Kurz: Zur Abrüstung gehört neben dem irren Putin auch die irre NATO. Und die hat evtl. eher ausgelotet, wie weit sie in Sachen Expansion gehen kann, anstatt auszuloten, wie man mit Russland einen stabilen Frieden, oder gar ein gemeinsames System, findet?
Ich will gar nicht leugnen, dass ich vor dem 24. Februar nur sehr rudimentäre Kenntnisse von Geopolitik hatte. Aber wenn ich mir Putins Einlassungen der letzten Jahre im Kontext der jüngsten Entwicklungen anhöre, wenn er da in sagenumwobeneren Archiven irgendwas aufgestöbert haben will, dann habe ich den Eindruck, dass es im eigentlich weniger um die NATO geht als um die Korrektur irgendwelcher früherer Grenzen, deren Verlust ihn offenkundig bis heute schmerzt.
Fakt ist: Nach dem konsequenzenlosen, völkerrechtswidrigen Irak-Krieg, neben dem Syrien- und Jemenkrieg, bei denen das Völkerrecht überhaupt keine Rolle spielt, gibts einen völkerrechtswidrigen Ukraine-Krieg. Bei den Rüstungsfirmen knallen die Champagnerkorken und das ist in erster Linie wohl ein Resultat vertaner Chancen. Vielleicht meinen die Demonstranten ja das?
Ich glaube nicht, dass die Demonstranten so etwas meinen. Und falls doch, haben sie es wenigstens nicht hinreichend zum Ausdruck gebracht. Ausweislich der gestrigen Wortmeldungen und Plakate ging es tatsächlich eher darum, dass in dem aktuellen Krieg mit Waffenlieferungen nur noch mehr Leid verursacht würde, als wenn sich die Ukraine einfach ergäbe. Und das ist ein Punkt, dem ich in dieser Fort einfach nicht zustimmen mag.