Beiträge von CKO

    Die ausführliche Antwort in dieser Meldung ist wirklich aufschlussreich.

    Einerseits lobenswert, dass die StVB auf kreative Weise versucht hat, vermeidbaren Unfällen vorzubeugen.

    Andererseits irgendwie dekadent, dass sie das Gehwegradeln als völlig normal (quasi legal) hinnimmt.

    Ich bin ja gespannt, ob wir auf linksseitigen Gehwegen irgendwann mal die Kombination [Zeichen 239] [Zeichen 254] vor bekannten Unfallstellen zu sehen bekommen.

    Rigide S-Pedelec-Regelung: Bloß kein Auto-Ersatz!

    Dazu hat jemand aus meinem Bekanntenkreis, tägl. Arbeitsweg 10 km pro Strecke (Lobeda <-> Stadtroda) mit Marke Eigenbau kräftig Futter geliefert:

    LPI-J: Schneller als die Polizei erlaubt
    Saale-Holzland-Kreis (ots) - Ein 34-Jähriger aus Jena wurde am Mittwochabend einer Kontrolle unterzogen. Hintergrund der Maßnahme war, dass der junge Mann…
    www.presseportal.de

    Ich hatte ihn aus der Polizeimeldung sofort erkannt und seiner Frau mein Beileid ausgesprochen. Der Fall wurde am folgenden Wochenende auch im Radio ausgebreitet (MDR).

    Da MTL hierzu nachgefragt hat:

    CKO
    23. April 2022 um 00:39

    Die Spuren im Mängelmelder:

    Streichers Rundumschlag

    Diese Meldung (nicht von mir) wurde am 6.4 verfasst, und am 8.4 "unbearbeitet" veröffentlicht. Am 7.4. meine Mail:

    Zitat

    Sehr geehrter Herr ..,

    vor nunmehr fast einer Woche wurde vermutlich durch die Firma Streicher eine Vollsperrung des Geh-/Radwegs Oberaue stadtauswärts beschildert:

    Wie wir am Dienstag von Frau Z. erfuhren, handelt es sich dabei um eine Kompetenzüberschreitung der Baufirma. Die Bauarbeiten auf der nunmehr gesperrten Strecke sollen frühestens im August beginnen.

    Wenn dem so ist, so bitte ich Sie, kraft ihres Amtes die Entfernung der VZ 254+259 sowie der im Zuge dessen aufgestellten Umleitungs- und Sackgassenschilder zu bewirken.

    Mit freundlichen Grüßen

    Die VZ 254+259 wurden noch am gleichen Tag entfernt. Für Umleitungs- und Sackgassenschild habe ich mich am 13.4. aufgerafft, nochmal zu mailen. Dann wurden auch diese umgehend entfernt.

    Ich habe der Landeshauptstadt nun vorgeschlagen, den Baufirmen endlich mal die Verkehrszeichen wegzunehmen. Denn das sind nun wirklich gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr.

    Den Vorschlag muss ich mir merken. ;)

    Wenn sich jemand fragt, wo die Radfahrer herkommen, die dann in München vom Himmel fallen: Die heben hier in Jena ab.

    Da unser Mängelmelder oft ein bis drei Tage bis zur Zustellung braucht, schreibe ich in solchen Fällen gleich eine Mail an diejenigen, die kraft ihres Amtes die deplatzierten VZ entfernen können. Bei Jenas Größe mit knapp über 100.000 EW funktioniert das sogar.

    Klar erschien auch mir manches Verhalten von ukrainischer Seite überheblich. Aber die Bedrängnis ist auch extrem.

    Wenn ich bedenke, wie ich brüllen kann, wenn mir im Straßenverkehr jemand näher als 30 cm kommt. .. Ich wage kein moralisches Urteil.

    Nächsten Montag werde ich mit meiner Tochter mal 2 Stunden in der neuen Kleiderkammer mithelfen, die einige Ukrainerinnen und andere Ehrenamtliche mit Hilfe unserer Stadt auf die Beine gestellt haben: Kleiderkammer Jena: Kleidung für Bedürftige | MDR.DE

    Vielleicht bekomme ich dort nebenbei etwas mit, wie die nun oftmals getrennten Familien den Krieg emotional bewältigen. Obwohl einige Männer auch mitgekommen sind. Ab 3 Kindern hat es die Ukraine auch Männern erlaubt, mit ihrer Familie das Land zu verlassen.

    Manchen hier im Forum ist er noch als Radsport-Mäzen bekannt:

    Tinkov wünscht schnelles Ende des Krieges

    Zitat

    Mr Tinkov wrote: "Dear 'collective West' please give Mr Putin a clear exit to save his face and stop this massacre. Please be more rational and humanitarian."

    Bloß, wie soll so ein "clear exit" aussehen? Wenn Putin meint, nur dann sein Gesicht wahren zu können, wenn Krim, Donbass und das Land dazwischen de-facto zu Russland gehören.

    Da macht das hier einen realistischeren Eindruck. Leider.

    Meine Oma hätte gesagt: "Da hilft nur noch beten."

    Dafür stellt schieben aber die Verhältnisse eindeutig dar: Ich schiebe mein Rad, also klingle ich dich nicht plötzlich an einer ungünstigen Stelle beiseite und fahre dir auch nicht in die Hacken. Das halte ich an einigen Wanderwegen oder in vielen Teilen der Lüneburger Heide für eine wertvolle Art der nonverbalen Kommunikation.

    Was das Sitzenbleiben auf dem Rad aus Gründen des schmaleren Lichtraumprofils betrifft, so finde ich es oft nicht leicht, besorgten Fußgängern zu kommunizieren, dass ihnen keine Gefahr droht wenn sie es mit mir zu tun haben. Nonverbal wird es meistens nichts. Also spreche ich die Leute mitunter an, wenn sie nicht gerade grimmig gucken. Muss aber auch auf meine Tochter Rücksicht nehmen, wenn sie dabei ist. Die ist gerade in einem Alter, wo die Eltern ganz peinlich sind. ;)

    "Besonders intellektuelle Kreise, Schriftsteller, Künstler, Akademiker, Philosophen, Wissenschaftler usw. zeigten sich vom Kriegsausbruch begeistert. Sie betrachteten den Waffengang als Katharsis, als reinigende Kraft, als eine Chance zur Flucht aus einer geächteten und überdrüssig gewordenen Vorkriegswelt."

    Begeistert vom Kriegsausbruch ist hier wohl niemand. Den Krieg als reinigendes Gewitter zu deuten, das kann ich nicht. Zu viel unfassbares Leid, zu viel Zerstörung. Eher muss ich an manche Berichte meiner Großeltern denken, die den 2. Weltkrieg als Jugendliche / junge Erwachsene erlebten. "Sei froh, dass du das nicht erleben musst", sagte mein Großvater oft, als ich in genau dem Alter war, welches er in Krieg und Gefangenschaft verbrachte. Und er hat viel darüber berichtet.

    Was die politischen Entscheidungen betrifft, so wäre ich wahrscheinlich auch hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch, die Ukraine bei ihrer Landesverteidigung zu unterstützen, und der Sorge darum, dass sich der Krieg noch weiter ausdehnt. Auch die Frage, wie viel man der eigenen Bevölkerung zumuten kann, wie viel sie zu tragen bereit ist, um hohen politischen Druck auf Russland auszuüben, ist nicht leicht zu beantworten. Zumindest ein Tempolimit auf Autobahnen scheint schon mal unzumutbar zu sein. Wieder eine Steilvorlage für den ukrainischen Botschafter.

    Zu Beginn des ersten Weltkriegs hatten die zitierten intellektuellen Kreise wahrscheinlich auch nicht damit gerechnet, dass er so viel Leid mit sich bringen wird. Gab ja noch keinen Weltkrieg bis dahin. Heute gibt es ganz andere Waffen ..

    Diese menschlich düsteren Aussichten sind schon bedrückend, auch wenn ich an die Auferstehung von den Toten und das ewige Leben glaube und morgen in den Osterjubel einstimmen will.

    Aus unserem vergleichsweise sicheren Deutschland den Ukrainern zu sagen: "Ihr müsst auf Verhandlungen setzen", ist auch nicht richtig. Das wäre wie eine Steigerung mancher Äußerungen unserer Verkehrsbehörde, wenn sie mal wieder von den Schwächsten Verkehrsteilnehmern Vorsicht und Rücksicht einfordert.

    So schrecklich sie sind, sind Kriege irgendwie auch Bestandteil unserer erlösungsbedürftigen Welt. Die Grausamkeit steckt letztlich in uns allen. (Das ist als allgemeine anthropologische Aussage zu verstehen.) Deswegen hat Christus am Kreuz gelitten und ist gestorben, ein milderes Mittel käme für unsere Erlösung nicht in Betracht, da es nicht wirksam wäre. - mal im Behördendeutsch formuliert. Das kann aber nur jeder für sich annehmen, so wie es ihm möglich ist. Eine politische Forderung, dass andere durch ihr Leiden zum Frieden beitragen sollen, kann man daraus nicht ableiten.

    Allerdings kann Putin nicht von den Toten auferwecken. Weshalb es gar nicht ratsam ist, seinen eigenen Sohn für ihn zu opfern.

    Dennoch ist es beängstigend, wenn er für sein Handeln biblische Vergleiche heranzieht. Man stelle sich vor, er betrachte die Ukraine als das verheißene Land, aus welchem die "Gottlosen" zu vertreiben sind ..

    Ich weiß, das hat jetzt nichts mit Radverkehr zu tun. Obwohl auch wir mitunter erleben, von der Fahrbahn vertrieben zu werden als ob wir sie schänden würden.

    Das sehe ich auch so. Muss da an das 2. Gebot denken: Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht. 2. Mo 20.7

    Doch so ganz kann Putin auch zu Hause nicht vertuschen, dass er zahlreiche Soldaten verheizt hat.

    Doch sein Patriarch Kyrill, mit dem er schon seit KGB-Zeiten "befreundet." ist, hält weiterhin zu ihm. Was den Schaden nur vermehrt:

    'I'm shocked by my church leaders in Moscow' - priest in Ukraine
    The Russian Orthodox Church's war stance has prompted some Ukrainian priests and parishioners to cut ties.
    www.bbc.com