Beiträge von Fahrbahnradler

    Also ich kann dem Artikel 20 kein Verbot von Doppelfunktionen entnehmen.

    Mit Füßen getreten wird allerdings der Anspruch, ein "sozialer" Bundesstaat zu sein.

    Und generell ist die Einschätzung, die in Artikel 20 genannten Organe seien eher ausführende Organe der wirklich herrschenden Klasse, wohl dichter an der Wirklichkeit als das, was man uns in Gemeinschaftskunde als richtige Antwort vorgegeben hat.

    Seltsamerweise gibt es in Deutschland offenbar noch nicht mal genügend Leute, um die im Grundgesetz vorgeschriebene Gewaltenteilung zu gewährleisten.

    Etwa die Hälfte der Bundesregierung sitzt "nebenbei" im Bundestag, u.a. die Kanzlerin selbst. In den Landesparlamenten siehts vermutlich nicht anders aus.

    Ich muss immer laut lachen, wenn einer von denen irgendwo erwähnt, er hätte eine "Gefahr für die Demokratie" erspäht.

    Oh, das geht noch krasser. Nehmt eine beliebige britisch-karibische Republik. Da gibt es dann sowas wie: 15 Einerwahlkreise, 7 Regierungsmitglieder, die per Verfassung dem Parlament angehören müssen. Ergebnis: Partei A gewinnt mit 45 % Gesamtstimmenanteil 13 von 15 Wahlkreisen, Partei B mit 40 % Gesamtstimmenanteil 2 Wahlkreise, Partei C mit 15 % Null. Im Parlament sitzen dann: 1 Premierminister, 6 weitere Minister, 6 weitere Mitglieder der Regierungspartei, 2 Oppositionsabgeordnete.

    Dafür waren die Öffnungszeiten oft erbärmlich.

    Es waren mal 140.000 Briefkästen, Stand 2011 waren es 108.000. Bei massiv gesunkenem Briefaufkommen.

    Das ist falsch. Die Bundesnetzagentur hat festgestellt, dass die heutige Post schneller zustellt als die alte Bundespost.

    Öffnungszeiten 8 bis 18 Uhr waren erbärmlich? Bei Dutzenden von Ämtern in Hamburg? Wo kann ich mich heute melden, wenn ich einen Brief, der angeblich nicht zugestellt werden konnte, schnellstens abholen will?

    Zahl der Briefkästen 3. Quartal 2020: 108.846. Davon mit letzter Leerung Mo-Fr nach 12 Uhr: 46.663 Briefkästen. Und auf die kommt es an. Früher: Post war vor 11 Uhr da, Briefkasten um die Ecke wurde um 17:30 / 18 / oder sogar 20 Uhr geleert, da konnte man die Antwort noch am selben Tag abschicken. Bei Zustellung um 14 Uhr und letzter Leerung um 11:30 geht das logischerweise nicht.

    Und die Statistik zum letzten Punkt würde ich gerne sehen. Meines Wissens hat die DPAG auch schon mal "zugestellt" gemeldet, wenn der Brief bei denen im Sortierzentrum eintrudelte, aber gar nicht am selben Tag in die Zustellung ging. Und mich als Kunden interessiert der Vergleich: Brief bei Büroschluss um 18 Uhr in den Kasten geworfen - wann kommt er an? Früher: x+1. Heute: x+2. Und da haben wir von ausfallenden Montagszustellungen noch gar nicht geredet.

    Ein weiterer Service wurde auch eingestampft: Die "Uhr" am Briefkasten. Der Abholer musste die Drehscheibe mit den verschiedenen Leerungszeiten von Hand betätigen, sodass "nächste Leerung am ... um ..." zu sehen war. Da konnte man, wenn man mit dem Brief um 17:35 am Kasten ankam, sofort erkennen, ob die Leerung um 17:30 schon stattgefunden hatte (dann wurde so etwas wie "20 Uhr" angezeigt, oder ob sie noch ausstand.

    Aber auch

    - der Laden der für ein längeres Telefonkabel 20 Jahre lang jeden Monat 50 Pfennig abgegriffen hat

    - für ein Tastentelefon extra Geld wollte und auf dem freien Markt gekaufte Endgeräte lange Jahre mit Anschlußverbot belegt hat

    - selbst unverschämt teure Modems mit unterirdischer Bandbreite (1200/75 Baud anyone) verkauft hat und gleichzeitig Käufer von Modems auf dem freien Markt mit Beschlagnahmungen von Kundenkarteien (Atelco) und anschließenden Hausdurchsuchungen durch die Polizei 'bespasst' hat, obwohl jedem Techniker zu 100% klar war, dass diese Geräte keinerlei Schaden anrichten.

    - der Laden mit den vermutlich meisten Alkohlkranken (Bei der Bundespost war 1981 bei 360 von 643 Dienstverfehlungen Suff im Spiel, eine Quote von 56 Prozent. - https://www.spiegel.de/politik/blas-r…7?context=issue )

    Das ist jetzt die Abteilung Telekom. Davon war nicht die Rede, es ging um die Abteilung Deutsche Post AG.

    Ich weiß ja nicht, von welcher Post Du redest, aber die Bundespost war:

    - erreichbar (man wusste, wo das Postamt lag, und wenn es mal Probleme gab, ging man da hin; heute: Call Center und Tohuwabohu)

    - mit qualifizierten, verlässlichen Zustellern gespickt, nicht mit Aushilfen; gilt auch für die Sortierung. Ein Brief, bei dem die Hausnummer 48 statt 84 draufstand, kam damals an - heute nicht

    - als Staatsbetrieb erkennbar (die Briefkästen wurden nicht von unrasierten Leuten im abgerockten Sprinter mit "BG" oder "PL" auf dem Nummernschild geleert; gleiches gilt für das Auffüllen der Verteildepots am Straßenrand)

    - schnell (x+1 klappte auch bei letzter Leerung um 20 Uhr, während es heute bei letzter Leerung 16:30 schon mal schiefgeht; Geheimnis: es gab Postzüge und Postwagen in Nachtzügen, in denen Bundespostler die Briefe während der Fahrt sortierten - diese Wagen hatten übrigens Briefkastenschlitze, man konnte da nachts noch was einwerfen)

    - präsenter: es gab viel mehr Briefkästen als heute. Zu den Zeiten der letzten Leerung siehe oben. Und es gab viele Briefkästen mit Sonntagsleerung. Heute in ganz Hamburg: vielleicht 3 oder 4?

    Ich hatte im Bundestagswahlkampf 1980 das Vergnügen, in Sonthofen mit einigen Hundert Laientheaterdarstellern vom Ortspfarrer und der Straußjugend blockiert zu werden. "Euch hat man vergessen zu vergasen!" schrie es aus den Reihen der Blockierer, was weder die anwesende Polizei noch der CSU-Abgeordnete Ignaz Kiechle als kritikwürdig empfanden. Da hatte die Napola wohl Spuren hinterlassen ...

    Auch wenn kein Radfahrer dabei war: die Meldung ist mal wieder voll von "Framing":

    https://www.mopo.de/hamburg/polize…letzte-38223240

    Zitat

    Nach ersten Angaben der Polizei befuhr ein Bus der Linie 5 die Hoheluftchaussee Richtung Niendorf. Kurz vor der Kreuzung Troplowitzstraße versuchte zeitgleich ein Mercedes-Fahrer auf der Busspur zu wenden.

    So weit, so neutral. Dran gehängt wird auch:

    Zitat

    Der genaue Unfallhergang ist noch unklar.

    Aber dann:

    Zitat

    Der Busfahrer sah den Wagen zu spät

    und:

    Zitat

    Linienbus kracht in Mercedes

    Kennt man ja: Man befährt den exklusiven Sonderstreifen, als einem ein Pkw derart überraschend vor die Schnauze zieht, dass man keine Chance hat - und dann liest sich die Meldung so, als sei man Täter und der Pkw-Fahrer das unschuldige Opfer.