Chronologie der Begriffe

  • Radweg, sicherer Radweg, Schutzstreifen, Fahrradstraße, Radinfrastruktur, geschützte Radwege / geschützte Radstreifen, fehlerverzeihende Radinfrastruktur. Dieser ganze hier bekannte Mist.

    Immer wieder alter Wein in neuen Schläuchen; strategische Kommunikation zum Schaden des Radfahrers, zum Nutzen der Motorisierten. Diese Schläuche verdienen es langsam mal, auf eine Zeitleiste aufgetragen zu werden, um so deren Verwender ein weiteres mal der Lüge zu überführen. Wem was dazu einfällt, immer her damit, dann baue ich das mal auf meine Webseite.

    Google zeigt ja die Suchbegriffe ebenfalls im zeitlichen Verlauf. Gibt es weitere in diesem Sinne sinnvolle Dienste?

    Die Zeit der Unschuldsvermutung ist vorüber.

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    „fehlerverzeihende Infrastruktur“, aha, so so. „Sichere Infrastruktur“ reicht nicht mehr. Vielleicht sollte ich mal eine Chronologie der Verschwurbelungsbegriffe bauen.

    Das mit dem „fehlerverzeihend“ ist doch das ideale Schlupfloch für alle Infrastrukturfreunde. Radwegeunfälle passieren dann nicht mehr wegen der prinzipiellen Schwächen von Infra, sondern weil die vorhandene Infra eben mal wieder nicht „fehlerverzeihend“ genug war. Die Illusion, es gäbe überhaupt sowas, resultiert aus dem kompletten Ignorieren der Tatsache, dass Alleinstürze in NL häufiger vorkommen und tödlicher verlaufen als in D.

    Das sehe ich aber auch schon bei „Sicherer Radweg“, oder meinetwegen „Sichere Infrastruktur“. Insofern muß „fehlerverzeihend“ ja eine Steigerung sein. Einfach nur Ersatz, Neu gegen Alt, dürfte es nicht sein, weil das Attribut Sicher nun auch noch nicht so lange in Gebrauch ist. Oder.

    Der „sichere Radweg“ war seinerzeit die PR-Antithese zur angeblich „gefährlichen Fahrbahn“, so wie die „gute Butter“ die Überlegenheit des Michfetts gegenüber der (schlechten) Margarine herausstreichen sollte. Nachdem sich die Fahrradsegregation verkehrsplanerisch als unumstrittener Standard in ausnahmslos allen Köpfen etabliert hat, geht es aber jetzt darum, den Menschen irgendwie zu verklickern, warum es trotz (wegen) der schönen Wegelchen überall immer noch so oft so schwer kracht. Hauptquelle dieser verbalen Degenfechterei ist das Marketing der angeblichen holländischen Wunder-Schutzinselchen-Kreuzungen durch den „Darmstadt-fährt-Rad“-Architekten Timm Schwendy.

    Ja, da ist was dran, obwohl ich mich wundere, das „Sichere“ nicht schon viel früher davor gesetzt wurde.

    Die Zeit der Unschuldsvermutung ist vorüber.

  • Habs zum Spaß grad mal Deepseek hingeworfen. Launig. Das Ding ist schlauer als jeder Radweg-Fan und schlauer als mancher Radweg-Gegner.

    Verfeinern kann man das dann noch mit Fragen wie „Ist eine solche Chronologie von Begriffen übliche Strategie der Desinformation?“

    Die Zeit der Unschuldsvermutung ist vorüber.

  • der Begriff "fehlerverzeihende Infrastruktur" bezieht sich allerdings auf sämtliche Infrastruktur(-Teile), nicht auf Radwege.

    Zur "fvInf" gehören auch Leitplanken. Im "Ausland" haben Lichtmaste teilweise ingebaute "Knautschzonen". An Autobahnabfahrten stehen am "spitzen Winkel" der abzweigenden Ausfahrt häufig miteinder verbundene Plastikringe, die bei einem Auffahren Energie absorbieren/umwandeln und ein "Abheben" des Autos an den Leitplanken verhindern.

    zur fehlerverzeihende Infrastruktur an Radwegen gehört nach meiner Auffassung z.B. die bauliche Gestaltung von Asphaltkanten im Übergang zu angrenzenden Grünflächen. Im übrigen hier unterschiedslos zur Kante an einer popeligen Kreisstraße. Für beide "Fahrbahnen" gilt das: wo Asphalt aufhört, sollte angrenzend kein weicher, tiefer Oberboden vorhanden sein, sondern eine Oberfläche, die ein Abkommen von der Fahrbahn nicht direkt mit einem Verreißen des Lenkers / Sturz wegen Aufhängens an der Fahrbahnkante quittiert.

    Ich bin daher der Meinung, dass man "fvInf" nicht verteufeln sollte, nur weil auch Radwege davon betroffen sind. Radwege, die z.B. auch Bahntrassenradwege sein können oder "quer-durch-den-Wald"-Radwege, wo weit und breit keine Straßenalternative verläuft, die also sehr wohl guten Gewissens und ohne die üblichen Einmündungs-Gefährdungen auf längeren Strecken genutzt werden können. :/

  • Jo jo. Ich verteufele auch nicht die Begriffe, sondern jene, die sie zu meinem Nachteil verwenden, vermurksen, vertricksen. Eben genau das seit langer Zeit deutlich sichtbare, es fällt ja sogar mir auf. So werden wir auch sehen, wie man „fehlerverzeihende Infrastruktur“ verwendet, wenn es um Wegelchen bzw. Radfahrer geht. Bisher setze ich 10 € auf Thomas. Man müßte schon einen Stock im Arsch haben, um lautere Absichten zu vermuten.

    Die Zeit der Unschuldsvermutung ist vorüber.