Beiträge von Fahrbahnradler

    Mir stand mehrmals Herr Laschet im Weg. Nämlich: 2 Meter breiter Gehweg mit Lichtmast, am Lichtmast am Boden Laschet. Quer zur Fahrt- und damit auch Laufrichtung. Da der Lichtmast nahe dem rechtsseitigen Zaun stand, hieß das: auf 1 m links zwischen Plakat und Bordsteinkante durchquetschen.

    Also habe ich Herrn Laschet um 90 Grad gedreht. Das ging drei Mal so, jetzt haben die Fußgängerhasser anscheinend aufgegeben und Laschet rechts so stehengelassen, dass er den Weg in ein modernes Deutschland möglichst wenig behindert.

    Das Youtube-Video dazu fand ich sehr interessant. Diese lächerlichen Zickereien der Autofahrer am Anfang kommen mir sehr bekannt vor.

    Und dann hat der Täter das stehende Opfer offensichtlich tatsächlich vorsätzlich umgefahren. Ich finde, da war der Richter durchaus noch milde (10 Monate Bewährung, 18 Monate ohne Führerschein, Anti-Agressionstraining). Gerade da auf einschlägige Vorstrafen verwiesen wird.

    Gut, dass er das Video erst als Joker aus dem Ärmel gezogen hat. Damit hatten die Anwälte der Aggressoren keine Chance, monatelang vorher Schriftsätze loszulassen.

    Der Zwang zum Auto - Markus Barth (steadyhq.com)

    „Zwang durch Unterlassung“, würde ich das nennen: Menschen werden durch eine völlig verkorkste Verkehrspolitik gezwungen Auto zu fahren, weil alles andere einfach maximal kompliziert und teuer ist.

    *edit: Keine Sorge, es ist Markus und nicht Mario!

    Mein Reden! Ich erinnere mich noch an die Antwort der FDP auf die Wahlprüfsteine im letzten Europawahlkampf, ob die Parteien sich für grenzüberschreitende Fernzüge, vor allem Nachtzüge einsetzen würden: "Wir wollen niemanden zwingen, ein bestimmtes Verkehrsmittel zu benutzen." Ich habe das in meinem Newsletter entsprechend kommentiert, sinngemäß: "Gerade die Liberalen müssten doch für Wahlfreiheit sein. Wo aber ist der Nachtzug von Paris nach Madrid (geblieben), der von Hamburg nach Paris" und so weiter. Wie passen Subventionen für Fluglinien mit Schikanen gegen umweltfreundliche Öffis zusammen?

    Die Verkehrsminister aus S und DK bereiten gerade eine Beschwerde bei den EU-Amtskollegen vor, weil D den geplanten Nachtzug Malmö-Brüssel mit dem famosen Argument (faktisch) verhindert, Züge mit mehr als 50 km Laufweg dürften nicht unterstützt werden. Aber Autobahnen bauen, Elon Musk noch eine Milliarde zu seinen 190 dazugeben und 20 defizitäre Regionalflughäfen sponsern ...

    Alleine auf dem Bild sind 5 [Zeichen 206] zu erkennen (eins von hinten) und 3 weitere findet man auf der anderen Seite dieses bedeutenden Verkehrsknotenpunktes. Außerdem sind an der Kreuzung noch 5 [Zeichen 240] verarbeitet worden, da der "Radweg" hier die Straßenseite wechselt und in Blickrichtung hinter der Kreuzung auf der linken Seite weitergeht. Nur auf die obligatorischen [Zusatzzeichen 1012-32] hat man erstaunlicherweise in diesem Ensemble verzichtet.

    Ich kann berichten, das ich es heute heile über diese Kreuzung geschafft habe, obwohl am Horizont schon ein herannahendes Kraftfahrzeug zu erahnen war.

    Na ja, guck mal, in diesem flachen Land mit seinen wiedererstehenden Nebeln, mit verregneten Landwegen als einzigem Abendgruß, mit einem Himmel, so tief hängend, dass Kanäle sich verlieren, mit einem Himmel, so grau, dass man ihm vergeben muss, ...

    ... da ist es doch logisch, dass man stunden-, ach was! tagelang! fahren kann, ohne einem anderen Fahrzeug zu begegnen, auch wenn man eigentlich am Montag schon sieht, wer am Mittwoch zu Besuch kommt. Da muss man doch dem desorientierten Autoler in der Einöde das stärkste Mittel an die Augen geben, das die StVO kennt - ein knallrotes Schild mit "Stop" drauf. Und den anderen umherirrenden Seelen gibt man auch welche mit auf den Radweg ...

    Und gibt es nicht in der Mancha, zwischen Orten, an deren Namen ich mich nicht erinnern mag, auch einsame Kreuzungen mit Stopschildern? Oder gar in Wyoming, im Yukon-Territorium oder im Outback?

    Das gibt es in Irland und anderswo: Transferable Vote. Man schreibt beispielsweise die "Die Partei" die 1, bei "Volt" die 2, bei "Links" die 3, bei "SPD" die 4 und bei "B90/Grün" die 5. Wenn "Die Partei" die Hürde nicht schafft, wird die Stimme zu "Volt" transferiert. Schaffen die das auch nicht, landet sie bei den Linken, und die sind drin (und hätten bei uns wahrscheinlich dann 12 statt 8 %).

    Und dann haben wir noch den offen zur Schau getragenen Egoismus:

    Zitat

    "Wer besorgt ist, soll sich halt impfen lassen. Außerdem sind ja inzwischen schon sehr viele geimpft, dadurch ist doch die Wahrscheinlichkeit viel geringer, dass ich mich infiziere."

    Eigentlich hätte man nach

    Zitat

    "Wissen Sie, ich finde, eine Impfung ist ein sehr schwerwiegender Eingriff in meinen Körper.

    aufhören können zu lesen. Oder der Interviewer hätte vielleicht entgeistert zurückgefragt: "Geht's noch?"

    Wenn ein Pieks mit Impfstoff "sehr schwerwiegend" ist, was ist dann die Amputation eines Beines, die Entfernung der Gebärmutter, die Transplantation einer Niere oder eine Chemo?

    Der tägliche Newsletter der ZEIT hat heute eine Fahrradexpedition in eine unbekannte Wildnis zum Thema:

    Zitat

    Als Kinder spielten wir oft ein Spiel, das »Verirren« hieß. Der Name war Programm. Wir fuhren mit unseren Fahrrädern bis zur völligen Orientierungslosigkeit durch die Stadt und versuchten dann wieder nach Hause zu finden. Vergangene Woche probierte ich in Hamburg eine Erwachsenen-Variante. Ich wollte mich nicht unbedingt verirren, aber zumindest meinen täglichen Zwei-Kilometer-Radius um den Hamburger Hauptbahnhof verlassen. Also beschloss ich, zum ersten Mal in meinem Leben, mit dem Rad ins Billstedter Freibad zu fahren – ohne Google Maps.Gebraucht habe ich, statt den von Google später berechneten 27 Minuten, knappe anderthalb Stunden. Dafür habe ich neue Dinge entdeckt und gelernt. Zum Beispiel, dass man sich im Hamburger Osten verdammt schnell auf einer Autobahnauffahrt statt auf einer Veloroute wiederfindet.

    Dem Filmedreher möchte man zurufen "si tacuisses" ...

    Mei, da echauffiert er sich über kleine Unebenheiten auf der "Straße", aber kein Ton über Hoppelpisten auf dem Hochbord.

    Er schürt Angst vor Überholern im Längsverkehr und stellt Radwege als sicher dar (obwohl er im gleichen Satz die Ausfahrten und die hohen Hecken anspricht).

    Kein Ton zu den Kampfradlern auf dem Gehweg, die praktisch die Farbe von den Hauswänden kratzen.

    Und dann betont er mehrfach "ja heute am Sonntag ist wenig los, unter der Woche sieht das anders aus". Ja dann zeig doch "unter der Woche", dann ergibt das Sinn ...

    Ich staune auch darüber:

    Auf der Autobahn? =O Oder hat man ihn wenigstens bis zur nächsten Ausfahrt im Peterwagen mitgenommen?

    Nun im Süden:

    Baden-Württemberg: 82-Jährige mit dem Fahrrad auf der Autobahn unterwegs
    Einmal falsch abgebogen und auf der Autobahn gelandet: So passierte es einer Radlerin in Baden-Württemberg. Die Polizei führte ein »verkehrserzieherisches…
    www.spiegel.de
    Zitat

    Die Frau sagte, sie sei der Beschilderung nach Kißlegg gefolgt