Andererseits muss man aber auch bei den derzeit bestehenden Einschränkungen die es gibt hinterfragen, ob diese sinnvoll und verhältnismäßig sind.
Aber nicht, indem man verkennt, dass sich gerade eine deutlich ansteckendere Virusvariante ausbreitet und dass der aktuelle Trend dazu führen wird, dass die Neuinfektionen in 3-4 Wochen wieder steigen werden, wenn man keine Maßnahmen ergreift.
Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Ich sehe einige der derzeit geltenden Maßnahmen auch als unverhältnismäßig an. Jedenfalls, wenn man sie mit anderen Bereichen vergleicht, in denen es quasi keine Einschränkungen gibt. Freunde haben zum Beispiel kürzlich erzählt, dass ihre Hundetrainerin ihren Betrieb einstellen musste und nicht einmal Einzelunterricht im Freien anbieten darf, während es natürlich weiterhin gestattet ist, privat mit zwei Personen aus zwei Haushalten mit einem Hund spazieren zu gehen. Wenn eine der beiden Personen dafür bezahlt wird, ist es aber verboten.
Ich sehe es auch als unverhältnismäßig an, dass die Leute immer noch in Großraumbüros Tätigkeiten nachgehen, die sie auch von zuhause aus dem Homeoffice erledigen könnten, während andere Wirtschaftszweige vor inzwischen fast einem Jahr komplett abgeschaltet wurden. Allerdings sehe ich derzeit in Anbetracht der ansteckenderen Variante keinen Spielraum für großartige Lockerungen, sondern wir müssen eher zusehen, wie wir die bestehenden Lücken schließen, wo sich das Virus immer noch ungehindert ausbreiten kann. Besser jetzt als in 6 Wochen, wenn die Zahlen längst wieder angestiegen sind.
Ich würde auch das Impfkonzept hinterfragen und im Anschluss an die Hoch-Risikogruppen zunächst dort impfen, wo viele Infektionen stattfinden, die nicht vermieden werden können (und damit meine ich keine Profi-Fußballer). Dann sitze ich halt noch ein weiteres Jahr im Homeoffice, weil ich nicht zu denen gehöre, die besonders gefährdet sind, oder bei denen es nicht möglich ist, Kontakte zu reduzieren.