Aber viel wichtiger wäre die Antwort auf das Problem, wie man Russland zu einem Waffenstillstand bringen will, oder dem beenden des Kriegs. Davon reden Sie doch ständig.
Da kommt immer nur wäre wichtig, muss man machen, sollte passieren.
Wie denn genau?
"Putin repräsentiert Faschismus in neuem Gewand
FR vom 30.07.2022 von Martin Benninghoff
Die Friedensaktivistin Angelika Claußen und der Sozialdemokrat Karl Adam über den Ukraine-Krieg, den Umgang mit Moskau und politische „Lebenslügen“.
Frau Claußen, Herr Adam, mit der Bitte um kurze Antworten: Kann die Ukraine diesen Krieg gewinnen, den Russland begonnen hat?
Adam: Ja.
Claußen: Nein.
Soll Deutschland Waffen an die Ukraine liefern?
Adam: Ja.
Claußen: Nein.
Kann man mit Kremlchef Wladimir Putin verhandeln?
Claußen: Schwierig, aber ja.
Adam: Nein."
Es lohnt sich, das ganze Interview zu lesen, die gegensätzlichen Standpunkte, die auch schon hier im Forum deutlich wurden, werden gut erläutert.
Das Datum des Interviews ist deshalb besonders interessant, weil es wenige Tage nach einem gezielten Raketenangriff der Armee der Russischen Föderation auf den Hafen von Odessa erfolgte: "Auf Hoffnung folgt Ernüchterung: Einen Tag nach der Unterzeichnung eines Abkommens zur Ausfuhr von Getreide und anderer landwirtschaftlicher Güter hat Russland nach ukrainischen Angaben eine Getreideverarbeitungsanlage am Hafen von Odessa angegriffen."
Das berichtete der Merkur am 24.7.2022 und übernimmt dabei die ukrainischen Angaben zum Ziel des Raketenangriffs.
"Der Kreml hat den Raketenangriff auf die Hafenstadt Odessa eingeräumt. Als Grund nennt das Verteidigungsministerium die Zerstörung von US-Waffen. Die Regierung in Kiew sieht den Vertrag über die Wiederaufnahme von Getreidelieferungen in Gefahr."
Das berichtet die tagesschau ebenfalls am 24.7.2022 und erwähnt die russischen Angaben zum Ziel des Raketenangriffs. Die ukrainischen Angaben zu dem Raketenangriff werden in dem tagesschau-Bericht ebenfalls erwähnt.
https://www.tagesschau.de/ausland/europa/ukraine-odessa-107.html tagesschau vom 24.7.22
Inzwischen scheint sich das Abkommen zu den Getreidelieferungen zu bewähren. Allerdings halte ich es für übertrieben, daraus gleich eine Trendwende abzuleiten, die auf baldige Waffenstillstandsverhandlungen oder gar ein Friedensabkommen hindeuten. Aber vielleicht trägt das Abkommen dazu bei, diese fortgesetzte "Verteufelung" Putins ein bisschen auszubremsen, denn diese "Verteufelungs-Taktik" hilft erst recht nicht weiter. Und dass Putin kein "Friedensengel" ist, das ist ohnehin hinlänglich bekannt.
Aber es scheint manchen Medien eine diebische Freude zu bereiten, keine Gelegenheit auszulassen, Putin als "lupenreine" Ausgeburt der Hölle darzustellen. Und hier in Hannover, wo der Altkanzler wohnt, der Putin einmal einen lupenreinen Demokraten genannt hat, scheinen bei einigen Genossen sämtliche Sicherungen durchzubrennen, weil das Schiedsgericht Schröder nicht, wie von manchen gehofft, aus der Partei ausgeschlossen hat. Geht's noch?