Beiträge von Malte

    Kurz: Zur Abrüstung gehört neben dem irren Putin auch die irre NATO. Und die hat evtl. eher ausgelotet, wie weit sie in Sachen Expansion gehen kann, anstatt auszuloten, wie man mit Russland einen stabilen Frieden, oder gar ein gemeinsames System, findet?

    Ich will gar nicht leugnen, dass ich vor dem 24. Februar nur sehr rudimentäre Kenntnisse von Geopolitik hatte. Aber wenn ich mir Putins Einlassungen der letzten Jahre im Kontext der jüngsten Entwicklungen anhöre, wenn er da in sagenumwobeneren Archiven irgendwas aufgestöbert haben will, dann habe ich den Eindruck, dass es im eigentlich weniger um die NATO geht als um die Korrektur irgendwelcher früherer Grenzen, deren Verlust ihn offenkundig bis heute schmerzt.

    Fakt ist: Nach dem konsequenzenlosen, völkerrechtswidrigen Irak-Krieg, neben dem Syrien- und Jemenkrieg, bei denen das Völkerrecht überhaupt keine Rolle spielt, gibts einen völkerrechtswidrigen Ukraine-Krieg. Bei den Rüstungsfirmen knallen die Champagnerkorken und das ist in erster Linie wohl ein Resultat vertaner Chancen. Vielleicht meinen die Demonstranten ja das?

    Ich glaube nicht, dass die Demonstranten so etwas meinen. Und falls doch, haben sie es wenigstens nicht hinreichend zum Ausdruck gebracht. Ausweislich der gestrigen Wortmeldungen und Plakate ging es tatsächlich eher darum, dass in dem aktuellen Krieg mit Waffenlieferungen nur noch mehr Leid verursacht würde, als wenn sich die Ukraine einfach ergäbe. Und das ist ein Punkt, dem ich in dieser Fort einfach nicht zustimmen mag.

    Vermutlich mal wieder nicht. Wie siehts aus, Herr Anton Hofreiter? Bereit für einen Drecks-Tod? Oder sollen das wie üblich "andere" machen?

    Nachdem ich vorhin eine Wahlkampf-Veranstaltung mit Annalena Baerbock besucht habe, wundere ich mich aber einmal mehr, was denn die Alternative sein soll.

    Keine Waffen liefern in der Hoffnung, die Ukraine möge sich schnell ergeben — und der Krieg wäre dann sofort vorbei, weil… Putin… dann Ruhe gibt?

    So ungefähr lautete jedenfalls die Argumentation der Trillerpfeifen-Fraktion auf der Wahlkampf-Veranstaltung. Und ich halte das für zu kurz gegriffen. Wenn Putin die Ukraine bekommt, dann braucht er eine Weile, um seine Truppen wieder aufzufüllen, und dann geht’s halt weiter mit dem nächsten Land. Und Gott stehe uns bei, falls er sich dann mit der NATO anlegen sollte.

    Übrigens gehöre ich zu denen, die damals im Jahr 2008 den Wehrdienst verweigert haben. Im Gegensatz zu meinen Mitschülern kopierte ich mir keine Vorlage aus dem Internet, sondern formulierte meine eigenen Gedanken und Eindrücke von den Erzählungen meiner Großeltern, die ich schon damals auf vielen Seiten auszuwalzen verstand (diese Tradition führte ich schließlich damals auf Radverkehrspolitik.de fort). Nach wie vor halte ich Krieg für eine der schlimmsten Ideen, auf die der Mensch in den letzten Jahrtausenden gekommen ist, aber meine Entscheidung hinsichtlich einer Verweigerung wäre heute eine andere.

    Edit: Und bevor das jemand falsch versteht: Ich bin sehr für „Frieden schaffen ohne Waffen“ und wäre froh, wenn wir keine Rüstungsindustrie mehr bräuchten. Aber ich fürchte, „Frieden schaffen ohne Waffen“ ist ein längerer, womöglich jahrhundertelanger Prozess, bei dem die zweite Hälfte des Satzes „ohne Waffen“ erst am Ende steht.

    Und ich will ehrlich sein: Ich begreife die Logik einiger Demonstranten von gestern Abend nicht, dass man nur abrüsten müsse und dann gäbe es keinen Krieg mehr. Zur Abrüstung gehören nämlich mindestens zwei, nein, eigentlich alle Länder dieser Welt und zwar gleichzeitig. Und wenn Putin nicht mitspielt, dann ist das eine witzlose Sache.

    Stattdessen subventioniert man Benzin auch für Leute, die nicht einmal bereit sind, vom Gas zu gehen. Es ist einfach nur zum Heulen.

    Das ist überhaupt eine gute Zusammenfassung: Ich versuche seit über zehn Jahren möglichst klimafreundlich unterwegs zu sein, fahre auch längere Strecken mit dem Rad und öffentlichen Verkehrsmitteln und werde geradezu bestraft mit einer miserablen Infrastruktur, buckeligen Radwegen und überfüllten Zügen und wenn die Züge nicht überfüllt sind, gehen sie aufgrund technischer Unzulänglichkeiten kaputt.

    Fahre ich mit dem Auto, ist das mit dem Kraftstoffpreisen momentan natürlich ein bisschen ungünstig, aber ansonsten kann ich günstig fahren, kostenlos oder günstig parken und wenn ich mal Notparken praktiziere, kostet’s im Extremfall mal gerade 55 Euro.

    Für ein Strohfeuer.

    Zumal es ja im öffentlichen Nahverkehr primär für Frust sorgen wird. Ich kann mit meiner Fahrkarte glücklicherweise auch einfach in den Fernverkehr steigen, aber mir graut es durchaus davor, dass die schon recht gut überfüllten Züge des Nahverkehrs dann noch voller werden. Wäre ich für die Fahrt zur Arbeit auf den Nahverkehr angewiesen, hätte ich tatsächlich Bedenken, nicht mehr pünktlich am Ziel anzukommen, sondern es beispielsweise während der Sommerferien morgens erst gar nicht in die Bahn zu schaffen.

    Nö. Schieben braucht mehr Platz. Also lieber langsam fahren.

    Dafür stellt schieben aber die Verhältnisse eindeutig dar: Ich schiebe mein Rad, also klingle ich dich nicht plötzlich an einer ungünstigen Stelle beiseite und fahre dir auch nicht in die Hacken. Das halte ich an einigen Wanderwegen oder in vielen Teilen der Lüneburger Heide für eine wertvolle Art der nonverbalen Kommunikation.

    Am Audorfer See, dort wo Eider und Nord-Ostsee-Kanal zusammenfließen, führt der so genannte Treidelweg entlang. Früher wurden dort Schiffe von Pferden oder Ochsen gezogen, heute ist das ein wenigstens im Sommer relativ beliebter Weg zum Radfahren und Spazierengehen.

    Neu sind allerdings diese Schilder:

    Das ist mal wieder ein ganz großer Griff in die Trickkiste voller Schilder. Radfahrer dürfen hier kraft Zeichen 250 überhaupt nicht fahren und auch nicht langsam, der Vorrang von Fußgängern ergibt sich eigentlich auch nicht aufgrund roter Schrift auf weißem Grund. Was man hier haben wollte, dürfte wohl ein Verkehrsberuhigter Bereich sein, aber ob man aus einem Wanderweg einen Verkehrsberuhigten Bereich machen kann? Puh.

    In der Gegenrichtung fehlt das Zeichen 250 und die rote Schrift, dafür hat sich ein „Radfahrer frei“ eingefunden, was hier etwas bedeutungslos abhängt:

    Nun ja. Entlang des Wanderweges gibt es tatsächlich eine Stelle, die so ganz ohne nicht ist, dort führt eine schlecht einsehbare Kurve in Kombination mit einem gehörigen Höhenunterschied zu manch brenzliger Situation. Als Kind wurde mir beigebracht, dort klingelnd entlangzufahren, was natürlich witzlos war und auch nur so lange gutging, bis der Gegenverkehr auch fröhlich klingelte, anstatt auszuweichen.

    Nun gibt es dort diese Schilder, die natürlich auch niemanden so richtig kümmern:

    Das ist allerdings tatsächlich mal eine jener Stellen, bei denen ich mir denke, dass etwas Rücksicht und womöglich auch schieben tatsächlich eine gute Idee wären. Man kann nunmal nicht überall breite Schneisen in die Natur schlagen, damit Radfahrer und Fußgänger problemlos und ohne zu bremsen oder auszuweichen aneinander vorbei kommen.

    Noch mehr Pläne für eine Reaktivierung: Malente-Lütjenburg

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    Offenbar hat ein Verein diese Strecke jetzt gekauft. Mehr kann ich hinter der Bezahlschranke leider nicht sehen: https://www.ln-online.de/lokales/osthol…ZUYSU2J6RA.html

    [Zeichen 239]

    [Ampel]

    [anderes Glump]

    [Zusatzzeichen 1022-10]

    Ich vermute mal, das war früher ein reiner Gehweg, wobei die Beschilderung schon leicht irreführend ist, wenn man von der einen Seite Zeichen 240 sieht, von der anderen Seite einen reinen Gehweg.

    Vielleicht haben sich genügend Radlinge über die Situation auf der Fahrbahn beschwert, so dass kurzerhand ein [Zusatzzeichen 1022-10] wurde, aber vielleicht hatte man keine lange Leiter oder keine Lust, das [Zeichen 239] höher zu setzen und dann ist es halt das, was dann passiert.