Die Bundespolizei befürchtet nun, in den drei Monaten des 9-Euro-Tickets wegen überfüllter Züge einschreiten zu müssen:
Die Räumung überfüllter Züge ist ja etwas, das ich als Vielfahrer nur vom Hörensagen kenne. Mein Eindruck ist eher, solange sich die Türen irgendwie noch schließen lassen, rollt der Zug; ganz egal, ob eine Evakuierung im Notfall innerhalb der gebotenen Zeit möglich wäre oder ob die Ausgänge von dicken Koffern oder Fahrgästen blockiert würden.
Gestern zum Beispiel wendete der RE 3 aus Hannover in Hamburg auf den RE 4 nach Bremen und man kam kaum aus dem Zug raus, weil Aberhunderte Fahrgäste mit dicken Koffern wie die Römer bei Asterix und Obelix nebeneinander standen und mit ihrer Koffer-Mauer die Türen blockierten. Und auch nicht so richtig auf die Idee kamen, so etwas wie „erst aussteigen, dann einsteigen“ praktizieren zu lassen. Ich vermute mal, die waren entweder auf dem Weg zu einer Kreuzfahrt oder auf dem Heimweg und der Reiseveranstalter hatte ihnen die Fahrt mit der Bahn aufgenötigt. Allzu viel Erfahrung mit den Gepflogenheiten in öffentlichen Verkehrsmitteln hatten sie ganz offensichtlich nicht.
Oder abends am RE 1 nach Büchen. Der Zug ist rappelvoll, die Leute stehen in den Gängen, von den drei Mehrzweckabteilen ist im allerletzten ganz vorne noch ein Platz im Türraum frei. Auf dem Weg dahin wurde ich mehrfach beschimpft, dass ich mich mit meinem Scheißfahrrad bitte verpissen möge, es wäre schon voll genug und die Fahrt war dann wirklich nicht mehr schön.
Und wenn ich mir dann vorstelle, dass bei optimistischer Betrachtung auch nur zehn Prozent mehr Fahrgäste in die Züge drängen, dann wird das wirklich spannend — zumal ja zwischen Hannover und Hamburg baustellenbedingt drei Viertel der Nahverkehrszüge ausfallen.