Beiträge von Malte

    Wobei man auch bedenken sollte, daß die eigentliche Arbeitsphase nur einen Bruchteil davon beträgt, die übrige Zeit wird der Fuß durch die Pedale einfach nur mitgeführt.

    Da bin ich mir unsicher — wenn ich schnell trete, kriege ich das nur mit Systempedalen hin, wenn ich mit dem jeweils anderen Fuß gleichzeitig am Pedal ziehe.

    Das bislang gültige Corona-Schutzkonzept sieht nach wie vor vor, dass Abstand gehalten werden muss.

    Wenigstens im öffentlichen Nahverkehr in Schleswig-Holstein gibt es keine Abstandsregelungen:

    Abstand halten

    Mit dem gewohnten Fahrplanangebot und durch den Einsatz großer Fahrzeuge steht viel Platz zur Verfügung. Dennoch kann es zur Hauptverkehrszeit, besonders am Morgen, vorkommen, dass der empfohlene Abstand von mindestens 1,50 Meter nicht sichergestellt werden kann. Auch dann können Sie einsteigen - einen vorgeschriebenen Mindestabstand gibt es im Nahverkehr nicht.

    In Bussen und Bahnen reichten ja auch schon zwei oder vier ungünstig platzierte Fahrgäste aus, um eine Benutzung der Fahrzeuge für weitere Fahrgäste zu unterbinden.

    Kommt wohl darauf an, wie es gesehen wird. Solche Sachen können wohl auch zusammengelegt werden und als eine Tat bewertet, bis derjenige davon Kenntnis erhält.

    Wenn jemand jeden Abend aufs Neue auf dem Gehweg parkt, mal hier, mal dort, dann fällt es mir schwer, das noch als Tateinheit zu bewerten. Vermutlich würde das Amt aus Rücksicht auf die Fahrerlaubnis eher nach der zweiten oder dritten Anzeige von einer Verfolgung im Sinne des Opportunitätsprinzip absehen. Ich bin mir ja sowieso nicht sicher, ob diese mit einem Punkt bewehrten Tatbestände momentan verfolgt werden oder ob man beim Gehwegparken vielleicht lieber etwas ungefährlicheres wie das „Parken nicht am rechten Fahrbahnrand“ wählt.

    Sofern man denn überhaupt technisch in der Lage ist, die neuen Tatbestände anzuwenden. Da scheint es ja bei vielen Ämtern noch an der notwendigen Software zu mangeln.

    Hat schon mal jemand weg-li ausprobiert?

    Oh, offenbar gibt Wegeheld seine eigene App auf und arbeitet mit weg-li zusammen: Wegeheld + weg-li = <3

    Die Wegeheld-App war ja tatsächlich nicht so ganz der Hit, ich bin mit der auch nie so richtig warm geworden und die Kommentare im Netz zu der Handhabung sind auch eher verhalten.

    Wenn da nur 8 Tage Laufzeit bei sind und derjenige jeden Tag eine Anzeige bekommt (wegen parken auf Gehweg/Radweg), dann bedeutet dass doch, dass beim Eintreffen des ersten Briefes der Führerschein schon quasi weg ist?

    In den einschlägigen Facebook-Gruppen kursieren eher Angaben von vier bis sechs Wochen. Das kam wohl unter anderem mal in einer Gerichtsverhandlung zur Sprache, zu der der Anzeigenerstatter als Zeuge geladen war. Insofern finde ich das schon spannend, denn wenn jetzt tatsächlich jeden Abend meine Nachbarn verpetzt würden, die direkt vor ihrer Wohnung jede Nacht ordnungswidrig auf dem Gehweg parken, dann wäre das Fahrverbot da, bevor der erste Brief eingetrudelt würde.

    Du meinst also, durch meine niedrige Trittfrequenz fahre ich deutlich ineffizienter? Natürlich braucht man mehr Kraft, aber beim Auto fährt man ja auch

    spritsparender mit höherer Übersetzung.

    Ich halte allerdings einen Verbrennungsmotor jetzt nicht direkt mit dem menschlichen Körper vergleichbar, da gibt’s ja doch noch einige Unterschiede hinsichtlich der Mechanik und des Wirkungsgrades. Die Sache mit dem Spritsparen im Auto klappt ja auch nur in den zur Geschwindigkeit passenden Drehzahlbereichen — Tempo 50 im fünften Gang mag bei vielen Autos funktionieren, bei langsameren Geschwindigkeiten wird der Motor aber schnell anfangen zu knurren.

    Bin mal gespannt, wie schnell die Behörden ein Fahrtenbuch anordnen, wenn Falschparker (zur Vermeidung der höheren Bußgelder) nicht sagen wollen, wer denn die Karre auf dem Radweg/Schutzstreifen geparkt hat. Wenn da keine Konsequenzen drohen, bleibt es in der Praxis (auch bei Gefährdung) leider doch bei 23,50€ (Verfahrenskosten).

    Wie oft wurde denn bislang überhaupt beim Falschparken ein Fahrtenbuch angeordnet? Wenn ich mich in den einschlägigen Foren umsehe, kommt man mit dem 23,50-Euro-Ticket bislang ja ganz gut zurande.

    Mir kommt das nicht wie Vorurteile vor - ich habe eine Zeitlang in der Nähe der Alsterdorfer Anstalten gewohnt. Eine grotesk hohe Trittfrequenz war da geradezu das Markenzeichen von Patienten auf Ausflug.

    Bei Elektroantrieb ist aber doch die Trittfrequenz geringer als eigentlich zu erwarten, weil dank der elektrischen Unterstützung in einem höheren Gang gefahren kann?

    Es gibt ihn, den typischen E-Bike-Fahrer, mit Helm und Funktionskleidung auch für die Fahrt zum Wochenmarkt, sehr aufrecht, sehr weit rechts im Rinnstein und auf Radwegen "sehr breit".

    Ich rühre da sicherlich in Vorurteilen, aber immer, wenn ich Radfahrer sehe, die sehr aufrecht sitzen und mit einer Trittfrequenz kurbeln, die nicht zur gefahrenen Geschwindigkeit passt, läuten bei mir die Alarmglocken. Solche Radfahrer begegnen mir dann auch gerne als Geisterradler und machen sich übermäßig breit auf dem Radweg.

    Was ist eigentlich der Tatzeitpunkt bei Verstößen, die über einen längeren Zeitraum gehen? Der Zeitpunkt, bei dem ich beispielsweise von einem Falschparker auf dem Gehweg behindert wurde oder der Zeitpunkt, bei dem ich bei meiner Rückkehr vom Einkaufen, Joggen oder Briefkasten feststelle, dass er dann seit einer Viertelstunde oder gar noch länger dort steht?

    Am Mittwoch fand eine Bürgerschaftsdebatte über den Radentscheid statt. Das ganze Video geht über eine Dreiviertelstunde, ich habe allerdings noch nicht reingehört:

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    Richter werden es den Fahrern, die das anders sehen, hoffentlich schnell erklären.

    Es hat gerade mal eine Woche seit Inkrafttreten der Schrittgeschwindigkeit-Regelung bis zu den ersten Lkw-Unfällen gedauert: Zwei Radler bei Abbiegeunfällen schwer verletzt

    Wenigstens bei dem Vorfall in Hannover-Anderten möchte ich ja angesichts der Strecke, die der Lkw nach der Kollision noch zurückgelegt hat, beinahe wetten, dass dort keine Schrittgeschwindigkeit gefahren wurde. Die tollen Regelungen helfen nichts, wenn sie nicht angewendet werden.

    Was eher helfen könnte, wären vielleicht konfliktfreie Ampelschaltungen. Aber die wurden in Hannover just zwei Tage vorher im Hannoveraner Rat abgelehnt; man will sich stattdessen um Einzelfälle kümmern. Ich glaube, allzu viel Hoffnung muss man sich da nicht machen: Neue Ampelschaltung für mehr Sicherheit an Hannovers Ampeln? Rat lehnt Petition ab

    Ich entführe das einmal aus dem Corona-Nachbarthread:

    Wobei mir so viel eigentlich gar nicht fehlt

    Vielleicht ist „Fehlen“ der falsche Ausdruck, aber es wird ja langsam lästig. Wir wollten eigentlich am 22. Mai heiraten, das steht auch weiterhin nicht zur Disposition, aber wir sind uns überhaupt nicht im Klaren, ob wir nun eigentlich Gäste mitbringen dürften oder nicht.

    Um Ostern herum war plötzlich die Rede davon, dass Feiern mit bis zu 100 Gästen möglich wären und Hochzeiten sowieso, dann waren Hochzeiten nur im engsten Familienkreis mit den absolut notwendigen Gästen möglich, dann galt die Regelung plötzlich nicht mehr für Hochzeiten, sondern für Eheschließungen, und wenn man beim Amt anruft oder eine Mail schreibt, bekommt man jedes Mal eine andere Antwort.

    Momentan lautet die Regelung:

    (2) Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur allein, in Begleitung von im selben Haushalt lebenden Personen und einer weiteren Person gestattet. Kontakte zu anderen als den in Satz 1 genannten Personen sind auf ein absolut notwendiges Minimum zu reduzieren und es ist, wo immer möglich, ein Mindestabstand von mindestens 1,5 Metern einzuhalten.

    (3) Öffentliche und private Veranstaltungen sowie öffentliche Zusammenkünfte und Ansammlungen jeglicher Art mit mehr als den in Absatz 2 genannten Personen sind untersagt.

    (…)

    (7) Ausgenommen von den Verboten nach Absatz 2 und 3 sind ferner Bestattungen und Eheschließungen. Diese sind jedoch auf das unbedingt notwendige Maß an Teilnehmern zu beschränken.

    Mit Eheschließung ist aber keine Hochzeit im umgangssprachlichen Sinne mit allem drum und dran gemeint, sondern nur die eigentlich 20-minütige, momentan offenbar auf fünf Minuten zusammengekürzte Zeremonie im Standesamt. Das letzte Wort hat aber natürlich die Standesbeamtin oder der Standesbeamte, nach meiner Kenntnis durften in der Vergangenheit noch nicht mal Trauzeugen mit rein. Wie das am 22. Mai aussieht, lässt sich 14 Tage vorher noch nicht mal ansatzweise vermuten: Findet die Trauung überhaupt statt oder stecken wir schon im nächsten Lockdown? Dürfen Trauzeugen, Eltern, sogar ein Fotograf mit rein? Dürfen wir die Trauung als Video aufzeichnen?

    Danach ist die Eheschließung aber in jedem Fall vorbei, aus dem Trauzimmer die Treppe hinunter raus auf den Rathausmarkt gelten dann wieder die einschlägigen Regeln: Anderthalb Meter Abstand. Ab dem 18. Mai dürfen sich dann sogar Angehörige zweier Haushalte treffen, was bei einer Hochzeit im Regelfall aber nichts ändert, denn da sind wir ja insgesamt drei Haushalte, ihre Eltern, meine Eltern, wir.

    Bei der gestrigen Pressekonferenz über die Konktaktverbote nach dem 18. Mai hieß es dann:

    Ein Regierungssprecher erläuterte auf Nachfrage nach der Rede, welche Veranstaltungen damit unter anderem gemeint seien: Gemeindevertretersitzungen, Seminare, Unterricht, kulturelle Lesungen und Talkrunden. Eine Hochzeit, bei der gefeiert, getanzt wird, man eng zusammenkommt – das ginge dann nicht und wäre auch unverantwortlich, so der Regierungssprecher.

    Der Plan war bislang, sich mit den direkten Angehörigen im Garten aufzuhalten und jedenfalls noch gemeinsam Mittag zu essen. Natürlich alles mit gebührendem Abstand, wohl aber unter der Prämisse der aktuellen Kenntnisse, dass der Aufenthalt im Freien dem Virus die Übertragung verleidet. Wenn es regnet, wären wir nicht ins trockene Wohnzimmer gegangen, sondern nach Hause gefahren.

    Aber gut, es klappt nicht, es ist verboten, es ist unvernünftig, also lassen wir es im Zweifelsfall sein. Die Hochzeit zu verschieben ist ein bisschen witzlos, denn obwohl es vom Gefühl her beinahe ein bisschen egal ist, ob man nun verheiratet ist oder „nur“ zusammen, es führt uns ja auch nicht so richtig weiter. Momentan gibt es zwar Ausweichtermine ohne Ende, weil viele Hochzeiten tatsächlich auf das nächste Jahr verschoben wurden, aber so sieht es im Kalender des Standesamtes für das nächste Jahr eben auch aus: Voll. Dann bekommt man mit Glück irgendeinen 8-Uhr-Termin zu irgendeinem Datum, das man womöglich erst zwei Wochen vorher erfährt, weil aus gesundheitlichen Gründen eine Trauung ausfällt oder einer der Partner kalte Füße bekommen hat. Zwei Wochen sind allerdings ein sehr ambitionierter Zeitraum für die Planung einer Hochzeit.

    Also heiraten wir im Zweifelsfall allein, falls sich nichts gegenteiliges ergibt. Wir leben nunmal in Interessanten Zeiten, die Großeltern würden sicherlich wieder behaupten, „im Kriech hamm wa auch allein geheirat, da war nicht mal der Pfaff dabei“, aber ich sehe noch ein paar Unterschiede zwischen einer Corona-Pandemie und dem Krieg.

    Alles soweit okay: Wir verzichten auf den ganzen Kram drumherum und unsere Familien werden sich immerhin nicht bei unserer Hochzeit anstecken, falls jemand den Virus aus der Bahn mitbringen sollte.

    Ich hoffe nur, dass es nicht allzu komisch wird, wenn wir dann nach der eigentlichen Trauung alle wieder brav nach Hause gehen, während die Innenstadt gerammelt voll ist, die ersten Restaurants wieder Außengastronomie betreiben und IKEA schier endlose Schlangen auf dem Parkplatz flechtet.

    Das sind dann diese Momente, in denen ich mich sehr zusammenreißen muss, diese ganzen Lockerungen nicht für allzu seltsam zu halten. Einen Tag vor unserer Hochzeit ist übrigens Vatertag — SARS-CoV-2 freut sich bestimmt schon mega.

    Das Thema hat sich übrigens mit der Zeit in Wohlgefallen aufgelöst: Während der Benutzung reibt man mit dem Hosenbein rüber und das Rad wird ohnehin wieder schmutzig, insofern fällt es mir schwer, selbst unter Einsatz einer Taschenlampe die Kalkflecken irgendwo auszumachen.

    Schade um den erhöhten Blutdruck, den mir diese Thematik für ein paar Stunden beschert hat.

    Mir war ja überhaupt nicht klar, dass der Bahnhof Soltau in der Lüneburger Heide mal ein sehr zentraler und stark frequentierter Eisenbahnknoten war. In sieben Richtungen zweigten dort Bahnschienen ab, dort wurden nicht nur Wochenendtouristen durch die Lüneburger Heide gefahren, sondern auch Auswanderer auf der so genannten Amerikalinie von Berlin nach Bremerhaven. Ich bin erheblich fasziniert.

    Von den sieben Richtungen werden mittlerweile nur noch vier befahren, nämlich Uelzen–Soltau–Bremen und Buchholz–Soltau–Hannover. Die nur zwölf Kilometer lange Strecke ins benachbarte Neuenkirchen wurde abgebaut und lässt sich teilweise mit dem Rad oder einer Draisine befahren, die Strecken Lüneburg–Soltau und Celle–Soltau liegen auch noch und werden teilweise sogar noch im Güterverkehr bedient.

    Das wäre auch mal ein schönes Ziel für ein paar längere Ausflüge mit dem Rad.

    Nun ja. Ich bin mal gespannt, wie es weitergeht. Wie ergeht es euch denn bislang so?

    Nach knapp zwei Monaten stelle ich fest: So richtig fehlen tut mir nichts, auch wenn sich jede weitere Einschränkung zur Eindämmung des Coronavirus erst einmal unvorstellbar anfühlte. Aber es ist wohl wie mit dem Frosch im Kochtopf: Man gewöhnt sich dran.

    Wobei mir so viel eigentlich gar nicht fehlt: Ich arbeite von zu Hause und fahre zweieinhalb Stunden weniger pro Tag mit der Bahn. Stattdessen habe ich jetzt zweieinhalb Stunden mehr Zeit zum Radfahren und Schlafen. Ich kann jetzt mit meiner Freundin einkaufen gehen und sogar hin und wieder auch mal in der Eisdiele vorbeischauen. Auf Partys war ich vorher eher selten, insofern…

    Tjoa. Das einzige, was dieses Jahr nicht stattfinden wird und mir schon fehlt, ist das Volksradfahren in Munster. Nicht dass ich der Bundeswehr besonders viel abgewinnen könnte, aber das verlängerte Wochenende im dem kleinen entlegenen Städtchen zwischen zwei Truppenübungsplätzen, in dem es außer sehr viel Ruhe kaum etwas gibt war eine willkommene Abwechslung zum eigentlichen Alltag.

    Und eigentlich hätte ich gar keine besonders große Sorge, mit dem Rad oder gar mit dem Zug von Kiel über Lüneburg nach Munster zu fahren, aber ich denke mir: Es gibt Menschen, die mehr von Viren und deren Verbreitungswegen verstehen als ich und insofern sehe ich von diesen Kurzurlaub lieber ab.

    Das ist halt so wie mit dem Auto: Ich verzichte zugunsten der Umwelt, des Klimas und unserer Städte aufs eigene Auto und bin jetzt der Dumme: Während alle anderen in diesen Tagen mit dem Auto aus der Stadt an den Strand, an den See oder in den Wald fahren, bleibt mir nur der nahe Umkreis, den ich mit dem Rad erfahren kann. Und während ein nicht unbeachtlicher Teil der Menschen in riesigen Schlangen vor IKEA wartet, bleibe ich zu Hause. Während eine Menge Menschen in diesem Jahr dann doch noch ihren Urlaub antreten werden, bleibe ich zu Hause. Es fühlt sich langsam ein bisschen blöd an, immerzu den Kürzeren zu ziehen.

    Aber ich habe ja immer noch die Idee für mich, irgendwie das Richtige zu tun. Tja.