Beiträge von Fahrbahnradler

    Interessanter Beitrag. Übrigens auch deswegen:

    Zitat

    Man braucht nicht immer Millionenbudgets, allumfassende Masterpläne, Superduper-Trassen für Radschnellwege. Oft würde Verkehrsplanern schon etwas Liebe zum Detail helfen sowie die Erkenntnis, dass man auch als Radler nicht aus Jux und Dollerei unterwegs ist, sondern wie jeder andere Verkehrsteilnehmer möglichst zügig, sicher und bequem ans Ziel kommen möchte.

    Hier steckt nämlich der Hase im Pfeffer. Bei solchen "einfach, preisgünstig, schnell" verdienen doch die Berater nix, und dem Schutzheiligen der Verkehrsminister, dem Sanctus Corruptius, kann man keine Almosen zukommen lassen.

    Und vor allem: wenn das Schule macht, dann wollen das alle - und da das Geld für alle reichen würde, würden die das auch alle haben können ...

    Für das Letzte gibt es ein schlagendes Beispiel: die Neubaustrecke (Erweiterung auf 4 Gleise) Karlsruhe-Freiburg.

    Grob gesagt gab es vier Möglichkeiten:

    a) bestehende Trasse von 2 auf 4 verbreitern (Problem: die Dörfer und Städte mittendrin);

    b) neue Trasse, z. B. neben Autobahn oberirdisch (Problem: auch da geht's um Lärmschutz und Kreuzungen mit Verkehrswegen)

    c) Tunnel bohren (es geht ja um Güterzüge, da muss keiner die Landschaft genießen)

    d) neben der Autobahn, neben der alten Trasse oder frei durch die Landschaft einen Graben ziehen, 2 Gleise rein, Deckel drauf, Erde drauf, fertig (es geht ja um Güterzüge, da muss keiner die Landschaft genießen)

    Das Kostenverhältnis zwischen c) und d) ist irgendwo zwischen 4:1 und 10:1.

    Und die DB hat d) wirklich mit dem Argument abgelehnt "Wenn wir das neben der A5 machen, kommen alle anderen auch und wollen so was ..."

    Also hat man c) versucht ... und dann ist das in Rastet aber sowas von in die Grütze gegangen.

    Zieht sich wie ein roter Faden durch die Bahn-Infra. Ein paar zusätzliche Weichen in Frankfurt? Viel zu billig! Ein Tunnel unter Frankfurt muss es sein! Den Stuttgarter Hbf vielleicht nicht vergammeln lassen? Oh je, lieber einen Tunnel zwischen den Mineralquellen durchbohren! Altona renovieren? Nee, lieber einen kleineren Bahnhof in Diebsteich bauen! S-Bahn in München auf den Nordring und/oder den Südring schicken? Aber dann kann doch Firma Herrenknecht keinen zweiten Tunnel unter der City bohren.

    Mit der Summe X 200 km Stadtbahn in Hamburg installieren? Nee, lieber für dasselbe Geld 15 km U-Bahn bauen ...

    Das Blättchen des Heimatvereins berichtet auf vier Seiten über die Planung zur Tangstedter Landstraße. Bemerkenswert, dass man endlich mal deutliche Worte zu dieser Anwohnerlobby (sie nennt sich Bürgerinitiative) gefunden hat, die "Aber unsere Parkplätze!!!" schreit, das eigene Auto aus Denkmalschutzgründen nicht auf dem eigenen Riesengrundstück abstellen möchte (obwohl es dort schon viele Garagen gibt) und unter dem Motto "TaLa für alle" den Radverkehr am liebsten in Parallelstraßen in mehreren 100 Metern Entfernung verbannen möchte.

    http://www.langenhorner-heimatverein.de/rundschau/Langenhorner-Rundschau-Januar-2022.pdf

    Zitat

    Die BI schlägt vor, das bisherige, beidseitige Längsparken zu erhalten. Dies soll gelingen, indem sich der Radweg mit einer Breite von 1,17 m zwischen den Bäumen und Parkbuchten „entlangschlängelt“. Die BI verspricht sich hierdurch ein Höchstmaß an Verkehrssicherheit.

    ...

    Radfahrstreifen sind gefährlich und werden daher abgelehnt. Dass sich viele Fahrradfahrende neben großen Lastwagen unsicher fühlen, ist verständlich. Tatsächlich ist aber eine höhere Verkehrssicherheit dadurch gegeben, dass sich der Radverkehr auf Radfahrstreifen im ständigen Blickfeld der Autofahrenden befindet. Außerdem gewährleistet diese Rad- wegeführung insbesondere Menschen mit Behinderungen ein sicheres Überqueren von Rad- und Fahrbahnen.

    Eine Gefährdung des Radverkehrs durch aus- und einpar- kende und auf dem Radfahrstreifen haltende Fahrzeuge ist eher als gering einzuschätzen, weil die meisten Fahrzeuge nur wenig und nur zu bestimmten Zeiten - im Gegensatz zu Einkaufsstraßen - bewegt werden und dies auf den Rad- fahrstreifen frühzeitig erkennbar ist. Die ersten Erfahrungen mit Radfahrstreifen zwischen Wördenmoorweg und Ring 3 zeigen aus Fußgängersicht außerdem, wie entspannend das Flanieren ohne fußwegbegleitende Radwege mit allen seinen Nebenwirkungen sein kann.

    Die von der BI vorgeschlagenen schmalen und kurvenrei- chen Radwege sind nicht verkehrssicher, weil mal Bäume, mal Fahrzeuge optimale Sichtbeziehungen verhindern. Au- ßerdem sind solche Radwege wenig attraktiv für ein zügiges Radfahren und nicht inklusiv, weil körperlich beeinträchtig- te Menschen z.B. keine Dreiräder nutzen können. Die Folge wäre ein Ausweichen auf die Fußwege. Solche Radwege sind regelwidrig und mit hoher Wahrscheinlichkeit durch die Straßenverkehrsbehörde nicht „anordnungsfähig“.

    Und schließlich:

    Zitat

    Bei festgefahrenen Verhandlungen hilft oft eine Vermittlung durch eine kompetente Persönlichkeit. Am besten wäre eine Person geeignet, die über eine Expertise in Sachen Verkehr und Verkehrssicherheit verfügt.

    Der Herr Polizeirat beherrscht die deutsche Sprache nur unzureichend. Gemeint hat er vermutlich:

    "Es ist sehr erfreulich, dass die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger auf größere Zusammenkünfte verzichtet hat, obwohl die pandemische Ausnahmesituation bereits seit fast zwei Jahren andauernd" - also als Lob der Geduld.

    Und Tautotautologien wie "weitaus überwiegende Mehrheit", also dreifach gemoppelt nu ja.

    Ich bezog mich auf dieses Textpassage:

    Zitat

    „Der Kraftfahrzeugfahrer, der aus der Brunnenstraße oder Langenstraße auf die Bundesstraße 51 abbiegen möchte, rechnet nicht mit einem von rechts kommenden Radfahrer auf dieser Nebenanlage oder kann ihn aufgrund der Bebauung auch erst sehr spät erkennen, wodurch es zu gefährlichen Situationen kommen kann.“

    Aber aus der anderen Richtung kommend, rechnet er beim Abbiegen mit Radfahrern von rechts?

    Zitat

    Marco Deinert (60) ist über die Verkehrs-Situation in Tempelhof erschrocken. Noch weniger Parkplätze sind für ihn undenkbar: „Letztens habe ich 1 Stunde und 43 Minuten gesucht, um einen Parkplatz zu finden.“

    In 1 Stunde und 43 Minuten komme ich mit dem ICE von Berlin bis nach Hamburg. Mit dem Fahrrad von Tempelhof quer durch Berlin. Zu Fuß wahrscheinlich immer noch bis zum Alex, wenn ich nicht gerade an jeder Dönerbude nachtanke ...

    Warum braucht der Typ sein Auto? Hat er zu viel Zeit?

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    (Danke, dass mir vor diesem Video Werbung eines Fahrradherstellers angezeigt wird ...)

    Die Stadtreinigung hat auch kleinere Fahrzeuge. Beispielsweise Größenordnung VW LT, mit Planenaufbau. Die fahren beispielsweise zu Papier- oder Glascontainern und nehmen das mit, was manche danebenwerfen oder als "Sperrmüll" danebenstellen, und dann gibt es diese Caddy-artigen Autos (von denen manche eine normale Mülltonne hinten drangeklemmt transportieren), mit denen man durch Parks und Seitengässchen fährt, um dort aufzuräumen. Diese kleinen Dinger haben aber weder weiß-rot-weiß noch gelbes Blinklicht, wenn ich mich nicht irre.

    Was mit § 35 (6) gemeint ist, erlebe ich bei der "großen Müllabfuhr": die nehmen beide Straßenseiten gleichzeitig mit und fahren/halten dazu auch schon mal ein paar 100 Meter lang auf der linken Seite.

    Die Mopo mit klarem Sprachgebrauch:

    Hamburg: Autofahrer biegt illegal ab und rammt Radfahrerin
    Am Donnerstagnachmittag ist es in Altona zu einem Verkehrsunfall gekommen. Dabei wurde eine Fahrradfahrerin von einem Fahrzeug der Stadtreinigung angefahren…
    www.mopo.de
    Zitat

    Autofahrer biegt illegal ab und rammt Radfahrerin

    Wie die Polizei auf MOPO-Nachfrage mitteilte, sei der Fahrer des Müllautos aus Richtung Sternschanze auf der Max-Brauer-Allee fahrend bei grün illegal links abgebogen. Erlaubt ist dort nur geradeaus oder rechts. Beim Abbiegen rammte das Auto die Fahrradfahrerin, die bei grüner Fußgängerampel die Straße überquerte.

    Nix mit "Radfahrerin kollidierte ... und verletzte sich" oder "Autofahrer übersah".

    Bloß die Fußgängerampel hätten sie noch präzisieren müssen. Kombiampel?