Genau das ist doch das Hauptargument gegen ein BGE. Die Unternehmen würden das in ihre Lohnfindung einrechnen und vom zu zahlenden Lohn abziehen. Sie wären nicht mehr dafür verantwortlich, einen auskömmlichen Lohn zu zahlen. Daher ist das BGE keine linke Wohltat, die von sozial denkenden Menschen erdacht wurde, sondern der feuchte Traum neoliberal Denkender, die das vor Jahrzehnten ausgedacht haben, um sich ihrer sozialen Verantwortung zu entziehen.
Das klingt so, als wärst du Anhänger der Phrase "sozial ist was Arbeit schafft". Meiner Meinung nach haben Unternehmen keine soziale Verantwortung. Sie sind aber verantwortlich, dass keine Umwelt zerstört wird, dass ihre Beschäftigten durch die Arbeit nicht krank werden und ein angenehmes Arbeitsumfeld haben, sie müssen Steuern zahlen, usw.
Natürlich würden Unternehmen versuchen, ein BGE in den Lohn einzupreisen; finde ich auch in Ordnung. Anderereits, wenn die Arbeiter durch ein BGE in die Lage versetzt sind, "nein" zu einem oder gar zu allen Jobs zu sagen, müssen die Unternehmer auch angemesse Löhne bieten, damit jemand die Arbeit für sie erledigt.
Wer derzeit im Niedriglohnsektor arbeitet, bekommt deutilch weniger als Mindestlohn, wenn man Sozialleistungen in die Rechnung einbezieht. Teilweise verlieren die Menschen sogar Geld dadurch, dass sie arbeiten. Arbeit lohnt sich für diese Menschen finanziell nicht, außer sie arbeiten schwarz.
Wenn man Theorien glaubt, unser Land würde tatsächlich von Unternehmen regiert, warum haben wir dann nicht längst ein BGE, wenn doch diese Unternehmen so sehr davon profitieren würden?
Mit einem BGE wäre praktisch jeder automatisch ein Aufstocker. Es würde nur nicht mehr so heißen.
Finde ich nichts schlimmes dran.