Beiträge von Yeti

    Immerhin liegt der Gehweg mit 3,00m schon 50cm über der Minimal-Breite.

    3,00m sind dort aber eher die Ausnahme, auch wenn das so in dem Artikel steht. Auf dem westlichen Abschnitt stadtauswärts sind es gerade einmal 2,00m und im ganz östlichen Ende zwischen Glückstädter Straße und Stader Schneeweg sind es sicherlich auch höchstens 2,00m, eher 1,80m. Wenn das ursprünglich mal als benutzungspflichtiger gemeinsamer Geh- und Radweg geplant war, dann nicht nur auf kurzen Abschnitten in vollem Bewusstsein untermaßig. Allein die Tatsache, dass ausgerechnet an der Haltestelle eine Engstelle ist, zeigt doch, dass man sich um die Vorschriften bei der Planung einen feuchten Kehricht gekümmert hat.

    650 Autos pro Stunde kann ich mir dort eigentlich auch kaum vorstellen. Ich war mal morgens um 7:30 Uhr da und das müsste eigentlich die Zeit mit der höchsten Verkehrsbelastung sein. 650 pro Stunde entspricht ja etwa einem Auto alle 5-6 Sekunden. Mir sind da auf der gesamten Strecke max. 12 Autos stadteinwärts entgegengekommen und stadtauswärts war morgens noch viel weniger los.

    Ist dir eigentlich bewusst aus welcher Motivation heraus dieser Anwohner "Dieter Kömpe" die Gehwegradelei vorantreibt?

    Nein, keine Ahnung. Vielleicht ist er selbst überzeugt davon, dass das Radfahren auf der Fahrbahn gefährlich ist. Oder er ist einer der Raser, der nicht gern von Radfahrern gebremst wird.

    Nein, ich glaube, dass die Stadt das als Rechtfertigung genannt hat, warum man überhaupt am Anfang "Radwege" geplant hat, wenn man jetzt merkt, dass man da gar keine braucht. Dazu muss man auch noch wissen, was den Streit um die Straßenausbaubeiträge damals besonders brisant gemacht hat: Die Schölischer Straße wurde nämlich einige Zeit, bevor der Umbau angekündigt wurde, in der Verkehrsbedeutung herabgestuft. Dies hatte zur Folge, dass der Anteil der auf die Anlieger umlegbaren Kosten größer wurde. Wenn sie nun schreiben, dass auf lange Sicht wieder mit einer höheren Verkehrsbelastung zu rechnen sei, dann hätten sie die Straße damals auch nicht herabstufen müssen.

    Inzwischen wurde die Satzung der Straßenausbaubeiträge allerdings geändert und die Anlieger der Schölischer Straße mussten nicht zahlen. Zur Stader Verwaltung besteht in diesem Ortsteil aber seitdem ein gereiztes Verhältnis. Wenn die Stadt nun zugibt, dass die Straße zudem noch eine Fehlplanung war, dann könnte das alles wieder hochkochen.

    Ich werde mir den Artikel jedenfalls gut aufheben, weil darin explizit steht, dass beim derzeitigen Verkehrsaufkommen eine Benutzungspflicht nicht in Frage kommt, sondern allenfalls, wenn dort deutlich mehr Autos fahren. Im Übrigen kann man natürlich weiter hoffen, dass der Weiterbau der A26 ein feuchter Traum der Benzin-Junkies bleibt und man doch vorher noch zur Vernunft kommt.

    Oder glaubt ernsthaft jemand dieser Verlauf hängt damit zusammen, dass jedes Jahr im Herbst soviel Party gemacht wird um im Frühling plötzlich alle genau auf Hygiene achten?

    Ich habe mit einem Anstieg der Infektionszahlen gerechnet, wenn die kalte Jahreszeit beginnt, in der insgesamt wieder mehr gehustet und geniest wird und sich die Leute wieder mehr in geschlossenen Räumen aufhalten. Es hieß ja bei den Ausbrüchen in Schlachthöfen auch bereits, dass das Schlachthof-Klima die Übertragung begünstigt, wenn Tröpfchen sich länger in der Luft halten und nicht gleich verdunsten (dass die Viren dabei nicht verdunsten, ist mir bekannt).

    Der Anstieg begann aber schon früher und fällt eigentlich mit dem Ende der Sommerferien zusammen. Ich nehme mich selbst dabei nicht aus, wenn ich feststelle, dass während der Sommermonate, als die Fallzahlen stabil auf einem geringen Niveau geblieben sind, eine gewissen Sorglosigkeit zugenommen hat. Jetzt, wo wieder andere Faktoren noch hinzu kommen, ist aber wieder mehr Achtsamkeit erforderlich und das scheint noch nicht bei allen angekommen zu sein. Das möchte ich keinesfalls auf einzelne Gruppen oder Events beschränken, sondern das betrifft eigentlich alle.

    Im September hätte ich eigentlich auch gerne meinen runden Geburtstag gefeiert, aber so, wie ich mir das noch Anfang des Jahres vorgestellt habe, geht das auf absehbare Zeit nicht. Viele auf engem Raum tanzende Menschen, die alle so tun, als wären sie 20-30 Jahre jünger, sind derzeit einfach nicht angesagt.

    Es war zu befürchten, denn wenn die Stadt etwas schlechter machen kann, dann geht das immer ganz schnell... :cursing:

    https://www.kreiszeitung-wochenblatt.de/stade/c-panora…bt-sein_a182385

    Na klar: "Für alle" bedeutet in der Regel "vor allem für Autofahrer". Die Formulierung, man müsse "an alle Verkehrsteilnehmer denken und niemanden benachteiligen" heißt, dass man selbstverständlich weiterhin Fußgänger und Radfahrer benachteiligt, wenn es dem ungebremsten Kfz-Verkehr dient.

    Sehr beliebt bei Radfahrer-Schikanen ist auch die Aussage, man müsse auch an unsichere Radfahrer denken. Im Zweifelsfall müssen Schulkinder herhalten, um objektiv gefährliche Anordnungen und Infrastruktur zu rechtfertigen, solange es sich sicherer anfühlt. Kindergartenkinder fahren ja noch nicht Fahrrad, ansonsten wäre das noch effektiver.

    Würde man wirklich an unsichere Radfahrer denken, würde man auch wirklich sichere Anordnungen treffen und sich überlegen, wie sich das auch sicher anfühlen kann, bzw. intensiv darüber aufklären, warum es wirklich sicher ist. Oder man würde sogar Maßnahmen treffen, die Gefährder einzuschränken, z.B. in Form eines Tempolimits.

    Wobei: kann man eigentlich auch abkürzen - nach VwV-StVO sind die Querungshilfen nur bei B-Pflichten vorgeschrieben.

    Der entsprechende Satz steht bei Rn 36 zu §2 Absatz 4, Satz 3 und 4, in denen Radwege ohne Benutzungspflicht, sowie die Freigabe linker Radwege behandelt wird. Sichere Querungsmöglichkeiten sind also unabhängig von einer Benutzungspflicht am Anfang und Ende eines linken "Radweges" erforderlich.

    Zitat

    4. Am Anfang und am Ende einer solchen Anordnung ist eine sichere Querungsmöglichkeit der Fahrbahn zu schaffen.

    Ganz ernsthaft, für ein Gefährt, das dazu gedacht ist mal schnell und "unkompliziert" eine kurze Strecke in einer Stadt zu erledigen, und dazu noch zu einem großen Anteil als Leihfahrzeug, dafür sind die Regeln etwas kompliziert geraten.

    Wieso, das ist doch alles ganz einfach. Man nehme die intuitiven Regeln für Radfahrer und ergänze das um zwei weitere, intuitiv verständliche Punkte, dass man mit dem Roller auch auf Radwegen ohne Benutzungspflicht fahren MUSS, aber auf für den Radverkehr freigegebenen Gehwegen mit dem Roller nicht fahren DARF. Ansonsten ist doch alles wie sonst, dass man sich mit dem Roller an jeder Kreuzung überlegen muss, ob man auf dem Radweg, dem getrennten Geh- und Radweg (beides jeweils mit oder ohne Benutzungspflicht), dem gemeinsamen Geh- und "Radweg" (wenn benutzungspflichtig, dann auch gerne mal auf der falschen Straßenseite), dem Radfahrstreifen oder dem Schutzstreifen oder auf der Fahrbahn fahren soll. Und das alles gilt aber gefühlt sowieso nur, solange man den Autoverkehr nicht verlangsamt.

    (kann Spuren von Ironie enthalten)

    Für einen Hochbordradweg ist eine solche Berg- und Talbahn Murks. Aber daran stört sich der Anwohner auf dem Zeitungsfoto anscheinend nicht.

    Das Problem ist in dieser Stadt, dass man auf diesem rot gepflasterten Gehweg besser Fahrrad fahren könnte als auf vielen benutzungspflichtigen "Radwegen". Relativ betrachtet zu dem ganzen anderen Murks ist es dem durchschnittlichen Radfahrer also tatsächlich nur schwer zu vermitteln, warum man auf diesem Gehweg nicht Fahrrad fahren sollte, während es auf vielen bestehenden Schrott-Radwegen weiterhin vorgeschrieben ist..

    Daher bin ich auch sehr gespannt auf die Begründung der Stadtverwaltung, die vermutlich in der nächsten Mittwochsausgabe des Wochenblatts erscheint. Denn wenn sie argumentieren, dass dort ein Radweg unnötig sei und die baulichen Voraussetzungen nicht gegeben sind, dann wird natürlich die Frage aufkommen, warum es dann an anderen Stellen "Radwege" gibt, die sich in einem noch übleren Zustand befinden und bei denen die Notwendigkeit eines "Radweges" noch viel offensichtlicher nicht gegeben ist. Damit will ich nicht sagen, dass man in der Schölischer Straße "Radwege" bräuchte, sondern, dass man sie an anderer Stelle noch viel weniger braucht.

    Meiner Erfahrung nach beschränken sich die Zeiten eines erhöhten Verkehrsaufkommens in der Schölischer Straße auf den morgendlichen und nachmittäglichen Berufsverkehr. Ansonsten geht es dort recht ruhig zu. Von einer außergewöhnlichen Gefahrenlage dürfte man dort aber auch zu Stoßzeiten weit entfernt liegen. Ich bin dort kürzlich mal morgens gegen 7:45 Uhr zweimal hin und her gefahren und mir sind dann auf dem 1,5km langen Abschnitt jeweils max. 12 Autos entgegengekommen. Überholt wurde ich je Strecke von max. drei Autos. Für ängstliche Radfahrer mag das schon unangenehm sein, aber gefährlich ist es dort nicht.

    Hier noch ein paar Seiten aus der damaligen Präsentation vor Beginn der Baumaßnahmen aus dem Jahr 2016, aus der ganz klar hervorgeht, dass man es sich in der Zwischenzeit mit dem gemeinsamen Geh- und "Radweg" wohl anders überlegt hat.

    Als "Vorbild" wurde noch der damals neue Murks-Kreisel am Güterbahnhof herangezogen. Dort wurde kürzlich die Benutzungspflicht komplett aufgehoben und die roten Furten sind inzwischen entfernt.

    Besonders heikel war in der Schölischer Straße das Thema "Straßenausbaubeitragssatzung". Aufgrund massiver Anwohnerproteste, die zum Teil mit mehreren Zehntausend Euro an den Kosten beteiligt werden sollten, wurde die Beitragssatzung der Stadt geändert und die Anwohnerbeiträge in dieser Form abgeschafft.

    Immerhin sollten die Anwohner die Kosten der Straßenbeleuchtung und der Rad- und Gehwege ursprünglich zu 40% tragen und nun sind es gar keine Radwege.

    Den nächsten Aufschrei wird es geben, wenn die Benutzungspflicht in der Thuner Straße aufgehoben wird (angekündigt zu Ende Oktober). 8)

    Besteht die Chance, dass der am nächsten Mittwoch einen Artikel mit mehr Sachkunde fabriziert? Durch Input von interessierter Seite?

    Ich glaube, dass es helfen könnte, wenn nicht immer der selbe "Fahrradaktivist" dem Herrn Dammann schreibt.

    https://www.kreiszeitung-wochenblatt.de/stade/profile-…nn?type=article

    Den letzten Satz kann man wohl so verstehen, dass in der kommenden Mittwochsausgabe die Erklärung nachgeliefert werden soll, warum das so entschieden wurde und da bin ich natürlich sehr gespannt, rechne aber mit dem Schlimmsten.

    Das rote Pflaster wurde ursprünglich mal als gemeinsamer Geh- und Radweg geplant und ohne ein paar Fahrrad-Nervensägen hätte man dort mit Sicherheit auch wieder überall [Zeichen 240] aufgehängt.

    Nun hat der erste Anwohner festgestellt, dass der vor seinem haus neu gebaute "Radweg" ein Gehweg ist.

    Anwohner fragt sich, warum Radler nicht den Gehweg benutzen dürfen

    https://www.kreiszeitung-wochenblatt.de/stade/c-panora…dfahrer_a181712

    Man könnte natürlich die einfache Antwort geben, dass Radler nicht gehen, sondern radeln. Oder besser noch, dass Radler fahren und dass dafür die Fahrbahn vorgesehen ist und nicht der Gehweg.

    So langsam erhalten die Artikel auch einen süffisanten Unterton gegen diejenigen, die sich für Verbesserungen für Radfahrer einsetzen und die immer nur auf die Einhaltung von Regelwerken pochen (ich glaube, er meint damit mich :saint:). Bei den "Untersuchungen", auf die ich vor einiger Zeit mal verwiesen habe, handelte es sich übrigens um die Unfallzahlen in Stade und nicht etwa um allgemeine Studien, deren Übertragbarkeit auf Stade man anzweifeln könnte. Aber was sind schon Fakten gegen das eigene Bauchgefühl?

    Man könnte auch mal nachfragen, ob man nicht mal etwas gegen die Autofahrer unternehmen möchte, die da "durchheizen".

    Ich glaube auch, dass es so gemeint ist, wie DMHH schreibt, aber es geht nunmal am Problem vorbei: Gefährdet ist im linken Bild vor allem der Radfahrer, der sich an Pos. 2 befindet, während der LKW schon dort ist, wo er eingezeichnet ist.

    Ein weiterer Unterschied wird verschwiegen: Bei rechten Bild sind Radfahrer an den Positionen 2, 3 und 4 im Hauptspiegel zu sehen, wenn der LKW sich dort befindet, wo er eingezeichnet ist. Direkt neben dem Führerhaus ist man tatsächlich kaum zu sehen, wenn man noch nicht im direkten Sichtfeld durch die Beifahrerscheibe zu erkennen ist und schon außerhalb des Bereichs des Rampenspiegels. Wenn der LKW wirklich mit Schrittgeschwindigkeit abbiegt, kommt der Radfahrer aber noch vorher durch, der sich zu diesem Zeitpunkt direkt daneben befindet und alle, die weiter hinten sind, können im Hauptspiegel gesehen werden.

    Im linken Bild sind die Radfahrer an diesen Positionen aufgrund der weiteren Absetzung des Radweges vermutlich nur im Weitwinkelspiegel und somit deutlich kleiner erkennbar. Also in dem Spiegel, den die Polizei gerne mal zuklebt, wenn sie Schulklassen den Toten Winkel erklären will.

    Am sichersten wäre es natürlich, wenn sich die Radfahrer zu jeder Zeit vor oder hinter dem LKW auf der Fahrbahn befinden würden und niemals rechts daneben. Aber auf der Fahrbahn haben Radfahrer ja Angst und deshalb darf man das nicht sagen. Da verschlimmbessern wir lieber die Symptome.