Beiträge von Gerhart

    Hab's gerade mal überflogen.

    Sonderlich viel neues ist nicht drin.

    * KFZ müssen mit 1.5m (2m außerorts) nicht-KFZ überholen. Bußgelder wurden nicht angepasst, also weiterhin 35€ bei Unfall

    * Geh- und Radwege zuparken kostet 55€ (einfacher Verstoß) bis 100€ (bei Sachbeschädigung).

    * KFZ >3.5t dürfen nur mit Schritt-Tempo abbiegen, sonst 70€ Strafe. Scheinbar keine Steigerung bei Behinderung,Gefährdung,Unfall,Tötung.

    * Zeichen für Rad-Zonen und Rad-Schnellwege

    * Grünpfeil für Radfahrer

    * Es kann verboten werden, einspurige Fahrzeuge zu überholen

    Ja, lasst uns alles schön neoliberal weiterhin über den Preis / Markt regeln... Aber so wird ja unweigerlich mal wieder klar, wie es im Kapitalismus läuft: Wenn du über viel Geld verfügst, darfst du dir den Luxus leisten, völlig überdimensionierte Mistkarren zu fahren - oder dich auch ordnungswidrig zu verhalten.

    Der Markt regelt vieles recht gut. Aber man braucht trotzdem Eingriffe durch Gesetze, Steuern, usw.; der Markt wird sich dann darauf einstellen.

    Dass man sich mehr leisten kann, wenn man mehr Macht/Geld hat, ist nicht nur im Kapitalismus so, sondern zum Beispiel auch in absoluten Monarchien. Eigentlich in jeder Gesellschaftsform außer in solchen, in denen alle dasselbe haben. Ich empfinde Ungleichheit (soweit nach unten und oben sinnvoll begrenzt!) aber generell als wünschenswert. Für irgendwas muss Reichtum doch gut sein! ;)

    Natürlich sind auch hier wieder die mit dickeren Brieftaschen im Vorteil, denn die bezahlen so ne Knolle aus der Portokasse.

    Strafen müssen abschreckend sein. Häufig sind sie es nicht. Entweder passt man Geldstrafen an Einkommen/Vermögen an, oder man bestraft anders, z. B. Zeitstrafen: Wer sein Auto falsch parkt, muss ne Stunde Nachsitzen.

    Und...!? Das sollte Öffi- oder Radpendler doch richtig freuen? Denn die kriegen gemessen an den Kosten sogar noch mehr raus, als sie ausgeben. Im Gegensatz zum Autofahrer.

    Ich meine das gilt erst ab 50km, ist für meine Radpendelei also egal.

    Typisches Beispiel für den tendenziell unsozialen "Steuerungseffekt": Einem Niedriglöhner oder auch Azubi, die nicht nennenswert über den Grundfreibetrag + Werbungskostenpauschbetrag kommen, nützt das überhaupt nix. Die zahlen aber nun beim Tanken mehr, ohne dafür an anderer Stelle eine (minimale) Entlastung bei der ESt zu erhalten. Aber sowas (Sozialpolitisches) interessiert grüne Weltenretter ja eh nicht...

    Das System funktioniert doch nur, weil kaum jemand weiß, wieviel Steuern er zahlt. Frag doch mal einen Niedriglöhner, was ihm an ESt. abgezogen wird. Bei 1470€ Bruttolohn im Monat (Mindestlohn bei 160h): sind das mehr oder weniger als 100€ ESt. pro Monat? Die allermeisten werden doch deutlich über 100€ tippen! Tatsächlich sind's um 65€ rum.

    Das System ist zwar logisch (zu versteuerndes Einkommen wird gesenkt), aber unsozial. Lieber sollte man solche Aufwendungen von der Steuer abziehen dürfen.

    Wir schweifen, wieder einmal, ab. Von SUV zu sozialer Gerechtigkeit :)

    Es ist alles erlaubt, was nicht verboten ist, und das ist auch gut so.

    Es gibt keinen guten Grund, größere Autos zu verbieten. Also ist es erlaubt.

    Andererseits kann man Verhalten steuern, zum Beispiel über Steuern.

    Steuern für Abmessungen, für Gewicht, für Umweltschäden.

    Und es gibt auch keine Pflicht, massenhaft Parkplätze für große PKW vorzuhalten. Wer seine Riesenkarre wegen Platzmangel falsch parkt muss Bußgeld zahlen oder dem wird sie abgeschleppt.

    Über Kosten und Komfortverlust könnte man das Problem stark reduzieren, so dass nur noch wenige sowas kaufen. Aber wird natürlich nicht gemacht im Autoland.

    Die KFZ-Steuer soll nun wohl für manche PKW steigen (weiß jemand wieviel?), andererseits wird die Pendlerpauschale um satte 17% angehoben.

    Und zwar nicht nur in Form von generell maximal Tempo 80 auf Landstraßen, sondern in der Form von generell maximal Tempo 60 auf Landstraßen!

    Für 40km Landstraße braucht man rechnerisch:

    - 24min bei Tempo 100

    - 30min bei Tempo 80

    - 40min bei Tempo 60

    Bei 6 Minuten Fahrtverlängerung sagt ein Pendler vielleicht noch nicht viel. Bei 16 Minuten wird der auf die Barrikaden gehen und nächstes mal "Autos für Deutschland" wählen.

    Man kann's auch anders rechnen: Wenn es 1_000_000 solche Pendler gibt und jeder verliert 2x am Tag 16 Minuten Lebenszeit, sind das 32_000_000 Minuten pro Tag. Oder umgerechnet 61 Jahre. Durch so eine Maßnahme bringst du also jeden Tag einen Menschen um.

    Wie viele Tode werden durch Tempo 80 bzw. Tempo 60 verhindert?

    Also ich als Radfahrer habe auch ein Interesse daran, dass Fußgänger nicht einfach so eine Straße queren.

    Wegen mir können die das gerne tun. Wenn man die Fußgänger sehen kann und genügend Platz zum Reagieren+Ausweichen ist, gibt es da eigentlich keine Probleme. Die Fußgänger (so wie alle anderen auch) müssen nur darauf achten, sich erwartbar zu verhalten und nicht unnötig im Weg rumzustehen, der Fahrverkehr muss sich dann damit abfinden.

    Dazu die Originalquelle: https://www.allianz-pro-schiene.de/presse/pressem…n-des-verkehrs/

    Die Studie (dort verlinkt) wurde von "Allianz pro Schiene" in Auftrag gegeben. Entsprechend muss man die Studie mit Vorsicht genießen. Und diese Pressemitteilung sowieso.

    Externe Kosten für den gesamten Verkehr sind angeblich knapp 150€/Person/Monat; 95% davon durch KFZ verursacht.

    Rad- und Fußverkehr werden in der Studie leider komplett ignoriert.

    Was Unfallzahlen angeht beschränkt sich die Studie beim Schienenverkehr auf den Durchschnitt der letzten 10 Jahre. D.h. "Eschede" ist da nicht drin. Scheinbar werden auch nur die Insassen von Schienenfahrzeugen gezählt, aber nicht die Menschen, die von diesen getötet werden. Kommt ja ab und an mal vor, dass es an Bahnübergängen zu tödlichen Unfällen kommt.

    Feste Stationen sollen es also werden. Während Autos weiterhin praktisch überall stehen dürfen.

    Das Problem lässt sich lösen: Flächendeckende Parkraumbewirtschaftung die immer teurer wird. Zugleich Verringerung des Parkraums. Bei Bedarf Parkhäuser bauen.

    Wobei ich auch keine bessere Idee habe, wie man die Dinger vom Gehweg runter bekommt. Man könnte vorgeben, dass die Dinger auf der Fahrbahn abgestellt werden müssen.

    Es gibt in den Nebenflächen meistens genug Platz. Es muss nur klar geregelt werden, wo man die nicht abstellen darf, dazu entsprechende Sanktionen.

    Und die Nutzer sollten eine Reihe Beispiele vorgelegt bekommen, was ok ist und was nicht.

    Wenn man anfängt, E-Scooter zu sehr zu regulieren, macht man als nächstes bei Fahrrädern weiter.

    Faustregel: So parken, dass der fließende Verkehr nicht behindert wird.

    Wo ich gerade die Verordnung vor mir habe:

    Zitat

    Wer ein Elektrokleinstfahrzeug führt, muss schnellerem Radverkehr das Überholen ohne Behinderung ermöglichen.

    Vielleicht sollten wir Radfahrer dagegen lautstark protestieren? Das lässt sich nämlich ganz schnell umformulieren:

    Zitat

    Wer ein Fahrrad fährt, muss schnellerem KFZ-Verkehr das Überholen ohne Behinderung ermöglichen.

    Wie sollen die das gesetzestreu bewerkstelligen, wenn das Fahrzeug beide Hände am Lenker benötigt?

    Der Verordnungsgeber fordert das nicht:

    Zitat

    (1) Wer ein Elektrokleinstfahrzeug führt, muss einzeln hintereinander fahren, darf sich nicht an fahrende Fahrzeuge anhängen und nicht freihändig fahren.

    (3) Sind an einem Elektrokleinstfahrzeug keine Fahrtrichtungsanzeiger vorhanden, so muss wer ein Elektrokleinstfahrzeug führt, die Richtungsänderung so rechtzeitig und deutlich durch Handzeichen ankündigen, dass andere Verkehrsteilnehmer ihr Verhalten daran ausrichten können.

    Die Umsetzung wird eine Frage der Übung sein.