Persönlich empfinde ich zum Beispiel die Luft bei meinen Eltern, die am Rande eines Wohngebietes aus den 1980er Jahren leben, im Winter als deutlich unangenehmer als in einer Großstadt an einer vielbefahrenen Hauptverkehrsstraße, wo die Luft mit Sicherheit auch sehr ungesund ist. Aber wenn ich nach einem nicht einmal besonders langen Spaziergang wie vor zwei Wochen während dieser Inversionswetterlage rieche, als hätte ich einen ganzen Abend am Lagerfeuer verbracht, dann ist das mutmaßlich nichts, was wir hinsichtlich unserer Gesundheit für die nächsten Jahrzehnte anstreben sollten.
Ich bin am Wochenende wieder mal mit dem Rad draußen unterwegs gewesen und möchte noch mal bekräftigen, dass ab dem früheren Nachmittag der Geruch vom verbrannten Holz in der Luft liegt. Das tritt nach meinen Beobachtungen primär in Wohngebieten mit Reihen- oder Einfamilienhausbebauung auf, so dass ich messerscharf schließe: Da stecken Menschen in der Gegenwart eines gemütlichen Abends im Wohnzimmer schon mal den Kamin an.
Nach den Ausführungen von Autogenix wundere ich mich aber schon: Rieche ich jetzt nur den Anteil jener Öfen, die nicht ordentlich betrieben werden oder ist der Anteil jener, die ihren Ofen nicht ordentlich betreiben, relativ groß oder riecht man doch grundsätzlich jeden Holzofen und jede Pelletheizung?
In St. Michaelisdonn, wo ja auch dieses Foto entstand, roch es dann wieder so extrem, dass ich es als wirklich unangenehm empfand, dort draußen mit dem Rad zu fahren. Es wäre nun übertrieben zu behaupten, ich hätte Atemnot bekommen oder mir wäre schwindelig geworden oder ich hätte schwarze Brocken ins Taschentuch gehustet, nein, aber es roch einfach nach einer undefinierbaren Mischung aus verbranntem Holz und brennenden Mülltonnen. Und das bekräftigt mich wieder in meiner Vermutung, dass in einem Dorf, in dem es meinetwegen 100 Holzöfen gibt, sicherlich fünf Öfen dabei sind, in denen regelmäßig etwas verbrannt wird, was nicht für die Verbrennung im heimischen Ofen geeignet ist.
Zu Hause bei meinen Eltern, wo im Wohngebiet bekanntlich auch intensiv mit Holz geheizt wird, lag der gleiche Geruch in der Luft. Ich habe dort jetzt einen meiner Feinstaub-Sensoren angebracht und musste feststellen, dass sich die Messwerte doch recht in Grenzen halten und abgesehen von einer Spitze am Sonnabendabend noch im grünen Bereich liegen. Mal gucken, wie sich das über die nächsten Tage entwickelt. (Und ja, die Messwerte sind mit Vorsicht zu genießen, weil weder der Sensor noch die Aufstellung des Sensors noch das Messverfahren in irgendeiner Weise kalibriert ist. Aber es gibt ja immerhin einen groben Anhaltspunkt.)
Nun ist es ja keinesfalls so, dass ich das Heizen mit Gas oder Öl für die unbedingt bessere Variante halte, die Auswirkung der Verbrennung fossiler Energieträger ist ja hinreichend bekannt und wurde auch hier im Thread noch einmal herausgearbeitet. Trotzdem halte ich es für den falschen Weg, munter Holz im heimischen Ofen zu verbrennen. Neben der Alternative einer Wärmepumpe gäbe es ja auch immer noch Fernwärme, wo dann an einer zentralen Stelle etwas verbrannt wird, um daraus Wärme zu gewinnen. Das würde einerseits eine gewisse Technologieoffenheit ermöglichen, weil sich mehr oder weniger einfach die Wärmequelle austauschen ließe (okay, das klingt wohl wirklich nur auf dem Papier einfach), andererseits verschiebt es aber die Holzverbrennung aus den Wohngebieten heraus in eine Anlage, die erstens nicht im Wohngebiet steht und zweitens mit entsprechenden Filtern ausgerüstet werden kann — und nebenbei verhindert es auch noch, dass durch Fehlbedienung oder Müllverbrennung zu hohe Schadstoffwerte entstehen.