Für viele ist Radfahren also nicht einfach nur ein "Lebensgefühl" irgendwelcher grüner, sich von der Masse abgrenzen wollender, gut verdienender obere-Mittelschicht-Hipster, sondern die einzige Möglichkeit, irgendwie von A nach B zu kommen...
Für viele ist das Fahrrad auch einfach ein Verkehrsmittel, das seinen Zweck erfüllt: Schnell und stressfrei von A nach B kommen.
Mit Öffis oder PKW würde ich auf vielen meiner Strecken doppelt so lange brauchen.
Nein. Der ÖPNV sollte meiner Ansicht nach generell kostenfrei und völlig über Steuern (auf hohe Einkommen, Unternehmensgewinne, Erbschaften und Kapitaleinkünfte) finanziert werden.
Idealerweise wäre das so. Aber zumindest in Hamburg sind trotz der Fahrpreise zu Stoßzeiten die Busse und Bahnen überfüllt. Kostenloser ÖPNV würde das nur noch schlimmer machen. Außerdem ist immer zu befürchten, dass kostenloser ÖPNV den Radverkehr kannibalisiert. Ach, du kennst diese Argumente eh alle.
Es gibt viel zu viele KFZ. Die Zahl muss drastisch verringert werden. Man kann das über Anreize versuchen zu lösen, aber dafür sind viele Menschen zu bequem. Man kann es über Verbote lösen, aber gerade die Reichen finden immer Möglichkeiten, sowas zu umgehen. Und poitisch sind Verbote derzeit nicht hoch im Kurs. Oder man löst es über den Geldbeutel. Das trifft natürlich zuert die mit wenig Geld.
Man könnte nun Prestigeobjekte (SUVs, viele PS, usw.) extrem hoch besteuern. Kleinstwagen könnte sich die breite Masse leisten. Aber dadurch würde die Menge der KFZ kaum sinken.
Parkplätze verringern und Parkplatzpflicht (KFZ-Besitz nur wenn den auch irgendwo hinstellen kann) einführen? Reiche können sich auch Parkplätze leisten. VIelleicht könnte ein Teil der Parkplätze solidarisch vergeben werden.
Man kann das Thema drehen und wenden wie man will. Wenn man weniger KFZ will, dann wird es immer zuerst die treffen, die wenig Geld haben. Das finde ich grundsätzlich auch in Ordnung, aber für diese Menschen braucht es Alternativen. Z. B. einen gut ausgebauten ÖPNV. Oder Fahrrad oder E-Bike.