Beiträge von Yeti

    Das Problem sind die Kunden. VW hat in diesem Jahr wohl in einigen Monaten in Deutschland mehr Touran als Golf verkauft. Der Trend zu größeren und sinnloseren Autos ist ungebrochen. Soll man einem Industrieunternehmen vorwerfen, die Nachfrage zu bedienen? Wir haben keine Planwirtschaft, wo der Staat den Unternehmen vorschreiben kann, was sie produzieren sollen.

    Der Druck muss auf die Verbraucher (Autokäufer) wirken, indem ineffiziente und schmutzige Fahrzeuge höher besteuert werden und sich darüber die Nachfrage verändert. Es müssen die Alternativen stärker gefördert werden, damit die Leute gar kein eigenes Auto mehr brauchen (oder im ersten Schritt schon mal nicht mehrere pro Haushalt). Es muss bequemer und einfacher sein, auf das eigene Auto zu verzichten anstatt eines zu besitzen. Welche Regierung sollte das aber gegen die Interessen der Autolobby und der autoverrückten Deutschen durchsetzen? Das würde wohl nicht einmal passieren, wenn die Grünen bei der nächsten Wahl die absolute Mehrheit erreichen würden.

    Gestern Abend tagte der Fachausschuss für Feuerwehr, Sicherheit und Verkehr in einer öffentlichen Sitzung und wir waren mit 3 Leuten dabei.

    Beim TOP "Einwohnerfragestunde" wurde angeregt, das 20 Jahre alte Radverkehrskonzept zu aktualisieren. Der erste Stadtrat verwies auf die (bisher erfolglos) geplante Einstellung eines Verkehrsplaners, der sich dann mit dem Thema befassen solle. Bemerkenswertes Zitat: "Ohne die Fachkompetenz eines Verkehrsplaners würden wir weiter im Nebel stochern".

    Da stellt also die Stadt Stade eine eigene Verkehrsbehörde, stochert aber seit 19 Jahren im Nebel, weil ohne einen Verkehrsplaner die Fachkompetenz fehlt? Besser hätte ich es auch nicht ausdrücken können :)

    TOP 4: Es sollen Mittel in den Haushalt 2019 eingestellt werden zur Beauftragung eines Konzeptes für die künftige Radverkehrsführung in der Harsefelder Straße auf der gesamten Länge von der Hansebrücke bis zur neuen Heidesiedlung. Längere Diskussion, weil die Zuständigkeiten geklärt werden müssen. Südlich der B73 ist die Harsefelder Straße eine Landstraße.

    https://goo.gl/maps/4MG5ntDyRam

    TOP 8: Die Stadt Stade soll die Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen Niedersachsen beantragen (WITZIG!). Der Ratsherr der Grünen stellt ganz richtig fest, dass Stade bislang noch nicht fahrradfreundlich ist. Beschluss des Stadtrates nötig, weil die Verwaltung mit einer Mitgliedschaft neue Aufgaben übernehmen muss.

    TOP 10: Die Bürgermeisterin lässt verkünden, was man im vergangenen Jahr schon alles für den Radverkehr getan hat. Dazu zählen ernsthaft so tolle Dinge, wie die Aufhebung der Benutzungspflicht auf einem linksseitigen 50m langen und gerade einmal 0,85m breiten gemeinsamen Geh- und Radweg oder die Aufhebung der Radwegbenutzungspflicht auf der rechten Straßenseite, wo zuvor beide Seiten gleichzeitig benutzungspflichtig waren und jetzt nur noch die linke Straßenseite. Herrje... Es seien aber auch weitere Maßnahmen in Bearbeitung, z.B. Am Bahnhof, Neubourgstraße, An den Fischteichen und man hat sich wohl auch vorgenommen, die Thuner Straße in Angriff zu nehmen (irgendwann?).

    TOP 12: Die Gruppe FDP/ UWG/ Piraten fragt an, wie die Auslastung der Fahrradboxen am Bahnhof ist: Antwort: Auf der Stadtseite gibt es 8 freie Plätze (von 240) und auf der gegenüberliegenden Seite sind alle Plätze vergeben. 25 Interessenten stehen hierfür auf der Warteliste.

    Ich sehe es mal positiv: 5 von 12 TOPs drehten sich um den Radverkehr. In der nächsten Woche tagt der Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung und dann sind wir natürlich auch wieder dabei. Insbesondere den TOP "Bürgerfragestunde" werden wir künftig regelmäßig nutzen 8)

    Interessant wäre auch, das subjektive Empfinden mit den Messwerten abzugleichen. Da wird man vermutlich eine große Bandbreite finden: Während manche Radfahrer bereits einen Überholvorgang mit 1,60m Seitenabstand als "Nahtoderlebnis" empfinden, sind andere vermutlich unempfindlicher. Einige empfinden es ja bereits als zu gefährlich, dass sie überhaupt auf einer Fahrbahn von Kfz und LKW überholt werden.

    Mir persönlich macht es mittlerweile nicht mehr viel aus, wenn ich mit weniger als 1,5m Abstand überholt werde, solange der Abstand konstant bleibt und der Überholer nicht vor mir dicht macht. Viele Autofahrer unterschätzen vermutlich meine Geschwindigkeit und daher kommt es regelmäßig zu knappen Überholmanövern, die nicht rechtzeitig vor dem Gegenverkehr beendet werden. Und es kommt natürlich regelmäßig zu völlig sinnlosen Überholvorgängen, nach denen der Überholer an der nächsten Kreuzung/Ampel sowieso wieder vor mir steht.

    Parkplätze und Abstellmöglichkeiten für Fahrräder gibt es ringsum eigentlich genug. Ich glaube, dass die Leute einfach genervt waren, dass ständig ihre Ausfahrt blockiert war, denn das sieht ja auch nicht nach einer offiziellen Beschilderung aus.

    Hier: https://www.google.de/maps/@53.62932…m/data=!3m1!1e3

    Die Straße Stadersand-Brunshausen ist auch von der Stader Elbstraße her kurz hinter der Deichdurchfahrt mit [Zeichen 240][Zusatzzeichen 1020-30] bezeichnet, was wohl so viel bedeuten soll wie [Zeichen 260][Zusatzzeichen 1020-30] und nicht, dass Anlieger auf der Fahrbahn fahren dürfen ;)

    https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.radfahr…1a10ea9acd.html

    Bei Facebook kursieren auch noch Bilder, wie die Kinder fröhlich neben den Kuscheltieren in entgegengesetzter Richtung über den roten Teppich fahren und es wurde auf Nachfrage bestätigt, dass das dort nicht nur erlaubt, sondern vorgeschrieben ist. Im Artikelbild sieht man am oberen linken Bildrand noch einen Teil des [Zeichen 240] und kurz dahinter ein [Zeichen 239]

    Zitat

    „Nur baulich geschützte Radwege bringen wirkliche Sicherheit“, sagt Wittich.

    Herrje...

    *edit: Warum heißt es in der Zeitung eigentlich immer "Drahtesel"? Wenn es um Autos geht, schreiben sie ja auch nicht "Töff-töff"

    Manchmal wären es einfach nur Kleinigkeiten... :(

    *edit: der Text rechts unten stammt aus dem Radverkehrskonzept von 1999. Der Weg ist inzwischen asphaltiert worden (was man im Herbst unter dem ganzen Laub aber kaum merkt), aber die nutzlosen Poller, die einfach dauerhaft umgeklappt sind, gefährden dort die Radfahrer bis heute.

    Okay. Alternativ könnte ich mir auch [Zeichen 240][Zusatzzeichen 1022-10] vorstellen. Das Zusatzzeichen nimmt den Radverkehr vom Gebot aus. Sieht zwar blöd aus, wäre aber praktikabler als die kritisierte Kombi.

    Müsste halt in der StVO definiert werden und dann könnte man auch ein allein stehendes [Zusatzzeichen 1022-10] auf der rechten Seite so definieren.

    Das wird ja schon gemacht, z.B. hier, rund um den Flughafen Finkenwerder: https://goo.gl/maps/UfZ7NXHG1782

    Nur wenige Fußgänger, wenig und gut einsehbare Ausfahrten. Oft wird an solchen Wegen ein [Zeichen 240]aufgestellt, damit man ihn überhaupt benutzen darf (dann allerdings auch benutzen muss).

    Es fehlt eine rechtssichere Methode, gemeinsame Geh- und Radwege ohne Benutzungspflicht zu kennzeichnen. [Zeichen 239][Zusatzzeichen 1022-10] ergibt außerorts überhaupt keinen Sinn. Wenn ich mich mit Schritttempo fortbewegen möchte, gehe ich zu Fuß. Dass man auf gemeinsamen Wegen auf Fußgänger besondere Rücksicht nehmen muss, haben auch nicht alle begriffen, das muss besser gehen. Aber warum soll ich auf freier Strecke Schritttempo fahren, wenn weit und breit außer mir niemand da ist? Das ist doch realitätsfern.

    Lasst doch mal die Kirche im Dorf. Wenn die Polizistin in Ausübung ihres Dienstes auf einem Radweg steht, dann darf man sie nicht über den Haufen fahren. Wer darauf besteht, beim Ausweichen nicht auf dem Gehweg zu fahren, fährt entweder auf die Fahrbahn oder schiebt das kurze Stück über den Gehweg.

    Das touristische Epizentrum von Stade, der Fischmarkt, ist tagsüber auch noch für den Autoverkehr frei. Ist zwar als verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen, aber das funktioniert eher so mittel. In einer Zufahrtstraße wird um 20:00 Uhr ein Poller hochgefahren, aber es gibt noch einen anderen Weg auf den Fischmarkt, über den die Fußlahmen dann anreisen oder einfach nur im Kreis fahren, um ihren Geltungstriebwagen vorzuführen.

    Auf dem Platz selbst ist eingeschränktes Halteverbot mit Z286, aber das kümmert niemanden. Der größte Fürsprecher ist die ansässige Gastronomie und da setzt es bei mir aus: An einem schönen Sommerabend sitzen 500 Leute in der Außengastronomie. 10 von ihnen sind mit dem Auto gekommen und 490 sind von den Autos genervt. Welcher "Schaden" würde entstehen, wenn man den Platz abends komplett für den Autoverkehr sperren würde?

    Diese Argumente gab es in der Vergangenheit wohl bei der Einrichtung jeder einzelnen Fußgängerzone.

    Trotzdem würde ich nicht verallgemeinern, sondern man muss das Umfeld betrachten. Wenn es in bequem erreichbarer Entfernung alternative Einkaufsmöglichkeiten gibt, wo die Leute mit dem Auto hinfahren können, kann der Schuss auch nach hinten losgehen. Vor allem ein Problem in Kleinstädten, wenn am Stadtrand große Einkaufszentren entstehen. Für die Kundschaft, die aus der Umgebung ohnehin mit dem Auto kommt, ist das dann die bequemere Alternative. Dort, wo meine Eltern wohnen, ist genau das passiert: Immer mehr Einkaufszentren am Stadtrand und Tote Hose in der Innenstadt. Jetzt überlegen sie dort, die Fußgängerzone wieder aufzuheben und dann wird die Innenstadt noch unattraktiver.

    Für die Attraktivität der Stadtzentren ist es nicht wichtig, dass man direkt vor jeden Laden mit dem Auto fahren kann, sondern dass man dort ein Angebot und eine Atmosphäre vorfindet, die es vom Einkaufszentrum am Stadtrand abhebt.

    Ich halte das für ein falsches Begehr, eine kurze Texteinblendung im bisherigen Video reicht. Zur Fehlerkultur gehört, daß ein Fehler als solcher erkennbar bleibt. Eine Richtigstellung in einem nachfolgenden Video bringt mehr, auch ihm an Achtung seiner Abonnenten, von denen er immerhin über eine Viertelmillion hat, was für einen Juristen mit juristischen Themen wirklich beachtlich ist.

    Man kann bei Youtube nicht nachträglich etwas in ein Video einblenden, sondern kann es allenfalls löschen und eine korrigierte Version online stellen. Solange dieses Video online ist, werden es Leute anschauen und sich später darauf berufen. Also geht es nicht anders, als das bisherige Video zu entfernen. Ehrlicherweise sollten sie es dann durch ein Video ersetzen, wo sie auf ihren Fehler hinweisen und diesen richtig stellen.

    Du dichtest immer noch etwas dazu, das ich gar nicht geschrieben habe :rolleyes:

    1. Wenn mich jemand anhupt, will er mir wohl signalisieren, dass er mich gesehen hat oder er grüßt mich, weil wir uns von irgendwoher kennen. Ich grüße dann in der Regel freundlich zurück. Da nehme ich mir gar nichts zu Herzen. Allerdings hat nicht jeder ein dickes Yeti-Fell. Wie du selbst sagst, ist es vielen Verkehrsteilnehmern sehr wichtig, auf gar keinen Fall den fließenden (Auto-) Verkehr zu behindern. Lieber parkt man auf dem Gehweg oder fährt dort Fahrrad, weil man nicht stören will. Auch dieses devote Verhalten ist das Ergebnis motorisierter Gewalt, die in den Köpfen fest verankert ist.

    2. Ich bin auch relativ entspannt, was Überholabstände angeht. Natürlich werde ich auch gerne mit ausreichendem Abstand überholt, aber ich breche bei Abständen < 1,5m auch nicht gleich in Panik aus. Viele Radfahrer machen aber einen Riesen-Bohei darum und tun so, als wären sie fast gestorben, wenn sie mit 1m Abstand überholt wurden. Keine Frage, dass es auch Grenzen gibt, wo es nicht nur unangenehm, sondern wirklich gefährlich wird, z.B. wenn nicht mit konstantem Abstand knapp überholt wird, sondern wenn es während des Überholens zur seitlichen Annäherung kommt.

    3. Selbstverständlich kostet es Geld, bestehende Regelungen zu ändern. Dass das immer "nennenswert" viel ist, habe ich nicht behauptet. Oftmals können geänderte Verkehrsregeln durch bauliche Maßnahmen unterstützt werden (z.B. eine Überleitung auf die Fahrbahn, geänderte Markierungen, Rückbau von getrennten Geh- und Radwegen zu ausschließlichen Gehwegen...). Der Polizei möchte ich hier nicht die Aufklärungsarbeit überlassen und im Übrigen kostet es auch Geld, wenn es die Polizei übernimmt, denn die hat üblicherweise auch andere Aufgaben.

    Die B73 geht am Ort vorbei und ist außerorts, auch dort, wo sie zwischen zwei Ortsteilen verläuft. Da gibt es noch einen Radweg, aber sobald du von der Bundesstraße in den Ort fährst, gibt es am Ortseingang eine Überleitung auf die Fahrbahn. Ich war da auch zuletzt im Sommer und seitdem haben sie auch an den Ortseingängen noch Schilder aufgestellt, die darauf aufmerksam machen sollen, dass Radfahrer dort grundsätzlich auf der Fahrbahn fahren.

    Es gab übrigens auch noch viele, die nach meiner Beobachtung trotzdem weiter auf dem Hochbord gefahren sind. Aber ich denke, dass es mit der Zeit immer weniger Gehwegradler geben wird, wenn sich das eingespielt hat.