Beiträge von CKO

    Wie das dann halt so abläuft: Ich fahre auf der Fahrbahn, hinter mir im gefühlten Zentimeterabstand ein Kraftfahrzeug (interessanterweise mit Standlicht unterwegs, weswegen man keine imposanten Schattenrisse auf der Fahrbahn sieht), rechts eine Radfahrerin auf dem freigegebenen Gehweg, die etwas schneller als ich mit meinen 30 km/h unterwegs ist, links ein Radfahrer, der gleich links abbiegen will und schon mal ein paar Fußgänger angeklingelt hat. Hurra.

    Hab' ich doch gesagt: Wie zu Hause.
    Na ja, man weiß nicht, ob man lachen oder weinen soll. Leider weiß man auch nicht, wie man da wieder eine vernünftige Verkehrskultur reinbringen soll.

    Was für eine schwafelnde Antwort aus Allgemeinplätzen und Marketing-Sprech, die es offenbar nicht einmal schafft, beim "copy and paste" Worte nicht auszulassen.

    Ja, gerade wegen der Auslassungen habe ich die Antwort meinen Kollegen mal in der Mittagspause vorgelesen. Mit passender Betonung. ^^

    Aber klar, draußen auf der Straße, da soll sich der Radfahrer gerne mit einem beiläufigen Blick orientieren, was hier denn wohl gerade an Regeln gilt, nicht wahr?

    Da fühle ich mich gleich zu Hause. ;) Als meine Tochter neulich mit Halsschmerzen eine Taxifahrt mit Papa erwirkt hatte, erzählte ich ihr währenddessen, wo man mit dem Rad fahren darf, muss oder soll. (Camburger Straße, Jena). Kam kaum hinterher angesichts der wechselnden baulichen Gestaltung und Beschilderung. Worauf sie sagte: "Papa, wenn das so kompliziert ist, wollen wir nicht doch lieber mit dem Auto fahren?"

    Eigentlich hätten wir nichts dagegen, 100% regelkonform zu fahren, aber die Gesellschaft ist einfach noch nicht soweit.

    Bis dahin motiviere ich sie lieber zu vorausschauender, kommunikativer Fahrweise.

    Das ist sicher auch für Firmenkunden sehr hilfreich. Denn die Bahn mag ohnehin keine Fahrräder im Fernverkehr. Erst recht nicht auf Dienstreisen.

    Hier meine Korrespondenz dieses Sommers:

    Bitte um Ergänzung "Fahrradmitnahme" im Buchungsportal für Firmenkunden (14.08.2021)

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    zu (nicht nur) meiner Überraschung existiert die Buchungsoption „Fahrradmitnahme“ im Firmenkundenportal der DB nicht.

    Konkretes Anliegen: Dienstreise Jena-Dresden und zurück. Hinweg mit Besuch bei Verwandtschaft in zwei Radetappen, Rückweg mit der Bahn. Um zur Erhaltung des spärlichen Fernverkehrsangebots für unsere Stadt beizutragen, buche ich also den einzigen ICE, der überhaupt noch nach Jena fährt. Ich muss online buchen, da dort die Firmenkreditkarte hinterlegt ist. Und hinterher zum Reisezentrum wetzen und auf gut Glück hoffen, dass für die gebuchten Züge noch eine Fahrradreservierung möglich ist. Denn an der Service-Hotline war kein Durchkommen.

    Ich bitte Sie, die Option „Fahrradmitnahme“ auch für Firmenkunden freizuschalten, in gleicher Weise wie für Privatkunden.

    Wir leben im Jahr 2021, im April hat das Bundeskabinett einen neuen Nationalen Radverkehrsplan herausgegeben. Zu den dort formulierten Leitzielen gehören

    Arbeitgeber, die das Fahrrad zum Verkehrsmittel der Wahl für ihre Beschäftigten / für Arbeitswege machen.

    Bitte unterstützen Sie die diesbezüglichen Bemühungen von Politik und Wirtschaft und beseitigen Sie damit auch die Ungleichbehandlung der Firmenkunden gegenüber Privatkunden!

    Hallo, gibt es bei bahn.business eine Möglichkeit, online mit dem Ticket eine... | DB Service-Community
    Wie kann ich eine Fahrradmitnahme über meinen Account organisieren, oder welche Alternativen habe ich?
    community.bahn.de

    Mit freundlichen Grüßen, ...

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    Ihr Hinweis zur Buchung der Reiseunterlagen (28.08.2021)

    Ihre Nachricht vom: 14. August 2021

    Unser Zeichen: 1-142066856150

    Sehr geehrter ...

    vielen Dank für Ihre E-Mail. Wir wurden gebeten Ihnen zu antworten.

    In den letzten Wochen haben uns sehr viele Zuschriften erreicht, so dass wir erst jetzt Ihre E-Mail reagieren. Bitte entschuldigen Sie.

    Es tut uns leid, dass Sie bei der Buchung der Reiseunterlagen hatten.

    Über Ihre Anregung haben wir uns gefreut und danken Ihnen herzlich dafür. Die Rückmeldungen unserer Kunden helfen uns dabei, unser Angebot kontinuierlich zu verbessern.

    Zur Information und internen Prüfung haben wir Ihr Schreiben dem verantwortlichen Fachbereich zur Verfügung gestellt.

    Bitte zögern Sie nicht, uns Ihre Hinweise auch künftig mitzuteilen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Ihr Team vom Kundendialog

    P.S.: Für Ihre Anregungen, Lob und Kritik sind wir jederzeit gern unter 030 2970 für Sie da. Einen persönlichen Ansprechpartner erreichen Sie rund um die Uhr. Nennen Sie unmittelbar nach der Begrüßung das Stichwort Kundendialog.

    So auch bei Bild 7 von 19

    Ob das als Seitenhieb gegen die verantwortliche StVB gemeint ist? Dort fehlt nämlich das Zusatzzeichen [Zusatzzeichen 1012-32]. :S

    An so einer Stelle würde ich lieber 20? € Verwarnungsgeld für das Fahren auf der Fahrbahn riskieren als dort mein und der Fußgänger Leib und Leben zu gefährden.

    Ansonsten ist gegen die Aufklärung über die aktuellen Regeln im Prinzip nichts einzuwenden. Z.B. Nr. 4 (Für Radfahrer gilt die KfZ-Ampel, wenn keine Rad-Ampel vorhanden) und Nr. 10 (Radweg/-streifen darf zum direkten Linksabbiegen verlassen werden) sind m.E. nicht sehr bekannt.

    Als jemand, der nicht weit entfernt von den Hochinzidenzgebieten in Südthüringen und Sachsen lebt, habe ich zuletzt drei Interviews unseres Heimatsenders angehört bzw. gesehen. Drei Menschen in Verantwortung, ein Chefarzt, ein Bürgermeister und ein Pfarrer, berichten und wählen ihre Worte mit Bedacht. Versuchen, Menschen zu bewegen und gleichzeitig der aufgeheizten Stimmung im Volk entgegenzuwirken. Keine leichte Aufgabe:

    Intensivstation in Hildburghausen: Covid-Patienten sterben binnen Stunden | MDR.DE
    Die Lage auf der Intensivstation der Henneberg-Kliniken in Hildburghausen ist dramatisch. Im Interview spricht Chefarzt Thomas Eckermann über Patienten mit…
    www.mdr.de

    Oh, das am 4.12.21 veröffentlichte Interview mit dem Grimmaer OB nach dem Fackelumzug vor dem Haus der Gesundheitsministerin hat der MDR wieder entfernt. ?(

    Corona und das Erzgebirge - ein Pfarrer erzählt | MDR.DE
    Wilfried Warnat ist Pfarrer und Krankenhausseelsorger in Annaberg-Buchholz. Er sagt, der Zusammenhalt im Erzgebirge stehe in Corona-Zeiten ganz schön auf der…
    www.mdr.de

    Jetzt kommt aber nicht noch 1. Korinter 14,34,35, oder? ;)

    Das ist auch ein Klassiker, der gern zur Unterdrückung missbraucht wird. Also völlig zweckentfremdet. Wie wenn man ein Auto dazu benutzt, um z.B. Radfahrer von der Straße zu schubsen.

    Wenn man schon ein bisschen mehr soziale Kompetenz hat, dann kann man aber auch solchen Bibelstellen viel Wertvolles entnehmen. Z.B. das dort empfohlene Zwiegespräch von Mann und Frau über Gott kann so viel Vertrauen, gegenseitige Annahme und Wertschätzung bewirken, dass man einfach nur froh und glücklich ist.

    Aus dem Gedächtnis: Ist bereits dein dritter Post, der eine scheinbare (sic!) allgemeine Differenz aus anekdotisch Erlebtem sieht.

    Als ich heute Morgen auf dem Rad nochmal darüber nachdachte, da dachte ich mir: Wow, dass ein Deutschlehrer sich in seiner Freizeit die Mühe macht, so genau zu lesen, was ich schreibe, das zeugt auch von Respekt. Überhaupt ist das ein Klasse Forum, wo man sich nicht nur gegenseitig auf die Schulter klopft, sondern einander immer wieder zum Nachdenken anregt.

    Rein sachlich finde ich, dass beides seine Berechtigung hat, sowohl die Gleichheit als auch die Unterschiedlichkeit der Geschlechter zu betonen. Doch wenn man die Unterschiedlichkeit betont, steht man immer in Gefahr, überheblich zu wirken oder das andere Geschlecht abzuwerten. Da hilft manchmal nur die Klappe zu halten. ;) Noch besser aber ist es, wenn man nicht im Geringsten daran denkt, etwas Besseres zu sein. Wenn einem solche Gedanken ganz fern bleiben.

    Vielleicht beruhigt es Dich, cubernaut, ein bisschen, zu wissen, dass auch mir bereits außergewöhnlich starke Exemplare des schwachen Geschlechts begegnet sind. Zum ersten natürlich meine Mutter, die 1969 in Premnitz, dem damaligen El Dorado der Gleichberechtigung, Berufsabschluss mit Abitur gemacht hat:

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    Dann z.B. in Erfurt eine Deutsche Juniorenmeisterin im Bahnsprint, die mir in der 12. Klasse gegen Mathenachhilfe sehr nachhaltige Nachhilfe auf dem Rennrad gegeben hat. Zuletzt die Mutter einer Freundin meiner Tochter, die, alleinerziehend, letztes Jahr in Jena eine Professur bekommen hat. Ganz nebenbei ist sie Schweizer Meisterin 2020 im 24-h-Lauf und 2021 auf der "Bambini-Strecke", dem 12-h-Lauf. Seitdem sage ich mir bei allem, was unter 120 km ist: "Ist ja nur eine Bambini-Strecke." ^^

    Die Frauen mit ihren vorgeblich so spezifisch anderen Eigenschaften und Verhaltensweisen als die der Männer haben es dir aber angetan, nicht wahr?

    In gewisser Weise schon. Mich hat da neulich die umfangreiche Studie https://bast.opus.hbz-nrw.de/files/191/V184.pdf sensibilisiert. Dort wurde die Frage nach geschlechtsspezifischen Auffälligkeiten oft gestellt. Z.B. finden sich Bemerkungen wie:

    Auf der Ludwig-Wucherer-Straße (Halle (Saale)) nutzen viele Radfahrer (an einer Baustelle) zudem eine Gehwegumleitung (insbesondere Frauen) oder weichen über die Fahrbahn auf den Straßenbahngleiskörper (fast ausschließlich 18-bis 44-jährige Männer) aus.

    Auf den Straßen mit Schutzstreifen sind an Unfällen mit parkenden oder haltenden Kfz fast ausschließlich Frauen beteiligt. Im Vordergrund stehen hier Kollisionen mit den Fahrertüren im Zuge der Schutzstreifen. Diese Unfälle ereignen sich fast nur auf Straßen mit bis zu 1,0 m breiten Schutzstreifen. Die ausgeprägte Beteiligung von Frauen kann damit in Zusammenhang stehen, dass Frauen nach dem Eindruck des Erhebungspersonals auf einem der Untersuchungsabschnitte der Verfolgungsfahrten bei derart schmalen Schutzstreifen eher den rechten Bereich des Schutzstreifens belegen.

    Auch die von Th(oma)s akribisch zusammengetragenen Daten zeigen bei tödlichen Rechtsabbiegeunfällen einen signifikant höheren Frauenanteil.

    Das sind also keine Vorurteile (von denen sicher noch mehr als genug in mir stecken), sondern die Realität.

    Und irgendwie bedrückt es mich auch, dass viele, die ihre Fahrweise als eher vorsichtig empfinden, stärker gefährdet sind als ich, der gelegentlich zu hören bekommt, ein Kamikaze-Radler zu sein.

    Welche Infrastruktur hat denn den Tod des fahrbahnquerenden Joggers (mit)verursacht?

    Das ist eine grundsätzliche Frage, welche anderen Faktoren so schwere Unfälle begünstigen. Hat jemand von Euch z.B. mal versucht, eine fremde erwachsene Frau beim Vorbeifahren darauf hinzuweisen, wie leichtsinnig ihr Verzicht auf den Schulterblick ist? Welche Konsequenzen er schlimmstenfalls haben kann? Lächelndes Kopfschütteln oder Empörung bekommt man häufig zurück. Viele meinen, sie seien sicher unterwegs weil sie nicht so aggressiv fahren wie die "Kamikaze-Radler". Diese Problematik spielt in der öffentlichen Diskussion eine sehr untergeordnete Rolle, was ihr m.E. nicht gerecht wird.

    Auf der politischen Ebene ist Infrastruktur hingegen etwas, wo man sichtbar nachweisen kann, was man gemacht hat bzw. nachgewiesen bekommt, was man nicht gemacht hat. Dass nach einem tödlichen Unfall mit dem Finger auf die Verantwortlichen gezeigt wird, wenn sie überhaupt nichts gemacht haben, ist verständlich. Der Ärger darüber war ja schon länger vorhanden. Wann soll man ihn äußern, wenn nicht jetzt?

    Und wirklich kaum zu glauben, dass mitten in einer Großstadt am Flussufer Biber Bäume fällen. Ist aber so.

    Wenn man beim Fahren ein bisschen aufmerksamer für die Landschaft ist als ich, entdeckt man solches auch am Saaleradweg in Jena. Solange dort keine Luchse und Wölfe heimisch werden, geht es dem Biber gut.

    Ich spekuliere mal über den Ablauf: Radfahrerin fährt Am Friedrichshain und möchte nach links in die Friedensstraße abbiegen. Dazu wechselt sie von der Busspur auf die Fahrspur. LkW kommt mit Tempo von hinten (vielleicht mit etwas über zHg, weil er die Ampel Ecke Greifswalder noch kriegen möchte) und schafft es nicht mehr, vor der langsamen Radfahrerin zum Stehen zu kommen.

    Die Fotos in diesem Bericht, insbes. die gelb aufgemalten Spuren, sagen das gleiche:

    Tödlicher Unfall in Prenzlauer Berg - Lkw beteiligt
    In unserem Blog finden Sie aktuelle Meldungen von Polizei und Feuerwehr in Berlin und Brandenburg von Dienstag, 7. Dezember 2021.
    www.morgenpost.de

    Was dabei ignoriert wird: wenn man 10 Jahre lang grünflächenparker ignoriert, muss man nicht so tun, als wenn das mit Neuplanung anders wird...

    Ob die bei den derzeitigen Stellplätzen mitgezählt wurden? Bisher ist der Übergang vom Straßen- zum Rasenparken in der Tümplingstr. fließend.

    Das Problem ist doch, dass immer noch Einfamilienhäuser auf großen Grundstücken im ländlichen "Speckgürtelraum" finanziert werden, anstatt nachhaltig gebaute Mehrfamilienhäuser mit hoher Energieeffizienz mit guter ÖPNV-Anbindung viel stärker zu fördern. Und wenn das wer offen anspricht, dann wird ihm vorgeworfen den Deutschen das Einfamilienhaus verbieten zu wollen.

    Vor 9 Jahren habe ich mich, mit Frau und Kleinkind, bewusst für den Kauf einer Wohnung im Mehrfamilienhaus mit Fernwärme und guter ÖPNV-Verbindung entschieden, auch um nicht auf das Auto angewiesen zu sein. Die Bausubstanz ist zwar recht primitiv, dafür ersetzen die unter mir Wohnenden die Fußbodenheizung. Da ist der von Ullie gebrachte Gedanke nahe liegend.

    Da Jena mit 110000 EW nur eine sehr kleine Großstadt ist, hält sich der Speckgürtel in Grenzen. Und es wurden und werden hier viele neue Mehrfamilienhäuser, vorzugsweise würfelförmig, gebaut. Der Flächendruck ist sehr hoch, sodass die höhere Energieeffizienz wohl eher ein angenehmer Nebeneffekt ist.

    Es scheinen nicht allzu viele Menschen ökologischen Gesichtspunkten einen hohen Stellenwert in ihren persönlichen Lebensentscheidungen zu geben, hier im Forum aber bestimmt mehr als im Durchschnitt des deutschsprachigen Raums.

    Ja, derselbe D. Müller. Besonders philosophisch hat er nicht geklungen mit seiner Botschaft:

    "Als Radfahrer ist man nirgendwo sicher. Am besten an jeder Kreuzung / Einmündung anhalten und warten, bis alle Autos weg sind oder deren Fahrer einem freundlich zunicken. Schließlich ist man der Schwächere."

    Survival of the fittest - das ist unsere Kultur.

    Ich denke, zur Lösung des Problems muss man die Polizei einbeziehen, denn sie ist Teil des Problems.

    Unglaublich! Mit D. Müller habe ich auch gesprochen. MTL: Kannst Du mir bitte den Text des Artikels zukommen lassen? Zu diesem Unfall gab es gar keine Pressemitteilung. Da war vielleicht einer der Reporter selbst Augenzeuge. Solveig Selzer überlegt übrigens, im nächsten Jahr eine kritische Veranstaltungsreihe zur Verkehrskultur und der Rolle der Polizei zu organisieren.