Mein Gedächtnis hat sich beim Schreiben an einen furchtbaren Beitrag vom Auslandsjournal vom 18. erinnert. Die Anmoderation war schon tendenziös. Dann ließ man minutenlang Palästinenser Hamaspropaganda uneingeordnet reproduzieren. Die "Ausgewogenheit" bestand in einem Satz aus dem Off: "Dass die Israelis das bestreiten, hier interessiert es niemanden." Dabei war es zu dem Zeitpunkt gut einen Tag klar, dass die Israelis es nicht waren.
Ich vermute, das ist der Link zu der Sendung:
Es ging in dem Auslandsjournal-Bericht vom 18.10.23 nicht ausschließlich um die ganz aktuelle Explosion in dem Krankenhaus. Die Szenen bis 2:40 wurden offensichtlich am 18.1.2023, also kurz nach der Explosion in dem Krankenhaus, aufgenommen. Der Satz, den du in Erinnerung hast, fällt bei Minute 1:32. und dient der Einordnung der gezeigten Interviews, in denen Israel als Alleinschuldiger bezeichnet wird für den Angriff auf das Krankenhaus und alles Schlimme, das passiert. Und das ordnet die Sprecherin mit dem Satz ein, den du in Erinnerung hast: "Dass die Israelis das bestreiten, hier interessiert es niemanden."
Das ist aber nicht der einzige Satz, in dem eine Einordnung vorgenommen wird, die zeigt, dass das Fernseh-Team die gezeigten Hassparolen nicht übernimmt. Ab 2:40 wird nämlich berichtet von einem Besuch des Journalisten-Teams, der einige Tage zuvor stattgefunden hat. Bei Minute 3:25 werden die in dieser Chronologie ersten Bilder aus Ramallah im Westjordanland gezeigt und da sagt die Sprecherin: "Nach dem brutalen Überfall der Hamas auf Israel ist es hier zunächst ruhig geblieben. Auch in der bunten und lebendigen Stadt Ramallah herrschten Trauer und Schmerz vor. Doch wie immer in diesem Konflikt nur mit den eigenen Opfern." Das ist erneut eine Einordnung, die klarmacht, dass die vom Fernsehteam geführten Interviews nicht dazu dienen sollen, die Position der Hamas zu stärken. Und an diese Einführung anknüpfend steht am Ende bei 6:15 diese Aussage einer Palästinenserin: "Wenn es die Besatzung nicht gäbe, wäre all das nicht passiert." Diese Aussage wird wiederum von der Sprecherin als sehr einseitig eingeordnet: "So empfinden es viele Palästinenser, die wir im Westjordanland treffen. Sie wollen, dass ihre Perspektive erzählt wird. Für die Perspektive der Israelis gibt es keinen Raum in Ramallah."
Unsere öffentlich rechtlichen Medien haben ein strukturelles Antisemitismusproblem.
Diese Einschätzung kann ich nicht teilen und der Auslandsjournal-Bericht vom 18.10.23 belegt eher das Gegenteil.