Das ist doch klar . Es müssen Autofahrer geschützt werden, wegen eines Radfahrers den Fuß vom Gaspedal nehmen zu müssen.
Den Verdacht habe ich auch. Dazu müsste man genau beobachten, was aus den bestehenden Tempolimit-Stellen wird.
Es gibt hier ein Tempolimit 70:
Kurz darauf verläuft die Fahrbahn vorbei an einem kleinen Weiler. Dort ist Tempo 50 angeordnet.
Nach der Vorbeifahrt an dem Weiler steht ein Tempo 50 unmittelbar hinter einer Feldweg-Einmündung oder Grundstückszufahrt.
Wann endet dieses Tempo 50-Gebot?
Ich glaube nicht, dass Autofahrer ab diesem Schild nur noch Tempo 50 fahren. Allerdings müssten sie das, weil es ja keine Einmündung oder ein weiteres Schild gibt, dass Tempo 50 max. aufhebt.
An dieser Stelle kommt erneut ein kleiner Weiler. Dort steht noch deutlich vor den ersten Gebäuden ein Schild "Achtung Kinder" mit dem Zusatz "Fußweg".
Angenommen, die Tempo 50-Anordnung, wenige hundert Meter vorher, ist an dieser Stelle noch aktuell, dann müssten Autofahrer dort das Tempo auf maximal 30 km/h reduzieren. Auch dann, wenn kein Kind in Sicht ist.
An anderen Stellen auf der Landstraße, an der der Radweg gebaut wurde, gibt es gar keine Geschwindigkeitsbegrenzungen, dort darf also Tempo 100 gefahren werden.
Direkt in Höhe des Ortsausgangsschildes Kammerbusch steht eine Tempobegrenzung von 50 km/h, aber dieses Tempolimit gilt nur für LKW, die auf Landstraßen ohnehin nur 60 km/h fahren dürfen.
Ich finde es falsch, sich darüber lustig zu machen, dass hier ein Radweg gebaut wurde. Ich finde es trotzdem nicht richtig, dass er gebaut wurde, denn er hätte nicht gebaut werden müssen, wenn auf der Strecke, an der der Radweg gebaut wurde, Tempo 60 gelten würde. Und an den Gefahrenstellen, zum Beispiel Bushaltestelle, Kurven, Kreuzungen oder größere Einmündungen Tempo 30.
Stattdessen ist zu befürchten, dass der Radwegebau dazu führt, dass bestehende Tempolimits aufgehoben werden.
Ganz nebenbei: Die Bushaltestelle ist blanker Hohn: