Beim ÖPNV stimme ich dir zu, denn Busse sind eben auch Kraftfahrzeuge mit erheblichen CO2-Emissionen und damit sogar eher Teil des Problems als der Lösung. Auf dem Lande erreichst du dabei sehr schnell einen Punkt, wo es _besser_ für den Klimaschutz wäre, wenn die Leute mit dem eigenen Auto fahren, weil die CO2-Emission pro Fahrgast geringer ist. "Bus" auf dem Lande heißt halt oft, den eh schon längeren Weg mit Umwegen zu verlängern, während man weitgehend alleine in einem riesigen Fahrzeug mit 30-50l/100km verbringt.
Ich kann einfach nicht verstehen, warum bei manchen Menschen die Vorstellung, einen Omnibus zu benutzen mit solchen Aversionen verbunden ist, dass sie den ÖPNV mit Omnibussen im ländlichen Raum sofort pauschal als angeblich völlig unbrauchbaren Verkehrswende-Beitrag diffamieren.
So weit zu gehen, den Omnibusverkehr als Teil des Problems zu bezeichnen, ist allerdings schon besonders dreist. Und es ist völlig unzutreffend. Ein gut ausgebauter ÖPNV ist ein zentraler Bestandteil einer Verkehrswende auch im ländlichen Raum, die den Namen Verkehrswende verdient. Und zeitnah umsetzen lässt sich der ÖPNV-Ausbau vielerorts zunächst nur mit Omnibussen. Freilich muss dieser ÖPNV-Ausbau verknüpft sein mit einem MIV-Rückbau in der Form, dass für PKW deutlich niedrigere Tempolimits gelten. Auf Landstraßen beispielsweise generell maximal Tempo 60 und an vielen gefährlichen Engstellen müssen niedrigere Tempolimits angeordnet werden. Bushaltestellen müssen grundsätzlich so gestaltet werden, dass PKW nicht am haltenden Omnibus vorbeifahren können.
Stattdessen aber findet ein Generalausbau aller Landstraßen statt, der möglichst überall Tempo 100 für PKW gefahrlos ermöglichen soll. Also das genaue Gegenteil von Verkehrswende.