an elektronischen Kontakten in Echtzeit, deren Netz sich vom nächsten Stockwerk bis über en Rund des Globus spannt, früher oder später zu einer Explosion des physischen Verkehrs führen wird. Denn elektronische Kontakte erweitern den Aktionsradius ganz ungemein und werden häufig genug den Wunsch nach persönlicher Begegnung hervorbringen. Anders gesagt: wenn nicht die Steigerung der elektronischen Raum-Zeit-Verdichtung mit einer Begrenzung der mechanischen Raum-Zeit-Verdichtung einhergeht, dann stehen historisch neue Verkehrslawinen ins Haus."

    Wolfgang Sachs: Die Überholspur verlassen

    Über die Zusammenhänge von Geschwindigkeit und Ökologie, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie, 1998

    https://epub.wupperinst.org/frontdoor/deli…e/596_Sachs.pdf

    Dieses Zitat weist auf eine große Gefahr der zurückliegenden Pandemie-Monate hin, die einzusetzen droht, wenn das Pandemie-Geschehen weiter nachlässt. Ich fürchte ohne steuerndes Eingreifen wird es einen "Rebound-Effekt" geben, der die Chancen für eine Klima- und Verkehrswende verschlechtert.

    "FFF-Sprecherin im "ntv Frühstart"

    Grüne "werden Klimaschutz-Anspruch oft nicht gerecht"

    Die Grünen gelten allein schon historisch als die Klima-Partei und stellen Klimaschutz zentral in ihren Wahlkampf. Die "Fridays for Future"-Sprecherin Carla Reemtsma erklärt im "ntv Frühstart", warum selbst das grüne Programm, insbesondere unter ihren Spitzenpersonen, nicht ausreicht."

    Hier der Link zum ntv-Interview vom 12.6.2021:

    https://www.n-tv.de/mediathek/maga…le22612460.html

    Das Vertrauen der Bürger für eine echte Klimapolitik kommt dann, wenn die Parteien aufhören, sich "schlammschlachtmäßig" über Klimapolitik zu streiten. Statt dieser "Schlammschlachten" fordert Carla Reemstma ein echtes Bekenntnis aller Parteien zum Klimaschutz.

    (Minute 4:30 von 10:10 in dem verlinkten Interview.)

    Carla Reemtsma kritisiert die Grünen dafür, dass sie keine ambitionierteren Ziele für das Bundestagswahlprogramm formuliert haben. (Minute 7:45 von 10:10) Laut Carla Reemstma ist das grüne Parteiprogramm nicht ausreichend, um das 1,5°-Ziel zu erreichen.

    Eine Wahlempfehlung für die Grünen gibt FFF nicht. Vielmehr betont Carla Reemstma, dass Fridays For Future überparteilich dafür arbeitet, dass Bewusstsein für die Notwendigkeit einer effektiven Klimapolitik in der Bevölkerung zu verankern. (Minute 9:10 von 10:10)

    Für den kommenden Freitag (18.6.2021) kündigt Carla Reemstma einen Klima-Streik-Freitag an. In Hannover ist das Treffen dafür um 12:30 auf dem Opernplatz. https://fridaysforfuture-hannover.de/2021/05/31/end…er-klimastreik/

    "Der Parteitag lehnte auch einen Vorstoß für ein Tempolimit auf Landstraßen mit großer Mehrheit ab. Demnach sollte außerhalb geschlossener Ortschaften ein generelles Tempolimit von 70 Kilometern pro Stunde greifen. Stattdessen votierte der Parteitag für das vom Bundesvorstand vorgeschlagene Tempolimit von 130 Kilometern pro Stunde auf Autobahnen, ohne neue Vorgaben für Landstraßen." An diesem Wochenende beschließen die Grünen ihr Bundestagswahlprogramm. Das Zitat ist aus der Berliner Zeitung vom 11.6.2021 https://www.berliner-zeitung.de/news/gruene-ge…assen-li.164705

    Offensichtlich schreckt die Partei Bündnis 90/Die Grünen aus wahlkampftaktischen Gründen davor zurück, die tatsächlich notwendigen Änderungen für eine wirksame Verkehrswende ins Bundestagswahlprogramm zu schreiben. Wobei ich Tempo 70 auf Landstraßen immer noch für zu schnell halte, stattdessen ist Tempo 60 eine Geschwindigkeit, die für den flächendeckenden ÖPNV auch im ländlichen Raum eine sehr viel bessere Rahmenbedingung darstellt.

    Auf Autobahnen ist ein generelles Tempolimit von 80 km/h die Chance, den vorhandenen Verkehr ökologisch vorteilhafter abzuwickeln und ein stressfreieres Fahren zu ermöglichen.

    Ein generelles Tempolimit von 60 km/h auf Landstraßen und 80 km/h auf Autobahnen würde mit minimalen Investitionskosten umgesetzt werden können. Und langfristig würde durch die deutlich längere Haltbarkeit der vorhandenen Infrastruktur immense Kosten eingespart werden können. Der geradezu gebetsmühlenartig vorgetragene Behauptung der Parteien, die Verkehrswende sei extrem kostspielig, wird gebetsmühlenartig von den Parteien vorgetragen. die eine echte Verkehrswende verschleppen. Deutlich niedrigere Tempolimits auf Autobahnen, auf Landstraßen und in der Stadt aber erfordern keine kostspieligen Investitionen sondern vor allem die Bereitschaft leicht verwirklichbare Maßnahmen umzusetzen.

    So wie es jetzt aussieht wird jedoch keine Partei zur Bundestagswahl im Herbst 2021 antreten, die es wagt, die für eine nachhaltige Mobilitätswende notwendigen Änderungen in ihrem Parteiprogramm zur Bundestagswahl anzukündigen.

    "Mit Tempo 200 durch die Innenstadt

    Gegen mehrere Fahrer leitete die Polizei Verfahren ein, weil sie zu schnell und zu laut unterwegs gewesen seien. Ein weiterer Fahrer entzog sich einer Kontrolle. Das Auto sei in Kurven gedriftet und mit Tempo 200 im Innenstadtbereich unterwegs gewesen. Eine Verfolgung sei nicht möglich gewesen, ohne Unbeteiligte zu gefährden, so die Polizei."

    NDR vom 10.6.2021

    https://www.ndr.de/nachrichten/ni…toposer162.html

    Bei den gegebenen technischen Möglichkeiten mutet es mittelalterlich an, dass solche gemeingefährlichen Rasereien nicht gleich von vornherein unterbunden werden, wie es mit einem verbindlichen ISA möglich wäre. Stattdessen ist die Polizei gezwungen, auf eine Straftäter-Verfolgung zu verzichten, um keine Passanten zu gefährden.

    "Man spreche sich nicht gegen eine grüne Kanzlerschaft aus, sondern gegen eine Regierung die Ziele über Verbote und Vorschriften erreichen wolle, "statt sich auf die Marktkräfte der sozialen Marktwirtschaft zu berufen", sagte der Pressesprecher der INSM."

    So steht es in dem von Schlau Meyer verlinkten WAZ-Artikel. https://www.waz.de/politik/baerbo…d232510513.html

    Ein weiterer Versuch, die Grünen als "Verbotspartei" zu charakterisieren.

    Ist es tatsächlich so, dass eine Partei im politischen Wettbewerb nicht bestehen kann, wenn es dem politischen Gegner gelingt, sie als Verbotspartei hinzustellen?

    Ich halte es für unrealistisch, Autofahrer in absehbarer Zeit dazu zu bringen, bei zu breitem Fahrzeug auf das Parken zu verzichten. Deshalb müssen die Parkplätze leider breiter werden. Wichtig ist aber, dass die Parkplätze von der Kommune reduziert werden, wenn dadurch zu wenig Fahrbahn übrig bleibt.

    Ich halte es für völlig unrealistisch, es immer weiter in die falsche Richtung laufen zu lassen, so dass die Fahrzeuge immer breiter, immer schwerer und immer schneller werden.

    Leider reagiert die Verkehrsverwaltung so, dass die Autofahrer ermuntert werden, immer noch größere Autos zu kaufen:

    radverkehrsforum.de/attachment/15661/

    Hier der streetview-Link zu der Stelle: https://www.google.com/maps/@52.37009…!7i13312!8i6656

    In der Marienstraße hat die Polizei Schilder anbringen lassen mit der Aufforderung "Spiegel einklappen". Dabei hat die Marienstraße in dem Abschnitt mehrere Fahrspuren je Richtung. Ist also breit genug. Begründung der Polizei: Sie haben keine Lust so oft Unfallaufnahmen mit abgefahrenen Spiegel zu machen.

    Die Schilder führen aber dazu, dass Autofahrer beim Parken immer weiter auf den auf den benutzungspflichtigen Radweg vorrücken. Das wird von der Polizei in Kauf genommen. Hauptsache keine Unfallaufnahmen mit abgefahrenen Spiegeln machen müssen. :(

    Tempo 30 Reduktion auf der Fahrbahn? Bislang Fehlanzeige. Dabei würde Tempo 30 auch die Anzahl der abgefahrenen Spiegel reduzieren.

    Meine Befürchtung:

    Die Autos werden noch breiter und Spiegel durch Kameras ersetzt, die nicht so weit abstehen und deshalb seltener abgefahren werden. Und keiner traut sich, geringere Grenzwerte für Fahrzeuge festzulegen. :rolleyes:

    Doppelt gemoppelt hält besser?

    Wenn da ohnehin kein Fahrzeug langfahren darf, dann kann man sich das Fußwegschild doch eigentlich sparen?

    Oder man nutzt es, um ein [Zusatzzeichen 1022-10] dazu zu hängen. Schließlich ist dieser Streckenabschnitt in der Straße Ratswiese ein wichtige und viel genutzte Verbindung, um vom Leineufer auf die Wunstorfer Straße zu kommen.

    Oder sollte man es besser so ausschildern:

    Aber dann nehmen vielleicht die Radfahrer*innen zu wenig Rücksicht auf den Fußverkehr?

    Das google-Satellitenfoto zeigt die Stelle ohne Baustelle:

    https://www.google.com/maps/@52.37873…t/data=!3m1!1e3

    Diese Baustellenausschilderung verbietet ebenfalls die Fahrbahn-Fahrt und ermöglicht stattdessen die Mitbenutzung des Fußwegs durch den Radverkehr:

    Wenn ich das richtig sehe ist auf der Fahrbahn eine Einbahnstraße und in Gegenrichtung nicht zu befahren. Da der Radweg endet, bleibt nur ein Gehweg. Bei [Zeichen 239] [Zusatzzeichen 1022-10] muss man Schrittgeschwindigkeit fahren, wäre also auch nicht deutlich schneller.

    Habe mich noch mal direkt vor Ort umgesehen. Dort hat sich inzwischen etwas verändert:

    Das Schild [Zusatzzeichen 1012-32] wurde ersetzt durch [Zeichen 239] + [Zusatzzeichen 1022-10] .

    Und ich finde das gut so!

    Ja, es gibt einzelne Fahrradfahrer*innen, die fahren bei so einer Ausschilderung zu schnell und zu unvorsichtig. Aber deswegen sollte man nicht grundsätzlich auf eine solche Ausschilderung verzichten. Schließlich gibt es auch beispielsweise Verkehrsberuhigte Zonen, in denen der Fahrzeugverkehr zu schnell unterwegs ist. Deswegen würde doch auch niemand auf die Idee kommen, grundsätzlich keine Verkehrsberuhigten Zonen mehr auszuschildern.

    Es war keine reine Fridays For Future Veranstaltung. Aber Fridays For Future zeigte Präsenz bei der großen Fahrraddemo mit fast 3000 Teilnehmer*innen gegen den Autobahnmäßigen Ausbau des Südschnellweges.

    Die Demo begann mit einer Kundgebung vor dem Rathaus, bei der auch Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay eine Rede hielt.

    Diese Karte die zur Info auf dem Rathausplatz aufgebaut war zeigt, dass mit dem Ausbau des Südschnellweges ein Teilstück einer Autobahnmäßig ausgebauten Südumgehung geschaffen werden soll, die das ohnehin hohe Autoaufkommen auf der nördlich von Hannover gelegenen A2 noch einmal deutlich verstärken wird. Wer Straßen sät, der wird Autoverkehr ernten.

    Der in den 50er und 60er Jahren in die Landschaft geschlagene und dicht an vorhandener Wohnbebauung entlanggeführte Südschnellweg wird über längere Streckenabschnitte über Brücken geführt. Und die sind in die Jahre gekommen. Dicke Drahtseile und Stahlrahmen verstärken derzeit die marode Brückenstruktur, um noch einige zusätzliche Nutzjahre zu ermöglichen. Nicht Schlamperei und mangelnde Wartung haben das Bauwerk vorzeitig altern lassen, sondern ein völlig übertriebenes, ungebremstes und verantwortungslos hohes Autoverkehrsaufkommen.

    Wie so oft bei Straßenausbauprojekten: Es werden ein paar Brocken hingeschmissen, mit denen die Bevölkerung geködert werden soll. Die Häuser auf dem Bild stehen gerade mal 12 m von der Südschnellwegbrücke entfernt. Siehe Satellitenbild https://www.google.com/maps/@52.34183…m/data=!3m1!1e3

    In diesem Bereich soll der Südschnellweg als Tunnelstrecke erneuert werden.

    Das ist das "Bonbon" mit der die Menschen für das Projekt eingenommen werden sollen.

    Weiter südwestlich jedoch verläuft der Südschnellweg durch ein Naherholungs- und Landschaftsschutzgebiet. Der geplante Ausbau verbreitert die Trasse etwa auf die doppelte Breite, weil ein breiter Mittelstreifen und zusätzliche Standstreifen gebaut werden sollen, um Tempo 100 (oder noch mehr) zu ermöglichen. Das empört viele Hannoveraner*innen. Ein getrenntes Genehmigungsverfahren jedoch will der für Bundesstraßen verantwortliche Bundesverkehrsminister Scheuer nicht zulassen.

    Die Bilder zeigen die Überquerung des Landschaftsschutzgebietes. Hier hatten Aktivist*innen Banner in die Bäume gehängt:

    Ein besonderes Erlebnis dürfte die Demo auch für diesen Velomobil-Fan gewesen sein. Zwar konnte er die Geschwindigkeit seines Fahrzeuges nicht voll ausfahren, aber dafür dort fahren, wo Fahrradfahren sonst nicht gestattet ist. Der Südschnellweg ist eine Kraftfahrstraße. (Was für ein bescheuerter Ausdruck, schließlich fahren doch Autos gar nicht mit eigener Kraft. Eigentlich müsste das "Geliehene-Kraftfahrt-Straße" heißen.)

    Veloroutenkonzepte sind vermutlich nicht unbedingt reine Ablenkungsmanöver. Ich bewerte das mehr als Versuch, das zu machen was geht und sich politisch relativ unproblematisch durchsetzen lässt. Leider fehlt der Mut, eine grundsätzliche und deutliche Abkehr von der autozentrierten Mobilitäts-Infrastruktur als erstrebenswertes und notwendiges Ziel zu formulieren und Maßnahmen umzusetzen, die dazu beitragen, das Ziel Verkehrswende tatsächlich zu erreichen.

    Immerhin kann auch mit einem Veloroutennetz schon einiges erreicht werden. Eine Veloroute, die durch ein reines Wohngebiet führt, kann zum Beispiel an vielen Stellen so gestaltet werden, dass der Radverkehr Vorrang hat. Und dabei sind oft keine so großen Hindernisse zu überwinden, wie bei der Umgestaltung von Hauptverkehrsstraßen. Das Ziel muss aber immer wieder formuliert werden, dass es nicht damit getan ist, Velorouten durch Wohngebiete anzulegen.

    Ein dreckiger Wahlkampf mit Schmutzkampagnen, statt ein Wettbewerb um die besseren Ideen, wurde in den letzten Tagen eröffnet. Die CDU behauptet, wer Vermieter an der CO2-Abgabe beteiligt, der mutet es den Vermietern zu, den extravagant dekadenten Lebensstil seiner Mieter mitzufinanzieren, die die Heizungsanlage angeblich nutzten, um ihre Wohnungen auf Saunatemperatur aufzuheizen.

    Und das kommt in bestimmten gesellschaftlichen Kreisen gut an. Viele Wohnungs- und vor allem Hausbesitzer nähren ja ihre Selbstbewusstsein daraus, dass sie schließlich Eigenheimbesitzer seien und nehmen das als Beweis dafür, dass sie es ja zu etwas gebracht hätten im Gegensatz zu jenen unsteten und wirtschaftlich unfähigen Bewohnern von Mietwohnungen, die immer nur anderen auf der Tasche liegen. Zuvorderst den Vermietern.

    Und als ob das nicht schon schlimm genug wäre...

    Jetzt lässt die Linkspartei es krachen, diffamiert die Grünen als die Partei der Besserverdienenden und wirft ihr vor, auf Kosten der "Kleinen Leute" den Klimawandel stoppen und den Umweltschutz voranzutreiben zu wollen.

    Siehe auch taz vom 3.6.2021:

    Auch Linke wollen Autofahrer ärgern

    "Die Linkspartei kritisiert Annalena Baerbock, weil sie einen höheren Benzinpreis fordert. Dabei will die Linke Verbrennerautos gleich ganz verbieten."

    https://taz.de/Debatte-ueber-hoehere-Benzinpreise/!5776095/

    Der Artikel beschreibt die Grünen als eine Partei, die über die Preisschraube die notwendige Verkehrswende vorantreiben will, die Linke als eine Partei, die durch Ordnungsmaßnahmen staatlich organisierter ÖPNV-Ausbau die Verkehrswende vorantreiben will.

    Ohne jetzt auf das jeweilige Modell näher einzugehen. Wenn die Linke mit so einer plumpen Polemik gegen die Grünen agitiert wird das nichts. Und in Bezug auf eine mögliche Gegenreaktion der Grünen kann man nur hoffen, dass die die Ruhe bewahren. Der politische Gegner steht Rechts. Und der lacht sich ins Fäustchen über die gedankenlosen Wahlpropaganda der Linken.

    Auch wenn das Satzzeichen nicht ganz dazu passt, lese ich in DMHHs Beitrag einen Imperativ.

    Er persönlich erwartet folglich keine Antwort vom Ministerium. ;)

    Wie erklärst du dir dann, dass diese 360°-Kamerasysteme, die mittlerweile für beinahe jede Fahrzeugklasse verfügbar sind, so selten eingebaut werden?

    Und woran liegt es, dass diese Kamerasysteme nicht vorgeschrieben werden, wenn sie so gut sind?

    Außerdem erwarte ich, dass ein verbessertes Modell Pflicht wird, das mit Hilfe einer Software, die die Kamerabilder auswertet, Fußgäner*innen und Radfahrer*innen erkennt, und dann warnt, wenn es zur Gefährdung kommen kann, und dann auch eine Notfallbremsung vornehmen kann.

    Wenn man davon ausgehen soll, dass die Fahrbahn nicht benutzt werden darf, dann kann es sich nicht um einen freigegebenen Gehweg [Zeichen 239][Zusatzzeichen 1022-10] handeln und auch nicht um einen gemeinsamen Geh- und "Radweg" ohne Benutzungspflicht, denn dann dürfte die Fahrbahn benutzt werden.

    Diese Fahrbahn dürften Sie als Fahrradfahrer nicht benutzen, ganz egal wie der Weg daneben ausgeschildert ist:

    Mapillary: https://www.mapillary.com/app/?lat=52.35…806830309498398

    Das mag jetzt ein bisschen spitzfindig sein, aber es gibt sicher auch noch andere Beispiele (von denen vielleicht manche auch ein bisschen spitzfindig sind) und das Wichtigste haben Sie ja schon gesagt:

    Es wäre natürlich noch eindeutiger gewesen, wenn das [Zeichen 240] mit auf den Bildern erkennbar wäre.

    Und genau das ist meine Kritik an der Umfrage der Dresdner Uni. Und diese Aussage von Ihnen ist reichlich von oben herab daher gesagt:

    Da auch nicht in der Beschreibung steht, dass sich die Umfrage ausschließlich an Kinder unter 8 Jahren richtet, kann es sich also nur um einen benutzungspflichtigen kombinierten Geh- und "Radweg" handeln.

    Schließlich weisen Sie selbst doch immer wieder auf die vielen Verkehrsteilnehmer*innen hin, die eben nicht genau unterscheiden zwischen benutzungspflichtiger Radweg und Angebotsradweg und Fußweg mit Radfahrer frei usw. usw. Und ich wette, dass auch in vielen Fahrschulen immer noch den zukünftigen Autofahrer*innen nicht allzu genau diese Unterscheidungen erläutert werden.

    Viele Radfahrer*innen wiederum haben sich noch nie sonderlich systematisch oder intensiv mit Verkehrsregeln beschäftigt.

    Warum auch, schließlich gibt es keine Führerscheinpflicht fürs Fahrradfahren. Ab 8 Jahren dürfen Kinder auf der Fahrbahn fahren.

    Sie tun aber oft so, als ob Fahrradfahrer*innen über alle möglichen, oft sogar für Fachleute schwer durchschaubare Regelungen, genaustens Bescheid wissen müssten.
    Soll das auf eine Führerscheinprüfung für Radfahrer*innen hinauslaufen? Wollen Sie so den Radverkehrsanteil steigern? Und die Menschen für das Verkehrsmittel Fahrrad begeistern, indem sie zusätzliche Hürden aufbauen?

    Ich habe mal für einen großen regionalen Stromanbieter gearbeitet (die "Pfalzwerke") und habe dort erfahren müssen, dass der Strom erstaunlich vielen Leuten völlig egal ist. Und zwar nicht nur die Zusammensetzung, sondern auch der Verbrauch. Ich hab Fälle gehabt, da haben die Kunden trotz Aufforderung nie einen Zählerstand durchgegeben und haben über Jahre hinweg aufgrund von Schätzungen bezahlt. Oder haben trotz hohem Verbrauch nie den Grundversorgungstarif ("klassischer" Strommix) verlassen. Der Witz dabei, und darum erzähl ich das hier: Alle, wirklich alle Ökostromtarife dieses Anbieters sind billiger.

    Die so genannte Liberalisierung des Strom-Marktes sollte ja dazu führen, dass der Wettbewerb unter den Stromanbietern nicht zuletzt auch den Stromkunden zu Gute kommt. Bloß viele wollten dieses "Spielchen" nicht mitspielen.

    Und diejenigen, die konsequent stets das günstigste Angebot wählten und alle Nachlässe mitgenommen haben, sind jetzt bei vielen Anbietern unerwünschte Kunden.

    "Profiwechsler. Der promovierte Chemiker Martin Grosser wechselt jedes Jahr den Energieversorger. „Mir geht es dabei nicht ums Geld. Ich sehe das sport­lich“, sagt er. Doch kürzlich hat ihn zum ersten Mal ein Versorger abge­lehnt – trotz guter Bonität."

    Quelle: Stiftung Warentest vom 16.7.2019

    https://www.test.de/Energieversorg…ehnt-5493684-0/