Frage 12: Für Berufstätige ist es unmöglich, nach 18 Uhr wieder einen Parkplatz zu finden. Was wird getan, um den Autofahrern zu helfen? Man arbeite außerhalb Hamburgs, möchte aber gern in Hamburg wohnen, weil Hamburg eine schöne Stadt wäre, man wäre darum auf das Auto angewiesen.
Sorry, aber ich sag’s mal ganz fies: So spielt das Leben nunmal. Beim Reinpendeln in die Großstadt steht man im Stau, beim Rauspendeln findet man keinen Parkplatz mehr. Wenn man die Vorteile eines ruhigen Lebens auf dem Land oder einer Altbauwohnung im schönen Eppendorf möchte, wird man diese Nachteile nunmal in Kauf nehmen müssen.
Ich komme mir bei solchen Forderungen echt ziemlich blöd vor: Als ich damals Anfang 2015 eine neue Wohnung in Hamburg gesucht habe, hatte ich noch meinen Polo an der Backe und wollte eine Bude mit Kfz-Stellplatz — weil ich einerseits schon damals meine Karre nicht im öffentlichen Verkehrsraum abstellen wollte, andererseits keine Lust auf ewige Parkplatzsuche hatte. (Der Witz ist halt, dass ich direkt beim Einzug meinen Wagen dann abgeschafft habe, aber whatever.)
Frage 7: Er gehöre zu der verachteten Gruppe der Autofahrer. Es gäbe in Hamburg immer mehr Autofahrer, viele Ziele, gerade außerhalb der Stadt, wären nur mit dem Auto zu erreichen. Wo sollen die Leute denn nun parken? Der Parkdruck würde immer mehr erhöht durch Bauarbeiten, Neubaugebiete und so weiter. Man müsse eben abwägen, ob man eine wachsende Stadt möchte oder das, was die lieben Radfahrer wollen.
Der Herr, der diese Einwendung gemacht hat, argumentiert ja bei jeder Sitzung so, während er im Saal herumläuft, und so ganz unrecht hat er nicht: Rot-Grün forciert hier eine immer größere Stadt, baut hier, baut dort, baut da, aber immer nur ausgelegt aufs Auto, während der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs trotz aller Bemühungen immer wieder hinter den Anforderungen zurückbleibt — so viele Züge kann man zwischen Neugraben und Altona gar nicht fahren lassen, wie notwendig wären, auf der Metrobuslinie 5 müssten die Doppelgelenkbusse eigentlich Stoßstange an Stoßstange fahren.
Insofern widerspreche ich ihm dann aber doch: Man wird aufgrund der wachsenden Stadt nicht um eine Radverkehrsinfrastruktur herumkommen. Mit dem öffentlichen Nahverkehr oder dem motorisierten Individualverkehr wird man diese Massen überhaupt nicht abwickeln können.
Frage 14: Hier würden Bürgerrechte beschnitten. Pkw-Fahrer wären die letzten Bürger dieses Landes. Wenn man abends Freunde besuche, fände man keinen Parkplatz mehr. Man müsse zwangsläufig auf dem Gehweg oder in Grünflächen parken, dann werde man aber abgeschleppt. Viele Menschen könnten am Wochenende keinen Ausflug mehr machen, weil sie ihr Auto nicht nutzen könnten, dann wäre der Parkplatz sofort weg. Das wäre Freiheitsberaubung. 120 Euro für einen Stellplatz kann man sich nicht leisten!
Ja, sorry. Manche können sich 120 Euro pro Monat für einen Stellplatz nicht leisten, andere können sich weder ein Auto noch eine HVV-Gruppenkarte am Wochenende für ihre Familie leisten und müssen zu Hause bleiben. Oder mal von der anderen Seite betrachtet: Ich kann mit meiner Freundin in Hamburg keine Ausflüge mit dem Rad machen, weil sie nicht zwischen den ganzen Kraftfahrzeugen und Falschparkern herumkurbeln mag und die Luft in den Häuserschluchten nicht verträgt.