Beiträge von Ullie

    Der Unfallbeschreibung zufolge muss es sich um diese Stelle halten, die ich auf googlestreetview gefunden habe:

    https://www.google.com/maps/place/Pla…44!4d10.1375899

    Die Autofahrerin sah das, was auf dem googlestreetview-Link zu sehen ist.

    Allerdings stand in etwa dort, wo das B von Berner Damm zu sehen ist, ein Kastenwagen, der dort gehalten hat. Entweder, weil die Fahrzeuge vor ihm ins Stocken kamen, oder weil er dort trotz absolutem Halteverbot gehalten hat.

    Dann hätte die Autofahrerin allerdings so langsam auf den Fußgängerüberweg zufahren müssen, dass sie auf jeden Fall noch hätte anhalten können, bevor auf dem Fußweg jemand auftaucht. Auch wenn man von einem Elfjährigen möglicherweise erwarten kann, dass er sein Fahrrad über den Zebrastreifen schiebt, so dürfte er vermutlich nicht mit hoher Geschwindigkeit dort gefahren sein.

    "Wer ein Fahrzeug führt, muss sich gegenüber Kindern, hilfsbedürftigen und älteren Menschen, insbesondere durch Verminderung der Fahrgeschwindigkeit und durch Bremsbereitschaft, so verhalten, dass eine Gefährdung dieser Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist." (StVO §3, Abs. 2a)

    Direkt links von der Stelle auf dem streetview-Link ist eine Altentagesstätte. Die streetview-Aufnahme ist ja schon etwas älter. Heute müsste da eigentlich in dem Bereich der Straße Tempo 30 angeordnet sein. Wenn dann noch ein Zebrastreifen dazu kommt, der schlecht einzusehen ist, weil ein Kastenwagen auf der Gegenfahrbahn die Sicht versperrt, dann muss deutlich langsamer als 30 gefahren werden!

    Leider sagt der Artikel dazu nichts aus.

    Link zur Unfallbeschreibung: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/6337/4944364

    • Der Verlag betrachtet Absteigen für Radfahrer als vollkommen selbstverständlich.
    • Sie bringen Kindern unter dem Begriff "indirektes Abbiegen" ein Verhalten bei, das nicht dem indirekten Abbiegen aus der StVO entspricht.

    Leider ist das in der Broschüre dargestellte indirekte Linksabbiegen nach meiner Beobachtung recht weit verbreitet. Allerdings ohne Absteigen. Wenn das Autor*innen-Team der Broschüre tatsächlich annimmt, dass Radfahrer*innen absteigen bei der in der Skizze dargestellten Variante von Linksabbiegen, dann haben die noch nicht viele Radfahrer*innen beobachtet.

    Nach meiner Beobachtung kommt es häufig vor, dass Radfahrer*innen an einer stark befahrenen Kreuzung entgegen der Fahrtrichtung die ampelgesicherte Fußgängerfurt nutzen. Besonders dann, wenn die zuerst Grün zeigt. Abgestiegen wird dabei eher selten, obwohl es doch zumindest bei der ersten Querung ohne Zeitverlust möglich wäre, weil die Grünphasen ja auf den Fußverkehr abgestimmt sind.

    Ich glaube nicht so sehr, dass die Broschüre in dieser Frage den Kindern irgendwas beibringt, was die nicht ohnehin täglich beobachten beim Radfahren der anderen und was vermutlich auch viele Eltern falsch vormachen.

    Schade, dabei wäre doch so eine Broschüre eine gute Gelegenheit das Thema etwas gründlicher zu behandeln. Vermutlich steht dem einmal mehr die Befürchtung entgegen, man dürfe Kinder nicht damit überfordern, dass ihnen verschiedene Varianten gezeigt werden.

    In einer schmalen Straße parkte einmal ein Auto zur Hälfte den Zebrastreifen zu, was mich veranlasste bei der nächstgelegenen Polizeistation nachzufragen.

    Die fragten nur, ob der PKW in Fahrtrichtung vor oder hinter dem Zebrastreifen stehe.

    Als ich ihnen sagte, dass "nur" die hintere Wagenhälfte auf dem Zebrastreifen steht, war es für sie kein Fall mehr.

    Dass die Straße so schmal ist, dass es sehr wohl eine Gefahr darstellt, hat die nicht interessiert.

    Die Polizei hat viel Verständnis für Autofahrer, die eine Hälfte des Zebrastreifens zuparken, wenn dass in Fahrtrichtung die rechte Seite ist. Und "nur" das Heck auf dem Zebrastreifen steht.

    Die Straßenbreite spielt für die Polizei da eine untergeordnete Rolle. Dabei ist es in schmalen Straßen sehr wohl gefährlich so zu parken, weil auch Fußgänger, die von links kommen sehr plötzlich wie aus dem Nichts vor der Motorhaube auftauchen können.

    Die verlinkte Googlemaps-Seite zeigt die Situation, denn dieser Zebrastreifen ist ziemlich regelmäßig zur Hälfte zugeparkt. (In Blickrichtung linke Seite)

    https://www.google.de/maps/@52.36853…!7i13312!8i6656

    Die in Blickrichtung rechte Seite ist innerhalb der 5 m Schutzzone zugeparkt. Das hat immerhin dazu geführt, dass dort dann Fahrradständer angebracht wurden, so dass dort kein PKW mehr parken kann. Dabei geht die Verkehrsverwaltung offenbar davon aus, dass geparkte Fahrräder keine Sichthindernis darstellen. Hoffentlich wird das niemals einem Fußgänger oder einem Radfahrer zum Verhängnis.

    Hier eine Ecke, bei der ebenfalls Fahrradständer rechtsseitig vor dem Zebrastreifen verhindern sollen, dass die 5 m Schutzzone zugeparkt wird:

    https://www.google.de/maps/@52.36916…!7i13312!8i6656

    Die größere Sensation ist der Polizist, der mal gegenüber Autofahrern durchgreift. Kann der mal Hamburger und Berliner Kolleg:innen schulen?

    Vielen Dank für den Video-Tip an radfahren_bn!

    Besonders die Rechenbeispiele betreff der hohen Kosten für den MIV haben mir gefallen. Aber an der Stelle fehlte der direkte Hinweis darauf, dass die Kostenaufstellung zeigt, dass die Verkehrswende kein Geld kostet, wie es von der Autolobby und den Auto-Parteien immer wieder behauptet wird, sondern dass durch eine Verkehrswende weg vom Auto sehr viel Geld gespart wird.

    Nicht so gut gefallen hat mir der Abschnitt in dem Film, in dem die Fahrradstreife die Paketfahrer "anpflaumt".

    In Minute 17:35 sagt der Polizist zu dem Paketfahrer: "Sie sehen selber, welche Situation Sie hier schaffen. Das ist lebensgefährlich. Der Paketfahrer hat sein Fahrzeug nicht auf dem Radfahrstreifen abgestellt, sondern auf eine der beiden Fahrspuren, die beide in die selbe Richtung verlaufen.

    Ärgerlich ist das in jedem Fall für den Radverkehr. Noch ärgerlicher wäre es allerdings gewesen, wenn er auf dem Radfahrstreifen sein Fahrzeug abgestellt hätte. Als Radfahrer würde ich bei starkem Verkehr vermutlich eher sehr langsam durch die "hohle Gasse" (zwischen parkenden Autos und haltendem Paket-Fahrzeug) fahren, anstatt mich zusammen mit dem Autoverkehr durch die andere Engstelle zu drängeln.

    So macht es dann auch der Radfahrer in Minute 17:25.

    https://www.ardmediathek.de/video/Y3JpZDov…-Q0qL95DyLZMC_Q

    In Minute 17:40 wird dann darauf hingewiesen, dass seit 1995 die Anzahl kleiner Güterfahrzeuge in den Innenstädten sich mehr als versiebenfacht hat. Warum hat das Autorenteam nicht an dieser Stelle nachgehakt und in Erfahrung gebracht, wie viele Lieferfahrzeug-Stellplätze seit dem zusätzlich geschaffen wurden? (Aufgrund meiner Beobachtung kann ich mir nicht vorstellen, dass sich deren Anzahl seit 1995 auch versiebenfacht hat.)

    Hier ein Beispiel aus Lille in Nordwestfrankreich (Dort wird nach meiner Beobachtung auch effektiv abgeräumt, wenn da wer den Lieferfahrzeug-Halteplatz zum Dauerparken missbraucht.)

    Und das Autorenteam hat es versäumt nachzuhaken, wie viele der Lieferstellplätze, die vorhanden sind, zum Dauerparken missbraucht werden, ohne dass die Verkehrsbehörden einschreiten. Mit derselben Intensität wie in Lille, werden hier Lieferparkplatz-Blockierer nicht verfolgt. Und abgeschleppt wird hier auch nur sehr selten bis gar nicht.

    Hier die Selbsthilfeaktion vor einem Getränkeladen:

    Stattdessen wird in Minute 18:10 das Schreckgespenst von der Paketschlange rund um den Globus aufgebauscht und einmal mehr so getan, als würde die große Paketmenge Schuld dran sein, dass die Paketfahrer Fahrbahnen und Radwege blockieren.

    Dabei ist doch klar, dass es noch mehr Verkehrschaos gäbe, wenn sich die Leute alle selbst in die reichlich vorhandenen Autos setzten und damit in die Innenstädte zum Einkaufen fahren würden. Man kann ja nur froh sein, dass es die Paketdienste gibt, weil damit vermutlich jede Menge unsinnige Autofahrten der Einkaufbegeisterten entfallen.

    Platz schaffen für Paketfahrzeuge durch den Rückbau von Autostellplätzen, ja selbst eine effektive Kontrolle der viel zu wenigen Lieferfahrzeug-Stellplätze ist jedoch der Politik und der Verwaltung ein zu heißes Eisen, weil dafür die Anzahl von Stellplätzen für den Privat-Autoverkehr reduziert werden müssten oder eben Bußgelder an Autofahrer verhängt würden, die "nur mal eben" einen Lieferfahrzeugstellplatz durch Dauerparken blockieren. In Hannover musste ich mehrfach bei Straßen-Umbauplanungen beobachten, dass aufgrund von Bürgerprotesten sogar von Baumpflanzungen abgesehen wurde, wenn sich Bürger stattdessen für Parkplätze ausgesprochen hatten. Jeder der bei diesen hohen Temperaturen wie gestern und heute durch eine Straße mit Baumbestand geht weiß das zu schätzen. :) Besonders wenn er anschließend durch eine Straße ohne Baumbestand geht. :( Würde man anfangen in jedem Straßenabschnitt ein bis zwei Lieferfahrzeug-Stellplätze zu schaffen auf Kosten der Stellplätze für den Privat-Autoverkehr, dann würden in einer Großstadt mehrere 1000 Autostellplätze, vermutlich weit über 10.000 für den Privat-Autoverkehr entfallen. Das würde umgehend von den Auto-Parteien skandalisiert werden, um ihr schmutziges Wahlkampf-Süppchen zu kochen.

    Die in dem Film dargestellten Fahrrad-Lieferfahrzeuge haben übrigens auch eine imposante Größe. Auch dafür werden Lieferfahrzeug-Stellplätze benötigt, wenn damit nicht die Bürgersteige blockiert werden sollen. Hier ein UPS-Liefer-Fahrrad in Hannover:


    Vielleicht ist der Fahrrad-Polizist aus dem Film sehr idealistisch und die Hamburger und Berliner Kollegen, die Fahrbahnradler nennt, schon viel zu zynisch?

    Auf genau diese Ansicht komme ich auch immer wieder regelmäßig, wenn die Fahrbahn mit zweispurigen Fahrzeugen verstopft ist.

    Genau an dieser Stelle steckt möglicherweise Konfliktpotenzial.

    Bei einer starken Zunahme des Fahrradverkehrs sind Situationen vorstellbar in denen die Fahrbahnen vom Autoverkehr verstopft sind und gleichzeitig die Radwege überlastet, weil Fahrbahnradler auf den Radweg ausweichen, um nicht im Autoverkehrsstau stecken zu bleiben. Umgekehrt ist der Bau von breiteren und zusätzlichen Radwegen schwerer zu legitimieren, wenn diese nicht benutzungspflichtig sind, weil die Autofahrerlobby dann geltend macht: "Sollen sich die Damen und Herren Radfahrenden mal schön in den Autoverkehrsstau einreihen." Das ist kein ausreichender Grund an der Benutzungspflicht für Radwege festzuhalten. Aber man müsste das im Auge behalten. Ich befürchte die Idee von einer Radverkehrs-Doppelstruktur, Fahrbahnradeln + Radwegradeln ist nicht so populär, wie ich mir das wünsche. Vor allem nicht bei den Autofahrenden.

    Und das wird nicht einfacher dadurch, dass endlich effektive Maßnahmen getroffen werden, um den Autoverkehr zu reduzieren. Genau das ist aber notwendig. Denn eine Verkehrswende muss neben einer Zunahme des Radverkehrs (und des ÖPNV) auch eine Reduktion des Autoverkehrs beinhalten. Und diese Reduktion ist kein Selbstläufer, ordnungspolitische Maßnahmen sind dazu notwendig.

    Ja. Du suchst irgendwelche wilden Ampelschaltungen und konstruierst daraus nicht existente Probleme.

    Gleichzeitig übersimplifizierst Du direktes Abbiegen und ignorierst Du die vielen Herausforderungen, die es enthält. Gerade beim direkten Abbiegen muss man seine Sinne gut beisammen haben, um auf jedes ungewöhnliche Verhalten der verschiedenen Verkehrsteilnehmer korrekt zu reagieren.

    Und Du überschätzt wohl die Fähigkeiten von Kindern diesbezüglich ganz gewaltig.

    Es beginnt schon damit, dass sie nicht über Autos rübergucken können. Und dann sollen sich sich zwischen mehreren in verschiedene Richtungen fahrenden Autos an der richtigen Stelle einordnen.

    Die sind damit einfach noch sehr schnell überfordert.

    Befürworter des "Fahrbahnradelns" machen ja immer wieder geltend, dass es vor allem ein "Mentalitätsproblem" sei, wenn jemand davor zurückschreckt, auf der Fahrbahn Fahrrad zu fahren und es als unangenehm empfindet, wenn kein Fahrradweg vorhanden ist.

    Und damit haben sie vermutlich recht, die "Fahrbahnradler". Schließlich ist es so, dass andere Zweiradfahrer sich ebenfalls Tag für Tag problemlos im Straßenverkehr auf der Fahrbahn bewegen und dort auch bewegen müssen. Darunter auch Mofa-Fahrer mit Geschwindigkeiten bis maximal 25 km/h. (So schnell kann ich auch als untrainierter Radfahrer mit einem Pedelec fahren.)

    Allerdings gilt für Mofa-Fahrer*innen, die sich am "richtigen" Verkehr beteiligen, ein Mindestalter von 15 Jahren!

    Mit dem Fahrrad darf ich schon mit 8 Jahren die Fahrbahn benutzen. (Im Vergleich zu einem 15-Jährigen hat ein 8-Jähriger gerade einmal das halbe Lebensalter!)

    Mit 10 Jahren müssen Radfahrer*innen die Fahrbahn benutzen, dann haben sie im Vergleich zu einem Mofa-Fahrer immerhin zwei Drittel dessen Lebensalters. Im Vergleich zum Mindestalter für's Autofahren ist es aber ebenfalls nur etwa die Hälfte des Lebensalters.

    Was hat denn ein Verkehrsanfänger im zarten Kindesalter gelernt in Bezug auf den Autoverkehr? Ganz gewiss nicht, das Verkehrsmittel Auto ist dein Freund, es wird jederzeit und überall für dich anhalten, falls du ihm in die Quere kommst. Obwohl der Autofahrer genau dazu streng genommen verpflichtet ist: "Wer am Verkehr teilnimmt hat sich so zu verhalten, dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird." (§1, Abs 2 StVO)

    Aber da ist ja der Teilsatz, "...als nach den Umständen unvermeidbar...".

    Und die Verkehrserziehung bis zum Alter von 8 Jahren findet in einem hohen Umfang im Familienkreis durch die Eltern und älteren Geschwister statt. In einer guten Kita kann darüber hinaus ein Kind ebenfalls viel lernen, aber das ist dann schon wieder mehr oder weniger Glückssache. Genau so wie die Verkehrserziehung durch die Eltern. In manchen Familien beschränkt sich das darauf nur auf der Beifahrerseite ein- und auszusteigen, weil die Eltern es für die klügste Überlebensstrategie halten, das Kind ausnahmslos überall nur mit dem Auto bis vor die jeweilige Haustür zu chauffieren.

    Ja es mag zutreffen, dass das Fahrbahnradeln, bzw. der Verzicht darauf vor allem ein "Mentalitätsproblem" ist. Aber es ist eben nicht "nur" ein Mentalitätsproblem, dass man mal eben mal einfach so abstellen könnte. Und dazu kommen noch die von Epaminaidos angesprochenen technischen Probleme, zum Beispiel dass Kinder nicht über Autos rübergucken können. Zumal die Autos durch den vermaledeiten "SUV-Trend" in den letzten Jahren enorm in die Höhe geschossen sind, so dass auch erwachsene Radfahrer*innen zunehmend Probleme haben, den Überblick zu bewahren.

    Dass alles soll jetzt nicht heißen, dass Fahrradfahrer*innen auf der Fahrbahn nichts verloren haben. Im Gegenteil, die haben dort ihre Berechtigung. Genau so haben aber auch gute Fahrradwege und andere Fahrrad-Infrastruktur ihre Berechtigung, ohne dass es eine Verpflichtung zur Benutzung gibt.

    Je mehr ich die Dinger an bescheuerten Stellen herumstehen sehe, desto mehr freue ich mich über Verluste der Unternehmen. Schade, dass das zu Lasten der Umwelt geht.

    Ich nehme meine Aussage von vor einem Jahr ausdrücklich zurück - damals war das noch alles ganz entspannt in Mittelfranken. Inzwischen sind die bescheuerten Dinger hauptsächlich im Weg und werden teilweise einfach gefährlich.

    Das haben wir letztlich Herrn Scheuer zu verdanken. Meines Erachtens haben die Betreiber eine Verantwortung für diese Mietfahrzeuge eine Abstellanlage zu schaffen. Nur wie soll das im Detail geregelt werden?

    Wie ist das eigentlich bei Mietwagen geregelt? Ein Mietwagenverleih muss doch eigentlich eigene Stellplätze auf Privatgelände für seine Fahrzeuge bereit halten. Warum darf dann ein E-Roller-Verleih einfach so die Fahrzeuge im öffentlichen Raum stehen haben?

    Im Prinzip finde ich das gut, dass man an vielen Stellen die E-Tretroller oder auch Leihfahrräder ausleihen kann, aber es muss eine Lösung geschaffen werden, die sicher stellt, dass E-Tretroller und Leihfahrräder nur an dafür vorgesehenen Abstellanlagen abgestellt werden dürfen. Und das ist technisch so zu bewerkstelligen, dass sie auch nur dort abgestellt werden können.

    Und für das Bereitstellen der Flächen für diese Abstellanlagen muss der Betreiber entsprechend an die Stadtkasse zahlen.

    Vermutlich hat Scheuer deshalb an dieser Stelle geschlampt, weil das die Frage verstärkt hätte, warum eigentlich Privatpersonen ihren Privat-PKW kostenfrei auf öffentlichem Grund abstellen dürfen. Dieser Missstand hat den anderen Missstand erst herbeigeführt. Nicht nur E-Tretroller stehen überall rum. Autos stehen auch überall rum. Und viele von den abgestellten Autos blockieren Fuß- und Radwege und andere Verkehrsflächen. Oft wird die Anpflanzung von Bäumen verhindert, weil eine durchsetzungsstarke Autolobby Parkplätze für wichtiger hält. :cursing:

    DMHH Da finde ich aber den ADAC deutlich schlimmer, der immerzu mit seiner Stau-Statistik kommt und dann abenteuerliche Berechnungen anstellt, die allesamt nur dazu dienen, noch mehr breite und schnelle Autobahnen, Landstraßen und Hauptverkehrsstraßen in Städten und Kommunen einzufordern.

    Siehe zum Beispiel hier:

    "Insgesamt hat sich die Stausituation auf den deutschen Autobahnen im vergangenen Jahr deutlich verschärft. Der ADAC zählte 2016 bundesweit rund 694 000 Staus, durchschnittlich 1 901 pro Tag. Im Jahr zuvor waren es 568 000 Staus. Einen kräftigen Anstieg gab es auch bei den Staulängen: Sie summierten sich bundesweit auf 1 378 000 Kilometer, 2015 waren es 1 130 000 Kilometer. Die registrierten Staustunden beliefen sich auf 419 000 nach 341 000 im Vorjahr."

    ADAC Nordrhein-Westfalen, 17.01.2017:

    Autofahrer in NRW standen rund 124 000 Stunden im Stau

    https://presse.adac.de/regionalclubs/…ilanz-2016.html

    Ob das Stadtradeln jetzt tatsächlich eine ausreichende Maßnahme der Gegenpropaganda darstellt, ist vermutlich schwer zu beantworten. So lange aber die politische Bereitschaft nicht deutlich ausgeprägter ist, wirksame Maßnahmen für eine Verkehrswende durchzuführen, ist Symbol-Politik um so wichtiger.

    Schließlich nutzt es nur sehr wenig im Sinne einer Verkehrswende, einzelne Autofahrer*innen zum Umsteigen zu bewegen. Die sich auftuenden Lücken werden sofort wieder zugefahren von anderen Autofahrern, die nicht umsteigen und die dann noch mehr und länger mit dem Auto fahren, weil die Straßen es hergeben.

    Ich mache da mit. Die Aktion hat einen symbolhaften Charakter. Da sollte man nicht die Details überbewerten.

    Wenn man die Sache konsequent zu Ende denkt, dann müsste man freilich ständig an Fußgänger, Radfahrer und ÖPNV-Nutzer Orden verteilen für die Helden des Mobilitätsgeschehens.

    Macht leider keiner. Ein Umdenken in diese Richtung stehen noch zu viele Hindernisse entgegen.

    Und schlussendlich, wenn es ganz normal wäre, nicht mit dem Auto mobil zu sein, dann gäbe es auch keinen Grund, die Mobilitätshelden zu ehren. Ob nun mit Orden oder mit Kilometersammelaktionen. ;)

    Was ich wirklich ärgerlich finde an der Aktion:
    Es ist recht unübersichtlich und kompliziert, seine gefahrenen Kilometer einzutragen.

    Warum kann zum Beispiel jemand, der jeden Arbeitstag mit dem Rad zur selben Arbeitsstelle fährt plus der obligatorischen Fahrt zum Einkaufen nicht einfach pauschal alle Arbeitstage 25 km eintragen? Stattdessen muss umständlich jeder Tag einzeln aufgerufen werden beim Eintragen der zurückgelegten Kilometer.

    Schade finde ich auch, dass sich nicht alle Kommunen an der Radverkehrs-Mängelliste und -Karte RADar beteiligen. Hannover zum Beispiel ist nicht dabei dieses Jahr.

    Das sehe ich anders. Auf Radwegen kann eine Unaufmerksamkeit genau so schwere Folgen haben. (Stichwort: Abbiegeunfall)

    Bei einem Abbiegeunfall, bei dem ein Autofahrer den Vorrang des geradeaus fahrenden Radverkehrs missachtet, ist es allerdings primär die Schuld des Autofahrers. Im Prinzip kann der Fuß- und der Radverkehr darauf bauen, dass abbiegende Verkehrsteilnehmer dem Geradeaus-Radverkehr Vorrang gewähren.

    Beim Fahren auf der Fahrbahn kann es leichter zu gefährlichen Situationen kommen, z. B. wenn Autos am Fahrbahnrand halten und ein Ausweichmanöver zur Straßenmitte hin erforderlich machen. Dann wird voraussichtlich die Unaufmerksamkeit des Radfahrers einen höheren Stellenwert haben bei einem Unfall.

    Meines Erachtens stellt sich die Frage, ob es notwendig ist, die Radverkehrsteilnehmenden durch einen vorgeschriebenen Führerschein für das Fahren auf der Fahrbahn fit zu machen, wenn man sämtliche Radverkehrsanlagen wie Hochbordradwege, Fahrradstraßen, Radfahrstreifen usw. abschaffen wollte.

    Oder ob man es so belässt wie jetzt. Fahrradfahrer sind ähnlich wie Fußgänger, Verkehrsteilnehmer auf die "stärkere" Verkehrsteilnehmer besonders Rücksicht nehmen müssen. Ein Autofahrer der mit seinem Fahrzeug einfach so am Straßenrand auf einem Radfahrstreifen hält, verhält sich wenig rücksichtsvoll, und handelt darüber hinaus ordnungswidrig. Auch sehe ich Autofahrer in der Pflicht beim Abbiegen besondere Vorsicht walten zu lassen, wenn die Situation unübersichtlich ist und mit plötzlich auftauchenden Fußgängern oder Radfahrern zu rechnen ist. (Stichwort niedrige Abbiegegeschwindigkeit)

    "Die tatsächlich erreichte Verkehrskompetenz erweist sich aber im Endeffekt erst in der Alltagspraxis durch eine längere unfallfreie Verkehrsteilnahme, die den Regeln allgemeinen partnerschaftlichen Umgangs entspricht. Hierzu gehören über das Befolgen der Verkehrsvorschriften hinaus auch der faire Umgang und die Rücksichtnahme auf schwächere Verkehrsteilnehmer."

    https://de.wikipedia.org/wiki/Verkehrskompetenz

    Das bedeutet nicht, dass Autofahrer grundsätzlich immer und überall Radfahrern und Fußgängern Vorrang zu gewähren haben. Aber mit einer erhöhten Gefahr von Fehlverhalten ist zu rechnen.

    Das Problem dabei ist, dass sich durch diese besondere Verantwortung der Autofahrer zur Rücksichtnahme gegenüber Fußgängern und Radfahrern bei Autofahrern eine Art "paternalistische" Haltung gegenüber diesen "schwächeren" Verkehrsteilnehmern entwickeln kann, verbunden mit grenzwertigen bis verbotenen "Erziehungsversuchen". (Hupen und Anbrüllen.)

    Und für die Radverkehr-Teilnehmenden wäre es gut, wenn sie ihrer besonderen Verpflichtung der Rücksichtnahme gegenüber Fußgänger*innen noch stärker nachkommen. Leider wird dieses Thema gerne von Autofahrern missbraucht, um die angebliche Rücksichtslosigkeit von Fahrradfahrern zu skandalisieren. Obwohl gerade auch bei vielen Autofahrern ein Mangel an Rücksichtnahme gegenüber dem Fußverkehr erkennbar ist.

    Überhaupt halte ich es für gerechtfertigt ganz grundsätzlich die Frage zu stellen, ob die Verpflichtung zur Rücksichtnahme nicht auch beinhaltet, das Auto öfter mal ganz stehen zu lassen oder grundsätzlich autofrei mobil zu sein. So gesehen sind viele Fußgänger*innen, Radfahrer*innen und ÖPNV-Nutzer*innen ein ganz besonderes Vorbild für Rücksichtnahme.

    Der Herr, der auf diesem Bild eine Woche nach Aufhebung der Benutzungspflicht auf der Fahrbahn fährt, ist über 80.

    Es sieht so aus als fahre der Herr ein E-Bike.

    Ich vermute, dass die Bereitschaft mit dem Rad auf der Fahrbahn zu fahren, anstatt einen gleichzeitig angebotenen Fußweg mit Radverkehrsfreigabe zu benutzen, auch sehr stark davon abhängt, wie schnell jemand mit seinem Fahrrad fahren kann. Die zunehmende Verbreitung der E-Bikes wird meines Erachtens in jedem Fall dazu beitragen, dass zunehmend mehr Radfahrer*innen die Fahrbahn benutzen. Besonders dann, wenn das Fahrradfahren auf dem Gehweg ohnehin verboten ist oder nur durch ein Zusatzschild [Zeichen 239] + [Zusatzzeichen 1022-10] erlaubt ist.

    Für mich ist die maßgebliche Differenz zwischen Deutschland und den Niederlanden nicht die unterschiedliche Infrastruktur, sondern die vollkommen entspannte Haltung der Niederländer beim Umgang mit dem Thema "Unfallrisiko beim Radfahren". Das Thema findet in der Öffentlichkeit so gut wie nicht statt, und wenn doch ausnahmsweise über Unfälle berichtet wird, dann stets unter Würdigung der tragischen Umstände des Einzelfalles.

    Bist du denn sehr regelmäßig in den Niederlanden und sprichst die Sprache gut?

    Ich war noch nicht so oft da und spreche auch die Sprache nur sehr wenig.

    Allerdings hatte ich ziemlich schnell diesen Film beim Googeln gefunden:

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    Darin geht es um einen Pedelec-Lehrgang für über 50-Jährige. Das Thema Unfallgefahr bei Fahrrädern ist also schon ein Thema das vorkommt.

    Im Video-Begleittext heißt es:

    "Eindhovener über 50 können diese Woche üben, wie man sicher mit dem E-Bike fährt.

    Grund: Die Zahl der Unfälle mit Elektrofahrrädern nimmt zu, häufig sind ältere Menschen die Opfer."+

    Sehr entspannend, da stimme ich dir zu, finde ich, dass alle Teilnehmer an dem Kurs ohne Helm fahren und auch keine Warnwesten tragen. Während hier in Deutschland kaum ein Bericht über Pedelecs zu lesen ist, bei dem nicht das Helmtragen empfohlen wird.

    So richtig ätzend ist im Vergleich dazu der Film über einen vergleichbaren Kurs vom ACE in der Nähe von Berlin.

    Das Intro besteht aus grausamen Schockbildern von Fahrradunfällen. Das Helmtragen wird propagiert. Immerhin wurden die Teilnehmer*innen anscheinend nicht zum Westentragen verpflichtet. Dafür werden sie in der Sendung zum Teil regelrecht vorgeführt. Pechschwarze Pädagogik.

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    (andernfalls würde die Redaktion vielleicht mal auf den Trichter kommen und darüber nachdenken, was es bedeutet, wenn die Zahl der Radfahrer schneller steigt als die der radelnden Verkehrsopfer, und vor allem die naheliegende Schlussfolgerung daraus auch entsprechend kommunizieren)

    Ob es für andere Bundesländer auch zutrifft, habe ich jetzt nicht überprüft, in Niedersachsen aber ist die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Radfahrer zurückgegangen:

    "In Niedersachsen sind 2020 mit insgesamt 51 Personen rund 30 Prozent weniger Fahrradfahrende tödlich verunglückt als im Vorjahr (2019: 73). 22 von ihnen nutzten ihr Pedelec, als es zu dem tödlichen Unfall kam. Insgesamt waren von den 51 Radfahrenden 32 im Alter von 65 Jahren und älter. Minister Pistorius: „Auch in diesem Jahr liegt der Schwerpunkt in der polizeilichen Verkehrssicherheitsarbeit auf dem Radverkehr."

    https://www.polizei-nds.de/verkehr/verkeh…020-114506.html

    Dagegen erweckt der swr-Beitrag den Eindruck, dass immer mehr Radfahrer bei Unfällen getötet werden. https://www.ardmediathek.de/video/betrifft…XgvbzE0NzU3NzA/

    Gleichzeitig ist die Zahl der bei sogenannten "Baumunfällen" getöteten Autofahrer gestiegen:

    "Auch die Zahl der bei Baumunfällen schwer und leicht verletzten Personen ist gesunken: 2020 gab es 710 Schwerverletzte (2019: 762). Die Zahl der Leichtverletzten sank von 1.468 auf 1.328 (-9,5 Prozent). Dagegen ist die Anzahl der bei diesen Verkehrsunfällen tödlich verunglückten Personen auf 121 Personen gestiegen (2019: 120). Minister Pistorius: „Damit sind rund ein Drittel aller Verkehrsunfalltoten in Niedersachsen im vergangenen Jahr bei den sogenannten Baumunfällen ums Leben gekommen. Wesentliche Gründe waren Fahrfehler sowie nicht angepasste Geschwindigkeit."

    Zum Vergleich mit dem Fahrradfilm vom swr hier ein Link zu einer Sendung von Autobild zum Thema Baumunfälle:

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    Man könnte ja annehmen, dass ein Filmbeitrag zum Thema "Baumunfälle" mit ähnlich krassen Bildern aufwartet, wie die von verletzten Radfahrer*innen in dem swr-Film.

    Das ist aber ganz und gar nicht so. Stattdessen fokussiert der Film das Thema darauf, dass Crashtests gezeigt werden und stabilere Autos gebaut werden müssten, die den Insassen einen größeren Unfallschutz bieten. Und an Landstraßen, dass ist die andere Forderung, dürften keine Bäume mehr gepflanzt werden. "Im Falle eines Unfalles würden Büsche zum Beispiel besser bremsen.", heißt es in dem Auto-Bild-Video." (Minute 5:05. Kein Wort davon, dass Büsche keinen Schatten spenden wie Bäume das tun und von dem gerade auch Radfahrer*innen und Fußgänger*innen erheblich profitieren.

    Besonders krass ist diese Aussage bei Minute 2:05 von 5:22 "Eine Geschwindigkeit von 80 km/h ist richtig hoch." Kein Wort davon, dass auf Landstraßen ein viel zu hohes generelles Tempolimit von 100 km/h gilt. An einer Stelle werden ganz kurz Assistenzsysteme erwähnt. (Minute 0:59) Angeblich sind diese Assistenzsysteme nur dazu da, Sicherheit zu "suggerieren".

    Was zeigt der Vergleich? Autofahren-Sicherheitsprobleme löst man durch stabilere Karosserien und Verzicht auf Straßenbäume. Auf Schockbilder wird verzichtet. Die naheliegendsten Maßnahmen, Tempo drastisch reduzieren und wirksame Assistenzsysteme einbauen, die automatisch verhindern, dass schneller gefahren werden darf, als erlaubt, werden nicht erwähnt. Vielmehr werden Assistenzsysteme als reines Surrogat bezeichnet.

    Aber kann diese Vorgehensweise des Autobild-Films ein Muster dafür sein, über Unfall-Gefahren beim Radverkehr zu informieren? Ich fürchte Nein.

    Natürlich besteht die Gefahr, dass die gezeigten Gesichter, die durch die Unfallfolgen übel zugerichtet sind, Menschen davor abschrecken, Fahrrad zu fahren. Aber es wäre meines Erachtens falsch, den Filmproduzenten des swr-Beitrags zu unterstellen, sie wollten damit Menschen davon abhalten Fahrrad zu fahren. Ich erkenne vielmehr die Absicht, damit Verbesserungen für den Radverkehr durchzusetzen, die auch beinhalten, dass die Autoverkehrsinfrastruktur zurückgebaut wird und niedrigere Tempolimits durchgesetzt werden.

    Trotzdem kannst du nicht in einer Kika-Sendung dazu auffordern, benutzungspflichtige Radwege einfach zu ignorieren.

    Im übrigen wird in dem Film darauf aufmerksam gemacht, dass Radwege kritisch zu bewerten sind.

    Es werden auch nicht Radwege überall gefordert.

    Das ist ganz gut gelungen, indem der Fahrradkurier in den Film eingebaut wurde, der zeigt, dass Fahrbahn-Radfahren möglich ist.

    https://www.ardmediathek.de/video/betrifft…XgvbzE0NzU3NzA/

    Gefährliche Fahrt - Wie kann der Radverkehr sicherer werden?

    09.06.2021, SWR Fernsehen

    "Immer mehr Menschen steigen um: aufs Fahrrad, Pedelec oder E-Bike. Gut fürs Klima. Die Kehrseite des Booms: Es verunglücken auch immer mehr Radfahrende im Straßenverkehr, viele sogar tödlich. Woran liegt das? Wie liesse sich der Radverkehr sicherer machen?"

    Vorgestellt wird unter anderem der Einsatz eines "Sensobikes" mit dem Daten gesammelt werden, die über Gefährdungen für Radfahrer.

    Tenor des Filmes: Es würden deutlich mehr Menschen Fahrrad fahren, wenn eine sichere Radverkehrsinfrastruktur zur Verfügung steht.

    Das bedeutet, wenn ich bei grün eine Kreuzung überquere, habe ich einfach Pech gehabt, wenn mir von rechts ein Radfahrer in die Rippen fährt?

    Warum sollte dir ein Radfahrer in die Rippen fahren? Fährst du, wenn du mit dem Rad unterwegs bist, Fußgänger an?

    Ampeln sind doch vor allem zu dem Zweck gebaut, Autoverkehr mit möglichst hohen Geschwindigkeiten zu ermöglichen. Das funktioniert dann, wenn ich Fußgängern klar mache, dass die Fahrbahnen für sie komplett tabu sind, sozusagen Todesstreifen.

    Am perfektesten verwirklicht auf Autobahnen. Gelegentlich habe ich den Verdacht, dass manche Autofahrer nur deshalb Autobahnen ohne Tempolimit wollen, weil sie meinen, mit den unbegrenzt hohen Geschwindigkeiten noch effektiver Eindringlinge abwehren zu können als das bei Tempo 130 oder 120 oder 100 ohnehin schon der Fall ist.

    Da geht es nicht um rationale Erwägungen oder Umweltschutz-Fragen, da geht es in Wirklichkeit um Revierverhalten. Autofahrer verhalten sich wie Tiere, die "Artfremde" nicht den Zutritt gestatten.

    In Ortschaften und Städten funktioniert das nicht so ohne weiteres. Die Anzahl der Fußgänger*innen ist zu hoch. Ampeln werden deshalb gebaut, damit Fußgänger*innen verdeutlicht wird: Ihr seid tot, wenn ihr es wagt außerhalb der Ampelfurt, außerhalb der Grünphase die Fahrbahn zu betreten. Und wenn einer von euch Fußgänger*innen es trotzdem wagt und bei dem Versuch umkommt, dann werden alle sagen: Wie kann die Person auch nur so blöd sein, bei Rot über die Kreuzung zu gehen. Oder wie kann die Person nur so blöd sein, außerhalb der ampelgesicherten Fußgängerfurt die Straße überqueren zu wollen.

    Fahrradfahrer*innen sind deutlich langsamer unterwegs. Ein halbwegs gut trainierter Läufer ist so schnell wie viele Alltags-Durchschnittsradfahrer. Die Zeit zu reagieren ist länger, die Bremswege sind kürzer. Und die Gefahr bei einem Zusammenstoß mit einem Fußgänger sich selbst erheblich zu verletzen ist bei einem Radfahrer deutlich höher als bei einem Autofahrer. Und die Trefferfläche ist kleiner. Alles Gründe, warum ich mich nicht übermäßig davor fürchte, dass mir ein Radfahrer in die Rippen fährt. Auch dann nicht, wenn ich bei Grün auf einem Fußgängerüberweg über die Fahrbahn gehe und anschließend noch einen Radweg ohne Ampelsicherung quere.

    Eine Kombination aus Rad- und Fußverkehr kommt ohne Ampeln aus, auch bei einem recht hohen Verkehrsaufkommen. Wenn Autos dazu kommen, besonders dann, wenn die höhere Geschwindigkeiten fahren wollen oder fahren können sollen, dann werden Ampeln notwendig. Etwas Sorge bereitet mir die zunehmende Anzahl von Pedelecs. Möglicherweise ist 25 km/h eine zu hohe Geschwindigkeit bei der die Tretkraftunterstützung abgeriegelt wird.

    Für diejenigen Radfahrer*innen, die aufgrund ihrer körperlichen Fitness hohe Geschwindigkeiten fahren können, muss ebenso wie es für die Speed-Pedelec-Fahrer bereits jetzt die Möglichkeit geschaffen werden, die Fahrbahn zu benutzen. (=Aufheben der Radwege-Benutzungspflicht.) Jedoch darf das nicht auf Kosten der Radwege-Qualität gehen, dort wo Fahrradwege oder Radfahrstreifen weiter ihre Berechtigung haben.

    Wo alle Verkehrsteilnehmer zuverlässig (!) mit niedrigen Geschwindigkeiten (15 - 30 km/h max.) unterwegs sind, sind nur dort Ampeln und ggf. Fahrradwege notwendig, wo sehr hohe Verkehrsmengen zu managen sind.

    Es ist soweit ich's verstanden habe auch relevant, ob die Fußgänger noch eine Aufstellfläche zwischen Fußgängerfurt und Radweg haben. Die gibt es hier.

    Ergo: Kein Rotlichtverstoß. Die Verkehrsführung ist trotzdem ne Katastrophe. Einfach auf der Fahrbahn fahren...

    Das mit dem "einfach Fahrbahn fahren" ist eine Sache, die du in einem Kika-Fernsehbeitrag so nicht bringen kannst.

    In Minute 12:16 fährt Eric zunächst auf der Fahrbahn. Erlaubterweise, denn es gibt keinen benutzungspflichtigen Radweg. Dann wechselt er von der Fahrbahn auf den Radweg.

    Das was Eric und der Fahrradkurier dazu sagen ist nicht ganz eindeutig. Man könnte meinen, dass sich Radfahrer an dieser Stelle aussuchen können, ob sie weiter auf der Fahrbahn fahren oder auf den Radweg wechseln.

    Allerdings ist der Radweg benutzungspflichtig. Man kann das in dem Film sehen bei der angegebenen Zeit. Eine echte Wahl gibt es also nicht für den Radverkehr. Und in einer Kika-Sendung macht es sich nicht gut, ein ordnungswidriges Fahrverhalten zu propagieren.

    Auch wenn die ganze Problematik mit benutzungspflichtigen Radwegen und Angebotsradwegen nicht dargestellt wird, wird doch immerhin das Problem angesprochen, dass viele Radwege nicht in Ordnung sind.

    Der Fahrradkurier fährt sogar mindestens in einer Straße unerlaubterweise auf der Fahrbahn. Unerlaubt, weil ein benutzungspflichtiger

    Hochbordradweg vorhanden ist.

    Das ist bei Minute 10:30 bis 10:32

    Da fährt der Fahrradkurier durch die Lindenstraße auf der Fahrbahn und passiert unter anderem die Spielothek "Spiel-Kiste". Auf den googlestreetview-Bildern von 2008 kann man sehen, dass der Radweg benutzungspflichtig ist. Kann natürlich auch sein, dass dort inzwischen die Benutzungspflicht aufgehoben wurde.

    Hier der Link zu googlestreetview von 2008:

    https://www.google.com/maps/@50.93459…!7i13312!8i6656

    Vorne rechts im Bild kann man das blaue Radwegschild sehen [Zeichen 241-30] . Und links im Bild das Schaufenster mit dem Schriftzug Spiele-Kiste.

    Und noch eine Sache ist mir aufgefallen:

    In Minute 14:10 zupft Eric an seinem neongelben Radfahrer-Trikot und betont, dass es wichtig ist, Signalfarben anzuhaben.

    Das Outfit des Fahrradkuriers jedoch widerspricht dem, was Eric sagt. Der Fahrradkurier ist komplett in Schwarz gekleidet und er trägt einen schwarzen Helm. (Erics Helm dagegen ist wie sein Trikot neongelb.)