Beiträge von Malte

    Gefunden bei SPIEGEL ONLINE: Deutschland rüstet sich für den E-Scooter-Boom

    Hat jemand diesen Verordnungsentwurf zufällig mal gefunden? Die Idee, dass diese Teile bis 20 Kilometer pro Stunde auf Radwegen fahren dürfen, ist ja mal wieder grandios, wenn die meisten älteren Radwege gerade mal für 15 Kilometer pro Stunde ausgelegt waren. Und irgendwie bleibt der fade Beigeschmack, dass es bei diesem ganzen E-Scooter-Ding primär um lukrative Geschäftsmodelle als um Mobilität geht, und zwar in einer Art und Weise, die noch nicht einmal in der Automobilindustrie derart ausgeprägt ist. Die meisten Roller landen ja offenbar bereits nach drei Monaten als nicht weiterverwertbarer Sondermüll auf der Deponie — herzlichen Glückwunsch, das ist ganz bestimmt die Zukunft unserer Mobilität.

    Während ich elektrisch unterstützte Räder ja noch einigermaßen gutheißen kann, weil sie für eine bestimmte Gruppe von Verkehrsteilnehmern eine Alternative zum Auto darstellt, ist mir bei diesen ganzen elektrisch angetriebenen Rollern, Segways und Skateboards der ökologische Fußabdruck viel zu groß. Da klinge ich vielleicht etwas sehr verbittert, aber: Brauchen wir diesen Kram wirklich? Können wir mit den Rohstoffen nicht etwas sinnvolleres anstellen?

    Ich habe das Thema mit der Elbchaussee ein bisschen sehr aus den Augen verloren, seit ich nicht mehr in Hamburg wohne, aber der momentan vorliegende Entwurf ist wohl mal wieder sehr autozentriert. Olaf Scholz hat offenbar mal die Parole ausgegeben, die Leistungsfähigkeit des Kfz-Verkehrs dürfe nicht eingeschränkt werden und obwohl Olaf Scholz längst von Hamburg nach Berlin wegbefördert wurde, gilt weiterhin, was König Olaf seinerzeit gefordert hat.

    Bei Hamburg-dreht-sich gibt es einen Aufruf zum Einsatz gegen ambitionslose Elbchausseeplanung, bei der Hamburger Morgenpost schlägt das gleich als Radweg-Zoff um die Elbchaussee durch.

    Es ist eben prinzipiell das übliche Dilemma der deutschen Verkehrspolitik: Irgendwie ist da was mit Klimawandel und dem in 17 Jahren aufgebrauchten CO2-Budget und lebenswerten Städten, aber wir bauen weiter Straßen und Autobahnen und Parkplätze, als müssten wir uns um alle diese Themen gar keine Gedanken machen.

    Gesehen in Plön:

    Plön leidet meines Erachtens ein bisschen doll darunter, dass man erst die Eisenbahn direkt am Wasser verlegt hat und dann noch zwei abgrundtief hässliche Bundesstraßen durch die Stadt geschlagen hat, so dass relativ viele Unterführungen für Fußgänger und Radfahrer entstanden sind, damit der Kraftverkehr unbeschwert fließen kann.

    Unterführungen lassen sich auch anders bauen, das sieht man ja in den Niederlanden und in Dänemark, aber… kein Witz… das kostet halt Platz und den hat man eben zwischen den ganzen Straßen und Parkplätzen nicht mehr gefunden.

    Diese tollen Unterführungen sind aber nicht für Radfahrer eine Zumutung, beziehungsweise überhaupt nicht vorgesehen, sondern natürlich auch für Fußgänger mit eingeschränkter Mobilität nicht zu bewältigen. Mit Gehstock möchte ich dort schon nicht mehr runtersteigen müssen.

    Manchmal hat man nach tollen Infrastrukturplanungen auch kein Geld mehr für Streuscheiben, dann reicht es nur noch für ein kleines, dem Verkehrszeichenkatalog nicht bekanntes Zusatzzeichen:

    Das Kunstwerk markiert das Ende eines Zweirichtungsradweges, der sich durch eine Unterführung schlängelt, und mit allerlei schlechten Sichtverhältnissen und Fußgängern aufwartet. Geht so. Und am Ende bekommt man diese Ampel präsentiert, bei der man die Fahrbahn noch nicht einmal queren kann, weil auf der anderen Seite nur ein Gehweg angelegt wurde, sondern eigentlich auf die Fahrbahn einfährt. Diese Ampel zum Einfahren auf die Fahrbahn zu nutzen ist dann auch eher so eine mitteltolle Sache.

    Was noch immer nicht die Frage klärt, warum man nicht einfach ordentliche Streuscheiben nimmt.

    Eine BahnCard 100 ist preislich auch nicht mehr so weit weg, wenn ich richtig geguckt habe, und lässt einen durch (fast) ganz D reisen (allerdings ohne die kostenlose Mitnahme am WE).

    In meinem Fall sind’s noch mal 80 Euro oben drauf — aber dann fehlt eben die Mitnahmeregelung am Wochenende, die Lischen-Radieschen und ich momentan recht ausgiebig nutzen.

    Die deutschlandweite Gültigkeit hätte sich in diesem Sommer mit meinen ständigen Fahrten zu diversen Critical-Mass-Touren sicherlich gelohnt, aber damit bin ich nun durch — im Endeffekt könnte ich momentan damit ein paar Fernzüge zwischen Kiel und Hamburg nutzen, etwa den ICE um 6:13 Uhr, aber mit dem bin ich dann ganze vier Minuten schneller in Hamburg. Und abends ist auf den Fernverkehr von Hamburg nach Kiel auch nicht so viel Verlass, weil die Züge nach meiner Beobachtung mit teilweise so viel Verspätung in Hamburg ankommen, dass sie statt Kiel teilweise nur bis Altona fahren und dort wenden.

    Mal sehen, was mit dem landesweiten Semesterticket für Schleswig-Holstein wird, aber ich glaube, selbst wenn Lischen-Radieschen ihre eigene Fahrkarte hat, bliebe ich weiterhin bei der Schleswig-Holstein-weiten Netzkarte.

    Thering mal wieder: Absoluter Hammer oder schönwetterbedingte Autosuggestion? Wie radelt es sich zurzeit in Hamburg und was machen eigentlich die für jeden Bezirk groß angekündigten Dauerzählstellen?

    Er schafft es noch nicht einmal einen Absatz ohne das CDU-Trigger-Wort „Ideologie“ durchzuhalten. Immerhin war dieses Mal das Synonymlexikon nicht zur Hand, drum ist nicht alles mit „Kampfradlern“ und „Radl-Rowdys“ verhagelt.

    Er ist sich leider auch nicht einig, ob die Zählmethode nun total scheiße ist oder nicht, denn letztes Jahr waren die punktuellen Zählungen und der damit einhergehende Rückgang gegenüber 2016 Grund genug für einen Abgesang auf die Fahrradstadt, dieses Jahr müssen wieder neue Kritikpunkte gefunden werden, ob die Leute denn nur wegen des guten Wetters aufs Rad gestiegen sind oder ob man sich vielleicht einfach nur verzählt hat.

    Ich weiß auch nicht, was so schlimm daran ist, wenn bei gutem Wetter viele Menschen aufs Rad steigen. Braucht dann keine entsprechende Infrastruktur vorgehalten werden? Wenn die CDU-Klientel bei gutem Wetter mit dem Pick-Up an den Falkensteiner Strand stürmt, müssen ja auch übermaßige Parkplätze vorgehalten werden, die an den restlichen 350 Tagen im Jahr niemand braucht.

    Die Seite heißt zwar luft.jetzt und nicht luft.frueher, aber hast du zufällig auch irgendwo Verlaufswerte von PM10? Mich würde öfter mal interessieren wie es z.B. gestern Abend war, schaue aber erst heute nach.

    Ist bereits in Arbeit, allerdings noch nicht besonders schön: https://luft.jetzt/DEHH008/history

    Außerdem muss ich noch was basteln, das mir die fehlenden Werte besorgt, weil die Api vom Umweltbundesamt nachts dicht macht. Momentan ist der Graph eher so die reine Hässlichkeit.

    Gestern Nachmittag hat mich jemand vom PK 14 angerufen und sich erkundigt, äh, ob das denn wirklich stimme, ob die Beschilderung immer noch unverändert dort stünde.

    Ich verkniff mir die Bemerkung, dass die Baumaßnahme keine 800 Meter vom PK 14 entfernt wäre und man im Zuge der eigentlich vorgesehenen Kontrollen da mal hingehen könnte, aber danach entwickelte sich ein wirklich sehr freundliches Gespräch. Die superenge Gasse in Fahrtrichtung Süden soll wohl im Laufe des heutigen Freitages entfernt werden, weil die Baumaßnahme beendet wird, in Fahrtrichtung Norden sollte die Beschilderung eigentlich schon vor längerer Zeit entfernt werden.

    Weil ich nun immer aus Kiel nach Hamburg zur Arbeit pendle, habe ich mir nicht nur die nah.sh-Monatskarte im Abo gegönnt, sondern für 20 Euro Aufpreis gleich die so genannte Netzkarte, mit der ich mit Ausnahme des Busverkehrs auf Sylt mit so ziemlich allen Verkehrsmitteln in Schleswig-Holstein herumfahren kann.

    Ich will noch einmal meine Netzkarte ins Gespräch bringen.

    Grundsätzlich klappt die Fahrt mit der Netzkarte ganz prima, wenn man von einigen Problemen mit dem Rollmaterial mal absehen mag. Allerdings scheint es in ganz Schleswig-Holstein ungefähr fünf Fahrgäste mit einer solchen Netzkarte zu geben, jedenfalls scheinen die Zugbegleiter das Ding nicht besonders häufig zu sehen und müssen erstmal eine Weile nachdenken. Ganz problematisch ist das immer in der AKN, in der die Fahrkartenkontrolle von einem externen Sicherheitsdienstleister erbracht werden und die Leute in ihrer Schulung wohl nichts von Netzkarten gelernt haben, jedenfalls mussten die sich erstmal mit ihren Kollegen absprechen, was das denn ist, und in ihrem Handbüchlein nachgucken. Naja.

    In der Nordbahn hingegen trafen Lischen-Radieschen und ich einen Zugbegleiter, der ganz gerührt war, weil er seit Jahren das erste Mal so eine Netzkarte gesehen hätte. Und seine Freude wuchs noch mehr, weil wir Lisas Fahrradkarte ebenfalls als Netzkarte für 5,30 Euro gebucht hatten.

    Und damit fängt das Chaos schon wieder an. Lisas Fahrradkarte hatten wir als Netzkarte gebucht, weil wir an dem Tag zwei verschiedene Strecken gefahren sind. Die Netzkarte für den Schleswig-Holstein-Tarif muss man am Automaten erstmal finden und dann clever genug sein, um das Ding noch als Fahrradkarte zu kaufen, aber ich bin ja nicht blöd, ich krieg das hin.

    Nur: Wenn ich mit meinem Fahrrad von Kiel nach Hamburg und zurück mit der Bahn fahren möchte, dann muss ich mir offenbar ebenfalls eine Netzkarte fürs Fahrrad zulegen, weil die Fahrradkarte vom Geltungsbereich offenbar zur Fahrkarte passen muss. Das leuchtet mir zwar noch einigermaßen ein, aber ich konnte in den Beförderungsbedingungen dazu nichts passendes finden. Vermutlich macht sich über solche Probleme auch niemand Gedanken außer des Zugbegleiters, der meine Fahrkarten kontrollieren will und denkt, da passe etwas aber nicht so richtig zusammen.

    Nun gut.

    Ich kann auf meiner Netzkarte am Wochenende eine erwachsene Person kostenlos in der Bahn mitnehmen, das ist supercool, das kriegt auch jeder Zugbegleiter hin, weil das bei allen Monatskarten im Abonnement so ist. Für Busfahrten braucht diese erwachsene Person hingegen eine Kinderfahrkarte. Steht halt so in den Beförderungsbedingungen. Die Frage ist halt: Welche?

    Wenn ich von der Hardenbergstraße in Kiel zum Kieler Hauptbahnhof fahren möchte, kostet die Kinderfahrkarte 1,50 Euro. Da ist aber wieder das Problem: Muss die Kinderfahrkarte vom Geltungsbereich zur Netzkarte passen, so wie bei der Fahrradkarte? Die Kinder-Netzkarte kostet nämlich gleich 32,90 Euro, was ja ganz sicher nicht im Sinne des Erfinders ist, denn damit kann ein Erwachsener gleich zehn Einzelfahrscheine bis zum Hauptbahnhof lösen.

    Da ist es also ganz offensichtlich nicht gewollt, dass die Geltungsbereiche kongruent sind. Beim Fahrrad aber schon? Puh.

    Noch lustiger wird es, wenn ich mit der Fähre in Kiel fahren möchte. Auf meiner Netzkarte steht nur die Preisstufe, aber nicht der Preis drauf, was die Leute da jedes Mal ins Schwitzen bringt, weil die für irgendwelche Berechnungen den Preis benötigen. Manchmal fahre ich also kostenlos mit, manchmal muss ich eine Fahrkarte lösen. Es ist immer wieder spannend und auch da habe ich noch nichts weiter rausbekommen außer dass Netzkarten im Abo offenbar so selten sind, dass man sich deswegen noch keine Gedanken gemacht hat.

    Bei allen Beiträgen zum so genannten Mobilitätswandel, die bei AchGut oder Tichys Einblick Erscheinen, klingt es immerzu danach, als wäre das alles nur ein lustiger Zeitvertreib der Grünen. Dass dahinter ein relativ straffer Zeitplan steht, der nicht von ebenjenen Grünen, sondern von den Naturwissenschaften hinsichtlich des Klimawandels vorgegeben wird, findet leider keine Erwähnung. Wenigstens bei Tichys Einblick bekennt man sich offen dazu, das so genannte Klimamärchen abzulehnen. Aus der komfortablen Position lässt es sich natürlich ganz besonders herzlich gegen Radfahrer schreiben.

    PK 14 und Hamburg Wasser und LSBG und noch weitere Akteure haben beide bereits nach wenigen Stunden auf meine Beschwerde geantwortet, aber leider nicht reagiert: