Beiträge von Yeti

    Ich erkenne immer noch kein Konzept. Natürlich wollen wir alle raus aus dem Lockdown, aber doch nicht einfach so, ohne ergänzende Maßnahmen und in Anbetracht der sich weiter stark ausbreitenden B117-Mutation.

    Söder appelliert an die Eigenverantwortung der Menschen und es wäre schön, wenn das funktionieren würde. Solange da draußen immer noch so viele Blödies rumlaufen, die sich an rein gar nichts halten, braucht man diejenigen, die noch etwas Resthirn in Betrieb haben, natürlich nicht noch weiter einschränken.

    Du könntest dich einen Tag, bevor du den Test machst, infiziert haben und der Test würde das nicht anzeigen. Allerdings könntest du dann natürlich auch noch nicht sofort andere anstecken. Die Frage ist, wie groß der Zeitraum ist, während trotz Infektion der Test noch negativ ist und man noch nicht ansteckend ist.

    Ich glaube, wir sind da einer Meinung. Lockerungen, wenn Beschränkungen nicht mehr erforderlich sind, bedeutet ja im Umkehrschluss, dass Beschränkungen dort aufrecht erhalten werden, wo sie erforderlich sind.

    Das mit der Impfung gilt natürlich erst, wenn auch ein entsprechender Impfschutz besteht und auch nur unter der Voraussetzung, dass die Impfung auch vor Übertragungen schützt. Mir ging es aber primär darum, dass eine solche Erleichterung für Geimpfte kein Privileg darstellen würde, sondern die Aufhebung einer dann nicht mehr notwendigen Beschränkung. Es geht ja z.B. auch um Erleichterungen für Besuche in Alten- und Pflegeheimen durch nahe Angehörige.

    Die Politik bezieht ganz zu Recht Prügel, wenn sie nicht nutzt und umsetzt, was möglich ist. Selbstverständlich hoffen wir alle auf Lockerungen, aber nicht um jeden Preis. Wenn es Möglichkeiten gibt, Kontakte schneller und einfacher nachzuverfolgen, kann das sehr wohl helfen, Lockerungen begründet und unter bestimmten Voraussetzungen umzusetzen.

    Da muss man meines Erachtens auch keine Rücksicht nehmen auf diejenigen, die das nicht mitmachen wollen. Kann dann ja jeder selbst entscheiden, ob er die App nutzen will oder nicht. Es soll dann aber keiner rumheulen, dass er weiter mit den Beschränkungen leben muss.

    Ich sehe das mit Impfungen übrigens genauso. Wenn es Lockerungen für Menschen gibt, die geimpft sind, ist das kein Privileg, sondern die Aufhebung einer Beschränkung, die dann nicht mehr erforderlich ist.

    Ich bin zuletzt auch weniger Fahrrad gefahren, als es kalt war. Liegt aber daran, dass ich wegen Homeoffice eigentlich nirgends hinfahren muss, außer kurzen Wegen zum Einkaufen. Bevor ich hier mit dem Bus fahre, gehe ich eher zu Fuß. Selbst auf dem Weg ins Büro brauche ich dann nur unwesentlich länger, als wenn ich den Bus nehme, der nicht den direkten Weg fährt, sondern alle möglichen Stadtteile abklappert.

    Dafür bräuchte es aber pro Person mind. einmal täglich einen Selbsttest, um das festzustellen. Und für den Fall der Fälle eine Nachverfolgung.

    Wir brauchen also jeden Tag in Deutschland 83 Millionen Schnelltests. Aber bitte nur solche, die 100%ig zuverlässige Ergebnisse liefern. Weil nämlich schon bei 1% falsch positiver Tests die Gesundheitsämter jeden Tag die Kontakte von 830.000 Personen nachverfolgen und ggf. in Quarantäne schicken müssten, während gleichzeitig Leute mit falsch negativen Tests rumlaufen und munter weiter andere anstecken.

    Und machen wir die Schnelltests alle selbst? Oder gehen wir dafür alle einmal am Tag zum Arzt? Könnte voll werden im Wartezimmer...

    Ich glaube, deine Idee hat einen kleinen Haken :)

    Auch Sportarten, wo man zwar viel Kontakt hat, aber nur mit einer Person sollten noch ok sein. Beispielsweise Kampfsport.

    Ich würde nichts zulassen, wo eine Infektion sehr wahrscheinlich ist. Jedenfalls nicht, wenn die Beteiligten aus unterschiedlichen Haushalten kommen. Jeder Haushalt hat ja noch andere Kontaktstellen, über die das Virus nach außen oder eingetragen werden kann und genau diese Kontakte sollen ja minimiert werden.

    Das größte ungenutzte Potenzial sehe ich derzeit noch beim Homeoffice. Damit kann man nicht nur Kontakte am Arbeitsplatz reduzieren, sondern auch nicht nachverfolgbare Kontakte auf dem Arbeitsweg.

    Masken und Abstand halte ich auch für sinnvoll. Aber dann wird es mit der Gastronomie schon schwierig, weil man schwer mit Maske essen und trinken kann und draußen wird einem derzeit immer noch recht schnell das Schnitzel kalt.

    Pauschal den Einzelhandel zu schließen, halte ich auch für überzogen, zumal dann mehr in den Geschäften gekauft wird, die weiter öffnen dürfen. Bei Kaufland gibt es ja auch Socken, Scheibenwischerblätter und Grillkohle. Ob das nun besser ist, wenn die Leute in den vollen Supermarkt rennen, anstatt das in einem leereren Geschäft zu kaufen, sei mal dahin gestellt. Und wenn die Leute sich bei der Call & Collect-Ausgabe auf die Pelle rücken, ist das auch nicht unbedingt besser und der Paketbote kann auch schnell zum Superspreader werden.

    Ebenso kann man natürlich nicht die Sportvereine pauschal über einen Kamm scheren, aber auch da dürfte es mit Abstand und Maske oftmals schwierig werden (ich stelle mir gerade vor, wie man beim Handball-Training vor jedem Abspiel erstmal den Ball desinfiziert). Jede Form von Gruppen- oder Mannschaftssport ist da sicherlich problematisch, aber warum sollte Individualsport grundsätzlich nicht auch in Vereinen möglich sein?

    Aber auf der anderen Seite sehe ich auch täglich, wie unvernünftig sich die Leute verhalten: Maske unterm Kinn, im Supermarkt anderen auf die Pelle rücken. Vielleicht sind die Schweden disziplinierter als wir Deutschen, keine Ahnung. Auf Eigenverantwortung kann man hier offenbar nicht vertrauen, wenn man sich das Geschwurbel der Quer-"Denker" anhört.

    Die am häufigsten beteiligten Kontaktpersonen in der Gastronomie müssen Donald Duck, Karl-Heinz Meyer und Monika Müller gewesen sein, wenn man der Auswertung der Zettel vertraut, die man im Sommer in der Kneipe ausfüllen musste. Eine Nachverfolgung von Infektionsketten ist dann natürlich schwierig.

    Hat man eigentlich schon herausgefunden, on ein R-Wert von 1 bedeutet, dass tatsächlich je eine Person ungefähr eine weitere ansteckt oder ob das eher bedeutet, dass einer zehn andere ansteckt, von denen aber wiederum nur einer zehn andere ansteckt und die anderen neun niemanden?

    Adsche : Wie viele schwere Verläufe und Tote werden wir denn in der "gewissen Zeit" hinnehmen müssen, wenn wir abwarten, bis die Kurve von alleine abflacht?

    Siehst du überhaupt einen Zusammenhang zwischen den getroffenen Maßnahmen und sinkenden Infektionszahlen oder ist das für dich purer Zufall oder bereits Anzeichen der Herdenimmunisierung? Ich frage nur, weil ich langsam das Gefühl habe, dass wir keine gemeinsame Diskussionsgrundlage haben.

    klar. Aber selbst wenn wir dort einen Anstieg um einen Faktor 3, 4 oder 5 haben sind es absolut gesehen immer noch wenige Fälle

    Es ist aber ein exponentieller Anstieg und keiner um einen bestimmten Faktor. :rolleyes:

    Die aber trotzdem höchst selten ernsthaft erkranken und fast nie hospitalisiert werden müssen. Ist das Problem nun also, dass ein Schüler sich in der Schule ansteckt? Oder entsteht das Problem erst, wenn dieser Schüler seinen Opa besucht und den ansteckt (Stichwort: Schutz der Risikogruppen)

    Das Problem ist, dass sich das Virus dadurch weiter ausbreitet. Es geht nicht nur um den Schüler und seinen Opa, sondern um alle, die in der Kette dadurch infiziert werden und dass es in dieser Kette schwere Verläufe geben wird.

    Wenn sich das Virus exponentiell ausbreitet, dann werden auch die schweren Verläufe in allen Altersgruppen exponentiell ansteigen. Selbst wenn die Hoch-Risikogruppe infolge der Impfung komplett geschützt wäre, würde das früher oder später eben auch dazu führen, dass die Zahl der schweren Verläufe in jüngeren Altersgruppen stark steigen. Abgesehen davon ist bei einem hohen Infektionsniveau eine Nachverfolgung von Infektionsketten unmöglich.

    Wenn wir wieder etwas mehr Normalität haben wollen, dann geht das nur, solange die Zahl der Neuinfektionen auf einem niedrigen Level gehalten werden kann. Vielleicht ändert sich das im Laufe der Zeit, wenn mehr Menschen geimpft sind, aber derzeit sehe ich für Lockerungen im großen Stil keinen Spielraum. Und nochmal: Ja, auch ich bin dafür, die Maßnahmen regelmäßig auf den Prüfstand zu stellen und unverhältnismäßige Beschränkungen aufzuheben. Dazu gehört aber auch, Maßnahmen, die Wirkung zeigen, beizubehalten.